3SAT - "Das Programm"

Hallo!
Den Film habe ich mir gestern angesehen. es ging um Einen Bankier, der ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde, aber das ist nicht Thema meiner Frage.
Der Zeugenschutz, der drumherum ablief, kam mir merkwürdig vor. Die betreffenden Personen dürfen sich quasi bei einer Party von Verwandten,. Freunden, Bekannten verabschieden? Sie werden an einen neuen Wohnort verfrachtet, wo sie hinpassen wie die Faust aufs Auge und ständig von merkwürdig anmutenden, steif herumstehenden Gestalten begleitet sind, denen „Personenschützer“ auf der Stirn geschrieben steht? „Ich folge Ihnen in zwanzig Meter Abstand.“ Kolonnen von schwarzen Limousinen versammeln sich total unauffällig an Orten, wo man so etwas eher selten sieht? Und erfahrene Personenschützer lassen einen grotesk gekleideten Schäfer, der kein Gespräch anknüpft, sondern nur blöd grinst, einfach so dicht an sich herankommen?

Wenn der Herr im Gefängnis seine Spione in der Wohngegend des Aussagewilligen postiert hätte, hätten sie eigentlich nur den Richtungspfeilen folgen müssen.

So mein Eindruck.
Kennt hier jemand die Realität?
Gruß,
Eva

Hallo,

in Deutschland zumindest ist sie anders. Eine neue Identität und nebst neuer Wohnung gibt es erst nach dem Verfahren und daß in der Umgebung des Zeugen bzw. vor dessen neuer Wohnung eine Hundertschaft Polizisten höchst auffällig herumlungert, passiert hier auch nicht.

Man sollte sich mal so ganz grundsätzlich gedanklich davon verabschieden, daß Filme die tatsächliche Polizeirealität zeigen. Einerseits ist die dramaturgisch meist nicht so beeindruckend, wie man das gerne hätte und andererseits tut die Polizei auch ihre Vorgehensweisen nicht so gerne vor einem großen Publikum kund.

Gruß
C.

Das habe ich nun wirklich nie geglaubt. Der Film wurde als „authentisch“ angepriesen, aber war wirklich nur dummes Zeug.
Gruß,
Eva

Und das wäre in deinen Augen ungewöhnlich ?
Muss man nicht den Angehörigen irgendwas sagen, statt über Nacht sang und klanglos verschwinden ?
Das würde doch erst recht Fragen aufwerfen.

Natürlich bliebe der Aufenthaltsort und die neue Identität geheim.

MfG
duck313

Wenn ich überlege, muss ich Dir recht geben. Ich dachte, das ginge diskreter ab. Man erfindet eine Legende, die man herumerzählt, z.B. beruflich veranlasster Aufenthalt in den USA, Familie kommt mit usw. Und die nächsten Verwandten werden unauffällig unterrichtet, bzw. man macht einen ganz normalen Abschiedsbesuch bei den Eltern, Geschwistern.

Egal, war ja nur Fernsehen.

Eins hat der Film aber vermitteln können: Die Vorstellung, so ohnmächtig hin- und hergeschoben zu werden und sich sagen lassen zu müssen, was man zu tun hat - da könnt’ ich - siehe unten

Gruß,
Eva