3 hl. Könige. Woher?

Hi

(M)eine Theorie wäre dass die K. aus den großen Weltreichen kamen, also Griechenland/Rom für Balthasar; Äthiopien/Ägypten für Melchior; Persien für Caspar. Das ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten.
Ich habe im Archiv schon geguckt und ich weiß auch, dass es nicht möglich ist sicher zu sagen woher sie kamen. Ich hätte nur gerne ein paar mehr Theorien.
Danke
T.

Hallo Talwyn,
eigentlich waren es ja Magier, die da kamen. Ich fand diese Seite recht aufschlußreich: http://perso.wanadoo.es/ralf55/history/reyes1.html

Gruß
Eckard.

Hallo,
vor kurzem lief zu diesem Thema ein Spiegel TV extra.
Darin wurde gesagt, dass es sich um Magier aus Mesopotamien gehandelt haben könnte.
Die Dokumentation ist sehr interessant!
Leider kann ich keinen genauen Titel nennen.

Gold war demnach Gabe für das Königtum,
Myhrre für die Medizin und
Weihrauch für Göttlichkeit.
Da Jesus alle Gaben nahm ist er zugleich König, Arzt und Gott!

Die Doku wird sicher nochmal wiederholt!

Gruß
Rob

Hallo !

Drei Könige, die morgenländischen Weisen (Magier, nicht Könige), die nach Matth. 2,1-12, durch einen Stern veranlaßt, aus dem Morgenlande kamen, um dem neugebornen König der Juden ihre Ehrfurcht zu bezeigen, in Jerusalem von Herodes nach Bethlehem gewiesen wurden und dem Neugebornen Gaben an Gold, Weihrauch und Myrrhen darbrachten. Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar begegnen zuerst bei Beda Venerabilis. Balthasar ist der chaldäische Name Daniels; Melchior bedeutet »König des Lichts«; Kaspar heißt in ältern Legenden Gathaspar; in syrischen Quellen heißt einer der Magier Gudophorhem, worin der Name des indisch-parthischen Königs Gondophares zu erkennen sein dürfte, den nach der Legende der Apostel Thomas taufte (s. Thomas). Seit dem 8. Jahrh. erscheinen sie unter dem Einfluß von Psalm 71,9-11 als Könige. Ihre Leiber wurden unter Friedrich Barbarossa von Mailand nach Köln verbracht. Nach ihnen ist das Fest der heiligen d. K. (s. Epiphania) benannt. S. Weihnachtsspiele. Über den Ursprung der evangelischen Erzählung vgl. A. Dieterich, Die Weisen aus dem Morgenlande (Gießen 1901). - Die Darstellung der Anbetung der d. K. war seit den frühesten Zeiten des Christentums einer der beliebtesten Gegenstände der bildenden Kunst. Auf Wandgemälden in den Katakomben erscheinen sie bereits in der Dreizahl in jugendlichem Alter und mit phrygischen Mützen angetan, die auf ihre orientalische Herkunft deuten. Auf einem Mosaik des 8. Jahrh. aus der alten vatikanischen Basilika erscheinen sie zum erstenmal mit königlichen Abzeichen, und seit dem Anfang des 14. Jahrh. in drei verschiedenen Lebensaltern (Greis, Mann, Jüngling). Der jüngste wird gewöhnlich als Mohr dargestellt. Besonders beliebt war der Gegenstand in der toskanischen Kunst des 13., 14. und 15. Jahrh. Das Relief von Niccolo Pisano im Baptisterium zu Pisa (s. Tafel »Bildhauerkunst VII«, Fig. 3), die Gemälde von Gentile da Fabriano (in der Akademie zu Florenz), von Botticelli, D. Ghirlandajo und Leonardo da Vinci (sämtlich in den Uffizien zu Florenz) und B. Gozzoli (Der Zug der d. K., Fresko im Palazzo Riccardi in Florenz) sind die berühmtesten Darstellungen dieser Art. Vgl. Hamilton, Die Darstellung der Anbetung der heiligen d. K. in der toskanischen Kunst (Straßb. 1901). Von Bildern deutscher und niederländischer Künstler sind das Kölner Dombild von Stephan Lochner und ein Gemälde von Rogier van der Weyden (in der Alten Pinakothek zu München) und von A. Dürer (in den Uffizien zu Florenz) hervorzuheben. In späterer Zeit gab der Gegenstand Anlaß zur Entfaltung glänzendsten Pompes und reichsten koloristischen Aufwandes, worin sich namentlich Paul Veronese (Gemälde in der Dresdener Galerie) und Rubens (Gemälde im Pradomuseum in Madrid, im Louvre zu Paris, im Museum zu Antwerpen, in der Johanneskirche zu Mecheln) ausgezeichnet haben.

[Lexikon: Drei Könige, S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 45142 (vgl. Meyer Bd. 5, S. 187 ff.)]

Gruß max

Hallo Talwyn

Richtet sich man nach der Bibel, dann weiss man lediglich, dass es Magier waren und zunächst in Jerusalem nachfragten, wo denn der neue könig der Juden wäre, der durch einen Stern angekündigt ist.

Dass es drei waren, dass es Könige waren, woher sie kamen, wie sie hiessen usw. ist alles spätere Legendenbildung.

