Guten Tag!
Ich ich bin diplomierte Psychologin und möchte meine Doktorarbeit über Identitätskonstruktionen bei Frauen Anfang 30 schreiben. Meine Arbeitshypothese lautet, dass im Selbstbild und im Identitätsentwurf von Frauen in diesem Alter noch einmal eine ganze Menge passiert, sich ihre Einstellungen zu sich wie auch zu Partnerschaft, Freundschaft usw. noch einmal stark verändern. Desweiteren entscheidet sich in diesem Alter oft der weitere persönliche und berufliche Lebensweg. Ich habe dieses Phänomen unter dem Arbeitstitel „2. Pubertät“ für mich zusammengefasst.
Jetzt meine Frage: Gibt es auch aus medizinischer Sicht Hinweise, Studien etc., die auf eine Art „2. Pubertät“ hinweisen? Tiefgreifende Veränderungen in körperlichen Prozessen, Veränderungen im Hormonhaushalt oder Ähnliches? Ich habe so etwas mal gerüchteweise gehört, habe aber keine Ahnung, wo ich Quellen dazu finden kann.
Für Hilfe bin ich sehr, sehr dankbar! 
Mit freundlichem Gruß
Simone Wiedenhöft
Hallo Simone,
ich habe interessiert deinen Beitrag gelesen und kann aus persönicher
Erfahrung nur bestätigen, dass es mit 30 zu einer neuen
Identitätsfindung kommt bzw. kommen kann. Man überdenkt das bisherige
Geschehen, die Werte, die man konstruiert hat oder von außen
aufgenommen hat und macht sich darüber Gedanken, wie es weitergeht.
Dabei sind Karriere und Familienplanung bestimmt die Hauptthemen.
Über die Biochemischen Zusammenhänge kann ich dir leider nichts
sagen. Habe nur eine Anmerkung: ich finde es hat nichts mit Pubertät
zu tun. Pubertät ist doch die Phase zwischen Kind und Erwachsen, d.h.
äußere Geschlechsmerkmale kommen zum Vorschein, der Hormonhaushalt
stellt sich auf’s Erwachsenwerden um, Menstruation, Abnabelung von
dem Elternhaus usw. Mit 30 ist die Frau schon seit mindestens 16
Jahren über diesem Prozess hinaus. Jetzt geht es darum die eigene
Identität zu finden, „Altlasten“ von Freundschaften auszusortieren,
einen Lebensplan in die Tat umzusetzen, Kinder in die Welt zu setzen,
sprich bewusst durchzustarten. Die Zeit der Pubertät hingegen ist
eine Zeit der Verwirrungen und Verirrungen, ein unbewusstes Handeln
und man gleicht da eher einer Großbaustelle in dem der Bauherr alles
mögliche und Unmögliche ausprobiert um etwas noch nie Dagewesenes zu
erschaffen. Die nächste Phase der Frau wäre demnach die Wechseljahre
- wenn du diese Phase als 3. Pubertät bezeichnen würdest, müsstest du
dich vor Kritik aus der Feminisinnenecke sehr warm anziehen.
Gib deinem Kind einen anderen Namen - die 30 jährigen Frauen sind
alles andere als pubertär!
Viele Grüße und viel erfolg bei der Recherche
Wie wärs mit ‚Identitätskrise‘
Hi Simone
Guten Tag!
Meine Arbeitshypothese lautet, dass im
Selbstbild und im Identitätsentwurf von Frauen in diesem Alter
noch einmal eine ganze Menge passiert, sich ihre Einstellungen
zu sich wie auch zu Partnerschaft, Freundschaft usw. noch
einmal stark verändern.
Ein bekanntes Phänomen, das auch in Liedern „behandelt“ wurde
(z. B. Gunter Gabriel: alle Mädchen ab 30)
Ob dies allerdings weltweit gilt wage ich zu bezweifeln.
Fakt ist immer noch (besonders in ländlichen Gebieten
hier in D), dass Frauen, die nicht dem typischen Frauenbild
entsprechen, massiv (wenn auch unterschwellig) von ihrer
Umgebung darauf hingewiesen werden, dass mit der betreffenden
Frau „etwas nicht stimmen kann“.
Irgendwann sind viele Frauen dann so durcheinander, dass sie
selbst an sich zu zweifeln beginnen. Entweder frau kapituliert
dann ob der Macht der Umwelt oder sie begehrt auf und versucht,
sich ihr Leben neu einzurichten (will ich wirklich den Rest
meines Lebens SO verbringen?).
Desweiteren entscheidet sich in diesem
Alter oft der weitere persönliche und berufliche Lebensweg.
Das kommt meist dann infolge der o. g. Gedanken als -nach
außen sichtbare- Veränderung.
Ich habe dieses Phänomen unter dem Arbeitstitel „2. Pubertät“
für mich zusammengefasst.
Mir ging damals (vor mehr als 10 Jahren) immer der Titel
„my way“ durch den Kopf.
