4 und 5-stellige Kontonummern im Kontenplan

Hallo,

aus welchem Grund finde ich in manchen Summen- und Saldenlisten z.B. das konto „Verb. aus Lohn- u.Gehalt“ unter 81740, in anderen aber unter 1740 ? Oder " zu klärende Scheckzahlungen" beim einen Unternehmen unter 1591, beim anderen unter 91591 ?

Der Sinn erschließt sich mir leider überhaupt nicht. Weiss das einer von Euch?

Danke schonmal,

Barbara

Hallo Barbara,

es gibt in D keinen allgemein verbindlichen Kontenrahmen. Eingebürgert haben sich in der „Nur-FiBu“, die nicht „Nebenprodukt“ eines Warenwirtschafts-, Projektplanungs-, Kostenrechnungssystemes oder dergleichen ist, vierstellige Kontonummern und fünf- bis sechsstellige Personenkontonummern. Zum Vergleich: Bei den Nachbarn gibt es einen gesetzlich vorgeschriebenen einheitlichen Kontenplan; wenn man diesen individuell erweitern will, kommen regelrechte Bandwürmer raus. Bei der deutschen Tochter eines französischen Herstellers von Ackerschleppern hab ich mal neunstellige Sachkonten gesehen.

Zurück nach D: Wenn man in einer fünf- oder mehrstelligen Kontonummer bekannte vierstellige wiederfindet, deutet das darauf hin, daß im verwendeten FiBu-System Funktionen in die FiBu reingezwungen worden sind, die eigentlich separat be- und verarbeitet werden sollten - z.B. Kostenrechnung.

Einzelne Systeme erlauben eine Art vereinfachter „Konsolidierung“ und weisen in der „konsolidierten“ SuSa die Sachkonten mit vor die Kontonummer gestellten Ziffern aus. z.B. 16350 = Kfz-Betriebsstoffe Muttergesellschaft, 26350 = Kfz-Kosten Organgesellschaft 1, 36350 = Kfz-Kosten Organgesellschaft 2 etc.

Grundsätzlich gibt es aber keine Möglichkeit, aus der Struktur einer fremden SuSa die Funktion der Kontenbezeichnungen zu erschließen. Man benötigt hierzu den Kontenplan, nach dem gebucht worden ist, einschließlich aller Funktionen.

Schöne Grüße

MM

Hi !

Mir scheint die Lösung hier wesentlich einfacher zu sein.

Die Umsatz- bzw. Vorsteuer wird üblicherweise mit einem, dem Konto vorangestellten Buchungsschlüssel (80 für 7% und 90 für 16%) erfasst. Wenn bei der Eingabe ein Tippfehler passiert, dann wird plötzlich keine Vorsteuer mehr gebucht, sondern ein 5-stelliges Konto angelegt. Die meisten Buchhaltungsprogramme sind eigentlich so intelligent und fordern bei der Eingabe eines noch unbekannten 5-stelligen Kontos dazu auf, dem Konto einen Namen zu geben. Andere Programme buchen aber auch einfach auf den noch nicht beschrifteten Konten.
Es handelt sich daher in den meisten Fällen um Buchungen, die bei der Erstellung des Jahresabschlusses wieder zu korriegieren sind.

BARUL76

Servus Barul76,

ja, die 8 und die 9 legen dieses nahe. Andererseits: Die „freischwebenden“ namenlosen Konten, die dadurch entstehen, stammen eigentlich aus der Zeit der RZ-gebundenen Verarbeitung. Bei Imhaus-Lösungen wird, wie Du ja auch schreibst, die Bebuchung eines unbekannten Kontos in der Regel zurückgewiesen.

Aus der Zeit der RZ-gebundenen Verarbeitung und Eingabe ohne besonders komfortable Masken mit Kennziffer/Wert-Erfassung stammt die (übertragen auch zutreffende) Weisheit: „Mit Füllnullen müssen wir leben, auf Führungsnullen können wir verzichten“ - Vorsteuerschlüssel bei allem, was an DATEV angelehnt ist, sind hauptsächlich 8 und 9; wenn jetzt jemand stur nach Anweisung auf dem Kontenplan arbeitet, gerät das schnell in Vergessenheit, dass zwischen dem Vorsteuerschlüssel und der Kontenbezeichnung noch ein Funktionsfeld ist, das praktisch immer mit Null gefüllt wird. Wenn dann noch ein Berufsschullehrer dazukommt, der seinen Schäfchen austreiben will, „80“ und „90“ zu denken (womit er ja eigentlich recht hat), kommts in der Tat leicht zu den fünfstelligen Phantasiekonten.

An diese Möglichkeit hab ich nicht mehr gedacht, weil ich seit 1995 mit Systemen arbeite, die „96530“ statt „906530“ mit einem entrüsteten Piepen zurückweisen, wenn das Konto nicht in den Stammdaten angelegt ist…

Ach, und dann hammer noch einen: Das Aufräumen von solchen Geisterkonten und das Auseinanderfummeln der berühmten „ungeklärten“ oder noch schlimmer „durchlaufenden“ Posten im Rahmen der Abschlussvorbereitung ist verbreitete Kanzleipraxis, die es ermöglicht, laufende Kontierung und Erfassung von unterbezahlten Mäuslein in einem Affenzahn durchklopfen zu lassen, die als erstes drauf dressiert werden, die Regel „Keine Buchung ohne Text“ zu vergessen und auf diese Weise leicht 200 und mehr Buchungssätze / h schaffen. Die Frage an den Mandanten, im April 2005 gestellt, was er mit dem Scheck am 17.02.2004 bezahlt habe, ist eine weniger erfreuliche Folge dieser Praxis. Auch das Phänomen, dass das Jahresergebnis nach Abschluss dem Betrag nach ähnlich ist wie in der letzten „BWA“, aber mal eben das Vorzeichen gewechselt hat - zur Freude der finanzierenden Bank!

Wieauchimmer: Vielleicht erfahren wir ja noch mehr über den Fall selber.

Schöne Grüße

MM

Vielleicht einfach Kreditorenkonten?
Steht was drunter in der SuSa, was aussieht wie : „Summe kreditoren“ oder so?

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