In der DDR wurde uns erzählt, dass der Krieg gegen die Sowjetunion nicht gewonnen werden konnte, weil die Russen ihre Heimat verteidigten, während die Deutschen einen Angriffskrieg führten.
Ich möchte mal ohne ideologischen Schmus wissen, ob es für die deutsche Wehrmacht eine realistische Chance gab, den Krieg gegen dieses Riesenreich militärisch zu gewinnen. Von dieser Annahme müßte das OKW doch ausgegangen sein, oder wurde Hitler vom OKW vom Rußlandfeldzug abgeraten und dieser hat ihn trotzdem angeordnet?
Oder haben sich die deutschen Generäle geirrt oder selbst in die Tasche gelogen? Oder lag es am Winter, oder den Partisanen oder der Hilfe aus Amerika?
Wo kann man denn dazu mal eine seriöse Einschätzung nachlesen?
Es lag wohl vor allem am Winter und an der Hilfe aus Amerika, mehr aber vielleicht noch an der eigenen ideologischen Verblendung. Der NS-Führung (der sich sehr schnell viele Generale angeschlossen hatten) war nicht an „vernünftigen“ strategischen Überlegungen, sondern an der Durchsetzung ihrer Weltherrschaftsphantasien gelegen.
Zumindest mit dem Winter hätte die deutsche Militärführung rechnen müssen. Sie hatte ja an Napoleon ein Beispiel, an dem ihr späteres Scheitern bereits vorexerziert war. Eine andere Fehleinschätzung war die Tatsache, dass die Führung glaubte, einen Zweifrontenkrieg gewinnen zu können. Wenn die Kriegführung im restlichen Europa am Anfang des Russlandfeldzuges an Intensität auch nachgelassen hatte, so banden sie und die Besetzung der Gebiete doch erhebliches Material und Personal.
Aus strategischer Sicht hätte die Wehrmacht imho möglicherweise siegen können, wenn es vor dem Winter gelungen wäre, wichtige Schlüsselpositionen zu besetzen. Aber selbst das würde ich mit einem dicken Fragezeichen versehen. Immerhin hatte Napoleon sogar Moskau besetzt und wurde trotzdem geschlagen.
Und schließlich halte ich es für gar nicht unwahrscheinlich, dass die UdSSR auch ohne US-Militärhilfe und strategische Unfähigkeit auf deutscher Seite letztendlich gesiegt hätte. Das schwach entwickelte Riesenreich brauchte eben nur sehr lange, um seine gewaltigen Ressourcen zu mobilisieren. Vielleicht hätte der Krieg einfach nur länger gedauert, wenn die Sowjetunio weitgehend auf sich allein gestellt gewesen wäre.
Hallo,
nach meiner Meinung hätten die Deutschen mit etwas Glück diesen Krieg gegen Russland gewinnen können. Das Hü und Hott um die deutschen Kriegsziele 1941 trug entscheidend mit zum Scheitern der Operation Taifun bei. Hätte Guderian mit seinen Panzern nicht nach Süden abdrehen müssen, um den Kessel zu schliessen, sechs bis acht Wochen wurden vergeudet, wäre Moskau wahrscheinlich gefallen. Eine andere Besatzungspolitik hätte auch einige, möglicherweise entscheidenden Prozentpunkte für einen Sieg ergeben.
Böse Zungen behaupten ja auch, dass es die Schuld der Juden war, dass Barbarossa in die Hose ging. Hätten die sich nicht millionenfach in Zügen in die Vernichtungslager fahren lassen, hätten die Wehrmacht und die Waffen-SS im Osten genügend Nachschub bekommen, gilt auch ¨für die Goldfasanen und Co.
Die Ausschaltung Moskaus als grosse Eisenbahnweiche hätte die russische Führung sicher äusserst behindert.
