3-jähriger möchte nicht sprechen

hallo ihr wissenden,

ich habe mal eine frage und ich hoffe ich bekomme von euch viele und gute ratschläge zu dem thema, weil es mich auch beschäftigt und interessiert, obwohl ich nicht direkt betroffen bin.

meine freundin hat einen dreijährigen sohn.
dieser geht noch nicht in den kindergarten, wird allerdings dieses jahr im oktober dort hingehen.
der kleine möchte nicht sprechen, alles was er sagt, ist mama,papa, und nana (oma) und nee (nein)
ansonsten sagt er garnix.
er ist völlig gesund, meine freundin geht mit ihm zu jeder wichtigen untersuchung zur kinderärztin, die sagt, es sei alles völlig i.o.
dass er nicht sprechen mag, liegt warscheinlich daran, dass er eben faul ist.
meine freundin hat es auch schon mal versucht, nur die dinge, die der kleine haben will, zu geben, wenn er es sagt, also versucht, in dazu zu bringen, sich auszudrücken, aber die ärztin meinte, dass wäre der komplett falsche weg.
es kann auch nicht daran liegen, dass nicht genügend mit ihm geredet wird, er versteht alles, wirklich alles.
wenn man ihn etwas frägt, dann nickt er oder schüttelt mit dem kopf, wenn wir ein bilderbuch ansehen und wir fragen ihn, wo der hund abgebildet sei, dann zeigt er auf den hund, also daran liegt es nun auch nicht.

zum hintergrund und der familie ist zu sagen, dass meine freundin von ihrem mann in trennung lebt.
halbtags arbeitet sie und der kleine ist solange bei der oma,
wo er auch echt super aufgehoben ist, die oma unternimmt viel mit ihm, geht auf den spielplatz usw.
der kontakt zu anderen kindern hält sich in grenzen, uns ist aufgefallen, dass er sehr schüchtern ist und sich von anderen kindern, die auch manchmal kleiner sind als er, einschüchtern lässt, d.h. wenn ein kleines mädchen seine sandel-sachen wegnimmt, hat er nicht den mut, sie zurück zuholen, oder er traut sich nicht auf die rutsche, wenn diese von anderen kindern besetzt ist.

woran kann es also liegen, dass ein dreijähriger noch immer keine sätze spricht? wie gesagt, nur mama, papa und nein.
ich denke, dass es nicht daran liegt, dass wir uns falsch mit ihm beschäftigen oder dergleichen.
es kommt auch oft vor, dass er uns etwas erzählen möchte, und völlig begeistert etwas mitteilen möchte und uns etwas zeigen möchte (seine spiele-autos, seinen teddy-bären etc.) aber einfach nicht rausbekommt.
wir lachen auch viel mit ihm, kitzeln ihn, spielen „fangie“ usw.

kann es an der trennung von seinem papa liegen?

oder ist er wirklich nur faul, und es ergiebt sich wenn er in den
kingergarten kommt?

im voraus schon mal vielen dank für eure ratschläge und tipps.

viele grüsse
swony

Konsul Weyer
Hallo Swony,

Konsul Weyer,
(schau bitte hier, wenn Dir der kein Begriff ist:
http://50jahre-deutschland.bild.de/80iger/83/generic… )
hat bis zu seinem vierten Geburtstag kein Wort gesprochen. Aus seinem beruflichen Wertegang erschließt sich zwanglos, daß er auch höheren Anforderungen an seine Redegewandtheit durchaus standhalten konnte.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Swony,

im Zusammenhang mit dem von Dir geschilderten Problem, fällt mir zunächst einmal ein uralter Witz ein: 'Die Eltern machen sich Sorgen, weil ihr Sohn nicht spricht. Kein Arzt kann helfen. Eines Tages sagt der Kleine plötzlich ‚Das Essen ist kalt!‘. Alle freuen sich. ‚Du kannst ja doch sprechen! Warum hast du das bisher nie getan?‘ fragt die Mutter. ‚Klar, bisher war ja auch immer alles in Ordnung!‘.

Nein, Spaß bei Seite… Natürlich kann es auch an der Trennung vom Papa liegen; das ist nicht einmal selten. Allerdings kann es auch pure Faulheit/Bequemlichkeit sein (siehe Witz); schließlich kriegt der Kleine bisher alles, was er will auch ohne zu sprechen. Schließlich kann allerdings tatsächlich eine Sprachstörung vorliegen; versteh’ mich bitte nicht falsch: es geht nicht darum, der Kinderärztin einen Vorwurf zu machen, aber sie ist schließlich keine Logopädin.

