2.WK;Bombardierung von Breslau

Im Jahr 1944 sind amerikanische Bomberverbände im wesentlichen unbehelligt Richtung Breslau geflogen( ich habe sie selbst gesehen), sind aber stets etwa 15 km vor Breslau abgedreht und haben Breslau nicht bombardiert. Die Breslauer glaubten schon, die Heilige Hedwig aus Trebnitz, die Schutzpatronin Schlesiens, schützt ihre Stadt. Warum haben die Amerikaner Breslau nicht bombardiert? fragt Wolli, geboren in Breslau

Befindet sich an dieser Stelle (15 km vor Breslau) irgendein markantes Geländemerkmal (Flussbiegung, Berg, grösserer Gebäudekomplex) ? Solche Punkte wurden von den alliierten Bomberverbänden oft als Hilfspunkte für die Navigation benutzt.

Hallo Wolli

Vieleicht waren die Produktionsanlagen für chemische Kampfstoffe in Dyhernfurth (heute Brzeg), etwa 20 km nordwestlich von Breslau das Ziel der Bombardierung (siehe auch hier http://home.t-online.de/home/fknolle/osco.htm )?
Oder die Tanks der Bomber waren leer (nicht genug Reichweite)?
Wurden die Bomben abgeworfen, oder sind die Bomber einfach abgedreht?

Gruß
Rafael

Im Jahr 1944 sind amerikanische Bomberverbände im wesentlichen
unbehelligt Richtung Breslau geflogen( ich habe sie selbst
gesehen),

Wann etwa im Jahr 1944 war das? Dann könnte man
genaueres schreiben.

sind aber stets etwa 15 km vor Breslau abgedreht und
haben Breslau nicht bombardiert.

Wie Rafael schon meinte, dafür kann es mehrere Gründe
geben:

  • Industrie im Norden/Westen Breslaus als Ziel
  • „Abdrehen“ der Bomber am Orientierungspunkt „Oderknick links“
    vor Breslau, tatsächliche Ziele lagen im Reich (Umgehung der
    Kammhuber-Linie)

Die Breslauer glaubten schon,
die Heilige Hedwig aus Trebnitz, die Schutzpatronin
Schlesiens, schützt ihre Stadt. Warum haben die Amerikaner
Breslau nicht bombardiert?

Wer weiss :wink:

fragt Wolli, geboren in Breslau

Gingst Du dann auch – nach Dresden?
(Erzähls lieber nicht)

Euer CMБ

Ich hab diese Bomberpulks im Sommer 1944 in Köben(Oder) gesehen, sie flogen in großer Höhe oderaufwärts Richtung Breslau, die Erwachsenen haben sie versucht zu zählen, es waren immer hunderte gleichzeitig.

Warum haben sie Breslau geschont und nicht wie andere deutsche Städte zerstört? Gab es eine Absprache mit Stalin ? Hat der Sprit nicht gereicht?
Oder saß ein Breslauer im Planungsstab der amerikanischen/englischen Luftwaffe ?
(Breslau ist dann in den Kämpfen ab März 45 zerstört worden, besonders Ostern 45 durch russische Bomben).

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich hab diese Bomberpulks im Sommer 1944 in Köben(Oder)
gesehen, sie flogen in großer Höhe oderaufwärts Richtung
Breslau, die Erwachsenen haben sie versucht zu zählen, es
waren immer hunderte gleichzeitig.

Das könnten die Angriffe auf die
„Buna-Werke Auschwitz/Monowitz“
gewesen sein. Literatur: ISBN: 3423115610 Buch anschauen

In diesem Falle diente der „Oderknick nach links“
vor Breslau tatsächlich der Orientierung.

Euer CMБ

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Hi,

Ich hab diese Bomberpulks im Sommer 1944 in Köben(Oder)
gesehen, sie flogen in großer Höhe oderaufwärts Richtung
Breslau, die Erwachsenen haben sie versucht zu zählen, es
waren immer hunderte gleichzeitig.

