3jährige hält Stuhl zurück

Hallo,
unsere Zwillingsmädchen sind vor kurzem 3 geworden. Vor etwa einem Jahr fing es an, dass - zunächst beide - den Stuhl zurückhielten. Wir dachten zuerst es handele sich um einfache Verstopfung. Die Ärztin meinte auch, dass körperlich alles i.O. wäre, und es sich wohl einfach um die anale Phase handele, die sich bei jedem Kind etwas anders darstellen kann. Ein halbes Jahr später wurde eine unserer Töchter fast von einem Tag auf den anderen sauber - sie fand richtig Spass an der ganzen Sache. Man muss dazu sagen, dass wir Eltern, versucht haben in der Beziehung ‚Sauber werden‘ nie Druck zu machen, da man ja nur allzuoft hört, dass das alles andere als förderlich sein kann.
Unsere andere Tochter jedoch kommt mit dem ‚grossen Geschäft‘ so gar nicht klar. Sie hält es immer noch zurück. So dass sie eigentlich den ganzen Tag nur damit beschäftigt ist, da ja ständig ‚Überschuss‘ in die Windel läuft.

Mittlerweile bekommt sie seit 3 Monaten Lactulose Saft, damit alles weicher wird. Einläufe haben wir natürlich auch schon durch, muss aber nicht wieder sein. Ganz klar ist, dass wir auf ballaststoffreiche Ernährung achten und viel Wasser geben. Die Ärztin hat gemeint, es gäbe viele Kinder die so reagierten. Doch leider kenne ich überhaupt niemanden und manchmal - obwohl ich versuche das nicht zu tun - bin ich doch schon ziemlich verzweifelt. Ich kann mir mittlerweile garnicht mehr vorstellen, dass sie irgendwann das grosse Geschäft als normal akzeptieren wird. Sie schreit oft, dass sie das nicht will und auch nie tun wird.

Wer hat Erfahrung damit? Einfach zu wissen, dass man nicht alleine ist würde schon helfen. Wenn noch jemand Tipps hätte wäre das natürlich auch toll.

Vielen Dank & schönen Gruss
Anke

3jährige hält Stuhl zurück - aber richtig
Hallo Anke,

ohja, so etwas in der Art, bloß anders, hatten wir damals auch mit dem Fräulein Berger in diesem Alter.
Zuerst haben wir uns Sorgen gemacht, dann das medizinische abklären lassen, und eines Tages hat sie gedroht, wenn sie dasunddas nicht bekäme, „dann mach´ ich nie mehr Pipi!“.
Das eigentliche Problem ist zwar der nicht erfolgende Stuhlgang gewesen, doch diese Äußerung ließ uns das ganze dann doch ganz locker sehen; nach bestimmt über zehn Tagen war es dann soweit, und danach regelmäßig in so langen Zeitabständen.
Die ersten paarmal brachte uns das Ergebnis zur ehrfurchtsvollen Erstarrung: In Größe und Form einer Colaflasche entsprechend, und beinhart. Die Produzentin wurde von dem Vorgang ausnehmend fröhlich gestimmt.
Ich allerdings hatte das Problem, daß die Klospülung das Ergebnis nicht bewältigte. Anfangs noch half es, einen Eimer Warmwasser nachzugießen und nach fünf Minuten erneut die Spültaste zu betätigen. Später lag dann eine Zeitlang für solche Ereignisse eine Art Hackmesser auf dem Spülkasten bereit.
Irgendwann, nach langer Zeit, hat sich alles unbemerkt normalisiert.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo,

ich kann dich beruhigen, es ist gar nicht mal so selten.

Das kann verschiedene Ursachen haben…ich zähle mal einige auf

  • Veränderungen im Umfeld / im Alltag
  • Unangenehme Toiletten z.B. im Kindergarten (Kinder schauen rein, Erzieherin überweg, Erzieherinnen kommen gar mit, Tür klemmt / kann nicht abgeschlossen werden - oder gerade deshalb…)
  • Ernährungsumstellung
  • Entwicklungsrückfall / Stillstand, warum auch immer: will mehr Aufmerksamkeit (Babyphase), kleinere Kinder / Freunde bekommen auch noch eine Windel

Wenn das Kind will, mal stundenweise / tageweise auf die Windel verzichten und regelmäßige Toilettengänge einplanen. Keine Bestrafung bei einem „Unglück“ (welches keines ist), aber Belohnung wenn etwas kommt. Wie diese Belohnung aussieht ist dir überlassen.

Es gibt auch die Möglichkeit Punkte (als Aufkleber, Bildchen, Punkte, Perlen) zu sammeln und bei einer bestimmten Anzahl gibt es dann eine Belohnung.
Kinder reagieren darauf meist sehr gut, vor allem, wenn sie sich bereits beherrschen kann (es also merkt, wenn sie muss).