Gruss
Thomas

(M)eine Theorie wäre dass die K. aus den großen Weltreichen
kamen, also Griechenland/Rom für Balthasar; Äthiopien/Ägypten
für Melchior; Persien für Caspar. Das ist aber nur eine von
vielen Möglichkeiten.
Ich habe im Archiv schon geguckt und ich weiß auch, dass es
nicht möglich ist sicher zu sagen woher sie kamen. Ich hätte
nur gerne ein paar mehr Theorien.
Danke
T.

keine Magier

Hi

zur Ergänzung des schon gesagten: Mit den in Matth 2.1ff benannten magoi wurden in der griechischen Sprache Priester aus dem zarthustrischen und zerwanistischen Kult bezeichnet (awestisch magi). Allerdings waren parthische und persische Könige sehr oft selbst zugleich auch magi.

Es ist aber falsch, dieses Wort mit „Magier“ zu übersetzen im Sinne des heutigen Wortgebrauchs als Zauberkünstler, und mit „Magie“ hatten diese Leute nichts zu tun.

Gruß

Metapher

doch Magier
Hallo Metapher

Im Griechischen Urtext steht bei Matthäus: μαγoι απo ανατoλων = magoi apo anatolon = Magier aus dem Osten. Es steht da nichts von Heiligen oder Königen oder heiligen Königen, oder darüber, wieviele es waren. Diese Magier kamen, da sie den „Stern im Aufgang“ gesehen hatten, vermutlich aus Persien und was liegt näher, als dass sie Astrologen waren (wer sonst kümmert sich schon um die Sterne am Himmel, wenn er sein Feld bearbeiten muss?). Allerdings steht das auch nicht in den Evangelien, ist als nur eine Vermutung meinerseits.

Als Magier bezeichnete man die zur persisch-medischen Priesterkaste gehörenden Weisen vom Stamm der Mager. Philo erwähnt sie zum Beispiel als zoroastrische Gelehrte, Priester, Astrologen und Ärzte. Die Astrologen Babylons werden schon im AT als Chaldäer bezeichnet, sind also hier sehr wahrscheinlich nicht gemeint sein.

Später bekam der Begriff Magier die Bedeutung von Zauberer, Zauberkünstler. Das hat aber mit der ursprünglichen Bedeutung eines Magiers nichts zu tun. Astrologie und Priesterschaft waren seriöse „Gewerbe“, Zauberei war aber schon im AT verboten.

Das Christentum hat die Magier dann später zu Königen erklärt, weil Könige besser zu Psalm 72 passten. So hatte sich die Geschichte, die in Psalm 72 erzählt wird, „erfüllt“. Mit Magiern wäre das nicht gegangen. (Psalm 72,10-11 „Die Könige von Tarsis und den Inseln sollen Geschenke bringen, es sollen Tribute entrichten die Könige von Scheba und Saba. Und alle Könige sollen vor ihm niederfallen, alle Nationen ihm dienen.“)

Die Zahl der Magier variierte in den frühen Christentumszeiten zwischen zwei und acht. Heute liegen die Gebeine der „Heiligen Drei Könige“ (oder fünf? Oder acht? Oder zwei?) im Kölner Dom.

Gruß
Paul

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Sterne im Aufgang
Hi Paul

warum schreibst du das alles an meine Adresse???

Im Griechischen Urtext steht bei Matthäus μαγoι απo ανατoλων = magoi apo anatolon = Magier aus dem Osten.

Das weiß ich, wie du meinem Posting entnehmen kannst

Es steht da nichts von Heiligen oder Königen oder heiligen Königen, oder darüber, wieviele es waren.

Hab ich das behauptet?

Diese Magier kamen, da sie den „Stern im Aufgang“ gesehen hatten, vermutlich aus Persien

So ein Unsinn *lach* Sehen etwa Leute in Hispania oder Italia keine neuen Sterne εν τη ανατολη ? :smile: Im Osten von Jerusalem liegt übrigens zu dieser zeit zunächst das Reich der Parther und nicht der Perser.

und was liegt näher, als dass sie Astrologen waren

Daß der Aufgang eines neuen Sterns die Geburt eines Königs ankündigt, war damals kein Spezialwissen chaldäischer Astrologen mehr. Zur Haupttätigkeit der magi gehörte indes die Traumdeutung und andere Deutungskünste. Siehe dazu auch Matth 2.12.

Als Magier bezeichnete man die zur persisch-medischen
Priesterkaste gehörenden Weisen vom Stamm der Mager.

Sagte ich bereits. Der Bericht darüber stammt von Herodot, Buch I, 101. Sie hatten vieles aus dem zarathustrischen Kult übernommen.

Später bekam der Begriff Magier die Bedeutung von Zauberer,
Zauberkünstler. Das hat aber mit der ursprünglichen Bedeutung
eines Magiers nichts zu tun.

Sagte ich bereits. Deshalb ist es irreführend, den Begriff heute mit „Magier“ zu übersetzen.

Das Christentum hat die Magier dann später zu Königen erklärt, weil Könige besser zu Psalm 72 passten.

Wohl eher, weil, wie ich bereits sagte, zur Zeit der Parther vor allem auch deren Könige die Funktion der magi hatten.

Gruß

Metapher

Hi Du.

Guck mal hier:

http://www.nebelpfade.de/artikel/magazinartikel.php?..

In einem der Abschnitte geht es um Gemeinsamkeiten zwischen der Königen und vorchristlichen Traditionen im Alpenraum. Villeicht regt´s ja ein paar Gedanken an :smile:

Alles Liebe. TheO

Hi Metapher, ich sehe grade, du warst gar nicht gemeint. Es war bei genauem Hinsehen sowieso schon alles geschrieben, was mir auch dazu einfiel, und noch mehr.

Nichts für ungut :wink:
Paul