6 Jahre 'unterschlagen'?

Hallo zusammen,

vor ein paar Tagen in einer Gesprächsrunde kamen wir irgendwie plötzlich auf das Thema Jahrtausendwechsel zu sprechen und einer meiner Freunde meinte, das „wirkliche“ Jahr 2000 sei ja eh schon lange durch gewesen, da sie uns bei einem Kalenderwechsel 6 Jahre „geklaut“ hätten. Mir war ebenfalls, als hätte ich so was schon mal irgendwo gelesen, nur kann ich es in keinen Zusammenhang mehr bringen. Laut Wikipedia kann es der Wechsel vom julianischen zum gregorianischen Kalender nicht gewesen sein, aber was dann? Hilft uns wer auf die Sprünge, ob es tatsächlich mal so eine Abweichung gegeben hat und falls ja, in welchem Zusammenhang?

Liebe Grüsse, Mirea

Zwischen -1 und +1 fehlt die 0
Hallo, Mirea

Also zwischen 1 vor Christus und 1 nach Christus fehlt in der Zählung 1
Jahr, weil einer der Kalenderpäpste die Null als vom Teufel verbot.

Gruss
Rolf

Hallo,

da gab es was beim Wechsel von julianischen auf gregorianischen Kalender - stimmt. Aber das waren 10 Tage damals.
Aber die wurden genau genommen auch nicht geklaut - da wurde ein Fehler korrigiert.
Hintergrund der Sache ist die Berechnung der Tag- und Nachtgleiche zum Frühlingsanfang, der ist ja am 21. März. Genau zu diesem zeitpunkt ist astronomisch ein Erdumlauf umdie Sonne beendet, also 1 Jahr um. Dieses Datum hat auch gestimmt zur zeit der Einführung des Kalenders.

Nu gab es aber damals noch keine so exakte Messung wie heute. Und deshalb war auch die Schaltjahresregelung ungenauer.
Normalerweise ist ja alle 4 Jahre ein Schaltjahr. Das ergibt aber eine Differenz von etwa 16 Stunden in 100 Jahren - so daß in den vollen Jahhunderten das Schalktjahr ausfällt, mit Außnahme der durch 4 teilbaren Jahrhunderte.
Also z.B. 1900 - volles Jahrhundert und 19 nicht durch 4 teilbar ,also kein Schaltjahr -
2000 - volles Jahrhundert aber 20 ist durch 4 teilbar, also Schaltjahr.
Nun hatte sich bis etwa 1600 damit der Frühlingsanfang um etwa 10 Tage verschoben und die ließ man ausfalle,. damit alle wieder richtig war.

Ansonsten hat man absichtlich keine Jahre weggelassen.
Das Problem ist nur, überhaupt den ursprung zu errechnen. Die Zählung nach Christi Geburt ist praktisch erst seid etwa dem 10. oder 11. Jahrhundert üblich - alles andere ist eine Rückrechnung.
Im alten Rom zählte man die Jahre nach der gründung der Stadt Rom irgendwann etwa 800 Jahre vor Christus. Wenn man überhauot zählte, meist wurde das Jahr nach den regierenden Konsuln benannt, also sagte man " Im Jahre des Konsulates von …". In Byzanz ging man dann zu einer Berechnung auf Grund der Regierungsjahre des Kaisers über "im 12. Jahr der regierung von Kaiser … " - und das reichte praktisch ja aus.
Denn genau genommen - wenn interessiert denn wirklich, ob etwas vor 80 oder vor 90 Jahren geschah? Es ist in jedem Fall lange her und hat für uns heute kaum Bedeutung, wann genau das war. Damals war da der zeitbegriff anders als bei uns, die wir ja immer alles genau wissen wollen (außerdem konnte kaum einer so weit rechnen damals).
Somit sind also alles , was vorherige Dinge betraf, Umrechnungen. Und die waren früher nicht immer exakt, so kann, wie wir heute wissen, das geburtsjahr Christi nicht im Jahre 1 liegen sondern war ein paar Jahre vorher - das ergibt sich aus der Einordnung bestimmter in der Bibel genannter Ereignisse (Regierungszeit von Herodot u.a.) Nur wann genau - da schwankt man zwischen 4 und 7 vor der zeitrechnung hin und her - so ganz genau sind die Angaben leider auch wieder nicht.

