Bei
einem Spitzensteuersatz von 42% wird von den
über-300KEuro-Verdienern tatsächlich ein durchschnittlicher
Steuersatz von 41% gezahlt. Das bedeutet, daß da tatsächlich
einiges runtergerechnet wird, aber bis 25% ist es schon noch
ein Stück…
hi,
abgesehen von parteipolitisch gewollten zahlen, kann ich dem nicht recht trauen.
nehmen wir mal ein bsp.: ein freiberuflicher architekten A, er macht mit seinem büro folgende zahlen:
umsatz 500.000 EUR
sonst. kosten 364.000 EUR
leasing kfz 36.000 EUR
gewinn 200.000 EUR
zum einen ist „ungerecht“ (keine neiddebatte), dass der freiberufler seine betriebskosten direkt ansetzen kann. hier besteht schonmal die möglichkeit persönlichen luxus von der steuer absetzen zu können. bsp. sind eben der leasing-jaguar, geschäftsessen im nobel-italiener etc. zwar gibt es die gesetzliche voraussetzung, das privatentnahmen (kfz, telefon etc.) als einnahme gebucht werden müssen. aber dass passiert i.d.R. (praxis) selten korrekt. wieviele handygespräche werden auch privat geführt, auf wievielen geschäftsessen ist die frau des A dabei oder welche geschäftsreise ist denn wirklich nur geschäftlich? hier besteht für die finanzverwaltung bei festsetzung der steuer kaum eine kontrollmöglichkeit. diese bekommen maximal den kontennachweis zu gesicht und da steht dann: „Telefon 12.000 EUR“.
halten wir fest: A hat hohe chancen ungesehen schon die „basis-einkünfte“ zu manipulieren.
nun gehen wir weiter: mit den 200.000 EUR werden natuerlich anlagen getätigt. ob es nun die immobilie, der medienfonds oder die KG beteiligung am chinesischen frachtschiff ist. der graue kapitalmarkt in deutschland lebt vorrangig von der „steuersparwut“ der deutschen.
gehen wir also mal von einem fremdfinanzierten immobilienkauf aus, das wohn- und geschäftshaus des A. dieses kauft natuerlich die frau des A, so kann effektiv „noch die miete gespart“ werden, diese zahlt A an die frau, ist also nur verlagerung von EM–>EF.
da das objekt vollfinanziert mit hohem disagio ist, ggf. noch sonderabschreibungen, anschaffungsnahe erhaltungsaufwendungen von 14,5% anfallen, betragen die einkünfte der frau in den ersten jahren nur - 20.000 EUR.
wenn A sich nicht zu dumm angestellt hat, sollte im besten fall die finanzierung so gesichert sein, das kurze zeit nach ablauf der verlustphase ein weiteres objekt gekauft werden kann.
familie A hat also einen gesamtbetrag der einkünfte von 180.000 EUR.
gerade bei diesen „rechnungen“ und modellen sparen die menschen aber steuern. das obige beispiel habe ich selber betreut, war natuerlich kein architekt, aber ein anderer freiberufler. er hatte eine gute geschäftsidee und hat sich innerhalb von 20 jahren mit seiner praxis „hochgearbeitet“. hat zur zeit 4 immobilienobjekt im gesamtwert von ca. 1Mio. EUR. rate mal wieviel steuern gezahlt wurden in den letzten 10 jahren? „nicht der rede wert“… jedenfalls, wenn ich die summe der vermögensmehrung und privatentnahmen in cash dieser steuerbelastung gegenüberstelle.
das ist das steuerproblem von deutschland.
natuerlich kann sich ein bürger mit 1Mio. einkünften nicht ganz arm rechnen, im spitzensteuersatz wird er bleiben, aber es ist schon ein unterschied ob ich diesen auf 900.000 oder auf 600.000 EUR bezahle, oder?
insoweit finde ich bspw. den ansatz von pauschalen viel besser (kirchhof-modell), da hier keine möglichkeiten mehr zur „gestaltung“ vorliegen.
gruss vom
showbee