37,5 Stunden werden gezahlt jedoch 52 Std

Anwesenheitspflicht!

Hallo erstmal,

Folgende Situation:
Der Arbeitgeber sinngemäß:
„Hab mir also letzte Woche einen Langzeitarbeitslosen eingestellt! Tolle Sache sowas. Hätte ich schon viel früher machen sollen! Der war so froh nach der langen Zeit wieder einen Job zu bekommen und mit der Androhung Hartz 4 sind die (Arbeitslosen) jetzt zu allem bereit. Ich zahle ihm 37,5 Std. habe ihm aber zu verstehen gegeben, daß es einer dauerhaften Beschäftigungschance sicher nicht abwägig wäre, durch besonderen Eifer aufzufallen, was da bedeutet, so lange wie ich selbst also bis 18.30 Uhr täglich und jeden vierten Samstag zusätzlich, ohne Extra- Bezahlung versteht sich, möchte ich ihn sehen. Pausen? Die Arbeit ist so leicht, da braucht man wirklch keine Mittagspause! Zigarettenpausen über den Tag verteilt, das sollte genügen. Was soll ich sagen. Er machts! Die stehen mit dem Rücken an der Wand und das tollste, die bisherigen Beschäftigten haben damit auch die längste Zeit 37,5 Std, gearbeitet. Entweder sie ziehen mit oder…raus! Zwei Jahre schmoren lassen und die schnurren wie die Kätzchen, fressen quasi aus der Hand!
Gleiches natürlich, wenn da einer mit Arbeitsgericht droht! Ha, ha der soll nur kommen, wenn der wirklich meint seine Karriere bei mir damit zu verlängern…“
Jetzt die Frage:
Welche ehrliche Möglichkeit bei Wahrung des lang ersehnten Arbeitsplatzes hat der zur Probe eingestellte Langzeitarbeitslose?
Und, wie sollte sich die Alt-Belegschaft (Rechtsmittel?) in Angesicht der neuen Situation verhalten?
Gruß Torsten

PS:
Es irrt derjenige, der da glaubt, hier stehe reine Fiktion!

Hallo Torsten,

na da gäbe es verschiedene Instrumentarien…
Zunächst einmal das Wettbewerbsrecht"…
Der AG verschafft sich ja hier einen Wettberwerbsrechtlichen Vorteil in Form von „erheblicher“ unbezahlter "Mehrarbeit…
Zweitens „Hinterziehung von Sozialabgaben“…
Drittens Steuerbetrug…

Und viertens nicht zu vergessen…die „ganz persönliche Gefährdung“…:smile:
(weil wenn die „Stammbelegschaft“ ein gewisses Alter erreicht hat,
ist es auch eine denkbare Variante,dem AG einfach den „Hals umzudrehen“…20 Jahre „Knast“ bis zur Rente sind auch ne Alternative…*fg*…)

mfg

Frank

Hinterziehung von Sozialabgaben? Steuerbetrug? Weil die Mitarbeiter lieber etwas langsamer, dafür aber ein paar Stunden länger arbeiten?

Und diesem kulanten Arbeitgeber, der seinen Angestellten grosszügig diese Freiheit lässt, willst du auch noch den Hals umdrehen?

Ne, ernsthaft, in dieser Situation sehe ich nur zwei Möglichkeiten: Betriebsrat bilden oder den Betrieb so schnell wie möglich verlassen. Ein Unternehmen, das auf die beschriebene Weise das Betriebsklima pflegt, wird auf Dauer am Marktklima scheitern.

Gruss
Schorsch

1 „Gefällt mir“

und keiner merkt => MOD
daß ich das bei „Rechtsfragen“ posten wollte, da bin ich wohl verrutscht! Kanns mir wer verschieben?
Gruß Torsten

Hallo Torsten,

na da gäbe es verschiedene Instrumentarien…
Zunächst einmal das Wettbewerbsrecht"…
Der AG verschafft sich ja hier einen Wettberwerbsrechtlichen
Vorteil in Form von „erheblicher“ unbezahlter "Mehrarbeit…
Zweitens „Hinterziehung von Sozialabgaben“…
Drittens Steuerbetrug…

dem AG scheints egal zu sein, da er zu Recht annimmt, daß seine Belegschaft, wie annehmbar die überwiegende Mehrheit, wenns um die nackte Existenz geht, hinsichtlich Rechststreit mit dem AG völlig uncouragiert ist.
Klar in jedem Fall ist, daß Du Deinen Job los bist wenn Du derart gegen Deinen AG antrittst. Und nicht nur das. Welcher neue AG wird Dich einstellen wenn er von Deinem früheren AG derartige Auskünfte erhält?
Mit dem Einschlagen dieses Rechtsweges qualifizierst Du Dich selbst zum Langzeitarbeitslosen, so sehe ich das und damit liege ich wohl nicht ganz falsch, oder?
Da bleibt dann nur noch die „Ich-AG“?!
Gruß Torsten