Gruss
Rainer
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
hallo,
ich bin der Meinung das der krieg unter gewissen bedingungen hätte gewonnen werden können. Dies natürlich nur unter bestimmten Vorraussetzungen…
Die feldzüge von 1939 bis Sommer 1941 waren feldzüge gegen Staaten die mehr oder weniger demokratisch waren bzw. auf das Individuum achteten… russischte truppen kämpften bis zum letzten Mann… in Frankreich so nicht erlebt… Zähigkeit und Mut des russ. Soldaten wurden unterschätzt… die Masse und Grösse der Roten Armee ebenso… erstaunlich ist es dennoch das die Wehrmacht überhaupt bis nach Moskau kam und dann die Gegenangriffe aufhielt und im Sommer wieder offensiv wurde.
Alle dt. Panzer waren dem T-34, KW 1 oder 2 mehr als unterlegen… lediglich 7,5-cm oder 8,8-cm-Pak stellten eine wirksame Waffe dar, dennoch wurden auch T-34 zu tausenden bereits 1941 abgeschossen…
DIe Frage ist nun natürlich Kiev ja oder nein (Abdrehen der Panzer der HG Mitte)… die Ukraine stellte einen wichtigen Pzbkt in der Kriegsführung dar… Kornkammer Russlands, Krim (siehe Türkei), Kaukasus (Öl) usw. gerade hier im Süden stand der Grossteil der russ. Armeen… die mussten zerschlagen werden, gerqade deswegen, weil hier der dt. Vormarsch lansamer war als anderswo (wenig Panzerunterstützung). Ein Stoss der Hg Mitte gen Moskau ohne Flankensicherung vor allem im Süden war durchaus riskant.
Wenn man jetzt überlegt… hätte man den Balkanfeldzug nicht gehabt hätte man gut und gerne 2 Moante früher nach Russland marschieren können… und in der zeitlichen Abfolge hätte das Unternehmen „Taifun“ (Stoss nach Moskau) bereits im August beginnen können.
Robert
Was wäre, wenn…
…Alexander der Große nicht beim Baden umgekommen wär
…Cäsar nicht den Rubikon überschritten hätte
…Hitler beim Attentat umgekommen oder mit dem Flieger abgestürzt wäre etc etc.
…wenn morgen ein Riesenmeteorit runterkommt
Von einem beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft kann man durch solche was-wäre-wenn (soweit im Rahmen der Naturgesetze zulässig) beliebige Abläufe der Historie konstruieren. recht amüsant, aber eine ausschließlich intellektuelle Vergnügung. Bereits ein unbedeutender Virus o.ä. kann den Geschichtsablauf entscheidend ändern - in dem er einen der potentiellen Akteurer umbringt oder leben lässt z.B.
Gruss Andreas
ja klar da geb ich Dir recht… das ein umgefallener Baum durchaus die Geschichte hätte ändern können… oder eine verirrte Kugel oder sonstwas… doch wenn man sich auf das bezieht was man hätte bewusst ändern können… sieht es schon anders aus… alles andere ist Schicksal
Fakt ist nun mal das ein früher begonnener Russlandfeldzug … ein anderes Ende gebracht hätte… siehe Regenzeit, siehe Wintereinbruch…hierbei geht es weiterhin um Strategie, Taktik und Wirtschaftsinteressen… und dies zu analysieren ist entscheidend… wenn man dann die Ansicht vertritt es ist nutzlos darüber zu philosophieren was hätte passieren können wenn… tja… dann sollte man die Finger von der Geschichte lassen.
Sicherlich könnte man hier bis zu Adam und Eva zurückgehen… will hier aber keiner und ich denke ein grossteil derer die hier mitlesen wissen, das ein Furz den Krieg hätte ändern können doch darum gehts mir hier nicht… Drum lass den Lehrer mal schlummern…und beteilige Dich an Diskussionen bei denen Du thematisch etwas beitragen kannst… danke
Robert
Hi!
Ich möchte mal ohne ideologischen Schmus wissen, ob es für die
deutsche Wehrmacht eine realistische Chance gab, den Krieg
gegen dieses Riesenreich militärisch zu gewinnen. Von dieser
Annahme müßte das OKW doch ausgegangen sein, oder wurde Hitler
vom OKW vom Rußlandfeldzug abgeraten und dieser hat ihn
trotzdem angeordnet?
