5-saitige Renaissancefidel

Ich spiele in einem Ensemble Renaissance- und frühe Barockmusik. Zum Instrumentarium gehört u.a. auch eine Renaissancefidel mit 5 Saiten. Ich habe bisher die Fidel wie eine Violine und Viola bespannt (C-G-d-a-e), nicht zuletzt auch deshalb, weil ich als Bratschist mit dem Quintabstand besser zurecht komme. Allerdings glaube ich, dass es hier eine authentische Saitenbespannung geben müsste (Darmsaiten, vielleicht Quartstimmung wie bei Gamben), habe aber nirgendwo Angaben dazu gefunden. Wer weiß da Bescheid und kann mir helfen?

Hallo Albert,

hilft dir das weiter:

http://www.historische-musikinstrumente.de/Ubersicht… ?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Danke für den Hinweis!
Die Angaben dort bestätigen zumindest die Möglichkeit, die Fidel in Quinten (wie Violine und Viola zusammen) zu stimmen. Die zweite Stimmung, die dort angegeben ist, eignet sich wohl eher für den solistischen Einsatz der Fidel (Bordunquinte in C).

Dennoch glaube ich, dass es noch eine andere Stimmung gibt. Ich werde weiterforschen.

Vielen Dank noch einmal
Albert

Hallo Albert,

ich habe noch einmal im Riemann nachgeschlagen. Demnach gibt es für fünfsaitige Fideln drei mögliche Arten der Stimmung:

  1. D G g d1 d1 (die D-Saite ist eine Bordunsaite und läuft außerhalb des Griffbrettes)
  2. G d g d1 g1
    und
  3. GG d c1 c1

Und dann folgt noch:
„Die seit etwa 1920 (P. Harlan) gebauten F.(ideln) sind zum Teil nicht historisch, sondern tragen Merkmale u. a. der Violen. Sie sind meist fünfsaitig in Quint-, seltener in Quart-Terz-Stimmung; … die kleinen Instumente des F-(idel)-Quartetts (c g d1 a1 e2 bis F c g d1 a1).“

Soll ich noch einmal ins MGG schauen?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

Soll ich noch einmal ins MGG schauen?

Ja, bitte.

„Die seit etwa 1920 (P. Harlan) gebauten F.(ideln) sind zum
Teil nicht historisch, sondern tragen Merkmale u. a. der
Violen. Sie sind meist fünfsaitig in Quint-, seltener in
Quart-Terz-Stimmung; … die kleinen Instumente des
F-(idel)-Quartetts (c g d1 a1 e2 bis F c g d1 a1).“

So wie es aussieht habe ich zwei von der Sorte in unterschiedlicher Grüße mit sechs Seiten wahrscheinlich in Quart-Terz-Stimmung. Wer ist also P. HArlan?

Schon mal vielen Dank für die Bemühungen.
Stefan

Hallo Stefan,

Soll ich noch einmal ins MGG schauen?

Ja, bitte.

ich suche gerade nach der CD und melde mich sofort, wenn ich sie gefunden habe.

Wer ist also P. HArlan?

http://www.teutoburgerwald.regionalmagazine.de/servl…

Herzliche Grüße

Thomas Miller

MGG
Hallo Stefan,

Soll ich noch einmal ins MGG schauen?

Ja, bitte.

es tut mir leid, aber ich kann die MGG-CD gerade nicht finden, hoffentlich ist sie beim Umzug nicht unter die Räder gekommen (ich meine mich zu erinnern, dass ich sie in der neuen Wohnung schon benutzt habe, weshalb ich noch nicht wirklich beunruhigt bin). Ich kann also leider im Moment nicht hineinsehen, aber eine Ausgabe findet sich ja in jeder (besseren) Bibliothek. Meine CD umfasst natürlich auch nur die alte Ausgabe, und der Buchstabe F wie Fidel ist in der neuen Ausgabe ja bereits erschienen. Falls ich die CD zufällig finde, sag ich noch mal bescheid, aber im Moment kann ich leider keine intensive Suchaktion starten.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Später Nachtrag
Hallo Albert,

ich habe gerade durch Zufall die MGG-CD entdeckt. Dort steht unter „Fidel“ zur Stimmung folgendes:

„Die Fünfsaitigkeit als den klass. Fidelbezug bestätigt 1274 Elias Salomonis: »… quod in viella non sunt nisi quinque chordae.« Die frühesten Angaben über die Stimmung der Fidel enthält der Tractatus de Musica des im späten 13. Jh. in Paris lebenden Dominikanermönches Hieronymus de Moravia (CoussS I; neu hrsg. und kommentiert von M. Cserba, Regensburg 1935). Hieronymus teilt folgende drei, uns Heutigen merkwürdig tief erscheinenden Stimmungen mit: D (Bordun), G, G, d, d (Umfang bis a); G, D, G, d, g (Umfang bis d); G, G, D, c, c, oder nach Cserba G, G, E, c, c. Die zweite dieser Stimmungen, die bordunfrei ist, ist geeignet für weltliche und andere unregelmäßige Stücke, die sich in ihrer Melodie ungehindert des ganzen Tonraumes bedienen wollen.“
[Die Musik in Geschichte und Gegenwart: Fidel, S. 10. Digitale Bibliothek Band 60: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 22471 (vgl. MGG Bd. 04, S. 162-163) © Bärenreiter-Verlag 1986]

Hilft das weiter?

Herzliche Grüße

Thomas Miller