Gruß
Tato

hallo anke,
bei meinem sohn hatte ich genau das selbe problem. er hat den stuhl immer zurückgehalten. es folgten arztbesuche, einläufe, lactulose, viel geschrei… das ganze programm. nach monaten hat es mir gereicht und ich habe einen spezialisten aufgesucht in einer uniklinik. er war pädiatrischer gastroenterologe (magen-darm-spezialist für kinder). weil bei der organischen untersuchung keine anomalien festgestellt werden konnten, haben wir dann verschiedene medikamente ausprobiert und mußten ein sog. „stuhlprotokoll“ führen. nach weiteren monaten kam heraus, daß meinem sohn ein ganz bestimmter lacto-bazillus im darm fehlt, der mit der muttermilch im säuglingsalter von der mutter dem kind mitgegeben wird. dieser bazillus macht die darmflora geschmeidiger und es flutscht einfach besser. da ich nie gestillt habe, hatte mein sohn diesen bazillus nicht. er bekam für ein paar tage einen saft verschrieben, der genau diesen bazillus enthielt und seitdem klappt das mit dem großen geschäft problemlos. ich will damit nicht sagen, daß alle nicht-still-kinder probleme mit dem stuhlgang haben, der fall von meinem sohn war ganz selten, doch vielleicht ist das bei deinem zwerg genauso.
hoffe, ich konnte dir helfen
grüße
claudia

Vielen Dank …
… für Eure Antworten. Sie haben uns wirklich sehr geholfen!

@Claudia: ich habe Dir noch eine Mail an Deine E-Mail Adresse geschickt.

Schönen Gruss
Anke

Hallo liebe Anke,
Anworten und weiterführende Ratschläge hast Du ja schon reichlich bekommen - hier nur eine weitere Info:
viele Kleinkinder haben Angst, etwas von sich zu verlieren, wenn sie das erste Mal auf der Toilette das große oder kleine Geschäft verrichten. Wie man damit umgeht hängt immer vom Kind ab. Meine Tochter hatte diese Angst auch - mein Sohn fand es eifach nur toll, daß er, genau wie seine Schwester, etwas im Klo fand.
Gruß Gabi

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Hallo Anke!

Mein Sohn tut das auch - und ich dachte, er sei der Einzige…
Wir haben ebenfalls Einläufe probiert, und auch Früchtewürfel als Abführhilfe. Weitgehend erfolglos. Die Kinderärztin riet uns dann zu ganz regelmäßigen „Klozeiten“, täglich zur selben Zeit und mit viel, viel Ruhe. Also Vorlesen, Spielen, Singen etc. Das brachte vorübergehend Besserung.

Wir haben irgendwann aufgehört, seine seltenen Toilettengänge nebst deren beeindruckendem Ergebnis so wichtig zu finden. Auch die „Überschussproduktion“ in der Unterhose nahmen wir gelassener hin. Und inzwischen klappt das mit dem Stuhlgang fast ausnahmslos. Immernoch recht selten zwar, aber schmerzfrei und ohne Fehlversuche.

Viel Gelassenheit und viele Grüße
Ulla

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Hallo Anke,

das Problem hatte wir bei unserem ältesten Sohn auch, er war damals ca. 1,5 Jahre alt. Verschiedene Kinderärzte hatten außer Abführmitteln und Einläufe keine Lösungen anzubieten. Auch im Krankenhaus war man relativ ratlos (organisch war alles o.B.), der Enddarm wurde mit dem Finger (!!!) leergepult und 2x tägl. hohe Einläufe. Nach 6 Wochen wurde mein Sohn entlassen, obwohl die Ursache nie geklärt werden konnte.

Erst eine Farblicht-Therapie brachte unerhoffte Besserung. Nach jeder Bestrahlung ging Sohnemann auf’s Klo und alles war gut. Leider waren unsere finanziellen Mittel bald erschöpft und die Krankenkasse übernahm natürlich nicht die Kosten für weitere Farblicht-Therapie-Stunden.

Erst eine „neue“ Kinderärztin überwies uns sofort in die Psychosomatische Kinderabteilung der Uniklinik. Nach ca. 10 Behandlungsstunden war der Spuk vorbei und mein Sohn konnte sich entspannt und normal „lösen“.

Ergebnisse der vorherigen erfolglosen Behandlungen sind/waren 1. ein Nabelbruch und 2. ein überdehntes Rektum (d.h. seine Hinterlassenschaften sind größer als bei Erwachsenen).

Viel Erfolg & alles Gute!
Manu