Was Ihr gesehen habt, war vielleicht das:
(Quelle: Piekakiewiczk, „Luftkrieg 1939-1945“)

Am Sonntag, dem 20. August 1944, führen **127 viermotorige   
US-Bomber** westlich von Krakau einen Flächenangriff auf 
die Werke für synthetischen Treibstoff im Gelände des 
Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Ein Teil der 
Anlagen wird durch den Bombenteppich schwer getroffen 
und mehrere dort arbeitende KZ-Häftlinge getötet. 
Hätten die Fliegenden Festungen ihre Last einige Kilometer 
weiter abgeworfen, so wäre - genau gezielt - die größte 
»Todesfabrik« des NS-Regimes mit ihren Gaskammern und 
Krematorien dem Erdboden gleichgemacht und unzähligen 
Menschen das Leben gerettet worden.

Weitere „Überflüge“:

Am Mittwoch, dem 21. Juni 1944, greifen rund 2500 
Bomber und Begleitjäger der 8. USAAF das Regierungsviertel 
der Reichshauptstadt sowie Flugzeugwerke und Eisenbahnanlagen 
im Raum Berlin an. Deutsche Jäger und Flak schießen 44 schwere 
Bomber ab. Noch während des Angriffs, der nicht ganz 30 Minuten 
dauert und bei dem 2000 Tonnen Bomben abgeworfen werden, wenden 
sich **114 Fliegende Festungen** und 70 Mustang-Begleitjäger 
nach Süden und bombardieren die Treibstoffwerke Ruhland in 
Niederschlesien.
**Dann geht der Verband auf Ostkurs**. Ein deutscher 
Fernaufklärer vom Typ He 177 der 2./(F.) 100 verfolgt ihn 
von Schlesien aus.
Am Abend landen auf den Flugplätzen der Operation »Frantic Joe« 
73 Fortress-Bomber in Poltawa und 41 in Mirgorod, die Mustang-
Jäger in Pirjatin. Der energische Kommandierende General des IV. 
Fliegerkorps, Generalleutnant Meister, organisiert in wenigen 
Stunden einen improvisierten Blitzeinsatz mit rund 200 Heinkel 
He-111- und Ju-88-Bombern der Kampfgeschwader 3, 4, 53 und 55. 
Dieser Einsatz soll einer der letzten deutschen Luftangriffe des 
Zweiten Weltkrieges sein.
Um 23.35 Uhr wird das US-Luftflottenkommando in Poltawa von 
den Sowjets verständigt, daß deutsche Flugzeuge die eigenen 
Frontlinien mit Kurs auf Poltawa überflogen haben.
Um 0.15 Uhr erscheinen 80 deutsche Maschinen über dem Flugplatz 
Poltawa, die anderen über Pirjatin, und werfen Leuchtbomben ab. 
Die schweren US-Maschinen stehen fast friedensmäßig entlang den 
Startbahnen und bieten so ein nicht zu verfehlendes Ziel. 
Die sowjetische Flak eröffnet das Feuer, und von einem benachbarten 
Flugplatz starten 4 der 40 Jak-Nachtjäger. Fast eine Stunde lang 
laden die deutschen Flugzeuge ihre Bomben auf die US-Maschinen ab, 
und von 2.00 Uhr an greifen mehrere Ju 88 im Tiefflug weiter an. 
Bei diesem zweiten Angriff werden der gesamte Bombenvorrat und die 
Treibstofflager vernichtet. Ohne einen eigenen Verlust zerstört 
der deutsche Verband 47 Fliegende Festungen, 14 Mustang- und einen 
Jak-9-Jäger.

Es gibt noch weitere mögliche Einsätze, welche
dokumentiert sind. Daraus folgt: Breslau war
zu diesem Zeitpunkt nicht ‚mission priority‘
und zu späterem Zeitpunkt Sache der Sowjets.

Euer CMБ

Anmerkung
Hallo,

… Noch während des Angriffs, der nicht ganz 30
Minuten dauert und bei dem 2000 Tonnen Bomben abgeworfen
werden, wenden sich 114 Fliegende Festungen und 70
Mustang-Begleitjäger nach Süden und bombardieren die Treibstoffwerke
Ruhland in Niederschlesien.

Es handelt sich hierbei um die heutige BASF Schwarzheide.

Tschuess Marco.