Ich bin 1972 geboren. Schon traurig, wenn man plötzlich die
eigene Jugend im „Geschichtsbrett“ findet.
Ich bin ein 65er. Darum eine kleine Ergänzung für die paar vorausgegangenen Jahre. Und jajaja, man wird langsam alt…
Hier in diesem Posting nur die 80er, die ich bewusster
miterlebt habe als die 70er:
Kleidung: Karotten-Jeans (gerne etwas zu kurz), weite
Sweatshirts („Fledermaus-Ärmel“, ebenfalls gerne etwas zu
kurz), zeitweise waren die Jeans „moonwashed“ (mit Domestos
gebleicht), breite Gürtel, (Sonnen-)Brillen mit großen
Gläsern, Adidas-Alround, wattierte Schultern in Jacken und
ähnlichen Oberteilen, …
Tennisschuhe, Diskowindel um den Hals, Müsli-Look
Musik: Neue Deutsche Welle (Nena, Trio, Hubert Kah, Markus,
DÖF,…) Diskopop (in allen Variationen, mochte ich aber schon
damals nicht), Duran Duran, Tina Turner, Eurythmics,
Scorpions, The Cure, Depeche Mode, …
Ein Muss: „König von Deutschland“ von Rio Reiser (Ein wahres
Zeitdokumen)
Von Abba (das durfte ich auch auf der elterlichen Stereoanlage hören) über Pink Floyd bis hin zu Michael Jackson (der war damals noch Musiker)
Sonstige unvermeidliche Accessoires:
Rubik’s Cube: Der legendäre Zauberwürfel.
Monchhichi: ein hässliches Kuscheltier, das seinen Daumen
sowohl in den Mund als auch in das Ohr stecken konnte.
C64: Der erste echte Heimcomputer, mangels Monitor an den
Fernseher angeschlossen und Muskikasetten als Datenträger,
dazu Spiele wie Pacman, Frogger, Summer Games (usw.), Pitstop,
… )
Walkman: Der Urahn des MP3-Players
Tragtaschen aus Sackrupfen mit dem Aufdruck: „Jute statt
Plastik“
„Atomkraft - Nein Danke!“ - Aufkleber
Maxi-Singels im LP-Format
Zielschießen mit Coladosen-Ringen
Fernsehen:
„Was bin ich?“ mit Robert Lembke
„Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kuhlenkampf
„Deutsche Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck
„Formel 1“ mit Ingolf Lück
„Na sowas“ mit Thomas Gottschalk
„Am laufenden Band“ mit Rudi Carell
„Dalli dalli“ mit Hans Rosenthal („Sie sind der Meinung, das war Spitze (hüpf)“
An Serien: Schwarzwaldklinik, Traumschiff, Derrik, Bonanza,
…
Daktari
… und ganz wichtig: Nur drei Programme und nach 24 Uhr gibt
es nur noch Testbild.
Vorher die Nationalhymne! Und bei 3 Programmen gibt es natürlich keine Fernbedienung.
Werbung:
„Der Weiße Riese! Denn seine Waschkraft macht ihn so
ergiebig.“ (Dazu eine kilometerlange Wäscheleine unter einer
Windmühle)
(Oder das Riesentuch, das zwischen Olympiaturm und Hubschrauber aufgehängt ist.)
„Frau Antje bringt Käse aus Holland.“
„Dentagard, damit sie auch weiterhin (knirsch!) kraftvoll
zubeißen können.“
Frau Sommer, die jede Party mit heimlich mitgebrachtem Jacobs-Kaffee rettet. („Der mit dem Verwöhn-Aroma“)
Ariels Klementine.
„Der General, der General macht alles saaauber.“
Was ich hier zusammenschreibe, kommt mir ein bisschen so vor
wie „Goodbye Lenin“ für Wessis.
Irgendwann finden wir uns bestimmt mal als Exponate im Museum wieder.