47000 Euro

Hallo Experten!

Wenn ich das neue Steuermodell von der CDU begriffen habe , soll jeder 25 % Steuern zahlen.

Laut Steuertabelle werden 25 % erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 47000 € fällig.

Zu versteuerndes Einkommen unter 47 Mille wird also zur Zeit geringer versteuert als nach der Wahl im September.

Wollen die uns veräppeln ?

Gruß Feudelio

Hallo Feudelio,

Wollen die uns veräppeln ?

es lebe das Umverteilen von unten nach oben!!!

Gandalf

Hallo,

darf ich fragen, wo die Steuertabelle einzusehen ist?
Wusste nicht, dass der Spitzensteuersatz bei einem Einkommen unter 47T€ bei 25% liegt.

Thorsten

hi,

hier werden äpfel mit birnen verglichen. man darf bruttoeinnahmen nicht mit einkünften und die nicht mit einkommen verwechseln. ist kompliziert, aber aktuell so.

aktuell geht es grob so:

bruttolohn

  • werbungskosten
    = einkünfte
  • sozialversicherung (begrenzt)
    = einkommen
    x tarif
    = steuer

bei kirchhof werden

brutto

  • div. freibeträge
    = einkommen
    x tarif
    = steuer

da hier der ansatz von WK & SoA geändert wird, also ein GANZ ANDERES einkommen errechnet wird, kann der tarif in % nicht verglichen werden!

im übrigen sollte dann unterschieden werden zwischen grenzsteuersatz und durchschnittssteuersatz.

gerade der grenzsteuersatz ist für die ermittlung der belastung eines mehrverdienstes relevant (wieviel steuern zahle ich mehr, wenn ich x euro mehr verdiene).

der durchschnittsteuersatz ist für die ermittlung der absoluten belastung relevant (wieviel steuern zahle ich vom einkommen in %).

so, dann vergleicht weiter.

der showbee

p.s. nebenbei (ACHTUNG WERBUNG), berechnungen gibt es im aktuellen spiegel und die sind gut und nachvollziehbar.

Hallo showbee,

p.s. nebenbei (ACHTUNG WERBUNG), berechnungen gibt es im
aktuellen spiegel und die sind gut und nachvollziehbar.

Anscheinend sind da einige Fehlerschen drin, s. auch
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,372262,00.html

Ciao maxet.

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Um das ganze mal ein bischen konkreter zu machen:

Einkommen 30.000,-
./. WK pausch 920
./. Sonderausg. 2.001 €
= zvE 27.079,-

Steuer für ledigen ohne Kind nach bish. System 4.896 €

Steuer nach Kirchoff:

Einkommen 30.000,-
./. Vereinfachungspauschale 2.000
./. Grundfreibetrag 8.000
./. Sozialausgleich 3.000

= zvE 17.000
x 25% = 4.250 € Steuer nach Kirchoff

Sollte ich mich jetzt nicht verrechnet haben, veräppelt Kirchhoff den ledigen mit 30.000 € Einkommen nicht.
Natürlich kann er bei der heutigen Rechtslage über Werbungskosten noch einiges gutmachen. Um ca. auf die gleich Steuer zu kommen braucht er z.B. einen Arbeitsweg von 31 km.

Beim verheirateten alleinverdiener mit 2 Kindern und auch 30.000 € Einkommen sieht es auch nicht schlechter aus.

Nach heutiger rechtslage kann ich noch einmal 2.001 € Sonderausgaben abziehen --> zvE = 25.078 € Steuer nach Splittingtabelle = 1.882 €

Natürlich bekommt man heute nich 3.696 € Kindergeld, so dass dem verheirateten mit zwei Kindern von diesem nach Steuern noch 1.814 € übrig bleiben.

