Hi Pecos,
vorweg: ich bin keine Medizinerin, kann mir also kein fachliches Urteil. Was ich schreibe, schreibe ich als Selbst Betroffene (davon später) und als Mama.
die Meinungen darüber sind sehr gespalten. Unser Kinderarzt sagt nicht etwa fünf mal im Jahr, sondern einmal alle fünf Jahre… das sind dann wohl die verschiedenen Seiten einer Medaille. Er würde bei Mandelentzündung und Mittelohrentzündung niemals sofort Antibiotika verschreiben.
Das heißt nicht, daß er es generell nicht täte. Aber Mittelohrentzündung hatten wir schon und haben sie ohne Antibiotika sehr gut und sehr schnell (innerhalb von einer Woche) in den Griff bekommen. Natürlich bedeutet das mehr Arbeit für Eltern und Arzt: Stündlich Ohrenwickel machen, Nase frei halten, alle zwei Tage zur Kontrolle zum Arzt.
Auf der Seite http://www.patientenleitlinien.de/Mittelohrentzuendu… habe ich zum Thema Mittelohrentzündung und Antibiotika folgendes gefunden:
_"Wie unter 1.1 beschrieben, werden etwa 60% der akuten Mittelohrentzündungen durch Bakterien und etwa 40% durch Viren ausgelöst. Antibiotika können zur Bekämpfung von Bakterien, nicht aber von Viren eingesetzt werden. Bei der Behandlung von Mittelohrentzündungen setzt sich ein etwas vorsichtigerer Umgang mit dem Einsatz von Antibiotika durch. Es hat sich gezeigt, dass schwierige Verläufe (Ausbreitung der Entzündung auf den Schädelknochen oder Hörverlust) durch die Behandlung mit Antibiotika nicht vollständig verhindert werden konnten. Kinder, die keine Antibiotika einnehmen, haben nahezu genauso selten mit ernsthaften Folgen von Mittelohrentzündungen zu kämpfen, wie Kinder, die von Anfang an mit Antibiotika behandelt wurden.
Auch die Dauer der Krankheit lässt sich durch Antibiotika allenfalls um einen Tag verkürzen. Die Behandlung mit Antibiotika kann ihrerseits zu Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag oder Durchfall führen.
Die Gabe von Antibiotika bei Kindern mit Mittelohrentzündung will also wohl überlegt sein."_
Und das von einer schulmedizinisch ausgerichteten Seite.
Ich persönlich glaube, Antibiotika werden viel zu häufig verschrieben, weil’s halt einfach ist. Versteht mich nicht falsch: Ich danke dem Herren, daß es sie gibt. Aber sie sollten nur in schweren Fällen eingesetzt werden.
Ich selbst bin vor Jahren schulmedizinisch so mit Antibiotika vollgepumpt worden, daß ich Immunitätserscheinungen hatte. Ich war am Ende dieses Weges, der fast drei Jahre währte, chronisch krank (chronische Bronchitis, chr. Blasenentzündung und eine den Medikamenten zu verdankende chronische Gastritis). Erst mit Homöopathie und Neturheilverfahren habe ich aus dem Teufelskreis heraus gefunden. Und meine damalige Menge lag bei 7 - 8 mal Antibiotika im Jahr. Fünf mal sollten für Euren Kleinen also zu viel sein.
Obwohl ich heute auch meine Familie meistens naturheilkundlich behandeln lasse, verteufele ich Antibiotika nicht völlig (es gibt Krankheitsbilder, bei denen sie sicher zwingend notwendig sind). Aber Dein Arzt scheint ein Schulmediziner der „alten“ Schule zu sein. Die allermeisten Kinderärzte sind mittlerweile alternativen Heilmethoden und Homöopathie gegenüber aufgeschlossen, und sei es nur so weit, daß sie es erst mal damit probieren, um dann zu Antibiotika zu greifen, wenn ersteres nicht anschlägt. Aber das ist auch schon mal was.
Ich würde mit Eurem Arzt über die vielfache Antibiotikagabe reden und mir im Zweifelsfall einen neuen Arzt suchen.
Liebe Grüße,
Nike