6 x pro Jahr Antibiotika

Hallo!

unser 4-jähriger Sohn hatte innerhalb eines Jahres 6 x Antibiotika verordnet bekommen.
Die Krankheiten waren: Impedigo, Lymphadenitis, Mittelohrentzündung und Mandelentzündung.
Die Antibiotika: Amoxi-Clavulan, Erithromeycin, Cefuroxim, Zithromax und Klacid.

Laut Kinderarzt waren all diese Behandlungen notwendig und bis zu 5 x pro Jahr soll Antibiotika-Behandlung unschädlich sein.

Das Thema Antibiotika ist ja mittlerweile ein Politikum geworden, das die Meinungen spaltet. Ein Arzt meinte aber, es gäbe mindestens so viele Bücher PRO wie CONTRA zu diesem Thema.

Was ist denn Eure Meinung dazu?
Könnt Ihr gute Literatur zu diesem Thema empfehlen? Wobei für mich wichtig wäre, was die Studien über „überdurchschnittlich häufige“ Antibiotika-Einnahmen SPEZIELL BEI KINDERN aussagen.

Vielen Dank im voraus!
PECOS

Hi Pecos,

vorweg: ich bin keine Medizinerin, kann mir also kein fachliches Urteil. Was ich schreibe, schreibe ich als Selbst Betroffene (davon später) und als Mama.

die Meinungen darüber sind sehr gespalten. Unser Kinderarzt sagt nicht etwa fünf mal im Jahr, sondern einmal alle fünf Jahre… das sind dann wohl die verschiedenen Seiten einer Medaille. Er würde bei Mandelentzündung und Mittelohrentzündung niemals sofort Antibiotika verschreiben.

Das heißt nicht, daß er es generell nicht täte. Aber Mittelohrentzündung hatten wir schon und haben sie ohne Antibiotika sehr gut und sehr schnell (innerhalb von einer Woche) in den Griff bekommen. Natürlich bedeutet das mehr Arbeit für Eltern und Arzt: Stündlich Ohrenwickel machen, Nase frei halten, alle zwei Tage zur Kontrolle zum Arzt.

Auf der Seite http://www.patientenleitlinien.de/Mittelohrentzuendu… habe ich zum Thema Mittelohrentzündung und Antibiotika folgendes gefunden:
_"Wie unter 1.1 beschrieben, werden etwa 60% der akuten Mittelohrentzündungen durch Bakterien und etwa 40% durch Viren ausgelöst. Antibiotika können zur Bekämpfung von Bakterien, nicht aber von Viren eingesetzt werden. Bei der Behandlung von Mittelohrentzündungen setzt sich ein etwas vorsichtigerer Umgang mit dem Einsatz von Antibiotika durch. Es hat sich gezeigt, dass schwierige Verläufe (Ausbreitung der Entzündung auf den Schädelknochen oder Hörverlust) durch die Behandlung mit Antibiotika nicht vollständig verhindert werden konnten. Kinder, die keine Antibiotika einnehmen, haben nahezu genauso selten mit ernsthaften Folgen von Mittelohrentzündungen zu kämpfen, wie Kinder, die von Anfang an mit Antibiotika behandelt wurden.

Auch die Dauer der Krankheit lässt sich durch Antibiotika allenfalls um einen Tag verkürzen. Die Behandlung mit Antibiotika kann ihrerseits zu Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag oder Durchfall führen.

Die Gabe von Antibiotika bei Kindern mit Mittelohrentzündung will also wohl überlegt sein."_

Und das von einer schulmedizinisch ausgerichteten Seite.

Ich persönlich glaube, Antibiotika werden viel zu häufig verschrieben, weil’s halt einfach ist. Versteht mich nicht falsch: Ich danke dem Herren, daß es sie gibt. Aber sie sollten nur in schweren Fällen eingesetzt werden.

