CDU und FDP erhalten zusammen 46,9% und 35 Mandate, die restlichen Parteien 48,4% und 34 Mandate. Hm, irgendwie unlogisch … Müsste man da nicht eine Klausel in die Wahlgesetze einfügen, die solche Paradoxien verhindert?
bin mir dessen zwar nicht ganz sicher, aber ich glaube, diese vermeintliche Paradoxie
CDU und FDP erhalten zusammen 46,9% und 35 Mandate, die
restlichen Parteien 48,4% und 34 Mandate. Hm, irgendwie
unlogisch … Müsste man da nicht eine Klausel in die
Wahlgesetze einfügen, die solche Paradoxien verhindert?
Kommt eben gerade deshalb zustande, weil der SSW auch ohne 5%-Hürde Mandate bekommt (als einzige Partei in der BRD). Deshalb die Verschiebungen. Ohne dir jetzt Genaueres erklären zu können.
Dazu kommt noch der SSW, für den die 5%-Hürde nicht zählt. Abgesehen von dieser Ausnahme darf man für die Sitzverteilung natürlich nicht die Resultate derjenigen Parteien mitzählen, die unter der 5%-Hürde liegen. Diese fallen sozusagen komplett weg. So kann man sagen, dass in der Regel ein Stimmenanteil von 48 % für die absolute Mehrheit der Sitze reicht (Überhang- und Ausgleichsmandate jetzt mal vernachlässigt).
Gruß Alex
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
die Zahlen stimmen schon. Das waren die Daten unmittelbar bevor ein Sitz von FDP zu SPD „wanderte“ bzw. den ganzen Abend lang. Es zeigt ganz einfach, dass bei hinreichend kleinen Mandatszahlen eine falsche Abbildung des Wahlergebnis möglich wird … D. h. um ein Haar hätten CDU und FDP mit weniger Stimmen mehr Mandate erreicht als der Rest im Landtag vertretenen Parteien mit mehr Stimmen.
Gruß Henning.
Hallo Henning,
ich weiss nicht, woher du diese Zahlen hast, die aktuellsten
sehen so aus: CDU/FDP 46,8 % (34 Sitze) ; SPD/Grüne 44,9 % (33
Sitze)
hi,
solche ergebnisse sind in vielen fällen sehr normal. in österreich z.b. machte lange zeit die övp mit weniger stimmen tendenziell mehr mandate, weil die mandate auf die wahlkreise nach bevölkerungszahl verteilt waren, nicht nach der zahl der stimmberechtigten. da in ländlichen bezirken prozentuell mehr kinder geboren werden (jedenfalls: wurden), waren mandate in ländlichen gebieten billiger als in städtischen.
auch das ergebnis bush vs. gore 2000 hatte ähnliche merkmale. gore hatte deutlich mehr stimmen, bush hatte mehr wahlmänner (also in etwa: mandate). wahlsysteme mit vielen kleinen wahlkreisen und direktmandaten unterstützen tendenziell die entfernung der mandatszuteilung von den stimmenanteilen. so kann auch die zweitstimme in deutschland bei vielen direktmandaten nicht unbedingt sicherstellen, dass die mandatszuteilung den stimmenverhältnissen entspricht.
hth
m
Hallo Henning,
in den aktuellen Wahlgesetzen werden zur Verhinderung der chaotischen Zustände in der Weimarer Republik (mit -zig kleinen Parteien mit jeweils einem Sitz) die größeren Parteien gegenüber den kleineren bevorzugt. Dazu gibt es neben der 5-Prozent-Hürde das sogenannte D’Hondtsche Höchstzahlverfahren. Wie das genau funktioniert, siehst Du hier: http://www.wahlrecht.de/verfahren/dhondt.html
Große Parteien benötigen für einen Sitz weniger Stimmen als die kleinen Parteien.
Also: nicht paradox, sondern Absicht.
Gruß
Axel
Dazu gibt es neben der
5-Prozent-Hürde das sogenannte D’Hondtsche
Höchstzahlverfahren. Wie das genau funktioniert, siehst Du
hier: http://www.wahlrecht.de/verfahren/dhondt.html
Große Parteien benötigen für einen Sitz weniger Stimmen als
die kleinen Parteien.
Also: nicht paradox, sondern Absicht.
es ist richtig, dass das d’Hondtsche verfahren größere parteien begünstigt; es erklärt aber nicht, warum geringere stimmenanteile mehr mandate bedeuten können.
m.
es ist richtig, dass das d’Hondtsche verfahren größere
parteien begünstigt; es erklärt aber nicht, warum geringere
stimmenanteile mehr mandate bedeuten können.
wenn sich der eine Anteil (46,9) aus einer grossen und einer kleinen Partei zusammensetzt, der andere Anteil (48,4) aber aus einer (nicht ganz so grossen) und zwei kleinen Parteien, wird es aber wieder richtig…