Humbug
Hallo Torsten,

erstmal ein Tipp: Weniger Drogen, dann sieht die Welt nicht so verzerrt aus! :smile:

dem AG scheints egal zu sein, da er zu Recht annimmt, daß
seine Belegschaft, wie annehmbar die überwiegende Mehrheit,
wenns um die nackte Existenz geht, hinsichtlich Rechststreit
mit dem AG völlig uncouragiert ist.

Und unbeteiligt. Eine (anonyme) Anzeige reicht, um den Rest kümmern sich die Behörden. Die bewegen sich zwar normalerweise kaum, aber wenn’s ums Geld geht (ihr Geld!), dann kann das ganz fix gehen.

Klar in jedem Fall ist, daß Du Deinen Job los bist wenn Du
derart gegen Deinen AG antrittst. Und nicht nur das. Welcher
neue AG wird Dich einstellen wenn er von Deinem früheren AG
derartige Auskünfte erhält?

Der neu AG ruft also im Knast an und fragt, wer von den alten AN den alten AG verpfiffen hat? ROFL!

Grüße,

Anwar

Der AG verschafft sich ja hier einen Wettberwerbsrechtlichen
Vorteil in Form von „erheblicher“ unbezahlter "Mehrarbeit…

Den verschaffe ich mir auch durch günstige Einkaufskonditionen. Zur Wettbewerbswidrigkeit muß mehr kommen als ein blosser Kostenvorteil.

Zweitens „Hinterziehung von Sozialabgaben“…
Drittens Steuerbetrug…

Das ist offensichtlich unsinnig.

Der einzige Ansatzpunkt ist die Gewerbeaufsicht wegen Verstoss gegen das Arbeitszeitgesetz.

Der Wolf im Samaritergewand
Hallo Torsten!

Ich schätze mal, dass du bei deinem Personal nicht besonders beliebt bist. Und mit der Art und Arroganz, die du hier an den Tag legst, wirst du wahrscheinlich auch keine Lorbeeren ernten.

Das könnte dir eigentlich erstmal egal sein - ist es dir ja auch offensichtlich - außer dass du dir doch irgendwie darüber Gedanken machst, welche Konsequenzen das für dich haben könnte.

Aber wenn deine Arbeitnehmer erstmal wissen, in welche Richtung du sie drängen willst, dann gibt es sicher nur negative Folgen für dich: schlechte Arbeitsleistung, schlechtes Betriebsklima, Gerüchte, die sich durch AN verbreiten und möglicherweise bis an deine Kunden herangetragen werden, der ein oder andere AN wird kündigen (meistens die, die eine gute Leistung und Erfahrungen mitgebracht haben und woanders sicher etwas finden), und letztendlich wird sicherlich irgendeine Behörde sich deiner annehmen.

Die Zeiten des diktatorischen Stils sind vorbei! Der ein oder andere meint vielleicht, dass wir wieder dahinkommen. Aber der AG schadet sich damit nur selbst.

Natürlich wird es jetzt einige Arbeitslose mehr geben, die jede Arbeit machen werden, aber ich finde es absolut beschissen, die Situation dieser Menschen so auszunutzen!!!

Frage dich mal selber, ob du gerne so behandelt werden willst! Vielleicht hast du sogar die Selbständigkeit gewählt, weil du nicht länger der Fußabtreter eines Vorgesetzten sein wolltest.

Dann wäre es aber besonders schade, wenn du jetzt das gleiche bei deinen Leuten machen würdest…

So, genug!!! Ich rede mich sonst noch richtig in Rage und werde persönlich.

Gruß von einer AN, die gerade aufgrund des tollen Arbeitsklimas ihren Job, Kollegen und Chefs mag und gute Arbeit leistet (aber auch ihre Überstunden bezahlt bekommt),

Danielle

Hallo Danielle,

wie kommst du darauf, dass Thorsten der beschiebene AG ist?

Rätselnde Grüße,
Tinchen

Servus Danielle,

mal ehrlich, glaubst Du wirklich ein AG intressiert sich für Deine Meinung?