Vielleicht sollte Deine Freundin mal eine Erziehungsberatungsstelle - Adressen (bundesweit) gibt es unter http://www.bke.de, dann Menü für Ratsuchende (die Beratung ist kostenlos) oder beim Bundesverband der Logopäden http://www.dbl-ev.de nachfragen, wo es in Euerer Nähe Praxen gibt, die sich auf logopädische Frühberatung (das ist Beratung für Klein- und Vorschul-Kids) spezialisiert haben.

Beste Grüße

Tessa

Hallo Swony,

mach Dir nicht allzuviel Sorgen. Der Sohn meiner Freundin konnte auch eher Wäscheklammern nach Farbe sortieren als auch nur Drei-Wort-Sätze sprechen, heute ist er ein aufgeweckter Teenager.

Ich denke, der Kindegarten wird hier den Knoten platzen lassen. Wenn der Lütte merkt, daß man Sprache zur Kommunikation benötigt (Mama und Oma verstehen nämlich auch ohne Sprache fast immer genau was das Kind will :wink:)!) dann schaut er sich fix von den anderen Kindern ab, was er braucht. Vor allem so schöne Worte wie Schei…benkleister wird da bald fehlerfrei beherrschen . Ist nicht umsonst auch so, daß die jüngeren Geschwister oft viel schneller reden lernen als die ältesten.

Und es gibt eben Kinder, die brauchen da länger, ohne daß gleich die Intelligenz eingeschränkt ist oder irgendwelche psychischen Probleme vorliegen. Wichtig ist, richtig, langsam und deutlich mit dem Kind reden, viel vorlesen und vielleicht kleine Verse vorsagen, immer wieder, denn Kinder lieben Wiederholungen!

Gruß Maid

Erst mal: Nur die Ruhe!
Hi!

meine freundin hat es auch schon mal versucht, nur die dinge,
die der kleine haben will, zu geben, wenn er es sagt, also
versucht, in dazu zu bringen, sich auszudrücken, aber die
ärztin meinte, dass wäre der komplett falsche weg.

In meinem Bekanntenkreis gibt es einen ähnlichen (wenngleich mittlerweile eher ernsten) Fall. Als der Kleine damals 3 Jahre alt war, gab der Kinderarzt (auch Kinderpsychologe) GENAU diesen Tipp!!! Er war eher der Meinung, das sein der richtige Weg!

Meine (total unfundierte) Meinung: Behaltet erst mal die Ruhe, und wartet ab, wie er sich im Kindergarten entwickelt! in vielen Fällen (laut meiner Frau - ist Erzieherin) gibt sich das von allein, wenn die Kids ihre Sprache zur Kommunikation BRAUCHEN.

Liebe Grüße
Guido

Hallo Swony,

eigentlich ist ja schon (fast) alles gesagt. Nur noch soviel: Auf die prophylaktischen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt würde ich mich nicht so ohne weiteres verlassen. Gerade bei Bedenken würde ich auf jeden Fall, und sei es nur zur Absicherung, einen Fachmann, hier beispielsweise einen Logopäden, zu Rate ziehen.

Man redet schnell von so genannter „Maulfaulheit“, aber das ist wirklich kompletter Unsinn. Der Möglichkeiten sind da viele. Möglicherweise ist die Diskrepanz zwischen seiner Intelligenz und dem ihm zur Verfügung stehenden Wortschatz so hoch, dass seine Gedanken im Kopf herumpurzeln und der Junge erst gar nicht in der Lage ist, passende Vokabeln zu finden und sie auch noch auszusprechen. War bei meinem Sohn der Fall! Oder aber die Gesichtsmuskeln sind einfach sehr schwach (sieht man prima, dass das Kind oft mit offenem Mund dasteht, Zunge ist so halb draußen), dann kostet es halt unendlich Kraft zu sprechen. Und - und - und … Also: Es ist müßig, als Laie herumzuraten.

Klärt das doch also einfach mal ab, nur zur Beruhigung!

Prima Sprechübungen sind übrigens Singen und Kinderreime. Das macht den Kindern viel Spaß und sie lernen spielerisch Kommunizieren.

Alles Gute,
Jana

Hallo!
Mir geht es ähnlich - mein Jüngster ist jetzt 2 3/4 Jahre und spricht auch nur einzelne Wörter …Mama, Papa, ja, nein, hoch und …Eier!! Alles essbare ist übrigens „Eier“!! Nach einem ausgiebigen Hörtest wurde festgestellt daß er Ohren hat wie ein Luchs. Jetzt warte ich auch ab, was der Kindergarten bringt.

Seine Familie hat er nämlich schon „dressiert“ und wenn wir wirklich mal nicht verstehen was er will, dann springt seine große Schwester ein.