Nach Kirchhoff bekomme ich noch einmal 3x den Grundfreibetrag = 24.000 €, eine zus. Vereinfachungspauschale von 2.000 € und noch einmal den Betrag für den Sozialausgleich von 3.000 €, d.h. das zvE ist -12.000 €.
Die Steuer ist erst einmal 0.
Wenn ich mich nun nicht irre, müsste es da der Grundfreibetrag für die Kinder i.H.v. 16.000 € sich zu 12.000 € nicht ausgewirkt hat ein „Kindergeld“ i.h.v. 25% auf die 12.000 € geben, d.h. es gibt noch 3.000 € zurück.

Da würde man ja nach Kirchhoff schon wieder besser fahren.

Sollte ich mich jetzt nicht total verrechnet haben, dann gibt es auch sehr viele die nach Kirchhoff besser fahren und das sind nicht unbedingt die besser verdienenden.

Grüße
Chris

hi,

jep. du hast dich nicht verrechnet, solche beispiele bringt er auch in seinen ganzen aufsätzen immer. die große problematik wird aber dennoch die komplettheit sein.

das konzept greift nur, wenn alles so umgesetzt wird. das ist ja immer das problemen bei konzepten die von A-Z aufgestellt werden. hartz4 & co. lassen grüssen, hier haben ja nach dem konzept der bundesrat/tag ordentlich rumgewerkelt und verändert.

sollte bspw. beim kirchhof konzept zuviel CDU rein geraten (bsp. andere steuersätze, andere pauschalen, anderes kindergeld), dann kann sich das konzept schnell als luftnummer oder schuss ins knie verwandeln.

aber das mit der 1:1 übernahme kennen wir ja nun :wink:

bevor echte große reformen angegangen werden können, benötigt EINE partei in BT & BR die hohheit, gleichzeitig eine änderung am föderalistischen system der BRD. erst dann können konzepte wirklich 1:1 umgesetzt werden.

aber wie auch immer. ich bin gespannt, wie CDU oder Kirchhof die ganzen steuervergünstigungen streichen wollen?! von jetzt auf heute kann man fonds-anteilen an geschlossenen fonds, atypische beteiligungen, sonstigen investments, geschäftsmodellen und unternehmensstrukturen das wasser nicht abgraben. zu schnell arbeitet die beraterschaft und findet modelle mittels DBA, Ausland und EuGH…

warten wir erstmal die wahl ab.

gruss vom

showbee

Hallo showbee,

da kann ich Dir leider in keinem Punbkt widersprechen, dass ist halt der unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Schlimm finde ich aber, dass bei uns schon die Theorie vollkommen verrissen wird, weil man sich gar nicht richtig damit beschäftigt, sondern einfach unbesehen glaubt was Populisten aller Parteien einem vom Bildschirm entgegen plärren.

An die praktische Umsetzung wird dann gar nicht mehr herangegangen.

Grüße
Chris

Schlimm finde ich aber, dass bei uns schon die Theorie
vollkommen verrissen wird, weil man sich gar nicht richtig
damit beschäftigt, sondern einfach unbesehen glaubt was
Populisten aller Parteien einem vom Bildschirm entgegen
plärren.

hi,

jep. aber versuche doch mal einem stammtisch-steuer-diskutanten die aktuelle lage zu erklären:

  1. wir haben tarif-sätze und progression
  2. die festzusetzende steuer hängt ab von der ermittlung des einkommens
  3. gerade die ermittlung der einkünfte (schritt vor einkommen) ist zur zeit ungerecht, weil man sich hier „arm rechnen“ kann
  4. die hohen tarife nützen nichts, wenn sie defacto nicht gezahlt werden
  5. niedrige tarife in % bringen bei veränderter einkommensermittlung mehr als aktuelle hohe tarife in %
  6. es geht um den „kampf“ einzelfallgerechtigkeit vs. einfachheit wobei bei einfachheit die mehrzahl profitieren wird als von der zur zeit bestehenden aber nur versuchten einzelfallgerechtigkeit

es ist klar, das kluge erklärer wie kirchhof und & co. daran scheitern, dies medial aufbereitet und selbsterklärend für den steuerbürger, der bisher als schwerstes bei seiner steuererklärung bisher die doppelte haushaltsführung bzw. den ansatz von entfernungspauschale und dienstreisen kannte.

