Hallo!
Ich bin kein Elektriker. In einem wie Du schreibst „normalen Hausstromnetz“ gibt es keine 2 Phasen. Du hast 3 Kabel, Eine Phase, einen 0-Leiter und einen Schutzleiter. Wenn Du die Phase mit einem anderen, egal welchem Kabel kurzschliesst, hast Du einen 100%tigen Kurzschluss. Davon ist dringend abzuraten. Lass die Finger von solchem Blödsinn.
Gruss Peter
ich bin grad sehr am Grübeln wie man angemessen auf diese Frage reagieren müßte.
a) Löschen.
Immerhin weiß man ja nie wer hier so alles mitliest und durch die Frage angeregt wird mal ein bißchen „rumzubasteln“.
Dabei besteht aber die konkrete Gefahr sein Augenlicht zu verlieren u.v.m.
als theoretische Frage finde ich das schon interessant. Allerdings wäre sie wohl wirklich im Elektro-Brett besser aufgehoben, hier tummeln sich ja vorwiegend Praktiker und Bastler. Trotzdem glaube ich, dass alle vor der Netzspannung gehörigen Respekt haben und nicht mal so aus Spaß 2 Drähte zusammenhalten werden.
Also: Auf den ersten Blick könnte man denken - auf beiden Phasen liegt die gleiche Spannung, also ist die Spannungsdifferenz Null und es fliesst kein Strom und es passiert gar nichts. Aber es handelt sich ja um Wechselspannung, und zwischen beiden Phasen besteht eine zeitliche Verschiebung. Also wenn an der einen gerade die volle Spannung anliegt ist es an der anderen zur selben Zeit gerade weniger. Also besteht immer eine Spannungsdifferenz, und es würde sofort ein hoher Wechselstrom fließen, der die vorgeschaltete Sicherung auslösen sollte.
Es passiert also was ähnliches, als wenn Du Phase und Null verbindest, nämlich ein Kurzschluss.
Was passiert eigentlich, wenn in einem normalen Hausstromnetz
2 unterschiedliche Phasen „kurzgeschlossen“ werden ?
Gibt’s einen Kurzschluss ? Entsteht eine höhere
Wechselspannung als 240 Volt ?? Garnix ?
Kommt ein bisschen darauf an, was du als Phase bezeichnest.
Normalerweise ist eine Phase einer der Aussenleiter im Drehstromnetz. Davon gibt es 3 Stück, welche heute mit L1, L2 und L3 bezeichnet werden.
Dann gibt es noch den Neutralleiter, welche das selbe Potential wie die Erde hat.
Zwischen N-L1, N-L2 und N-L3 liegen 230V an.
Zwischen L1-L2, L2-L3 und L3-L1 liegen jeweils 400V.
Dies ergibt sich dadurch, weil der Spannungsverlauf zwischen L1, L2 und L3 jeweils um 120 Grad verschoben ist.
Zurück zu deiner Frage:
Kurzschlüsse zwischen N, L1, L2 und L3 sind ebensolche und auch welche zwischen L1, L2, L3.
Da löst also der Leitungsschutz-Schalter aus.
wenn man zwei Phasen z.B. in einer Dose mit den Leitungen zu Glühlampen zusammenklemmt (weil man die zweite Phase fälschlich als Leitung zu einem Verbraucher gesehen hat), die wiederum dann wieder ordnungsgemäß an N hängen, dann muss die Sicherung übrigens nicht auslösen, sondern es gibt erstmal besonders helles Licht, solange die Glühlampe dies verkraftet, was schon mal eine Weile dauern kann. Unschön dabei ist allerdings dass dann auf der gesamten Installation in diesem Bereich 400V liegen, und das kann dann auch teuer werden, wenn da mehr als eine Glühbirne eingeschaltet ist.
Was passiert eigentlich, wenn in einem normalen Hausstromnetz
2 unterschiedliche Phasen „kurzgeschlossen“ werden ?
Gibt’s einen Kurzschluss ? Entsteht eine höhere
Wechselspannung als 240 Volt ?? Garnix ?
Durch die 120 Grad Phasenverschiebung ergibt sich eine Spannung zwischen zwei Phasen von
~ 230V * Wurzel(3) = ~ 400V
Wenn du mit einem Körperwiderstand von 1k Ohm dazwischenhängst gibts einen (ziemlich tödlichen) Strom von 400 mA (50 mA sind tödlich).
Wenn du nicht dazwischenhängst und du einen Kurzschluss fabrizierst fließt für kurze Zeit ein Strom der sich aus dem Widerstand des Trafohäuschens und dem der Kupferleitungen bis zu deinem Haus berechnet (keine Ahnung wie hoch der genau ist).
Passiert der Kurzschluss im Haus, wo die Leitungen ja durch 16A Leitungsschutz abgesichert sind (aber auch die haben Auslösezeit) passiert wohl nicht viel, weils die Sicherung sehr schnell raushaut. Die Kupferleitungen könnte es verschweißen, in der „Berührstelle“ wird sehr viel Leistung umgesetzt.
Passiert so ein Kurschloss vor den NH-Sicherungen („Panzersicherungen“) dann passiert ziemlich viel. Hab in meiner Ausbildung paar Bilder gesehen von Leuten (Ausgebildeten Elektrikern wohlgemerkt) die dadurch mit geschmolzenem Kupfer besprenkelt wurden oder fest verschweißten Schraubenziehern, da gibts nämlich keine kleine 16A-Sicherung die rausfliegt. Übrigens kann man durch den Knall dens gibt auch für einige Zeit sein Gehör verlieren. Dazu reicht schon ein Kurzer von Phase auf (Schutz)Erde.
Alles in allem ist das einen Sache die ich nicht ausprobieren möchte, auch nicht für viel Geld
Alles in allem ist das einen Sache die ich nicht ausprobieren
möchte, auch nicht für viel Geld
Warum nicht?
Es ist sehr lehrreich zu sehen, welche Auswirkungen solche Kurz- oder Erdschlüsse haben können
und warum bei „Arbeiten unter Spannung“,
die entsprechende Schutzkleidung und PSA-Ausrüstung (BGR A3) das Leben verlängert!
Kann man ohne Gefahr für sich oder andere,
z.B. bei der Bewag (wieder, soweit ich weiß) miterleben,
die auch entsprechende Filme für Unterweisungen erstellt haben.