Es ist doch nur noch eine Frage der Zeit, dann bezahlt der AN noch daß er arbeiten darf und zwar direkt, und nicht wie bisher inderekt über Ämter und Behörden als Zuschüsse und Subventionen.

Beim drohenden 1TEuro-Job fällt mir nur ein: "da verdient man ja im Knast besser.

wünsche guten Schlaf
Richard

Hallo mein Lieber Pirate,

Der AG verschafft sich ja hier einen Wettberwerbsrechtlichen
Vorteil in Form von „erheblicher“ unbezahlter "Mehrarbeit…

Den verschaffe ich mir auch durch günstige
Einkaufskonditionen. Zur Wettbewerbswidrigkeit muß mehr kommen
als ein blosser Kostenvorteil.

Das ist ein ganz schöner Kostenvorteil…14,5 Stunden umsonst
bei AG A…gegegenüber 14,5 Stunden a 55 EURO Bruttolohnkosten bei
AG B sind schon mal eine wöchentliche Kostenersparnis von
797,50 EURO das mal 4 sind im Monat 3.190,- EURO eingesparte
Personalkosten…ein erheblicher Wettberwerbsvorteil in manchen
Branchen…

Zweitens „Hinterziehung von Sozialabgaben“…
Drittens Steuerbetrug…

siehe weiter oben…je nach Bruttolohnkosten in der betreffenden
Branche können da noch weit höhere Beträge zusammen kommen…

mfg

Frank

Hi,

Beim drohenden 1TEuro-Job fällt mir nur ein: "da verdient man
ja im Knast besser.

Hmm, auch dort gibt es freie Kost und Logis …

… für die der Steuerzahler aufkommt

R.

Hallo Tinchen,
ich habs aus Sicht des AG so glaubhaft geschrieben, daß man das wirklich annehmen kann, aber in der Einleitung steht. „Der AG sinngemäß“ ergo, ich bin es nicht, aber die Reaktion von Danielle ist ok das wollte ich wissen! Ob sie mich oder einen fiktiven AG damit anspricht ist sekundär wichtig ist der Inhalt!
Gruß Torsten

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Hallo Anwar

Und unbeteiligt. Eine (anonyme) Anzeige reicht, um den Rest
kümmern sich die Behörden. Die bewegen sich zwar normalerweise
kaum, aber wenn’s ums Geld geht (ihr Geld!), dann kann das
ganz fix gehen.

Wo die Behörden „Ihr“ Geld verdienen steht übrigens hier
ISBN: 3426776839 Buch anschauen
nur noch Stück auf Lager! (les´ ich grad)

Klar in jedem Fall ist, daß Du Deinen Job los bist wenn Du
derart gegen Deinen AG antrittst. Und nicht nur das. Welcher
neue AG wird Dich einstellen wenn er von Deinem früheren AG
derartige Auskünfte erhält?

Der neu AG ruft also im Knast an und fragt, wer von den alten
AN den alten AG verpfiffen hat? ROFL!

Nein, er fragt den Bewerber nach seinen Referenzen: „Hab meinen letzten AG wegen Verstoß gegen Arbeitnehmergesetze in den Knast gebracht!“ - " Ja super! kannst morgen bei mir anfangen" [ebenfalls rofl]

Von wem er´s (der pot. neue AG) erfährt ist doch egal, der AN bleibt in der freien Wirtschaft unvermittelbar, dem bleibt eigentlich nur noch ein Job als Hausmeister in einer Behörde oder was aus dem „Zeugenschutzprogramm“
Gruß Torsten

in aller Kürze
les mal:

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/on/18329/1.html

http://www.frischerwind-online.de/

Kündigung, weil er als Betriebsrat auf die eigeläutete problematische Situation der AN aufmerksam machte!

Gruß Torsten

Bei Maischberger bestätigt
Zitat aus „Maischberger“ gestern Abend:
Otto Graf Lambsdorff:" Bei einem Besuch in einer Firma bei Leipzig fragte ich den Firmeninhaber in Anwesenheit des Betriebsrates=> …und, wie seit ihr mit den Tarifabschlüssen klar gekommen?..die beiden lächelten sich an und erwiederten => …wenn wir den umgesetzt hätten, wäre ich meine Firma los und die Leute wären arbeitslos, weil wir das nicht wollen zahlen wir nach Tarif (38 Std. oder so Anm. TG) aber die Anwesenheit der Mitarbeiter ist natürlich länger, so daß es diese „Tarifabschlußumsetzung“ bei uns, wie bei etlichen anderen hier in der Region nicht gibt…