400-Euro-Job mit Mindestlohn und Mehrarbeit

Ich arbeite seit 4 Jahren als Briefzustellerin auf Minijob-Basis.
2 Stunden Arbeit am Tag mit 9,80 Euro Mindestlohn komme ich monatlich auf knapp
400,- Euro.
Letzte Woche mussten wir ein Extrablatt (Format wie eine Zeitung mit ca. 12 Seiten) zusätzlich austragen, wenn ich jeden Haushalt in meinem Gebiet bediene, sind das ca. 1000 Stück. Briefpost habe ich im Durchschnitt ca. 70 bis 120 täglich. Für die Aktion mit der Zeitung hatten wir 3 Tage Zeit, so dass ich zusammen mit meiner regulären Briefpost auf ca. 9 zusätzliche Stunden komme, da ich hierfür zu Fuß gehen muss, wohingegen ich bei der Briefpost mit dem Auto fahren kann. Inwiefern die Mehrarbeit, wenn überhaupt, vergütet wird, konnte uns nicht mal der Betriebsrat sagen, der nur auf dem Papier besteht.
Nun soll diese Woche noch mal eine solche Aktion durchgeführt werden (das 2. Extrablatt des Extrablattes, wobei ich nicht weiß, wie viele solchen Exemplare da noch geplant sind).
Zu meiner Situation muss ich sagen, dass ich 2 Schulkinder habe und die Arbeit nur als Nebenbeschäftigung ausübe, mein Mann hat einen Vollzeitjob.
Bisher war das wirklich prima, da ich bei meinen 2 Stunden täglich immer gegen 11 Uhr schon wieder zuhause war.
Bei schon erneuten 1000 Zusatzzeitungen wären das noch mal 9 zusätzliche Arbeitsstunden.
Hier komme ich über die 400 Euro-Grenze und ich glaube nicht, dass das mit dem Extrablatt ein Ausnahmefall war.
Zudem steht in meinem Arbeitsvertrag nichts von Zeitungszustellung, sondern „Brief- und Postzustellung“.
Wenn ich meinen Kollegen sage, dass ich mich weigere, dies noch mal zu machen, meckern sie, ich fiele ihnen in den Rücken, weil sie die Mehrarbeit dann machen müssen. Bei uns haben manche einen Vollzeit, Teilzeit, und auch Gleitzonenjob, werden also nicht alle gleiche vergütet.
Morgen früh Meeting der Zusteller mit dem Stellvertreter vom Chef, der sich ganz clever in den Urlaub verdrückt hat.
Ich weiß nicht, ob ich bei diesem Meeting meine Situation schildern soll, ist vielleicht besser, ich höre mir mal alles an und entscheide dann. Zu ihm allein kann ich immer noch gehen, ehe dass ich es noch mehr verderbe mit meinen Kollegen.
Wie ist das mit der rechtlichen Situation bei Mehrarbeit im Minijob, kennt sich jemand aus?

Eine Antwort auf den konkreten Fall wird hier keiner geben, da hier keine Rechtsberatung durchgeführt werden darf.

Aber Fragen stellen darf man ja :smile: Daraus kannst Du Dir ja evtl. eine Entscheidung basteln.

  1. Welche Uhrzeiten wurden denn für die Arbeitszeit festgelegt bzgl. der Kinder?

  2. Wieso redest Du nicht unter 4 Augen mal mit dem Obermacker da bzgl. des Kinderproblems und daß Du den Job ja nur genommen hast, um auch pünktlich nachhause zu kommen?

Guten Tag,

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Hallo!
Bezüglich der Arbeitszeiten wurde gar nichts ausgemacht.
Ich bin damals mit einer Kollegin mitgefahren und war gegen 12 Uhr wieder zuhause, deren Tour habe ich dann übernommen, weil sie einen neuen Job hatte.
Ich werde zum Obermacker gehen, er hat selbst darum gebeten im Mitarbeitergespräch heute morgen.
Habe ihm gesagt, in meinem Arbeitsvertrag steht nix von Zeitungszustellung und selbst bei Bezahlung der Mehrarbeit käme ich über die 400 Euro Grenze.
Er meinte dann, er müsse sich meinen Einzelfall mal genauer ansehen.
Im Klartext heißt das wohl, ich werde den Job schmeißen.
Habe mich geweigert, die Zeitung nochmal zuzustellen.
Mal sehen, was er dazu sagt, davon weiß er noch nichts.
Suche mir jetzt was anderes.
Danke trotzdem, LG