Oder haben sich die deutschen Generäle geirrt oder selbst in
die Tasche gelogen? Oder lag es am Winter, oder den Partisanen
oder der Hilfe aus Amerika?
Ob der Krieg gegen die Sowjetunion zu gewinnen war, kann aus heutiger Sicht kein Mensch wirklich beurteilen, da niemand sagen kann, ob und wie die Rote Armee nach einem Fall von Moskau, Leningrad und den Ölgebieten des Kaukasus weitergekämpft hätte.
Die Einnahme Moskaus wäre für die Wehrmacht erreichbar gewesen, hätte es auf deutscher Führungsseite nicht eine Abfolge von Fehlentscheidungen gegeben.
Die Analyse des napoleonischen Rußlandfeldzuges hat der Wehrmachtsführung gezeigt, daß nicht die Besetzung des Landes oder wichtiger Städte den Sieg bringen würde, sondern die Vernichtung der Roten Armee in riesigen Kesselschlachten. Die Angriffsstrategie der Wehrmacht beruhte also auf einem schnellen Vorstoß mit Einkesselung großer Teile der Roten Armee und deren Vernichtung bzw. Kapitulation. Hierfür waren die schnellen Verbände (vier Panzergruppen unter Höppner, Hoth, Guderian und von Kleist) vorgesehen.
Erster Fehler der Wehrmachtsführung war die mangelhafte Ausrüstung der den Panzerverbänden folgenden Infanterieeinheiten mit Fahrzeugen. Höppners 4.PzGruppe überquerte bereits nach vier Tagen die Düna bei Dünaburg, was einen Vorstoß von über 250 km bedeutete. Bei der Kesselschlacht westlich von Minsk mußten die deutschen Panzer von Hoth und Guderian eine Woche warten, bis endlich die Infanterie aufgeschlossen hatte.
Der zweite Fehler war das rigorose Vorgehen der Wehrmacht gegen Kommissare und Mitglieder der kommunistischen Partei (vgl. „Kommissarbefehl“). Da viele Rotarmisten befürchteten, sofort nach einer Gefangennahme exekutiert zu werden, kämpften sie mit fanatischem Widerstand. Dies und das langsame Vorrücken der deutschen Infanterie führte zu einem enormen Zeitverlust bei der Niederkämpfung der eingekesselten sowjetischen Einheiten.
Der dritte Fehler resultiert direkt aus dem ersten. Bei mehreren Kesseln konnten große Teile der eingeschlossenen sowjetischen Truppen nach Osten entkommen. Teilweise machte die Anzahl der entkommenen Sowjets bis zur Hälfte der ursprünglich eingekesselten Truppen aus (so etwa bei Smolensk, oder über 200.000 Mann, die aus dem Kiewer Kessel entkamen). Diese Soldaten standen später im Jahr 1941 erneut den deutschen Truppen gegenüber, nun aber deutlich kriegserfahrener.
Da der Widerstand der Sowjets trotz enormer Verluste an Menschen und Material nicht nachließ, zweifelte man in der Wehrmachtsführung an der Effektivität der Kesselschlachten und sorgte sich um den Zeitplan. Die Rohstoffplanung für den Ostfeldzug war auf nicht einmal ein Jahr ausgerichtet. Um neue Rohstoffe für den sich abzeichnenden längeren Feldzug zu bekommen, war eine Eroberung der sowjetischen Rohstoffgebiete erforderlich. Dies betraf vor allem das Industriegebiet im Bereich Leningrad, Kiew und das Donez-Becken. Moskau wurde zum sekundären Kriegsziel erklärt, die Panzerverbände der Heeresgruppe Mitte nach Norden (Durchbruch Richtung Nowgorod) und nach Süden (Zusammentreffen der PzGruppe 1 (von Kleist) und PzGruppe 2 (Guderian) bei Lochwiza mit Einkesselung von fast 600.000 Sowjets östlich von Kiew). Nach diesen Erfolgen war sich die Wehrmachtsführung wieder einmal sicher, den Krieg gegen die Sowjetunion gewonnen zu haben und beorderte die Panzergruppen wieder zurück zur Heeresgruppe Mitte. Zwar waren ganze Armeen der Sowjets verloren gegangen, jedoch hatten diese Operationen der Wehrmacht Unmengen an Ressourcen gekostete - und erneut viel Zeit. Das Springen zwischen den Strategien war der vierte Fehler.
