Hallo,
ich habe mal eine Detailfrage zu Stipendien. Habe mich auf Stipendien beworben, unterschiedlicher Größe und bei einer kleineren Stiftung, die einen monatlichen Betrag stiftet (also kein Vollstipendium), sieht es jetzt ganz gut aus.
Meine Frage ist nun, ob die Zusage eines Ministipendiums meine Chancen bei den größeren Stiftungen verringert. Ich kann mir gut vorstellen, dass man nur ein Stipendium haben darf/soll, insofern wäre es dann vielleicht sogar klüger ein kleines Stipendium zu Gunsten eines größeren nicht zu nehmen? Die Frage ist aber, ob ich das dann von vornherein ausschlagen sollte, da ich es ja sonst bei weiteren Bewerbungen bei größeren Stiftungen ja angeben müsste oder ob ich auch später davon zurücktreten kann?
Kurz gefasst:
- wenn ich eine Zusage einer kleinen Stiftung habe, drückt das meine Chancen bei einer Größeren genommen zu werden (Die Angabe ist oft Pflicht)
- wenn ja, würdet ihr das kleine Stipendium von vornherein ausschlagen (auch auf die Gefahr hin am Ende mit nichts dazustehen)?
- Oder ist es sogar möglich ein größeres Stipendium und ein kleineres Stipendium zusammen zu bekommen?
Meine finanzielle Lage ist nicht rosig und ein Stipendium würde mir da sehr helfen, insofern möchte ich da natürlich das bestmögliche herausholen.
Vielen Dank!
Hi Juli,
im Grunde ist es kein Problem, zwei Stipendien parallel zu haben. Ohne Genaueres über die Stiftungen zu kennen, bei denen du dich beworben hast: Es gibt da nur zwei Möglichkeiten.
1.) Das „Vollstipendium“ der großen Stiftung ist unabhängig von deinen Einkommensverhältnissen. Das wäre z.B. bei einem projektbezogenen Stipendium so, das Sachmittel (und damit auch deine Personalkosten als Mitarbeiter in dem Projekt) übernimmt. Ob du dann von einer zweiten Stiftung personengebunden gefördert wirst, würde keine Rolle spielen. Beispiel, wo so etwas geht: Du kannst gleichzeitig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (projektbezogen) und der Studienstiftung des deutschen Volkes (personenbezogen)gefördert werden.
2.) Das „Vollstipendium“ ist abhängig von deinen persönlichen Einkommensverhältnissen. In diesem Fall gelten oft ähnliche Regeln wie beim BAfög. Möglicherweise erhältst du also schon deshalb kein Vollstipendium, weil du zu viel Eigenvermögen hast. Finanzielle Förderung aus einem anderen Stipendium zählt als Einkommen und würde dir dann vom Vollstipendium abgezogen.
ABER: Dennoch kann es sinnvoll sein, bei zwei Stiftungen Stipendiat zu sein. Stiftungen bieten nämlich auch die so genannte „ideelle Förderung“, d.h. zum Beispiel Sprachkurse,Sommerakademien, Auslandsaufenthalte etc. Die ideelle Förderung würdest du dann von beiden Stiftungen bekommen. Beispiel für zwei Stiftungen, die man auf diese Art kombinieren kann: Studienstiftung des deutschen Volkes und Cusanuswerk.
Falls du tatsächlich in einem parallel laufenden Bewerbungsverfahren von zwei Stiftungen als Stipendiat angenommen wirst, solltest du versuchen, auch beide zu behalten. Deine Betreuer bei den Stiftungen werden dir dabei helfen und dich beraten.
Bei weiteren Bewerbungen ist ein bereits erhaltenes Stipendium im Übrigen eher förderlich und in keiner Weise ein K.O.-Kriterium. (Sofern sich die Stiftungen „grün“ sind, sich also in ihren Förderungszielen nicht widersprechen.)
Viel Erfolg im Bewerbungsverfahren,
Grüßle
Susan
Kurz gefasst:
- wenn ich eine Zusage einer kleinen Stiftung habe, drückt
das meine Chancen bei einer Größeren genommen zu werden (Die
Angabe ist oft Pflicht)
- wenn ja, würdet ihr das kleine Stipendium von vornherein
ausschlagen (auch auf die Gefahr hin am Ende mit nichts
dazustehen)?
- Oder ist es sogar möglich ein größeres Stipendium und ein
kleineres Stipendium zusammen zu bekommen?
Vielen Dank!