3x Mittelohrentzündung in Reihe: Kind, Mutter, Oma

Hallo liebe Experten,

bei uns ist diesen Winter ein merkwürdiges Phänomen aufgetreten.

Meine Tochter (2) hatte im Oktober ihre erste Mittelohrentzündung. 25 Tage später hatte auch ich eine Mittelohrentzündung. Seit ich denken kann, die erste überhaupt.

4 Tage später ging es auch bei meiner Tochter wieder los. Nochmal 25 Tage später hatte wiederum ich meine zweite Mittelohrentzündung.

Dann war erstmal 3 Monate Ruhe, bis meine Tochter das dritte Mal anfing und ich 16 Tage später auch wieder nachzog.

Und auch meine Schwiegermutter, die schon seit etlichen Jahrzehnten keine Probleme mit den Ohren hatte, hatte diesen Winter nicht nur eine Mittelohrentzündung.

Wie kann denn das sein? Angeblich sind Ohren-Entzündungen ja ansich nicht ansteckend, sondern entstehen durch einen hoch wandernden Schnupfen.

Aber meine Schwiegermutter mit ihren über 60 und ich mit meinen über 30 Jahren hatten in den letzten Jahrzehnten doch nun wirklich schon oft genug Schnupfen, der NICHT hoch gewandert ist! Wieso tut er das jetzt ausgerechnet diesen Winter…?

Für Erklärungen wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße,
Heike

2 Ansätze
Guten Tag Heike:

  1. eine Ansammlung von angenehmen Zufällen

  2. ein neuer Erreger, der sich an uns angepasst hat

Da ich leider kein berufsmäßiger Evolutionsmediziner bin, habe ich zwar das erregende Kribbeln im Körper, wie ein Forensiker mit Petrischale und Abstrichbesteck sofort auf euch los zugehen - aber eben überhaupt keine Infrastruktur.

Aber vielleich können wir einen Forscher intellektuell befruchten.

Gruß

Stefan

Hallo,

ich denke es handelt sich um einen Beobachtungsbias. D.h. wenn man zum Arzt geht und sagt: „Mein Kind hatte gerade erst eine Mittelohrentzündung.“ Dann guckt der auch eher mal ins Ohr und entdeckt die Rötung und den Erguss." Ist das Kind das nächste mal krank, guckt der Kinderarzt ins Ohr, weil da ja das letzte Mal was saß. Der Schwiegermutter erzählt man von der Ohrengeschichte und schwupps „horcht“ sie bei der nächsten Erkältung besonders auf ihre Ohrsymptome. Das ist ein wenig so, wie bei einem Mückenstich, der nicht aufhört zu jucken, solange man sich über das Jucken aufregt.

Dein Kind ist jetzt in „Ohrenalter“, vorher hat sicher nie jmd in irgendeines eurer Ohren geguckt! Also konnte er auch nichts finden. Erfahrungsgemäß hat fast jedes Kind im Alter zwischen 1 und 5 Jahren bei einem Infekt der oberen Atemwege eine Mitbeteiligung des Ohres. Ob man das dann als Mittelohrentzündung deklariert unterliegt auch einem gewissen Entscheidungsspielraum der Ärzte. Das Ohr ist eben gut einsehbar bei einem Virusinfekt, die Leber zum Beispiel nicht, sonst gäbe es vermutlich auch mehr Begleithepatitiden.

Gruß,

Manticor

Hallo Manticor,

danke für Deine Antwort, aber um zu wissen, dass das (jedenfalls bei mir) jedes Mal handfeste Mittelohrentzündungen waren, musste mir kein Arzt ins Ohr schauen. Das habe ich an übelsten Schmerzen und extremer Schwerhörigkeit selbst bemerkt.

Und obwohl ich nun wirklich kein großer Fan von Antibiotikum bin, war ich in allen drei Fällen dankbar, dass es dieses „Zeug“ gibt.

Ich habe mir auch schon überlegt, ob bei der ganzen Geschichte eine „psychische“ Komponente eine Rolle spielt, aber irgendwie komm ich da auf keinen grünen Zweig. Ein Hypochonder bin ich jedenfalls nicht - ganz im Gegenteil - ich bin heilfroh, wenn es uns gut geht!

Naja, mal sehen. Vielleicht kommt ja doch noch jemand mit der Petrischale bei uns vorbei :wink:.

Viele Grüße,
Heike