Gernot Geyer

(Regierungszeit von Herodot u.a.)

Hallo, Gernot,
Herodot hat nur über Geschichtsdaten und Bücher geherrscht. Du meintest sicher Herodes :smile:
Sonst super Beitrag!
Eckard

Hallo Mirea,
die wesentlichen Hinweise hat Germot schon gegeben. Die Ursache ist also nicht bei einem Kalenderwechsel zu suchen, sondern bei der Bestimmung des Geburtsjahres von Jesus.

Der ‚Nullpunkt‘ unseres Kalenders, also die Geburt Jesu, wurde 525 ‚n.Chr.‘ durch Dionysius Exiguus nach biblischen Angaben für das Jahr 754 a.u.c. (ab urbe condita, also seit der Gründung Roms) festgelegt. Wie Gernot schon schrieb, gehen heutige Bibelexegeten von einem früheren Termin aus. Die können freilich auch noch auf Kaffesatzleserei als Hilfsmittel zurückgreifen; zu Dionysius’ Zeiten war Kaffee noch unbekannt.

Das mit den 6 Jahren Differenz geht vermutlich auf Johannes Kepler zurück. Als er 1604 eine Supernova beobachtete, vermutete er einen Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Konjunktion von Jupiter und Saturn (was natürlich reiner Zufall war). Davon ausgehend, der Stern von Betlehem sei eine solche Nova (nova stella, neuer Stern) gewesen, rechnete er zurück und fand, dass es im Jahr 7 v.Chr. eine dreifache Konjunktion zwischen Saturn und Jupiter gegeben hatte. Im Jahr 6 v. Chr. zog außerdem auch noch der Mars an den beiden Planeten Saturn und Jupiter vorbei.

Dem Zug der Zeit entsprechend fand diese Theorie, mit der man die Angaben der Bibel wissenschaftlich „beweisen“ konnte, ihre Anhänger. Nachdem der von Kepler vermutete Zusammenhang zwischen Planetenkonjunktionen und Novae widerlegt war, musste halt die Konjunktion alleine als Erklärung für die in Matth. 2,1-9 berichtete Himmelserscheinung herhalten. Ein modernes Beispiel dafür ist der Astronom Konradin Ferrari d’Occhieppo.

Freundliche Grüße,
Ralf

hallo mirea,

vielleicht bezieht sich dein freund darauf, daß jesus im jahre null bereits 6 jahre alt war. wenn wir uns aber mit der jahresangabe auf seine geburt beziehen (xxxx n. chr.), „unterschlagen“ wir 6 jahre.

gruß
ann

Dädääää! [tzing wumm]

Also zwischen 1 vor Christus und 1 nach Christus fehlt in der
Zählung 1 Jahr, weil einer der Kalenderpäpste die Null als vom Teufel
verbot.

Du bist acht Tage zu früh mit Deinem Beitrag.

Es kann kein Jahr Null geben. Der Zeit punkt von Lattengustels Geburt markiert die Grenze zwischen zwei Zeit räumen. Hätten wir einen Kalender, der sich nach Erflückerung Hansjochens (3.11.2006) richtet, so wäre gestern das Jahr 1 v.E.H. gewesen und heute wäre der erste Tag n.E.H. im Jahre 1 n.E.H.

Aus dem gleichen Grunde gibt es auch die Uhrzeit 0:00 Uhr nicht.

Gruß Eillicht zu Vensre

2 „Gefällt mir“

Schon was von Mathematik gehört?

Es kann kein Jahr Null geben. Der Zeit punkt von

Doch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_Null

Wat maket dick?

http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_Null

Nur, weil etwas in Wikipedia steht, muss es nicht unbedingt stimmen. Widerlege meine Aussage bzgl. Zeitpunkt und Zeitraum, oder nimm es als unverdienten Schicksalsschlag so hin, oder platz dran. EOD.