Nun wurde Moskau wieder zum Primärziel. Die deutschen Truppen mußten erneut umgruppiert werden und konnten so erst Anfang Oktober auf Moskau marschieren (zum Vergleich: der Schwenk nach Süden begann am 23.August - es waren also fünf Wochen verloren gegangen). Mit der Regenperiode im Herbst kam der Vormarsch zum Erliegen und konnte erst mit Frostbeginn wieder aufgenommen werden. Nun kam es zum fünften Fehler: Weder die deutsche Infanterie noch die Panzer noch die Luftwaffe war auf Frost eingerichtet (alle bisherigen Feldzüge der Wehrmacht fanden außerhalb des Winters statt!). Obwohl die deutsche Seite bei Menschen und Material vor Moskau von den Zahlen her etwa 3:1 überlegen war, blieb der Angriff stecken. Während deutsche Panzer- und Flugzeugmotoren eingefroren waren, rollten die Sowjet-Panzer durch den Schnee. Dazu kam, daß die bisher 120 sowjetischen Panzer vor Moskau Verstärkung aus Sibirien erhielten. Damit stieg die Zahl auf über 1.000 sowjetische Panzer. Am 5.Dezember griff die Rote Armee auf einer Frontlänge von mehreren hundert Kilometern an und schlug die Wehrmacht von der Stadtgrenze Moskaus bis kurz vor Smolensk zurück.
Damit war der Ostfeldzug der Wehrmacht definitiv gescheitert. Der Rest war eine Frage der Zeit, wann sich die materielle Überlegenheit der Roten Armee durchsetzen würde.
Am 22.Juni 1941 griff die Wehrmacht mit 3,05 Millionen Mann und etwa 3.400 Panzern an. Am Jahresende verzeichnete die Wehrmacht den Ausfall von über 830.000 Mann (173.000 Gefallene, 620.000 Verwundete und 39.000 Vermißte), was einer Ausfallquote von mehr als 27% entspricht, während 2.750 Panzer verloren gingen (bei einem Nachschub von etwa 500 Panzern), was einer Verlustrate von 70% entspricht.
Selbst wenn die Wehrmacht Moskau genommen hätte (das eigentlich Kriegsziel war das Erreichen der Wolga noch weiter östlich und ein Aufbau einer Verteidigungslinie am Westufer), so ist wohl berechtigter Zweifel erlaubt, ob die Wehrmacht über die Jahre 1942 und folgende die eroberten Gebiete hätte halten können - zumal die Rüstungsindustrie der Sowjets rechtzeitig in Richtung Ural verlagert worden ist.
Grüße
Heinrich
Ich frag nach den ersten Antworten nochmal präziser nach:
-Welcher Plan lag dem Angriff zu Grunde, wie weit sollte der Vormarsch gehen, bis zum Ural oder noch weiter und wäre dieses Ziel wegen der Truppenstärken, Waffen, Entfernungen etc. theoeretisch aus der Sicht des OKW vom Sommer 1941 erreichbar gewesen?
-Hätte Stalin auch hinter Moskau oder hinter dem Ural noch große Truppenverbände mit Waffen organisieren und in den Kampf führen können und hätte Sibirien mit seinen Weiten überhaupt eine Rolle gespielt?
-Bei welchem Ergebnis, welcher Frontlinie, Besetzung etc. wäre der Rußlandfeldzug in der Gedankenwelt des OKW „gewonnen“ gewesen?
Ich meine, wenn der Krieg gegen Rußland schon theoretisch nicht zu gewinnen gewesen wäre, dann wäre doch dieser Feldzug allein aus militärischen Gründen für Offiziere des OKW nicht verantwortbar und auch ein Verbrechen an den deutschen Soldaten gewesen,oder sehe ich das falsch ?
