3 Monate keinen Lohn - was tun? (lang)

Hallo liebe Experten!

Entschuldigt bitte, dass der Text so lang wurde, aber das Thema ist sehr komplex.

Folgender Fall:
Mann A, lange Hartz IV-Empfänger, hatte zum 01.06.2006 endlich wieder Arbeit gefunden - als Montagearbeiter in einer kleinen Baufirma (Trockenbau/Abriss). Der Arbeitgeber (Chef B) arbeitet auf der Baustelle mit, zusätzlich noch 4 weitere Arbeitnehmer.
Chef B hat keinerlei Organisation in seiner Firma: er reist von Baustelle zu Baustelle mit und hat seine ganzen Buchhaltungsunterlagen im Auto mit. Entsprechend unorthodox war auch die Anmeldung von Mann A bei der Sozialversicherung: telefonisch(!) bei der Krankenkasse von Mann A - eine schriftliche Bestätigung (Meldung zur Sozialversicherung) hat er bis heute nicht erhalten, lediglich die telefonische Bestätigung der Krankenkasse, dass er angemeldet sei, also nicht schwarz arbeite. Auch den mündlichen Arbeitsvertrag hat Chef B nicht unterschrieben, obwohl der bereits schriftlich vorformuliert ist.
Bis zum heutigen Tag hat Mann A keinen Lohn erhalten - für keinen Tag ab 01.06.2006!!! Anfangs ließ er sich noch hinhalten, mit irgendwelchen Ausreden, und er wollte ja auch den Job nicht verlieren, nachdem er so lange arbeitslos war…
Im August beschließt Mann A nach Mitteilung an den Arbeitgeber, erst wieder zur Arbeit zu erscheinen, wenn er endlich seinen Lohn bekommt. Chef B akzeptiert das und ist einverstanden - so haben es übrigens auch 2 weitere AN der Firma gemacht.
Da Chef B, der lt. eigener Aussage angeblich Insolvenz angemeldet hat, von Baustelle zu Baustelle reist und an seinem Firmensitz nie anzutreffen ist, besteht heute nur noch telefonisch Kontakt: Chef B verspricht, vorbei zu kommen, Geld zu bringen und endlich den Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Doch nichts passiert…
Mittlerweile ist Mann A finanziell am Boden - kein Lohn - kein ALG - Schulden… glücklicherweise hat er ab September einen neuen Job gefunden!
Was kann er mit Chef B tun?
Zahlt das Arbeitsamt in so einem Fall den ausstehenden Lohn? Dass Mann A Anzeige erstatten wird, steht mitlerweile fest. Leider ist er auch nicht rechtschutzversichert, falls ein Anwalt tätig werden muss, muss er ihn aus eigener Tasche zahlen… Und was kann die Polizei überhaupt tun? Wird Chef B dann gesucht und zur Rechenschaft gezogen?

Fragen über Fragen, auf deren Beantwortung man gespannt wartet…

Viele Grüße,
taxzero

Hi!

Mittlerweile ist Mann A finanziell am Boden - kein Lohn - kein
ALG - Schulden… glücklicherweise hat er ab September einen
neuen Job gefunden!

Wenigstens ein Lichtblick!

Zahlt das Arbeitsamt in so einem Fall den ausstehenden Lohn?

Wenn der AG tatsächlich Insolvenz angemeldet hat, sollte der AN sich zum Arbeitsamt seines vertrauens bewegen und Insolvenzausfallgeld beantragen.

Selbst, wenn das nicht zutrifft, gibt es Möglichkeiten der Unterstützung - aber da bin ich überfragt!

Dass Mann A Anzeige erstatten wird,

Klage beim Arbeitsgericht!

steht mitlerweile fest.
Leider ist er auch nicht rechtschutzversichert, falls ein
Anwalt tätig werden muss, muss er ihn aus eigener Tasche
zahlen…

Es gibt Prozesskostenbeihilfe bei finanziell schlechter gestellten Menschen. Dazu einfach mal beim Arbeitsgericht durchfragen (oder den Anwalt)

Und was kann die Polizei überhaupt tun? Wird Chef B
dann gesucht und zur Rechenschaft gezogen?

Nö! Es liegt ja zunächst mal kein Straftatbestand vor, er kann ja einfach nicht zahlen…

LG
Guido