Ich stehe vor einer etwas für mich schwierigen Situation. Mein Vater liegt seit nunmehr 3 Wochen nach einer Herzattacke im Krankenhaus und wird vermutlich innerhalb der nächsten Tage sterben.
Mein Sohn (2 Jahre alt, seit Oktober) hat immer sehr viel Zeit mit seinen Grosseltern verbracht und er fragt oft, wo denn der Opa sei. Er weiss inzwischen, dass der Opa in dem Haus mit den vielen Betten ist und schläft. Manchmal behauptet er aber auch, der Opa sei Skat spielen…
Wie erkläre ich meinem Sohn, dass der Opa vermutlich nie wieder kommen wird? Sollte ich es ihm überhaupt erklären? Meiner Einschätzung nach kann er noch nicht viel mit dem Thema anfangen. Er kennt zwar einen Friedhof, aber das ist mehr ein Park für ihn mit vielen Bäumen, ein Zielort beim Spazierengehen.
Ich bin für jede Anregung und jede Antwort dankbar!
Hallo Nadine
Für unsere Tochter war der Friedhof bis sie ca. vier war ein Ort, an dem zum Andenken für jeden Verstorbenen ein kleiner Garten bepflanzt wird. Die Oma war gestorben, d.h. nicht mehr bei uns auf der Erde. Sie bleibt aber für immer in unserem Herzen wohnen.
Sie ist bei den Beerdigung nicht dabei gewesen. Ihre Fragen haben wir beantwortet, soweit sie gefragt hat, aber nicht was sie nicht gefragt hat, also nichts vorweggenommen.Einiges erfragte sie erst nach Monaten, als sich die Situation bei ihr „gesetzt“ hatte.
Vertraue deinem Gefühl. Mache deinem Kind aber nichts vor (Überspielen) das würde er merken. Zeige ihm ruhig deine Trauer er wird dadurch begreifen und auch seine Trauer zulassen können, überspielt das Umfeld, lebt er seine Traurigkeit auch nicht aus.
Das Bilderbuch „Abschied von Rune“ ist vielleicht noch nichts für dein Kind, aber es hilft dir evtl. die Worte zu finden die du brauchst.
Ich wünsche Euch viel Kraft für euren Weg.
Claudia
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
wir haben diese Situation hinter uns.
Zu diesem Zweck hatten wir uns das Buch „Kann Papa Kinder kriegen ?“ gekauft, dass ich für diese und alle anderen problematischen Fragen nur empfehlen kann.
Kinder haben Angst, ihre vertrauten Personen zu verlieren. Darum sollte man Redewendungen „Er ist eingeschlafen“ oder „Er ist von uns gegangen“ vermeiden. Kinder könnten sonst Angst bekommen, die Eltern könnten vom Einkaufen nicht wiederkommen.
Wir haben damals unser Kind (3) mit zur Beerdigung genommen und ihm gesagt, der Opa sei gestorben und wohnt jetzt eben dort. Alle alten Leute und Tiere sterben, wenn sie einmal alt sind. Wir haben ihr auch gesagt, dass dann Oma, Mama und Papa vielleicht etwas weinen werden usw… Sie hat das ohne Probleme akzeptiert.
Meine Anteilnahme
Andreas
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Die Zwillinge waren 15 Monate als unser Baby starb und wir nahmen sie zur Beerdigung mit. Hinsichtlich der zu erwartenden Fragen was „Tod“ bedeutet kann ich dir nicht helfen, unsere waren einfach zu klein dafür Fragen zu stellen. Sie wissen aber, daß Esther am Friedhof „schläft“ und gehen sie auch gerne besuchen, Blumen bringen und Kerze anzünden.
Nimm deinen Kleinen jedenfalls mit zur Beerdigung (falls es dann soweit sein solte, was ich für dich nicht hoffe). Du wirst sicherlich Trost darin finden, daß er dabei ist und ein Stück deines Vaters in dir und deinem Sohn weiterlebt. Und deinem Kleinen kannst du dabei erklären, daß Opa jetzt hier ist (nämlich auf dem Friedhof).
kinder in diesem alter (habe selber eine 2-jährige tochter) nehmen alles für wahr, was du ihnen sagst und spüren, wie du dich fühlst.
also sei einfach ganz ehrlich und sage, was für dich der tod bedeutet. wenn du nicht darunter leidest, ist das für sie ok. und wenn du traurig bist, dann kannst du ihr das ja sagen. versuche nur nicht, ihr was vorzuspielen. dann ist sie verwirrt.
ob du nun erzählst, dass opa in den himmel kommt oder für immer schläft hängt von deiner persönlichen einstellung ab.
(m.e kommen kinder selbst aus dem himmel und finden es bestimmt nicht schlimm oder verwunderlich, wenn jemand dahin wieder zurückkehrt.)
Wenn Opa es noch verkraftet. Nimm den Sohn mit beim näcvhsten Besuch.
Opa freut sich bestimmt und der Sohn fühlt dann ev. unterschwellig, das etwas passieren wird.
Warum dem Sohn nicht anschließend auich die Geschichte erzählen, daß Opa eben zum lieben Gott geht und dort sich für alle Zukunft ausruht.
Gruß
PiRo
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
kann Dir konkret nicht helfen, aber in unserer staedtischen Klinik gibt es eine Sterbeberatung. Irgend sowas sollte es auch
bei euch geben. Die wissen 'ne Menge darueber wie Kinder mit dem
Tod umgehen. Ein Besuch kann nicht schaden.
Hallo und Danke erstmal an alle, die mir hier geantwortet haben.
Ich habe meinem Sohn inzwischen mehrfach gesagt, dass der Opa nicht mehr wiederkommen wird, aber so richtig begreifen kann der Kleine das nicht.
Wir werden diese Metode aber beibehalten und wenn er dann mal anfängt, Fragen zu stellen, statt sich immer die Antwort auf ‚wo ist der opa?‘ selber zu geben, wird er auch eine vernünftige Erklärung bekommen.
Das wird aber wohl noch eine ganze Weile dauern.
Danke nochmal an Euch alle, Ihr habt mir wirklich geholfen!
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]