4-Meter-Spur-Eisenbahnen

Hallo, Ihr Lieben,
ich bin weder Historiker noch Verkehrsexperte (sondern Psychologe, wie ich in meinem Nickname mehr oder weniger vorsichtig zum Ausdruck bringen will) und wollte mal die Frage in den hiesigen Raum stellen, ob die im Robert-Harris-Roman „Vaterland“, welcher eine Kriminalgeschichte in einem (allen Siegermächten sei Dank, nur imaginären) Großdeutschen Reich, wenn denn Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte, aufzieht, erwähnte Eisenbahn mit 4 Metern Spurweite tatsächlich geplant war oder ob diese nur der Phantasie des Verfassers entsprang (und wenn doch, wie weit die Planung dafür gediehen war). Dem unsäglichen Größenwahnsinn der Nazis (s. „Große Halle“ in Germania usw.) wäre ja einiges zuzutrauen …
Danke und liebe Grüße, Psycho-Alf

Servus
Eine Extreme Breitspurbahn wurde tatsächlich im 3 Reich geplant, allerdings mit 3 Meter Spurweite.
http://de.geocities.com/breitspur/3000.html

Sie sollte anscheinend von Berlin über München und Linz nach Wien führen und von dort aus letztendlich in die Ukraine (zwecks besserer Ausbeutung der Ostgebiete)

Der Plan ging allerdinmgs mit dem 3. reich unter…

Gruß
Mike

Danke, Michael, auch 3 Meter Spurweite sind beängstigend genug. Waggons mit 41 Meter Länge und fast sieben Meter Höhe, nicht zu fassen… Du und Deine freundliche Antwort haben mir sehr geholfen. Kann mich sicherlich mal mit etwas Hilfreichem revanchieren …
Lieber Gruß vom Psycho-Alf

Hallo Psycho-Alf,

hast Du eigentlich auch Ängste vor Baukränen, Portalkränen und derlei Maschinen mit großer Spurweite?

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

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Hallo,

z.B. Großraumflugzeuge schaffen wir sofort ab und natürlich auch die höchsten ‚Wolkenkratzer‘ der Erde usw.

Gruß
Peter

Hallo.

Was wäre so schlimm an einer „Extrem- Breitspur“? Letzten Endes ist die heutige 1438 mm- Spur doch nur ein willkürlich zustandegekommenes Maß und bereitet durchaus technische Probleme (nur eben anderer Art), die natürlich inzwischen gelöst sind. Trotzdem ist gegen die russische oder spanische Breitspur technisch nix Grundlegendes einzuwenden. Die Standard- Spurweite ist nur Standard, weil sie am weitesten verbreitet ist (Windows for Railroads sozusagen).

Gruß kw

Hallo Leute,

habt ihr auf dieser Seite auch gesehen, dass es Pläne für 4-stöckige Züge (Schienenzeppeline) mit 9 m Spurweite gab?

Viele Grüße,
Manuel

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Hallo kw,

Was wäre so schlimm an einer „Extrem- Breitspur“?

ich denke die Kosten sind das Schlimmste.
Stell dir mal die vielen neuen Eisenbahnbrücken vor.

Allein die Bauzeit für die ICE Trasse Frankfurt Köln (nur 180 km) dauerte 6 Jahre.
Die Kosten betrugen 6 Mrd €.

Dann lieber doch die gute, alte Schmalspur.

Gruß, Joe

Hallo.

Was wäre so schlimm an einer „Extrem- Breitspur“?

ich denke die Kosten sind das Schlimmste.
Stell dir mal die vielen neuen Eisenbahnbrücken vor.

Gut, ich formuliere um : Was wäre an einer „Extrem- Breitspur“ so schlimm gewesen? Kosten wie auch Transportkapazitäten wachsen parallel. Dass ich nicht für eine Komplettumstellung aller real existierenden Bahnen plädiere, glaubte ich nicht explizit erwähnen zu müssen.

Dann lieber doch die gute, alte Schmalspur.

Schmalspur, lieber Joe, ist alles unter 1438 mm. Bleistiftsweise die im Harz oder in der Schaweiz, holladrio. 1438 mm ist Normal-, alles, was darüber ist, nennt sich Breitspur. Und Spur Z hat 6,5 mm; dies nur zur Ergänzung.

Gruß kw

Hallo!!