Der Zeit punkt von
Lattengustels

:wink:)) Do legst di nieder, den muss ich mir merken… Lättliguschti…

oder platz dran. EOD.

Dieses, lieber Eilicht,
zu vermeiden kann ich mich eines Postings nun doch nicht entraten.

Ich mache mich also anheischig, Dich dem nachstehenden Gedankengang anschließen zu wollen zu ersuchen:

Wie von Dir oben konstatiert, gäbe es den Zeitpunkt 0:00 Uhr nicht. Dieses mag dahingestellt bleiben, sintemalen selbiger täglich mit exakt 24:00 Uhr zusammenzufallen pflegt.

Wohl aber gibt es einen Zeitraum der nullten Stunde. Denn es ist unschwer zu erkennen, dass es den Zeitpunkt 24:01 Uhr nicht gibt, da der Tag nun einmal Schlag 24:00 Uhr endet, wohl aber einen Zeitpunkt 0:01 Uhr.

Analog dazu müsste es eigentlich also auch einen Zeitraum des nullten Jahres geben, beginnend mit 0000.01.01 00:0o:01 (JJJJ.MM.TT hh:mm:ss) und endend mit 0000.12.31 24:00:00 (Welcher Zeitpunkt exakt zusammenfällt mit 0001.01.01 00:00:00)

In der dringenden Hoffnung, den Sachverhalt abschließend geklärt haben zu können, verbleibe ich mit aller erforderlichen Wertschätzung
pp Eckard

Hallo Ralf,

die wesentlichen Hinweise hat Germot schon gegeben. Die
Ursache ist also nicht bei einem Kalenderwechsel zu suchen,
sondern bei der Bestimmung des Geburtsjahres von Jesus.

okay, ich hatte gedacht irgendwann etwas „Handfesteres“ gelesen zu haben, in dem Sinn dass diese Abweichung unter Experten tatsächlich feststehen würde. Aber wahrscheinlich täusche ich mich da, manchmal schnappt man irgendwo was auf und manches Mal auch aus nicht so verlässlichen Quellen.

Die
können freilich auch noch auf Kaffesatzleserei als Hilfsmittel
zurückgreifen; zu Dionysius’ Zeiten war Kaffee noch unbekannt.

Zur Not gingen auch Teeblätter, aber auch das wäre nicht mehr verlässlich:wink:

Danke für die sehr interessante Antwort!

Liebe Grüsse, Mirea

Hallo Gernot,

Somit sind also alles , was vorherige Dinge betraf,
Umrechnungen. Und die waren früher nicht immer exakt, so kann,
wie wir heute wissen, das geburtsjahr Christi nicht im Jahre 1
liegen sondern war ein paar Jahre vorher - das ergibt sich aus
der Einordnung bestimmter in der Bibel genannter Ereignisse
(Regierungszeit von Herodot u.a.) Nur wann genau - da schwankt
man zwischen 4 und 7 vor der zeitrechnung hin und her - so
ganz genau sind die Angaben leider auch wieder nicht.

sehr interessant, da lag mein Freund mit den 6 Jahren ja doch noch so daneben.

Danke für die Antwort.

Liebe Grüsse, Mirea

Wohl aber gibt es einen Zeitraum der nullten Stunde.
Denn es ist unschwer zu erkennen, dass es den Zeitpunkt 24:01
Uhr nicht gibt, da der Tag nun einmal Schlag 24:00 Uhr endet,
wohl aber einen Zeitpunkt 0:01 Uhr.

Tja, lieber Eckard,

da schreist Du auf dem falschen Bein Hurra, fürchte ich:

Es gibt keine nullte Stunde!

Denn die Minuten, die mit 0:02 oder 0:17 oder 0:32 angegeben werden, sind Teile der ersten Stunde.
Die erste Stunde geht von 00:00,01 bis 00:59,59.
Meinetwagen kannst Du auch noch hundertstel oder tausendstel Sekunden einführen - das ändert nichts an der prinzipiellen Richtigkeit.

Es gibt also auch kein Jahr Null - Wikipedia hin oder her. Da schreiben auch intellektuelle Schnarchsäcke und akademische Heckenpenner.

Gruß - Rolf