Ich selbst bin vor Jahren schulmedizinisch so mit Antibiotika vollgepumpt worden, daß ich Immunitätserscheinungen hatte. Ich war am Ende dieses Weges, der fast drei Jahre währte, chronisch krank (chronische Bronchitis, chr. Blasenentzündung und eine den Medikamenten zu verdankende chronische Gastritis). Erst mit Homöopathie und Neturheilverfahren habe ich aus dem Teufelskreis heraus gefunden. Und meine damalige Menge lag bei 7 - 8 mal Antibiotika im Jahr. Fünf mal sollten für Euren Kleinen also zu viel sein.

Obwohl ich heute auch meine Familie meistens naturheilkundlich behandeln lasse, verteufele ich Antibiotika nicht völlig (es gibt Krankheitsbilder, bei denen sie sicher zwingend notwendig sind). Aber Dein Arzt scheint ein Schulmediziner der „alten“ Schule zu sein. Die allermeisten Kinderärzte sind mittlerweile alternativen Heilmethoden und Homöopathie gegenüber aufgeschlossen, und sei es nur so weit, daß sie es erst mal damit probieren, um dann zu Antibiotika zu greifen, wenn ersteres nicht anschlägt. Aber das ist auch schon mal was.

Ich würde mit Eurem Arzt über die vielfache Antibiotikagabe reden und mir im Zweifelsfall einen neuen Arzt suchen.

Liebe Grüße,
Nike

…einer betroffenen Mutter.

Meine Kinder hatten als Kleinkinder sehr viel mit Bronchitis zu tun, bei meiner Tochter war es besonders schlimm, weil wir immer gleich auf eine Lungenentzündung zusteuerten. Da war Antibiotika wohl doch das kleinere Übel. Trotzdem haben wir es immer wieder ohne versucht…erfolglos. Auf mehr als drei mal pro Jahr haben wir es meiner Erinnerung nach aber nicht geschafft. So ab vier - fünf Jahren nahmen die Krankheiten aber ab. Irgendwelche Schäden haben sich nicht gezeigt, meine Kinder sind heute auch kaum mal krank, wenn dann sind es nur leichtere Infekte.

Was mich verwundert, daß Dein Kind überhaupt so infektanfällig ist. DAS halte ich für nicht normal und würde versuchen hier Ursachen zu finden um Vorbeugen zu können. Allerdings empfehle ich Dir dafür eher mal eine Schilderung im Brett Medizin.

Bekannte von mir haben mit homöopatischen Mitteln gearbeitet (da ging es wohl vorwiegend um Angina) und meinen, damit Antibiotikaanwendungen vorgebeugt zu haben. Ich selber bin da nicht so überzeugt, aber ich glaube schaden tut das nicht.

Gruß Maid

Hallo Pecos! Diesen Zustand von Dauerkrankheit kenne ich noch gut. Unser Sohnemann hatte auch eine solche Phase. Oft geht das los, wenn die Kinder in den Kindergarten kommen. Dort herrscht sozusagen ein reger Markt an allen gängigen Bakterien und Viren. Sicher gibt kein verantwortungsvoller Arzt bei einem kleinen Infektchen gleich ein Antibiotikum. Aber man darf nicht die Nähe von Mandeln und Ohr zum Gehirn vergessen! Bei einer hochfieberhaften, eitrigen Angina bzw. Mittelohrentzündung würde ich keinen Augenblick zögern dem Kind ein Antibiotikum zu geben, ebenso bei einer schweren Bronchitis. Aus meiner eigenen Familie kenne ich einen falsch behandelten Fall einer solchen Erkrankung, die dann eine Meningitis nach sich zog. Folge ist eine, wenn auch leichte, geistige Behinderung. Nasentropfen, Wadenwickel und Rotlicht sind wunderbar, doch darf man die Gefahr wirklich nicht unterschätzen. Unser Kinderarzt war damals sehr aufgeschlossen, gab uns das Rezept mit, und wir konnten dann selbst entscheiden ob das Antibiotikum zum Einsatz kommt oder nicht. Grade vor dem Wochenende (wo sich Infekte irgendwie magisch häufen) konnten wir das Kind dann beobachten und bei Verbesserung auf das Antibiotikum verzichten. Übrigens: die Infekte nehmen irgendwann von selbst ab. Inzwischen, unser Sohn ist jetzt 16, muss er alle 2-3 Jahre *vielleicht* mal ein Antibiotikum bekommen. Angelika

