Hallo, Ihre Anfrage ist berechtigt. Es schadet nie sich eine zweite Meinung einzuholen. Grundsätzlich muss ich sagen ist soweit alles korrekt gelaufen. Eine histologische Abklärung ist immer erforderlich. Oftmals ändert dies jedoch nichts an der Problematik.
Die Hormontherapie könnte helfen. Ich betone könnte, denn Gewissheit dafür gibt es nicht.
Weitere Alternativen gibt es kaum. Oftmals konnten wir sehr gute Erfolge mit der Einlage einer Hormonspirale erzielen, d.h. gründlich ausschaben und direkt die Mirena (Hormonspirale) einlegen. Sie gibt nur lokal auf die Gebärmutterschleimhaut Östrogen ab. Die Dosis ist so gering, dass sie nicht im Blut nachweisbar ist. Der Hormonanteil bewirkt jedoch dass sich die Schleimhaut deutlich geringer aufbaut und die Blutungen damit deutlich reduziert werden. Manche Patientinne haben nach Einlage eine etwas längere Phase der Schmierblutung aber sind dann auf lange Sicht von schweren Menstruationsblutungen befreit. Der Nachteil besteht nur darin, dass die Mirena nicht zur Therapie bei Blutungsstörungen zugelassen ist, sondern nur zur Verhütung. Daher übernehmen die Krankenkassen die Kosten selten oder nur teilweise.
Eine andere Option wäre eine Abtragung der Gebärmutterschleimhaut mittels Hitze (Endometriumablatio). Ist vom OP-Umfang ähnlich wie eine Ausschabung. Wie die Kostenübernahme ist muss mit der Krankenkasse geklärt werden.
Die dritte Möglichkeit wäre die Gebärmutterentfernung. Manchmal ist das auch wirklich die einzige Lösung und um ehrlich zu sein sollte man dies, falls erforderlich auch nicht zu lange hinauszögern oder mit anderen Maßnahmen experimentieren. Bevor der Körper durch die starke Blutung zu sehr „ausgelutscht“ wird ist es besser zu handeln. Wenn der Eingriff noch vaginal (durch die Scheide) durchgeführt wird, dann ist dies auch ein „gut verträglicher“ Eingriff.
Es ist schwer die optimale Empfehlung zu geben wenn man die Ultraschallbilder der Gebärmutter nicht kennt. Aber ich hoffe ein wenig Klarheit in die Angelegenheit gegeben zu haben.
Für eventuelle Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Eine Anmerkung noch: wir führen die Gebärmutterentfernungen vaginal sehr häufig durch. Für die Patientin bedeutet dies max 2-3 Tage stationärer Aufenthalt und danach kann sie sich entspannt zu Hause erholen.
Alles Gute
Claudia Harms
Bis zum 51. Lebensjahr habe ich die Pille genommen. Dann habe
ich kein Rezept mehr bekommen. Das ist jetzt gut 1 Jahr her.
Inzwischen habe ich meine Regelblutungen weiterhin regelmäßig,
aber sie werden immer stärker. Trotz Tampon+super dicke
Vorlage schwimme ich in den ersten beiden Tagen fast weg,
besonders nachts!
Vor 4 Wochen war ich nun zu einer Ausschabung. Befund ist ok.
Alles paletti.
Seit gestern blute ich wieder wie gehabt. Es läuft nur so aus
mir raus! Bin gestern gleich zu meiner Frauenärztin und habe
Krawall gemacht, dass ich rankomme.
Sie meinte dann, meine Erwartungshaltung nach der Ausschabung,
in Zukunft ohne Regelblutung zu sein, würde sich wohl nicht
erfüllen.
Ich sollte es mal mit Norethisteron 1 mg versuchen. Jetzt 3
Packungen hintereinander weg nehmen und in 3 Monaten kann ich
einen Termin machen. Dann sehen wir weiter.
Es wäre ja auch noch „die OP“ möglich.
Vor einer Gebärmutterentfernung habe ich aber großen
„Respekt“.
Ich würde gern die Meinung anderer Spezialisten anhören.