… 1438 mm- Spur …

IMHO sind es 1435mm !

mfg
chris

Speer zum Thema
Hallo Alf,

Albert Speer schreibt in seinen Erinnerungen dazu:

„Auch auf seine Forderung, nach dem Kriege ein transkontinentales Bahnnetz zu planen, das sein zukünftiges Reich wirtschaftlich zusammenschließen sollte, kam er [Hitler] […] zurück. Er ließ sich für eine von ihm festgelegte übergroße Spurbreite von der Reichsbahn Pläne aller Wagentypen und detaillierte Berechnungen über Nutzlasten der Güterzüge ausarbeiten […]. Das Verkehrsministerium fand, daß die Nachteile zweier Bahnsysteme die möglichen Vorteile mehr als aufwiege, aber Hitler hatte sich auf diese Idee festgelegt, der er übrigens als Klammer für sein Imperium eine noch größere Bedeutung beimaß als den Autobahnen.“

Grüße von
Andreas

Also nochmals danke für alle Beiträge. Im Prinzip erfuhr ich das, was ich wissen wollte, nebst Quellen, wo und wie ich mich weiterinformieren kann. Das „beängstigend“ nehme ich zurück … ich wollte nicht sonstwas auslösen damit. Liebe Grüße und einen schönen Sonntag, Psycho-Alf

Hallo.

IMHO sind es 1435mm !

IM Rest der Welt auch. Aber was sind schon 3 mm, wenn man bedenkt, was ich allen möglichen Frauen schon als 1/2 m verkauft habe :wink:

Gruß kw

Hi nochmal; wem sagst du das … ich staune immer wieder, wie wenig wir Schwulen uns von Euch Heteros unterscheiden … *handreich*, kw!

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Ich fand die Frage sehr gut, man wird nebenbei informiert. Immerhin muß man bedenken, daß es zu jener Zeit noch viele Mammut-Bauprogramme, die wir heute haben u.a. auch die JumboJets nicht gab.
Ich fände es herrlich, man hätte nach dem Krieg diesen Gedanken aufgenommen.
Was hat man von Hitlers Plänen später noch verwirklicht? Atombomen.
Das ist doch bezeichnend.
Gruß Dascha
Übrigens will ich damit nichts beschönigen, was im Dritten Reich passiert ist.

Ich fand die Frage sehr gut, man wird nebenbei informiert.
Immerhin muß man bedenken, daß es zu jener Zeit noch viele
Mammut-Bauprogramme, die wir heute haben u.a. auch die
JumboJets nicht gab.
Ich fände es herrlich, man hätte nach dem Krieg diesen
Gedanken aufgenommen.

Ein sinnloses Großprojekt mehr, bereits damals waren 200 km/h auf Normalspur möglich. das Problem lag nicht in der Lokomotiventechnik oder im Gleisbau, sondern in der Signaltechnik… Züge haben einen verflucht langen Bremsweg.
Die Unterschiedlichen Spurweiten hätten an jedem bahnhof ein Umladen der Materialen zur folge gehabt, mit den Zeitverzögerungen und Reibungsverlusten. das kann man heute noch bei dem Warenverkehr zwischen dem Breitspurnetz in der ehemaligen Sovietunion und Zentraleuropa sehen.

Was hat man von Hitlers Plänen später noch verwirklicht?
Atombomen.

Hitler plante nicht ernsthaft Atombomben… Er konnte sich mit der modernen Physik einfach nicht anfreunden…

Gruß
Mike

Was ist eigentlich mit der V2-Rakete? Sie ist doch im Prinzip der Grundstein für den Raketenantrieb und die Raketen im allgemeinen. Und der Raketenantrieb ist doch eine geniale Idee, wenn man mal davon absieht, was Hitler damit vor hatte. Korrigiert mich bitte, falls ich falsch liege.

Blue

Ein sinnloses Großprojekt mehr, bereits damals waren 200 km/h

auf der Normalspur möglich.
Das ist es ja gerade! Bei 200 km/h macht das Fahren überhaupt keinen Spaß, es ist der reine Stress. Ich bin mit der russischen Bahn von Moskau nach Sochi gefahren, einen Tag und zwei Nächte. Es war so herrlich angenehm, ein sanftes Schaukeln, russische Musik, der Teekessel dampfte - ich glaube, die Geschwindigkeit lag bei ca. 100 km/h. So kann man doch eine Reise genießen. Ich hätte noch tagelang fahren können.
Mit unserem ICE ist mir schon eine Stunde zu viel. Warum immer dieser Geschwindigkeits-Rausch. Ich glaube nicht, daß es bei dieser Planung, die ja offensichtlich nicht an unseren Grenzen Halt machen sollte, um Geschwindigkeit ging, sondern um Bequemlichkeit. Das Fahren ist auf einer breiteren Spur viel angenehmer.
Man hätte von Hitler - ich heule ihm nun wahrlich nicht nach -
manches Bessere übernehmen können als die V2. Es war ja eine Trägerrakete für Bomben. Warum wurden die Erfinder nicht als Kriegsverbrecher behandelt?
Gruß Dascha

Ein sinnloses Großprojekt mehr, bereits damals waren 200 km/h

auf der Normalspur möglich.
Das ist es ja gerade! Bei 200 km/h macht das Fahren überhaupt
keinen Spaß, es ist der reine Stress. Ich bin mit der
russischen Bahn von Moskau nach Sochi gefahren, einen Tag und
zwei Nächte. Es war so herrlich angenehm, ein sanftes
Schaukeln, russische Musik, der Teekessel dampfte - ich
glaube, die Geschwindigkeit lag bei ca. 100 km/h. So kann man
doch eine Reise genießen. Ich hätte noch tagelang fahren
können.
Mit unserem ICE ist mir schon eine Stunde zu viel.

