45 Hausbesitzer gegen den Schornsteinfeger!

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

45 Hausbesitzer gegen den Schornsteinfeger!

In einer Neubausiedlung ( D-15366 Neuenhagen ) trifft das Geschäftsmodell der „Bezirksschornsteinfegermeister“ aus dem Jahre 1935 auf massiven Protest.

Alle Häuser haben modernste Heiztechnik, die keinen Schornsteinfeger benötigt und einen Wartungsvertrag mit einer Heizungs-Service-Firma.

Trotzdem fordert der Schornsteinfeger jährlich 47,55 Euro je Haus, für eine technisch unnötige Tätigkeit.
Dazu der Ersteller einer Unterschriftenliste, Herr Scharf, „Besser kann man eine … Verbraucherabzockung nicht
gestalten“.

Stimmen aus Naturwissenschaft, Technik und Handwerk zum Schornsteinfeger-Problem:

Dr. Michael Rettenberger, Chemiker :
Das exklusive Monopol der „Bezirksschornsteinfegermeister“ hat sich in Hinblick auf die wissenschaftlich-technische Notwendigkeit ihres Tätigkeitsfeldes als nicht mehr zeitgemäss, als überflüssig, erwiesen.

Joachim Datko :
Für mich als Handwerker, Ingenieur und Physiker ist jede Begegnung mit dem Schornsteinfeger eine Begegnung mit einem Relikt aus dem Mittelalter.

Für die Bundesrepublik Deutschland, der Wirtschaftsminister:

Ziel sei die "Aufweichung des Gebietsmonopols? von Schornsteinfegern und damit eine Kostenentlastung für die Bürger.

Informationen und die Unterschriftenliste finden Sie unter:

www.Kontra-Schornsteinfeger.de
-> Gast-Kommentare
-> 05-17 Heinz Scharf

Joachim Datko, Regensburg

Webmaster
www.Kontra-Schornsteinfeger.de
www.Schornsteinfeger-KO.de
www.monopole.de

Hallo !

Laß doch mal das Wort „Schornstein und Feger“ weg ! Dieser Mensch ist bei modernen Heizungen sicher überflüssig.

Aber - der „Heizungskontrolleur“ wird immer wichtiger. Eine so komplizierte Einrichtung wie ein moderner kessel muß geprüft werden

Macht es nicht der „Schornsteinfeger“, müßte es der Heizungsmonteur tun und der ist dreimal so teuer.

Man sollte dem Schornsteinfeger endlich einen neuen Namen geben, nämlich „Umweltbeauftragter für Heizungen“ oder ähnlich.
gruß max

Hallo Joachim,

ja, ja, nichts von der Sache verstehen, aber Unterschriftenlisten machen, so haben wir es gerne. Fakt ist, dass das kehren der Kamine bei modernen Anlagen recht überflüssig ist. Fakt ist aber auch, dass auch bei modernen Anlagen gefährliche Stoffe wie z.B. Erdgas eingesetzt werden, und Kontrolle da Not tut, damit nicht plötzlich die Hütte indie Luft fliegt, nur weil ein extrem billiger Wartungsdienst es im Sinne der Kostenoptimierung nicht so genau nimmt.

In meiner letzten Wohnung (Neubau Mitte der 90er Jahre) ist es mir höchst persönlich letztes Jahr passiert, dass der gute Mann plötzlich klingelte und mich auf ein - momentan noch harmlos geringes - Ausströhmen von Gas aufmerksam machte, weil es eben sein Job ist, stur nach Schema F auch an einer so neuen Anlage bei jedem Besuch mal nach Gaslecks zu forschen, was der Wartungsdienst wohl eher nicht tut. Für diese zusätzliche Sicherheit zahle ich jedenfalls gerne die paar Euro.

Ein anderes Thema sind die Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte ggf. verbunden mit zu hohen Verbrauchswerten. Kein Wartungsdienst hat im Zweifel Interesse daran einzuräumen, wenn eine neue Anlage damit Probleme hat. Nur der Schornsteinfeger kann sich diesen „Luxus“ gönnen und auch mal über eine schlecht oder vollkommen falsch installierte oder betriebene Neuanlage so lange zu meckern bis das Ding - im Interesse des Betreibers - optimal läuft.

Und dann wären da noch die ganzen jetzt wieder so modernen offenen Feuerstellen. Möchte mir nicht ausmalen, was da alles für gefährlicher Murks von Laien mit Baumarktmodellen angestellt würde, wenn der Schornsteinfeger da nicht die Hand drauf hätte. Und würde eine Hütte deshalb abbrennen hieße es sofort wieder, dass man solche Dinge nicht ohne Kontrolle in Laienhände geben dürfte. Wie gut, dass man es bei uns auch nicht tut und ein Schornsteinfeger darauf achtet, dass man nur eine ungefährlich zu betreibende Anlage einbauen darf. Zudem spart dies Geld und Ärger. Fachmännischen Rat bekommt man in dem Zusammenhang nämlich kaum irgendwo sonst so billig. Bevor unser Ofen eingebaut wird, werden wir jedenfalls mit dem Schornsteinfeger erst einmal ein Date machen und uns von dem erklären lassen, was wir da wie maximal anschließen können um hinterher viel Freude an dem Teil zu haben. Verkäufer haben da eher andere Ziele.

Gruß vom Wiz

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Hallo Joachim!

