500 weisse Blutkörperchen

hallo miteinander

Ich hatte beim Arzt einen Urintest machen lassen, der ein zu hoher Anteil an weissen Blutkörperchen als Resultat aufwies. Daraufhin schickte der Artz die Probe ins Labor und lies sie auf drei Infektionskrankheiten hin untersuchen, (leider weiss ich nicht was für welche) die alle negativ waren.
In meine Akte schrieb er dass ich 500 weisse Blutkörperchen gehapt hätte, ich nehme an dass bedeute 500.000pro mm^3 aber so ein Wert ist doch fast nicht möglich oder? Hätte er hier nicht mind noch mals eine Urinprobe nehmen müssen anstatt mich einfach zu entlassen? Es könnte doch auch was anderes sein als eine Infektion!
Leider war mein Artz sehr sehr Wortkarg!
Soll ich nochmals um einen Termin bitten oder muss ich mir keine Sorge machen?
Danke euch

Hallo,

Der Wert wird normalerweise in µl (microliter) gemessen, also in deinem Fall 500 µl. Eine Frage: ist denn dein Urin trüb und/ oder geruchstechnisch etwas auffällig? Das würde dann eventuell schon auf eine Entzündung im Nieren-Harntrakt hinweisen. Ich würde bei dem Arzt noch mal nachfragen, ob denn eine Kontrolle vorgesehen ist, eventuell hat nur die Arzthelferin verpennt dir noch mal ein Becherchen mitzugeben. Falls du aber mit dem Arzt partout gar nicht zurecht kommst, dann wäre ein Wechsel vielleicht in Betracht zu ziehen, war das denn dein Hausarzt und bist du ansonsten mit ihm zufrieden?

Leukozyten im Urin (man misst die Leukozytenesterase und schließt auf die Zahl der Zellen) sind immer Zeichen einer Entzündung der Harnwege.
Also wieder hingehen und Nachkontrolle verlangen.
Udo Becker

ca. 500 Leuko pro µl Urin
Hallo,

Daraufhin schickte der Artz die Probe ins Labor und lies sie
auf drei Infektionskrankheiten hin untersuchen, (leider weiss
ich nicht was für welche) die alle negativ waren.
In meine Akte schrieb er dass ich 500 weisse Blutkörperchen
gehapt hätte,

Wenn man einen Urinteststreifen benutzt, der u. a. ein Feld für Leukozyten besitzt, den man in einen nicht zentrifugierten, gut durchmischten Mittelstrahlurin taucht, dann erhält man semiquantitativ bei entsprechender Färbung des Leukofeldes beim Vergleich mit der Testbox die Angabe: ca. 500 Leukozyten (Granulozyten) pro 1µl. Das entspricht bei Böhriger dem höchsten vorhandenen Vergleichsfeld.

In dem Fall muss man immer ein Urinsediment herstellen, das man mikroskopisch betrachtet, denn dann will man auch wissen, ob Bakterien etc. vorhanden sind. In diesem Fall könnte man feststellen lassen, um welche Keime es sich handelt.

Man weiß hier nicht, in wieweit die Arztpraxis in der Lage ist, derartige Untersuchen am Ort durchzuführen, oder ob die alles erst wegschicken müssen, um Klarheit zu haben.

Das Wichtigste ist dabei immer die fachgerechte Gewinnung einer Urinprobe (Präanalytik beachten):

Man weiß jetzt hier nicht, ob Du Mann bist oder Frau. Denn besonders bei Frauen ist die Gewinnung von MITTELSTRAHLURIN äußerst wichtig, weil eine sofort in den Becher abgegebene Urinprobe die Werte ordentlich verfälschen kann. Bei Frauen kommen oft dadurch massenhaft Leuko in den Becher, die besonders beim ersten Urinstrahl Scheidensekret enthalten können, das natürlich Leukos und Milchsäurebakterien enthält.

Weiterhin ist es wichig, dass die Blase vor der Urinabgabe relativ gut gefüllt ist, sodass man nicht den letzten Rest sozusagen rausquetscht, was ebenfalls die Beurteilung einer so gewonnenen Probe verfälscht.

Im Grunde fragt man den Patienten nach einem solchen Befund erst einmal, ob es eine Problematik gab, bei der Gewinnung. Hat das nicht richtig funktioniert, weil z. B. die Blase nicht genügend gefüllt war, dann bittet man ihn/sie bei nächster Gelegenheit um die Abgabe eines fachgerecht gewonnenen Mittelstrahlurins. Dann kann man weiter sehen.

Gruß, Renate