es geht nicht. man bräuchte stunden und enorm papier, beispielrechnungen und natürlich geduld. von sendezeit zur besten ARD-stunde ganz zu schweigen.

nebenbei: ich beteilige mich aus prinzip nicht in den steuerdiskussionen in den politikbrettern. zuviel polemisierung!

gruss vom

showbee

Anmerkung
Hallo,

  1. gerade die ermittlung der einkünfte (schritt vor einkommen)
    ist zur zeit ungerecht, weil man sich hier „arm rechnen“ kann
  2. die hohen tarife nützen nichts, wenn sie defacto nicht
    gezahlt werden

hab’ grad gestern morgen in der Zeitung von aktuellen Zahlen gelesen, die die SPD für den Wahlkampf rausgesucht hat. Bei einem Spitzensteuersatz von 42% wird von den über-300KEuro-Verdienern tatsächlich ein durchschnittlicher Steuersatz von 41% gezahlt. Das bedeutet, daß da tatsächlich einiges runtergerechnet wird, aber bis 25% ist es schon noch ein Stück…

Gruß
Axel

Bei
einem Spitzensteuersatz von 42% wird von den
über-300KEuro-Verdienern tatsächlich ein durchschnittlicher
Steuersatz von 41% gezahlt. Das bedeutet, daß da tatsächlich
einiges runtergerechnet wird, aber bis 25% ist es schon noch
ein Stück…

hi,

abgesehen von parteipolitisch gewollten zahlen, kann ich dem nicht recht trauen.

nehmen wir mal ein bsp.: ein freiberuflicher architekten A, er macht mit seinem büro folgende zahlen:

umsatz 500.000 EUR
sonst. kosten 364.000 EUR
leasing kfz 36.000 EUR
gewinn 200.000 EUR

zum einen ist „ungerecht“ (keine neiddebatte), dass der freiberufler seine betriebskosten direkt ansetzen kann. hier besteht schonmal die möglichkeit persönlichen luxus von der steuer absetzen zu können. bsp. sind eben der leasing-jaguar, geschäftsessen im nobel-italiener etc. zwar gibt es die gesetzliche voraussetzung, das privatentnahmen (kfz, telefon etc.) als einnahme gebucht werden müssen. aber dass passiert i.d.R. (praxis) selten korrekt. wieviele handygespräche werden auch privat geführt, auf wievielen geschäftsessen ist die frau des A dabei oder welche geschäftsreise ist denn wirklich nur geschäftlich? hier besteht für die finanzverwaltung bei festsetzung der steuer kaum eine kontrollmöglichkeit. diese bekommen maximal den kontennachweis zu gesicht und da steht dann: „Telefon 12.000 EUR“.

halten wir fest: A hat hohe chancen ungesehen schon die „basis-einkünfte“ zu manipulieren.

nun gehen wir weiter: mit den 200.000 EUR werden natuerlich anlagen getätigt. ob es nun die immobilie, der medienfonds oder die KG beteiligung am chinesischen frachtschiff ist. der graue kapitalmarkt in deutschland lebt vorrangig von der „steuersparwut“ der deutschen.

gehen wir also mal von einem fremdfinanzierten immobilienkauf aus, das wohn- und geschäftshaus des A. dieses kauft natuerlich die frau des A, so kann effektiv „noch die miete gespart“ werden, diese zahlt A an die frau, ist also nur verlagerung von EM–>EF.

da das objekt vollfinanziert mit hohem disagio ist, ggf. noch sonderabschreibungen, anschaffungsnahe erhaltungsaufwendungen von 14,5% anfallen, betragen die einkünfte der frau in den ersten jahren nur - 20.000 EUR.