Jetzt meine Frage: Gibt es auch aus medizinischer Sicht
Hinweise, Studien etc., die auf eine Art „2. Pubertät“
hinweisen? Tiefgreifende Veränderungen in körperlichen
Prozessen, Veränderungen im Hormonhaushalt oder Ähnliches? Ich
habe so etwas mal gerüchteweise gehört, habe aber keine
Ahnung, wo ich Quellen dazu finden kann.
Quellen kann ich dir keine nennen. Aber ja, es tut sich was:
du nimmst schon beim Essen-Angucken zu; dir fällt auf, dass
es Haarcolorationen gibt; Du denkst dir eine neue Frisur aus,
weil die Haare spärlicher werden. Ah ja, mit spätestens 35
will dir der Doc keine Pille mehr verschreiben.
Für Hilfe bin ich sehr, sehr dankbar!
*sfg* mich würd dein Ergebnis schon interessiern, wenn du
fertig bist (u. a. deshalb: Viel Erfolg).
Mit freundlichem Gruß
danke, retour
Simone Wiedenhöft
D. (aka IT-Zicke)
Hallo Simone,
vielleicht solltest Du einen anderen Weg prüfen: In Form eines Fragebogen an die betreffende Kategorie Frauen, sowohl Frauen im aktuellen Alter der gewünschten Zielrichtung, als auch einer für Frauen, die über diesen Alterspunkt hinaus sind, aber Erfahrungen in dieser Richtung haben.
Ich fürchte, konkrete medizinische Studien darüber wird es nicht geben, da die Alters- (Jugend-)grenze 30 Jahre ja nicht automatisch physische und psychische Probleme/Veränderungen vermuten bzw. diese sich nicht unbedingt daran festmachen lässt.
MfG und viel Glück bei Deiner Promotion M.P.
Hallo!
Vielen Dank für deine interessanten Anmerkungen! 2. Pubertät ist mein (interner) Arbeitsbegriff, wobei ich vor allem die Identitätsfindung vor Augen habe. Ich werde aber noch einmal genau überlegen, inwieweit mir dieser Begriff weiterhilft und inwieweit er mich in anderen Aspekten vielleicht einengt. Bis jetzt benutze ich ihn als Metapher, nicht als theoretisches Konzept. Identitätskrise geht mir in diesem Sinne nicht weit genug. Ob sich mein „Bild“ halten lässt oder ob ich zu einer gänzlich neuen Metapher kommen werde, wird meine Untersuchung zeigen, aber die Reflektion dieses Begriffes ist sehr wichtig, da hast du Recht. Ich stehe erst am Anfang und suche meinen Weg…
Und wenn sich Feministinnen mit mir (konstruktiv) streiten möchten, sind sie sehr willkommen, Menschen mit andern Meinungen regen den (wissenschaftlichen) Reflektionsprozess an 
In diesem Sinne liebe Grüße!
Hallo!
Ein bekanntes Phänomen, das auch in Liedern „behandelt“ wurde
(z. B. Gunter Gabriel: alle Mädchen ab 30)
Super Hinweis mit den Liedern! Danke! Fallen dir noch andere Lieder zu dem Thema ein?
Ob dies allerdings weltweit gilt wage ich zu bezweifeln.
Das würde ich auch nicht sagen. Und für eine weltweite Untersuchung fehlen mir ein wenig die Mittel
Mich interessieren vor allem individuelle Geschichten.
Fakt ist immer noch (besonders in ländlichen Gebieten
hier in D), dass Frauen, die nicht dem typischen Frauenbild
entsprechen, massiv (wenn auch unterschwellig) von ihrer
Umgebung darauf hingewiesen werden, dass mit der betreffenden
Frau „etwas nicht stimmen kann“.
Magst du mir vielleicht schreiben, was du genau damit meinst? Vielleicht auch per E-Mail, wenn es dir hier nicht recht ist?
Quellen kann ich dir keine nennen. Aber ja, es tut sich was:
du nimmst schon beim Essen-Angucken zu; dir fällt auf, dass
es Haarcolorationen gibt; Du denkst dir eine neue Frisur aus,
weil die Haare spärlicher werden. Ah ja, mit spätestens 35
will dir der Doc keine Pille mehr verschreiben.
Prima, genau sowas mein ich 
*sfg* mich würd dein Ergebnis schon interessiern, wenn du
fertig bist (u. a. deshalb: Viel Erfolg).
Das kann ein bisschen dauern mit den Ergebnissen, aber ich werde dich gerne abspeichern 
Lieben Gruß
Hallo!
Die medizinischen Dinge möchte ich für meinen Theorieteil und für mein persönliches Interesse in Erfahrung bringen, meine eigene Untersuchung wird Briefe und eventuell Interviews umfassen und natürlich interessiert mich vor allem der psychologische Aspekt. Aber wenn es medizinische Studien dazu gäbe, könnten sie z. B. Hinweise für mich liefern, nach welchen Veränderungen ich in Interviews fragen könnte.
Natürlich gibt es keine Fixgrenze „30 Jahre“, aber vielleicht gibt es einen gut eingrenzbaren Zeitrahmen?
Liebe Grüße!