Alle Häuser haben modernste Heiztechnik, die keinen
Schornsteinfeger benötigt…

In Deinem Haus ist selbstverständlich alles in Ordnung, keiner hat an den Gasleitungen herum gebastelt, der Raum mit der Gastherme bekommt genügend Luft, die Therme wurde mit keiner Häkeldecke verziert und der Raum ist nicht deckenhoch mit brennbarem Material zugemüllt. Außerdem bist Du nicht auf die Idee gekommen, am gleichen Schornsteinzug den gemütlichen Wohnzimmerkamin anzuschließen. Außerdem hast Du einen Wartungsvertrag mit einem Heizungsbaubetrieb abgeschlossen. Hat Dein Nachbar in der verdichtet bebauten Neubausiedlung auch so einen Wartungsvertrag oder wurde der Vertrag gekündigt, weil die letzte Rechnung nicht bezahlt oder überhaupt die Kasse gerade klamm war? Oder hat ein Nachbar im Heizungsraum seine Bastelecke mit Holzstaub und Lösungsmitteln eingerichtet? Dann wird es u. U. demnächst fürchterlich krachen und auch von Deinem Haus bleibt nicht viel übrig.

Ein Schornsteinfeger heißt Schornsteinfeger, weil er früher tatsächlich vorwiegend Schornsteine fegte. Inzwischen hat sich die Tätigkeit zur Feuerstättenkontrolle gewandelt, wobei die Kaminreinigung nur noch eine Aufgabe am Rande ist. Mit der Argumentation, am Schornstein gäbe es nichts zu fegen, greifst Du zu kurz und kommst deshalb damit nicht weit.

Auch ich empfinde regelmäßige wiederkehrende Ausgaben und Monopole als lästig. Andererseits kann man Umwelt- und Brandschutz vergessen, wenn nicht alle Feuerstätten flächendeckend und regelmäßig kontrolliert werden.

Über die Monopolstellung des Bezirksschornsteinfegermeisters läßt sich trefflich streiten, nicht aber über die zu erledigende Aufgabe. Dabei darf niemand glauben, daß ein Dutzend in der Region tätiger Wartungsbetriebe mit wechselndem Personal zuverlässiger und preiswerter arbeiten, als der von Haus zu Haus gehende Monopolist. Zudem guckt der Schornsteinfeger ohne eigenes Interesse an Reparaturen und Verkauf leidenschaftslos nach Zustand und Umfeld der Feuerstätte. Dem Urteil des Heizungsmonteurs mit eigenem Interesse am Verkauf würde ich dabei nicht über den Weg trauen, weil er kein unabhängiger Gutachter wie der Schornsteinfeger ist.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

wenn entsprechend moderne Heizungen eingebaut sind, verlängert sich die Kontrollfrist auf 24 Monate. Ob das bei Euch zutrifft, müsst ihr allerdings selbst aus den Bestimmungen rauslesen, da es von Eurer Heiztechnik abhängt.

Gruß,
Micha

Moin!

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Ich bin auch ein Freund des Vermeidens überflüssiger Ausgaben. Angenommen, das Monopol und die Verpflichtung zur Feuerstättenkontrolle entfallen, was wird dann wohl die Folge sein?

Richtig: Es wird ähnlich der Kfz-Versicherung ein Mehrklassensystem bei der Feuerversicherung geben. Kriterien könnten das Alter der Anlage, regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb und Feuerstättenkontrolle durch den Schornsteinfeger sein.

Andere Möglichkeit: Die Feuerversicherung schreibt die regelmäßige Feuerstättenkontrolle vor, andernfalls gibt’s Haftungsausschlußklauseln. Selbst wenn das Monopol fällt, würde ich einen entsprechend qualifizierten Fachmann mit der regelmäßigen Kontrolle beauftragen, alles andere kommt mich langfristig zu teuer.

Munter bleiben… TRICHTEX

Obwohl hier viele über doch wichtigen Aufgaben des Schornsteinfegers schreiben, möchte ich hier mal etwas ketzen.
Mich ärgert dieses Monopol auch (genauso wie das der Apotheken, BTW).
AFAIK existiert dieses Monopol nur noch in Ö und D.
Wenn die Tätigkeit des SF so wichtig und nutzbringend ist warum
a) sterben dann bei uns noch immer Leute an Fehlern in Heizungssystemen?
b) sind all die Länder, in denen es derartige Monopole nicht gibt nicht voll von Brandruinen?

Es ist mir schon klar, daß eine Heizung auch Wartung braucht, aber das kann der Heizungstechniker, gleich mit übernehmen, wenn er ohnehin kommt. Gebietsmonopole sind völlig sinnlos - innerhalb der EU müßte ich jeden SF mit der Kehrung beauftragen dürfen.

LG
Stuffi

Hi Stuffi,

Wenn die Tätigkeit des SF so wichtig und nutzbringend ist
warum
a) sterben dann bei uns noch immer Leute an Fehlern in
Heizungssystemen?

die meisten dieser Unfälle passieren, weil trotzdem daran rumgeschraubt wird.
Von den Nutzern!

b) sind all die Länder, in denen es derartige Monopole nicht
gibt nicht voll von Brandruinen?

Da sind die Versicherer in die Bresche gesprungen.
In F gibt es z.B. eine rigorose Prämienpolitik. Wer keine (ziemlilch teure) Wartungen durchführt kommt in der (Pflicht)versicherung ziemllich schnell nach oben.
Billiger ist das nach AUssagen eines Freundes auf keinen Fall.

Es ist mir schon klar, daß eine Heizung auch Wartung braucht,
aber das kann der Heizungstechniker, gleich mit übernehmen,
wenn er ohnehin kommt.

Gegenfrage:
Warum den TÜV?
Wenn Du die Inspektion machst, kann die Werkstatt doch auch alle fälligen Reparaturen durchführen. Einige würden das sicher machen, aber die meisten - ?

Gandalf