Ich weiß zwar nicht wo du mit dem ICE rumkurvst, aber das Fahren im ICE ist nun wirklich 1000x bequemer als in irgendeinem „herkömmlichen“ Zug. Und das obwohl der ICE auch noch deutlich schneller fährt. Wenn du z.B. von Würzburg Richtung Kassel mit dem ICE fährst, dann werden da über 250 km/h gefahren, und das bei Fahrgeräuschen die absolut niedrig sind und ohne ruckeln und schaukeln.

Ein ICE der aber auf einer eher schlechten Strecke fährt, z.B. von Regensburg nach Linz, der fährt auf dieser Strecke oftmals nur 100 km/h und die Fahrgeräusche sind lauter und das Ruckeln größer, also woanders mit 300 km/h.

Das einzige was wichtig ist, ist der Zustand der Strecke, nicht die Spurbreite. Deshalb wäre wenn dann eine „Renovierug“ der schlechten Strecken notwendig und keine breiteren Spuren. Breitere Spuren sind doch eigentlich total sinnlos. Erstens bist du nicht mehr kompatibel mit dem übrigen Europäischen Streckennetz. Was das bedeutet, kannst du dir wohl vorstellen. Desweiteren kann dieser Streckenteil nur von speziell dafür gebauten Zügen befahren werden. Ein ständiges Umsteigen für Passagiere wäre notwendig. Güterverkehr ist damit sowieso nicht möglich, weil ein Umladen der Laden wesentlich länger dauert, als der Transport auf einer herkömmlichen Strecke.
Eine komplette Umstellung des Netzes ist auch nicht möglich, erstens schon mal, weil dann kein länderübergreifender Verkehr mehr möglich ist, und zweitens weil es unproportional teuer wäre sämtliche Schienen neu zu verlegen. Auch könntest du sämtliche Waggons und Loks wegschmeißen, weil sie nicht mehr einsetzbar wären.

Was bleibt also von einer größeren Spurbreite? Nichts…

Außerdem verstehe ich nicht, wieso eine breitere Spurbreite überhaupt zu mehr Komfort führen soll. Könntest du da mal einen physikalischen Grund dafür nennen?

Warum immer
dieser Geschwindigkeits-Rausch.

Weil alle anderen Verkehrsmittel schneller werden, Zeit Geld ist, und Mobilität ein entscheidener Standortfaktor ist. Bahn muss auch konkurrenzfähig bleiben. Teures fahren auf langsamen Strecken macht es nur für Bummelreisen interessant, aber das ist nun wirklich nicht die Hauptklientel der Bahn.

Ich glaube nicht, daß es bei
dieser Planung, die ja offensichtlich nicht an unseren Grenzen
Halt machen sollte, um Geschwindigkeit ging, sondern um
Bequemlichkeit. Das Fahren ist auf einer breiteren Spur viel
angenehmer.

Wieso?

Man hätte von Hitler - ich heule ihm nun wahrlich nicht nach -
manches Bessere übernehmen können als die V2.

Zum Beispiel?

Es war ja eine
Trägerrakete für Bomben. Warum wurden die Erfinder nicht als
Kriegsverbrecher behandelt?

Weil sie keine waren? Außerdem waren die V2 im Krieg praktisch unbedeutend. Erstens waren die meisten Raketen fehlerhaft, ein Zehntel explodierte meist kurz nach dem Start. Die die in die Luft kamen schlugen meist weit ab vom Ziel ein. Die Raketenentwicklung im Rahmen der V2 war zwar ein bedeutender technischer Fortschritt, aber es steckte noch alles in den Kinderschuhen.

Außerdem kannst du einen Entwickler sowieso kaum zum Kriegsverbrecher machen, weil er schon per Definition keiner ist. Wenn jemand zum Kriegsverbrecher wird, dann ist es der, der solche Waffen völkerrechts- und kriegrechtswidrig herstellt. Moralisch mag der Entwickler wohl verwerflich gehandelt haben, aber das macht nunmal keinen zum Kriegsverbrecher.

mfg
deconstruct

Hallo,

ist. Wenn jemand zum Kriegsverbrecher wird, dann ist es der,
der solche Waffen völkerrechts- und kriegrechtswidrig
herstellt.

Soll natürlich „einsetzt“ statt „herstellt“ heissen.

mfg
deconstruct