Hallo Pecos

Wichtig scheint mir, dass Du die Hintergründe der Krankheiten, die dann mit Antibiotika behandelt werden mussetn, herausfindest.
Mittelohrentzündungen (und manchmal auch Manfdeln) kommen odft von Lebensmittelunverträglichkeiten (meist Lactose).

Im weitern kann das immunsystem geschwächt sein.

Als letztes rate ich Dir dringend(!!!) nach oder während jeder Antibiotikakur zumindest gutartige Bakterien wie mutafloor, Symbioflor dem Kind zu geben, da Antibiotika die Darmflora angreifft. Sollte dein Kind schon anzeichen von Hyperakttivität oder Konkentrationsschwäche haben, da meklde Dich wieder.

Gruss
beat

Das ist ziemlich viel, was da geschluckt werden muss. Irgendwann kann es passieren, dass der Körper allergisch reagiert oder nicht mehr auf die Medikamente anspricht.

Wir hatten das gleiche Problem bei unserem Sohn in Bezug auf die Mittelohrentzündung und die Mandeln. Es war bereits chronisch. Es war so schlimm, dass unser Kinderarzt nicht mehr helfen konnte und schickte uns zum HNO-Arzt. Anfangs wurde auch hier mit Antibiotika geholfen. Unsere Ärztin sagte jedoch, man sollte diese wirklich nur im Notfall, d.h. bei einer akkuten Erkrankung einsetzen, wenn gar nichts mehr geht. Nach Beendigung dieser Einnahme hat sie sofort auf Naturpräparate umgestellt, die eigentlich fast noch besser waren. Hat nur etwas länger gedauert. Was sehr geholfen hat, waren die täglichen Salzinhalationen und auch Rotlichtbestrahlungen zu Hause. Es macht sehr viel Mühe ein Kind davon zu überzeugen jeweils 10 Minuten still an einem Platz zu sitzen. Da unser Sohn zu oft krank war, alle paar Wochen, mussten wir seine Ohren operieren lassen. Mit dem 5. Lebensjahr haben wir auch die Mandeln entfernen lassen, obwohl dies eigentlich zu früh ist. Es ging aber nicht mehr anders. Kurz nach der OP besserte sich der Zustand schlagartig, so dass wir höchstens nur noch zwei mal jährlich mit einer Mittelohrentzündung rechnen mussten. Die Angina verschwand fast ganz. Man sagte uns, ab der Pubertät würde sich der Zustand noch einmal verbessern. Man hatte recht. Man muss hier sehr viel Geduld üben. Es dauert Jahre ehe sich der Zustand verbessert. Inwzischen ist fast alles ok nur das Trommelfell ist vernarbt durch die vielen Rückschläge, was aber das Höhrvermögen nicht beeinträchtigt.

HAllo Pecos

Hört sich absolut nicht gut an! Zum einen 6 mal im Jahr Antibiotika, zum anderen scheint das Abwehrsystem deines Kurzen ziemlich schwach zu sein. Mein Tipp an dich:
Gehe mit ihm mal zu einem guten (!) Heilpraktiker / Homöopaten. Ich hatten mal eine Zeit lang ein ähnliches Problem (jeder Infekt, der in der Stadt kursierte, kam zu einem sehr ausgiebigen Besuch bei mir vorbei) und mein Heilpraktiker empfahl mir als Antibiotikum-Ersatz Koloidales Silber oder auch Notakel. Mit dem Zeug (vor allem mit dem Silber) komme ich ganz hervorragend zurecht, ohne Nebenwirkungen. Auf jeden Fall solltet ihr euren Kleinen aber wegen seines schwachen Abwehrsystems mal bei einem Alternativmediziner vorstellen.

Gruß, Frank