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi,
>>AA… doch wenn man sich auf das
bezieht was man hätte bewusst ändern können… sieht es schon
anders aus… alles andere ist Schicksal>>:Fakt ist nun mal das ein früher begonnener Russlandfeldzug …
ein anderes Ende gebracht hätte… siehe Regenzeit, siehe
Wintereinbruch…>>hierbei geht es weiterhin um Strategie, Taktik
und Wirtschaftsinteressen… und dies zu analysieren ist
entscheidend… >denn man dann die Ansicht vertritt es ist
nutzlos darüber zu philosophieren was hätte passieren können
wenn… tja… dann sollte man die Finger von der Geschichte
lassen>>Sicherlich könnte man hier bis zu Adam und Eva zurückgehen…
will hier aber keiner >>…und beteilige Dich an Diskussionen bei denen
Du thematisch etwas beitragen kannst.>>danke
ein anderes Ende gebracht hätte… siehe Regenzeit, siehe
Wintereinbruch…
-Welcher Plan lag dem Angriff zu Grunde, wie weit sollte der
Vormarsch gehen, bis zum Ural oder noch weiter und wäre dieses
Ziel wegen der Truppenstärken, Waffen, Entfernungen etc.
theoeretisch aus der Sicht des OKW vom Sommer 1941 erreichbar
gewesen?
In der Weisung 41 Barabarossa wurde geschrieben, das man eine Linie Archangeslk - Astrachan anstrebte…quasi Uralhöhe. von hier aus sollte das Industriegebiet dahinter mittels der Luftwaffe eingedämmt werden. interessant daran ist, das man 1942 bereits in Astrachan war (Spähtrupp) man also hier den Linienendpunkt bereits erreichte. Ziel warv es die Masse der russ. Armee in Westrussland zu vernichten und schell eine Linie zu erreichen, in der es der russ. Luftwaffe nciht mehr möglichw ar deutsches gebiet anzugreifen. Man war deutscherseits der Meinung (siehe Operationsentwurf General Marcks 05.08.1940), das eine Armee egal ob es die deutsche oder die russische war… eine Preisgabe der wichtigsten Industriegebiete nicht leisten konnte (Ukraine, Donezk, Leningrad, Kiev, Moskau usw.).
Der Feldzug war ausgelegt auf die bekannte Blitzkriegstrategie (so war man ausgebildet so war man vorbereitet). Nur diese konnte den Sieg bringen. Ein harter kampf über Jahre, dafür hatte man nicht die entsprechenden Ressourcen. So spielten später schnell wirtschaftsploitische Entscheidungen den Hauptgrund für gewisse militärische Züge.
-Hätte Stalin auch hinter Moskau oder hinter dem Ural noch
große Truppenverbände mit Waffen organisieren und in den Kampf
führen können und hätte Sibirien mit seinen Weiten überhaupt
eine Rolle gespielt?
Ich halte mich bspw. oft in Blagoveshensk auf… an der chinesischen Grenze in der Armur Region auf… in jedem Dorf existiert eine Gedenktafel für die Gefallenen des Dorfes im 2. WK… Dörfer die weiter entfernt sind von Moskau als bspw. Berlin oder Paris… Menschenmaterial war mehr als genug vorhanden… und wie stark die dt. Luiftwaffe war zeigte sich spätestens 1940 über England
Ich meine, wenn der Krieg gegen Rußland schon theoretisch
nicht zu gewinnen gewesen wäre, dann wäre doch dieser Feldzug
allein aus militärischen Gründen für Offiziere des OKW nicht
verantwortbar und auch ein Verbrechen an den deutschen
Soldaten gewesen,oder sehe ich das falsch ?
Nun ja… es gab nur wenige Stimmen (von Weizäcker 1941 oder Raeder 19409 die ernstlich vor einem Russlandfeldzug warnten. Sicherlich war einem mulmig, vor allem den einfachen Soldaten… aber wirkliche Bedenken waren selten. Als der Blitzkrieg 1941 scheiterte, da meldeten sich viele und sagten es war von Anfang an unmöglich… doch bis Moskau machten sie alle mit.
