Alle reden vom sparen. Warum spart man auch nicht bei der Anzahl von Bundestagsabgeordneten? Ich verstehe nicht, warum wir fast 600 Abgeordnete brauchen. Andere Staaten schaffen es doch auch mit weniger. Und wann sieht man mal alle 598 Abgeordnete zusammen im Bundestag sitzen? Wieviel Prozent der Abgeordneten werden eigentlich nach vier Jahren wiedergewählt? Wenn dies nur 50% sind, baut unsere Verfassung alle vier Jahre 300 bestbezahlte Frührentner, oder was?
Fragen über Fragen?
Viel Spaß beim Antworten
Marc
Entsprechende Bemühungen sind im Gange.
Die ANzahl der Abgeordneten wird deutlich reduziert. Doch: Um eine effektive Wahlkreispolitik zu gewährleisten, müssen diese noch überschaubar groß bleiben.
Im Übrigen: Wenn ein BT-Abgeordneter nicht im Parlament sitzt, heißt das nicht, daß er gerade in der Hängematte liegt.
Ausschußarbeit, Wahlkreis etc…
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hallo marc,
im 13. bundestag (also dem letzten) waren 205 von 672 abgeordnete zum ersten mal dabei. d.h. es schieden 195 aus (10 sitze kamen hinzu wg. überhangmandaten). das durchschnittsalter betrug 49,3 jahre und insofern kann man kaum von frührentnern sprechen. zumal alle einen ursprüngl. beruf haben. zumeist anwalt o.ä.
(aus „kürschners volkshandbuch - deutscher bundestag“, ndv 1997)
die mutter einer sehr guten freundin von mir ist bundestagsabgeordnete. seitdem regierung und parlament nach berlin gezogen sind, habe ich einiges interessantes erfahren können.
zunächst zu der anzahl der abgeordneten: jeder abgeordnete muss seinen wahlkreis repräsentieren. d.h. er vertritt ca. 120.000 bürger. eine reduzierung wird irgendwann nicht mehr vertretbar, da der aufwand für wahlkampf und öffentlichkeitsarbeit zu groß wird. man muss mit seinen wählern in kontakt stehen um ein guter politiker zu sein und um wiedergewählt zu werden.
das erscheinen im bundestag ist einer der unwichtigsten punkte bei der arbeit eines politikers. bundestagsdebatten sind pure öffentlichkeitsarbeit und hin und wieder abstimmungen über gesetze etc (das ist wichtig). auch dabei ist es nicht notwendig, das alle da sind. warum soll ein gesundheitsexperte zwingend über die rechtliche umsetzung der EU-Datenschutzrichtlinie abstimmen? geht es um wichtiges sind schon aus kalül alle da, sonst hat die opposition mehr abgeordnete (kommt vor).
jeder MdB sitzt in einer Arbeitsgruppe für die er gewissermaßen experte ist. diese gruppen dirigieren die regierungs- u. parlamentsarbeit. gesundheitsreformen müssen geplant werden, modelle berechnet und verglichen, vorherige reformen auf ihre auswirkungen untersucht, lobbies gehört und überzeugt werden. von alldem bekommt der bürger natürlich weniger mit als vond er anwesenheit im bundestag. aber es ist die eigentliche tagtägliche arbeit.
um ein weiteres vorurteil auszuräumen: die neuen regierungsanlagen in berlin sind sehr bescheiden. bundeskanzleramt und reichstag dienen der repräsentation, aber die büros der partein und der bundestagsabgeordneten sind schlicht, funktionell und bescheiden. sehr bescheiden.
viele der sog. verschwendungen (z.b der gern besungene bundestagskindergarten für die kinder der büroangestellten, nicht der MdB’s. deren kinder wohnen im wahlkreis nicht in berlin) waren keine pläne der letzten bundesregierung sondern z.B. des landes berlins. die wollten keinen kindergarten bezahlen.
so, das wollte ich mal gesagt haben.
übrigens kann ich auch sagen, daß ich ein wesentlich höheres vertrauen und einen größeren respekt vor dieser arbeit habe, seit ich die bundestagsabgeordnete kenne.
(gesundheitsausschuß)
und das spricht vielleicht für die politik.
tschüss,
sebastian
Hallo Marc,
momentan haben wir 656 Abgeordnete im Bundestag. Allerdings soll dies Zahl zur nächsten Bundestagswahl verringert werden auf 559 *hoffediezahlstimmt*.
Damit hat sich dein „Prblem“ ja sogut wie erledigt.
Dennoch gibt es meiner Meinung nach noch immer zu viele Beamte usw.
bis bald
Sandra
zunächst zu der anzahl der abgeordneten:
jeder abgeordnete muss seinen wahlkreis
repräsentieren. d.h. er vertritt ca.
120.000 bürger. eine reduzierung wird
irgendwann nicht mehr vertretbar, da der
aufwand für wahlkampf und
öffentlichkeitsarbeit zu groß wird.
Das ist KEIN Argument!!! In anderen Ländrn wie z. B. den USA vertritt ein Abgeordneter sehr viel mehr wie 120.000 Bürger, na und? Selbst nur 120.000 kann er nicht alle fragen, wie er seine Politik gestalten soll, abgesehen davon, daß ich bezweifle, daß ein Abgeordneter sich während einer Legislaturperiode übermäßig darum kümmert, was „seine“ Bürger denken (Jedenfalls antworten die meisten Abgeordneten noch nicht mal auf Briefe oder E-mehls)
man
muss mit seinen wählern in kontakt stehen
um ein guter politiker zu sein
das ist sicherlich richtig, wenn auch viel Wunschdenken dabei ist.
und um
wiedergewählt zu werden.
Das glaube ich weniger, weil offensichtlich das Gedächtnis der meisten Wahlberechtigten heftig kurz zu sein scheint.
Hört sich ziemlich negativ an, was ich hier schreibe, aber ich gehöre inzwischen zu den Leuten, die von Politik und Politikern heftig enttäuscht sind.
Ralph