24V, obwohl Elektronikausgang nicht geschaltet ist

Hallo,

könnt ihr mir Tipps zum Verständnis des folgenden Sacverhaltes geben?

Eine Elektronikkarte in einer Maschine mit IT Stromsystem schaltet Minus 24 Volt (Masse)zu einem Pneumatikventil. Die Plus 24V liegen ständig an. also 0V und 24V

Im eingeschalteten Zustand messe ich halt 24V am geschalteten Ventil und wenn das Ventil nicht geschaltet ist, dann messe ich für mich verständlicherweise auch keine 24V.

Ich habe mich heute sehr stark darüber gewundert, dass wenn ich die Plus und Minus 24V Kontaktstecker von dem ungeschalteten Ventil abziehe ich dann aufeinmal 24V messe. Wie kommt das bitte? Stecke ich die Stecker wieder drauf, wird mir keine Spannung mehr angezeigt. Ziehe ich sie wider ab, dann sind wieder 24V am Voltmeter zu messen.

Ich vermute mal die Spannung ist ja überhaupt nicht belastbar, denn sie verschwindet ja, wenn sie an der Last des Pneumatikventils liegt. Aber wie kommt das, dass 24V angezeigt werden?

Bei der Ausgangsstufe wird es sich wohl sehr wahrscheinlich um einen Transistorausgang handeln soweit ich weiß.

Ist das Verhalten normal welches ich ebend beschrieben habe?

Liebe Grüße, Matthias

Hallo,

Ich habe mich heute sehr stark darüber gewundert, dass wenn
ich die Plus und Minus 24V Kontaktstecker von dem
ungeschalteten Ventil abziehe ich dann aufeinmal 24V messe.
Wie kommt das bitte? Stecke ich die Stecker wieder drauf, wird
mir keine Spannung mehr angezeigt. Ziehe ich sie wider ab,
dann sind wieder 24V am Voltmeter zu messen.

Der Unterschied ist der, daß dein Voltmeter einen Innenwiderstand
von z.B. 10MOhm hat und das Ventil von ca. 30…100 Ohm.
Dazwischen sind also 5 Größenordnungen.

Ich vermute mal die Spannung ist ja überhaupt nicht belastbar,
denn sie verschwindet ja, wenn sie an der Last des
Pneumatikventils liegt. Aber wie kommt das, dass 24V angezeigt
werden?

Der Schalter hat einen Sperrwiderstand, der viel kleiner als
der innenwiderstand deines Volrmeters ist aber viel größer als
der Innenwiderstand der Relaisspule.

Testen kannst du daß, indem du den gesperrten Ausgang mal mit
einem Widerstand von ca. 10 …100 kOhm belastet. Dann wird
nur noch eine Teilspannung zu messen sein.

Bei der Ausgangsstufe wird es sich wohl sehr wahrscheinlich um
einen Transistorausgang handeln soweit ich weiß.

Sehr wahrscheinlich, denn Relaiskontakte haben in der Regel
einen deutlic höheren Sperrwiderstand.

Zusätzlich zu dem begrenzten Sperrwiderstand des Transistors
kommt noch Schutzbeschaltung gegen die Induktionspannung des
Relais (Dioden und evtl. Variatoren, Kondensatoren, Elkos).

Ist das Verhalten normal welches ich ebend beschrieben habe?

Jo, mehr oder weniger schon.
Gruß Uwi

Hallo Uwi,

danke für Deine Antowrt.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich habe noch eine weitergehende Frage zu Deiner Erklärung. Alles konnte ich leider noch nicht verstehen.

Der Schalter hat einen Sperrwiderstand, der viel kleiner als
der innenwiderstand deines Volrmeters ist aber viel größer als
der Innenwiderstand der Relaisspule.

Was ist mit Sperrwiderstand gemeint und in welchem Verhältnis steht dieser zum Voltmeter und zur Spule?
Wie ist denn der Sperrwiderstand dazu bei dem Relais zu verstehen?

Danke im vorraus für die Antworten.

Grüße, Matthias.

Hallo,

ich habe noch eine weitergehende Frage zu Deiner Erklärung.
Alles konnte ich leider noch nicht verstehen.

Der Schalter hat einen Sperrwiderstand, der viel kleiner als
der innenwiderstand deines Volrmeters ist aber viel größer als
der Innenwiderstand der Relaisspule.

Was ist mit Sperrwiderstand gemeint und in welchem Verhältnis
steht dieser zum Voltmeter und zur Spule?

Lesen kannst Du aber schon, oder?

Wie ist denn der Sperrwiderstand dazu bei dem Relais zu
verstehen?

Falls ein Relais als Schalter verwendet wird, sind es ja richtige
Schaltkontakte, die den Stromkreis unterbrechen.
Der Sperrwiderstand solcher Kontakte liegt (z.B. >10^10Ohm)
ist der Regel viel höher als der Sperrwiderstand von Halbleitern
(z.B. > 10^6Ohm).

Für spezielle Fälle, wo es besonders auf extrem hohe Sperr-
widerstände ankommt (z.B. Sensorik, Meßtechnik), werden
z.B. Reedrelais verwendet, welche ja bekanntlich in Glasröhrchen
eingeschweißte Kontakte haben.
Da kann der Sperrwiderstand auch locker >10^15 Ohm sein.
Mit Halbleitern kann mon solche hohen Werte nicht realisieren.

Noch was zum Sicherheitsaspekt von Relais. Wenn berührungsgefährliche
Spanngungen sicher getrennt werden müssen, dann sind Halbleiter
in der Regel auch nicht zulässig. Nur mit speziellen Relais, die
eine vorgeschriebene Mindestluftstrecke zwischen geöffneten
Kontakten und zwangsgeführte Kontakte haben, können solche
Randbedingungen erfüllt werden.
Gruß Uwi

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Danke Uwi, jetzt habe ich das alles Verstanden

Deine zweite ERklärung half mir Deine Erste überhaupt richtig zu verstehen. Konnte vorher nicht ganz genau was mit der Erklärung anfangen.

Einen schönen Abend wünsche ich Dir noch.