Hi,
zur Definitiondes Revisionismus z.B.:
http://www.net-lexikon.de/Revisionismus.html
In bezug auf die These vom „General Winter“ ist das revisionistische, dass damit die Niederlage des deutschen Nazionalsozialismus - wo sich schon nicht geleugnet werden kann, in der Weise „historisch richtiggestellt“ wird, dass ohne diese „kriegsentscheidenden“ externen Einflüsse wegen der in gleichem Atemzug genannten „besseren Kampfmoral“, „technisch besseren Waffen“ der Deutschen usw. von diesen gewonnen worden wäre.
Unausgesprochen wird daran die Behauptung geknüpft, dass dies dann im Resultat besser gewesen sei.
Interessanterweise habe ich diese These auch nur von politisch „rechts“ bzw. extrem rechts einzuordnenden Personen gehört.
Gruss Andreas
hmm…
na gut bin ich eben recht weil ich die These vertrete das die Wetterverhältnisse entscheidend mitwirkten…doch irgendwie scheinen DSir da die Fakten zu fehlen… drum helfe ich Dir mal wieder auf die Sprünge…
Dezember 1941 - Verluste in den Kompanien liegen bei 50%…mehr als die Hälfte durch Erfrierungen und nicht durch Kampfhandlungen… Kraftfahrzeuge hatten kein entsprechendes Winteröl… und fielen zu tausenden aus… Flugzeugmotoren mussten über Nacht warm gehalten werden, entsprechendes Waffenöl für die Waffen fehlte und liess diese unbrauchbar werden, die Panzerketten waren zu klein um im Schnee oder im Matsch oder auf Eis zu greifen, jeder hier dürfte die Bilder kennen der verschlammten Fahrzeuge usw. wer will mir hier dann jetzt erklären das dieser Matsch keinen Einfluss auf eine Bewegungsarmee deutscher Art hatte???.. der Gegner hingegen hatte sich angepasst und verfügte über diese Sachen…zu behaupten das der Winter bspw. keinen Einfluss auf den Kriegsverlauf hatte naja ähm… klopf klopf… bitte mitdenken… wenn man nichts weiss… einfach mal den Mund halten… soll helfen…
das Der Krieg durchaus Ende 1941 schon verloren war darüber lässt sich streiten keine Frage… doch bis zum Sturm auf Moskau stand dies auf der Waage.
… und auf das Niveau… „…heul der hat gesagt der Winter ist schuld… der ist rechts…“… von dem sollteste nun echt mal wegkommen… denn das lässt echt zweifeln. Ach und viell. solltest Du echt mal ein Buch zum Thema zur Hand nehmen…
ach und rechts bin ich nicht… so als Info… im Gegenteil…
In bezug auf die These vom „General Winter“ ist das
revisionistische, dass damit die Niederlage des deutschen
Nazionalsozialismus - wo sich schon nicht geleugnet werden
kann, in der Weise „historisch richtiggestellt“ wird, dass
ohne diese „kriegsentscheidenden“ externen Einflüsse wegen der
in gleichem Atemzug genannten „besseren Kampfmoral“,
„technisch besseren Waffen“ der Deutschen usw. von diesen
gewonnen worden wäre.
Man sollte vorsichtig damit sein, jeden Bezug auf das, was Du „General Winter-These“ nennst, gleich als revisionistisch darzustellen. (Ich weiß, dass Du das nicht tust, will es aber nur noch einmal unterstreichen.) Es lässt sich nun mal nicht leugnen, dass das Wetter massive Auswirkung auf den russischen Kriegsschauplatz im Zweiten Weltkrieg hatte. Revisionistisch wird diese Auffassung erst, wenn man behauptet, dass ausschließlich das schlechte Wetter für die Niederlage der Wehrmacht verantwortlich gewesen sei.
