3. Backenzahn beim Kleinkind?

Mein Großer (2 Jahre, 8 Monate) hat bereits sein vollständiges Milchgebiss, also auch je Quadrant zwei Backenzähne.

Heute kam er zu mir und meinte »Ich bekomme da einen Zahn. Da hinten.«. Aha. Hab mir erst nichts dabei gedacht und nachdem er es später noch mal erwähnte, hab ich mal gefühlt. Zu meinem Erstaunen ist rechts unten das Zahnfleisch total geschwollen und er hat dort eine Beule. Eigentlich genau so wie vor dem Durchbruch der anderen Backenzähne.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das eine Entzündung sein könnte, da das Aussehen eben eher an einen durchbrechenden Zahn erinnert. Er sabbert auch ziemlich und seine Haut ist im Moment auch recht stark angegriffen (hat ND, die beim Zahnen immer aufblüht, wird allerdings auch gerade trocken, noch ein zusätzlicher Stressfaktor).

Kann das sein? Der dritte Backenzahn bricht doch eigentlich erst um das sechste Lebensjahr herum durch. Zwar sind meine Kinder mit dem Zahnen immer recht früh dran (erster Zahn mit fünf Monaten, 16 Zähne mit einem Jahr), aber das kann doch eigentlich gar nicht sein, oder?

Da der Zahn ja dann ein bleibender sein müsste, braucht er ja ganz besondere Zuwendung bei der Pflege. Wir sind zwar sehr gewissenhaft bei der Zahnpflege, aber macht in diesem Fall eine Art Schutzlack (nennt sich das so?) Sinn? Werden dann erfahrungsgemäß auch die ersten Milchzähne eher ausgehen und der Zahnwechsel ebenso rasant voran gehen?

Hallo, die Durchtrittszeiten der Zähne sind ganz schön variabel, es können sogar neugeborene schon mit einzelnen Zähnen auf die Welt kommen, wobei das gar nicht amüsant für die Mutter ist ;-D

das was sie da meinen nennt sich Fissurenversiegelung, wobei wie der Name schon sagt die Fissuren, (tiefste Stellen des Zahnes) erst angeätzt und dann mit einem Kompositmaterial versiegelt werden. Je nach der Form der Fissur, kann man durchaus solch eine Behandlung in erwägung ziehen. Das Hauptproblem ist, das der „6 Jahresmolar“ weit hinten als erster bleibender Zahn durchtritt und die kinder es versäumen den noch „tieferstehenden“ Zahn ordentlich zu reinigen, daher die versiegelung, um diese für Karies besonders anfälligen Stellen zu schützen.

Servus,

Karl Valentin hat einmal gesagt: „Bevor i mi so wundert, glaab i’s liaba ned.“

Mir geht es ähnlich. Nicht jede empfindliche Stelle mit Schwellung ist ein durchbrechender Zahn. Wenn man’s wissen will (und ich würde es an Deiner Stelle wissen wollen) muss man zum Zahnarzt. Wenn es eine/n in der Nähe gibt, die/der als Fachschwerpunkt Kinderzahnheilkunde angibt - umso besser. Am besten in den nächsten zwei, drei Tagen.

Gruß

Kai Müller