wenn A sich nicht zu dumm angestellt hat, sollte im besten fall die finanzierung so gesichert sein, das kurze zeit nach ablauf der verlustphase ein weiteres objekt gekauft werden kann.

familie A hat also einen gesamtbetrag der einkünfte von 180.000 EUR.

gerade bei diesen „rechnungen“ und modellen sparen die menschen aber steuern. das obige beispiel habe ich selber betreut, war natuerlich kein architekt, aber ein anderer freiberufler. er hatte eine gute geschäftsidee und hat sich innerhalb von 20 jahren mit seiner praxis „hochgearbeitet“. hat zur zeit 4 immobilienobjekt im gesamtwert von ca. 1Mio. EUR. rate mal wieviel steuern gezahlt wurden in den letzten 10 jahren? „nicht der rede wert“… jedenfalls, wenn ich die summe der vermögensmehrung und privatentnahmen in cash dieser steuerbelastung gegenüberstelle.

das ist das steuerproblem von deutschland.

natuerlich kann sich ein bürger mit 1Mio. einkünften nicht ganz arm rechnen, im spitzensteuersatz wird er bleiben, aber es ist schon ein unterschied ob ich diesen auf 900.000 oder auf 600.000 EUR bezahle, oder?

insoweit finde ich bspw. den ansatz von pauschalen viel besser (kirchhof-modell), da hier keine möglichkeiten mehr zur „gestaltung“ vorliegen.

gruss vom

showbee

Hallo,

  1. gerade die ermittlung der einkünfte (schritt vor einkommen)
    ist zur zeit ungerecht, weil man sich hier „arm rechnen“ kann
  2. die hohen tarife nützen nichts, wenn sie defacto nicht
    gezahlt werden

hab’ grad gestern morgen in der Zeitung von aktuellen Zahlen
gelesen, die die SPD für den Wahlkampf rausgesucht hat. Bei
einem Spitzensteuersatz von 42% wird von den
über-300KEuro-Verdienern tatsächlich ein durchschnittlicher
Steuersatz von 41% gezahlt.

Zahlen und die SPD, ein ewiges Drama.

Bei einem zu versteuerndem Einkommen (was ja gerade bei den besser verdienenden weit unter den Einkünften liegt) von 400.000 € ergibt sich ein Durchschnittssteuersatz von 40,02 %.

Da kann man nicht mal behaupten da hätte einer aufgerundet.

Nehmen wir mal an, der hat eigentlich Einkünfte von 500.000, dann sinkt dieser auf 32,02 %, da ist die Spanne zu 25% schon nicht mehr weit.

Grüße
Chris

Grüße
Chris

Ergänzung
Hallo,
ich habe nochmal ein wenig gegoogelt. Und das:
http://www.sueddeutsche.de/,wirl3/wirtschaft/artikel…
gefunden. Ich weiß natürlich nicht, woher Eichel diese Zahlen hat, aber sie sind deutlicher als ich das im Kopf hatte.

Zahlen und die SPD, ein ewiges Drama.

Das gilt wohl für alle Parteien.

Gruß
Axel

Steuer der Einkommensmillionäre
Hi,

danke für den Link

Natürlich ist das Geschreibsel insoweit falsch, als der Gesamtbetrag der Einkünfte zum Maßstab genommen wurde. Das ist das Ergebnis aller einzelnen Einkünfte. Und genau hier können die Reichen sich arm rechnen:
durch Verluste aus Gewerbebetrieb oder Vermietung und Verpachtung werden die positiven Einkünfte vermindert. Gerade die Verlustzuweisungsgesellschaften sind darauf aus, solche steuerlich verwertbaren Verluste in den ersten Jahren nach Zeichnung der Beteiligung zu erzeugen. Manche Reiche gönnen sich deshalb jeden Dezember eine passende neue Beteiligung…

Da sieht man wieder wie wenig die Politiker und die Presse von Steuern Ahnung haben…

Viele Grüße
C.