Der Rückgriff auf die „bessere Kampfmoral“, die natürlich jede Seite gerne für sich beanspruchte, ist zu 90% Quatsch, da stimme ich Dr zu. Und auch militärtechnische Fortschritte bringen nur was, wenn man sie in großem Rahmen einsetzen kann, wie andernorts in diesem Thread bereits erwähnt.
Wie ich vorher schon gepostet habe, gehe ich davon aus, dass die Sowjetunion das Deutsche Reich ohl auch bei weniger günstigen Rahmenbedingungen besiegt hätte. Nur hätte es wahrscheinlich länger gedauert.
„Spekulative Geschichtsschreibung“ möchte ich nicht grundsätzlich ablehnen. Ab einem gewissen Grad der Entfernung von der historischen Realität hat sie natürlich eher unterhaltenden als wisschenschaftlichen Charakter, grundsätzlich kann sie aber zu einem besseren Verständnis der Realität beitragen.
Ich meine, wenn der Krieg gegen Rußland schon theoretisch
nicht zu gewinnen gewesen wäre,
Ob dem so war, darüber kann man selbst heute angesichts vorliegenden Quellenmaterials und dem Wissen über die tatsächliche Entwicklung sehr verschiedener Meinung sein. Das zeigt die Diskussion hier eindeutig.
Wenn man sich in die Lage der Wehrmachtsführung versetzt, die möglicherweise nur über unzureichende Informationen über die Kapazitäten der Roten Armee verfügte, liegt der Schluss nahe, dass sie ihre Chancen wohl zu rosig einschätzte. Andererseits sollte ein guter Militärstratege bei unklarer Feindlage lieber die Fähigkeiten des Gegners höher und die eigenen geringer einschätzen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Tollkühnheit hat vielleicht auf Operationsebene ihre Berechtigung, bestimmt aber nicht auf strategischer. Insofern hat die Wehrmachtsführung schlicht und einfach Mist gebaut, indem sie mal eben so eine noch nie dagewesene Offensive in mehreren tausen Kilometer Tiefe plante, nach der dann auch noch gewaltige Territorien gehalten und riesige Fronten verteidigt werden mussten.
dann wäre doch dieser Feldzug
allein aus militärischen Gründen für Offiziere des OKW nicht
verantwortbar und auch ein Verbrechen an den deutschen
Soldaten gewesen,oder sehe ich das falsch ?
Zu den obigen Ausführungen kommt aber noch ein zweiter Punkt dazu. Der NS-Staat hatte die Generalität weitgehend gleichgeschaltet, oder beser gesagt hatte sich ein Großteil der Militärführung jubelnd in den Dienst der neuen Machthaber gestellt. Und denen kam es nicht primär auf „vernünftige“ strategische Planung an, sondern auf die Durchsetzung ideologischer Ziele, auf das Ausschalten eines konkurrierenden Machtfaktors, auf das Erobern von „Lebensraum im Osten“ usw. Aber Ideologien sind nun einmal ganz schlechte Grundlagen für militärische Planung.
Hi!
Ich frag nach den ersten Antworten nochmal präziser nach:
-Welcher Plan lag dem Angriff zu Grunde, wie weit sollte der
Vormarsch gehen, bis zum Ural oder noch weiter und wäre dieses
Ziel wegen der Truppenstärken, Waffen, Entfernungen etc.
theoeretisch aus der Sicht des OKW vom Sommer 1941 erreichbar
gewesen?
Es gab mehrere Pläne für den Angriff gegen die Sowjetunion. Seit dem 21.Juli 1940 arbeitete die Führung der Wehrmacht den ersten konkreten Plan aus (Halder-Plan). Dieser Plan sah vor, mit zwei starken Angriffskeilen (Nord und Süd) anzugreifen und die Flanken durch zwei weitere Vorstöße zu decken. Der Nordkeil sollte über Minsk und Smolensk nach Moskau gehen, der südliche über Lemberg und Kiew nach Charkow. Die nördliche Flankendeckung durch das Baltikum bis Leningrad, die südliche Flankendeckung aus Rumänien Richtung Kiew.
