7-8jährige Mädchen Wettbewerbsverhalten

Hallo Ihr Lieben,

ich ärgere mich in letzter Zeit sehr über das Verhalten meiner Tochter und ihrer Freundinnen in einer bestimmten Beziehung: Stets will Eine mehr besitzen als die Andere, ein größeres Kuscheltier, mehr Barbies… oder etwas noch besser können, also Klettern, rennen, Eltern manipulieren…
Ist dieses Verhalten normal, möglicherweise aus Entwicklungssicht sogar notwendig? Kann und/oder sollte ich dagegen etwas tun?

noch eine Anmerkung: Ansonsten sind die Mädels sehr liebe kinder, aus „gutem Elternhaus“…

Danke schon im voraus für die Antworten.
Gruß N.

Hallo Nikite,

Stets will Eine mehr besitzen als die Andere, ein größeres
Kuscheltier, mehr Barbies… oder etwas noch besser können,
also Klettern, rennen, Eltern manipulieren…

Nun ja, die Kinder tun somit exakt das,
was die Erwachsenen auch tun. Die Kinder
haben „begriffen“, wie die Erwachsenenwelt
„funktioniert“ :wink:

Ist dieses Verhalten normal, möglicherweise
aus Entwicklungssicht sogar notwendig?

Wenn die Erwachsenen wirksam einen Masstab
aufgestellt haben, nachdem derjenige „besser“
(angesehener) ist, der die höheren „Leistungen“
erbringt, dann ist es sicher nicht überraschend,
dass die Kinder diesen Masstab übernehmen.

Es ist sicher auch normal, dass sich Kinder
am Konsumverhalten der Erwachsenenwelt orientieren;
insbesondere wenn sie massgeblich mit einem
öffentlichen Kodex konfrontiert werden, der
ihnen in Form einer Dauerberieselung suggeriert,
dass es „wichtig und gut“ ist, immer mehr und
immer bessere und teurere Dinge zu konsumieren,
um in der Gemeinschaft akzeptiert zu sein.

Kann und/oder sollte ich
dagegen etwas tun?

Keine Chance. Ausser vielleicht auf
eine entlegene Insel ohne Medienkontakt
zu ziehen :wink: Aber dafür dürfte es mit
8 Jahren auch schon knapp werden :wink:

noch eine Anmerkung: Ansonsten sind die Mädels
sehr liebe kinder, aus „gutem Elternhaus“…

„Sehr lieb“ kann ja vieles bedeuten. Es kann
ja auch bedeuten, „synchron zu den Erwartungen
der Umwelt“ zu fühlen. Und wenn die Umwelt unter-
schwellig suggeriert, dass der Besitz und Konsum
teurer und auffälliger Produkte …

Mein Senf

Grüße

CMБ

Hallo Semjon,

Nun ja, die Kinder tun somit exakt das,
was die Erwachsenen auch tun.

heißt das, dass Kinder nur ein Abziehbild ihrer Eltern sind, ohne eigene Persönlichkeit?

Ich habe allerdings mitunter beobachtet, dass (auch - oder gerade - in diesem Alter) Kinder ihre eigene Persönlichkeit entdecken, zu der z.B. auch Egoismus und andere menschliche Eigenschaften gehören.
Noch viel stärker erleben die jungen Menschen diese Entwicklung dann in der Pubertät, nämlich anders zu sein, als die anderen Menschen; und anders zu sein als die Erwachsenen … sie erleben ICH zu sein.

Von daher schätze ich das Verhalten der Mädchen als etwas ganz normales ein, nämlich genauso wie es da steht: Wettbewerbsverhalten.

Die Kinder

haben „begriffen“, wie die Erwachsenenwelt
„funktioniert“ :wink:

Die Kinder spüren, wie Menschen funktionieren. Und gaaaanz wichtig, sie spüren, wie sie selbst funktionieren.

Gruß
Roland

Lieber Semjon

Wenn die Erwachsenen wirksam einen Masstab
aufgestellt haben, nachdem derjenige „besser“
(angesehener) ist, der die höheren „Leistungen“
erbringt, dann ist es sicher nicht überraschend,
dass die Kinder diesen Masstab übernehmen.

Ich war der Meinung, meiner Tochter beigebracht zu haben, daß es auf innere Werte ankommt!

Es ist sicher auch normal, dass sich Kinder
am Konsumverhalten der Erwachsenenwelt orientieren;
insbesondere wenn sie massgeblich mit einem
öffentlichen Kodex konfrontiert werden, der
ihnen in Form einer Dauerberieselung suggeriert,
dass es „wichtig und gut“ ist, immer mehr und
immer bessere und teurere Dinge zu konsumieren,
um in der Gemeinschaft akzeptiert zu sein.

Auch dabei habe ich micht eigentlich bemüht - sehr wenig Werbung im Fernsehen… und ich erlebe auch in unserer Gemeinschaft keine Wichtung auf materielle Dinge - eher im Gegenteil - der eine hat viel der andere weniger, das ist uninteressant, es zählt, das man einander mag.
Und trotzdem ist meine Tochter wirklich sehr konsumorientiert, wenn sie könnte, würde sie ganze Toys`R us-Läden leerkaufen - das ist mir unverständlich!!!

„Sehr lieb“ kann ja vieles bedeuten. Es kann
ja auch bedeuten, „synchron zu den Erwartungen
der Umwelt“ zu fühlen. Und wenn die Umwelt unter-
schwellig suggeriert, dass der Besitz und Konsum
teurer und auffälliger Produkte …

Ich meinete damit tatsächlich, das das Mädchen sind, die sich darum bemühen, alles richtig zu machen, also so, wie wir Eltern uns das im allgemeinen vorstellen - die Rebellion kommt erst später!!

Aber trotzdem danke für deinen Kommentar!!

Gruß
Nikite