Die Kinderärztin meinte allerdings, daß es so mit 3 1/2 Jahren langsam losgehen sollte mit dem Sprechen da sich die Kinder sonst nicht mehr so gut in die KiGa - Gruppe integrieren und dadurch gefrustet werden…

Na ja - es bleibt schwierig *g*

Liebe Grüße - susanne

danke an alle für die netten ratschläge…

habe eure antworten gleich an meine freundin weitergeleitet
und sie freut sich auch, dass ihr so lieb wart,
tipps zu geben.

schönen tag noch
grüssle
swony

Hallo Swony.
Meiner war vier,als er die ersten undeutlichen Sätze herausnuschelte. Er quasselt heute wie ein Wasserfall.
Also, das wird schon, wenn er gut hört und bestimmte Sachen schon sagt. Wenn er garnichts reden würde, wäre es vielleicht ein bisschen anders.
gruß
R.

Hallo,

wie ist er denn sonst im Umgang mit Anderen oder Fremden?
Unser Sohn konnte mit 2 Jahren und zwei Monaten schon das gesamte Alphabet lesen, mit richtig Sprechen angefangen hat er erst mit 30 Monaten. Leider erst Jahre später und nach einer Odyssee durch diverse Beratungstellen wurde bei ihm eine Form von Autismus (Asperger-Syndrom) diagnostiziert.
Also das Kind weiter beobachten. Kinder wie meins haben z.B. kaum Kontakt mit Gleichaltrigen, die (wenigen)Freunde sind alle älter oder jünger.
Ich will hier niemanden erschrecken, es kann sich ja, wie einige schon geschrieben haben, alles in Wohlgefallen auflösen. Wenn jedoch eine Störung vorliegen sollte, ist es wichtig, gleich in der richtigen Richtung zu suchen.

Alles Gute.
Michael

hallo michael,

wie ist er denn sonst im Umgang mit Anderen oder Fremden?

er ist schon schüchtern wenn er mit gleichaltrigen zusammen ist , auf dem spielplatz z.bsp. dann weint er schnell, wenn ihm jemand seine spielsachen wegnimmt. er geht auch nicht selber auf die kleinen zu, spielt lieber alleine oder mit uns erwachsenen, die er ja gut kennt (seine mama, oma, mich, papa)
ich würde sagen, er ist super zurückhaltend und schüchtern wenn andere kinder anwesend sind.

vielleicht ist das normal, nicht alle kinder sind gleich,
meine freundin wird sich bald ausreichend beraten lassen.

dir vielen dank
grüsse
swony

Hallo Swony,

meine freundin wird sich bald ausreichend beraten lassen.

In welcher Gegend wohnt sie denn? Meine Frau wurde auf diversen Beratungsstellen als überbesorgte (gestörte) Mutter beschimpft. Ich kann euch vielleicht Beratungsstellen in der weiteren Umgebung nennen. Vor dem Besuch einer Beratungsstelle gleich welcher Art ist es wichtig, sich selber möglichst gut zu informieren. Ein ganz prima Buch in diesem Zusammenhang ist „Asperger Syndrom - Ein Ratgeber für Eltern“, von Tony Attwood, ISBN-Nr. 3893735925 Buch anschauen. Falls Deine Freundin nach der Lektüre dieses Buches meint, das Problem ihres Sohnes könnte schon in diese Richtung gehen, kannst Du gerne mein eMail Adresse für einen direkten Kontakt an sie weitergeben.

Viele Grüsse und alles Gute
Michael

Gruß
Michael

vielen dank für diesen tipp.
ich möchte sie in dieser hinsicht auch zu nichts drängen oder dergleichen.
sie muss selbst entscheiden, was sie tut und wie sie die sache angeht. ich habe nun schon einmal übers internet ein paar infos gesammelt, weil sie nicht direkt dazu die möglichkeit hat.
deine empfehlung werde ich weiterleiten :smile:

grüsse
swony

Hallo Maid, hallo Swony,

mach Dir nicht allzuviel Sorgen. Der Sohn meiner Freundin
konnte auch eher Wäscheklammern nach Farbe sortieren als auch
nur Drei-Wort-Sätze sprechen, heute ist er ein aufgeweckter
Teenager.

War bei meinem Patenkind damals genauso. Der Knabe war 3 Jahre alt, alles, was er sagte, war „Mama, Papa, dada…=für alles mögliche“ Wir haben wirklich ALLES versucht…ihm nur das geben, was er aussprach (Ergebnis: der große Bruder war dann nicht zu bremsen, weil der Kleine ja „vernachlässigt“ würde und holte dem Kleinen dann das Gewünschte!), auf ihn näher eingehen, Sprechen üben undundund…

Der Kleine kam in den Kindergarten und von heute auf morgen hat der fließend in ganzen Sätzen gesprochen… inzwischen ist er 18 Jahre und noch immer sehr aufgeweckt…:wink:

So kanns gehen!

Gebt die Hoffnung nicht auf!

Liebe Grüße

Faya