Ziel war eine Linie von Leningrad - Moskau - Don. Dieser Plan wurde von Hitler verworfen.
Der zweite Plan sah eine Massierung deutscher Truppen in der Mitte vor, während zwei etwa gleichstarke Angriffskeile im Baltikum und in der Ukraine vorrücken sollten. Dieser Plan kam zustande, weil Hitler Leningrad, Moskau und Kiew zu gleichwertigen Zielen erklärt hat. Die überstarke Heeresgruppe Mitte sollte nach Eroberung Moskaus nach Norden Richtung Archangelsk schwenken sowie den Rückraum Moskaus bis zur Wolga einnehmen, während die Heeresgruppe Süd über Charkow bis in den Don-Bogen vorrücken sollte. Auch dieser Plan fand nicht die Zustimmung der Führung.
Im dritten Plan wurden Truppen von der Heeresgruppe Mitte zur Heeresgruppe Nord verlagert. So sollte die gesamte Ostseeküste bis Leningrad in deutsche Hand gelangen, während Moskau von einer reduzierten Heeresgruppe Mitte eingenommen werden sollte, mit einem Abschließenden Schwenk Richtung Archangelsk. Für den Südabschnitt änderten sich die Ziele nicht: Eroberung Kiews, dann Vormarsch über Charkow bis in den Don-Bogen.
Die strategischen Ziele der beiden letzten Pläne unterschieden sich also kaum: Ziel war eine Verteidigungslinie vom Weißen Meer und entlang der Wolga. Um die Rüstungszentren im Ural sollte sich die deutsche Luftwaffe kümmern.
Interessant ist, dass Panzergeneral Guderian für die Durchführung einen absolut abenteuerlichen Plan entwickelte. So wollte er mit den Panzerm der Heeresgruppen Nord und Mitte durch die sowjetischen Linien brechen und ohne auf die Infanterie zu warten bis Moskau rollen. Den Nachschub hätte die Luftwaffe liefern müssen.
Die Wehrmacht stellte 3,05 Mio Mann, etwa 3.400 Panzer und 2.740 Flugzeuge bereit. Auf sowjetischer Seite standen im Gebiet zwischen Westgrenze und Moskau etwa 2,9 Mio Mann, ca 15.000 Panzer und 8.500 Flugzeuge bereit. Trotz dieser numerischen Überlegenheit war sich die Wehrmachtführung des Sieges gewiss, hatte die Rote Armee im Winterkrieg 1939/40 gegen Finnland ein recht jämmerliches Bild abgegeben (was die Wehrmacht aber nicht wußte: als Folge des Finnlandkrieges wurden neue sowjetische Panzer entwickelt, so etwa der T-34, der den deutschen Panzerbesatzungen das Fürchten lehrte).
-Hätte Stalin auch hinter Moskau oder hinter dem Ural noch
große Truppenverbände mit Waffen organisieren und in den Kampf
führen können und hätte Sibirien mit seinen Weiten überhaupt
eine Rolle gespielt?
Im Gebiet östlich des Ural konnte die Rote Armee nochmals auf mehr als 2 Mio Mann, 100.000 Geschütze, 10.000 Panzer und 15.000 Flugzeuge aufbieten.
-Bei welchem Ergebnis, welcher Frontlinie, Besetzung etc. wäre
der Rußlandfeldzug in der Gedankenwelt des OKW „gewonnen“
gewesen?
Wohl nur bei einer völligen Vernichtung der Roten Armee und gleichzeitiger Ausschaltung der Rüstungszentren. Aber ganz offensichtlich hatte die Wehrmachtsführung die Leistungs- und Leidensfähigkeit der Sowjetunion weit unterschätzt.
Grüße
Heinrich
Wo kann man denn dazu mal eine seriöse Einschätzung nachlesen?
Etwa hier:
http://www.historisches-centrum.de/barbarossa/index…
und im Forum des Nachrichtendienst für Historiker Bereich Babarossa
mehere Threads:
http://www.nfhdata.de/cgi-local/frame/indexpage.pl?h…
Gruss
Armin