7jähr. Junge kann überhaupt nicht alleine sein

Hallo,
es geht um den kleinen Jungen meiner Sister, er ist grade 7 und der mittlere von 4 Geschwistern. Ich bekomme immer wieder mit was für Probleme sie mit ihm hat weil er nicht alleine sein kann. Man muss dazu sagen das sie auch alleinerziehend ist. Selbst wenn sie nur zu lange auf dem WC ist oder die Wäsche runter in den Wäschekeller bringt, vermisst er sie schon und ruft nach ihr. Er kann keine 5 Minuten ohne sie sein. Die anderen Kids sind da ganz anders die drehen dann nicht gleich durch, er will am liebsten auch immer ihre ganze Aufmerksamkeit für sich.

Könnt ihr vielleicht einen Rat geben, was soll man machen?

Die Sache mit dem Grund
Hallo!
Interessant wäre es sicher, den Grund dafür zu finden: Aus Deiner Schilderung heraus könnte es die Geschwisterkonstellation sein oder die Tatsache, dass irgendwas bei der Trennung vom Vater schief gelaufen ist. Kann aber auch anderes sein, z.B. einfach eine funktionierende Methode, sich Aufmerksamkeit von der Mutter zu holen.

Eine Trennung zu verkraften, setzt Vertrauen voraus. Ein Kind muss ganz sicher wissen, dass die Mutter auf jeden Fall wiederkommt, dass es sich darauf verlassen kann. Das muss grundsätzlich da sein, das kann man, glaube ich, nur sehr mühselig reparieren, wenn es mal weg oder gestört ist.

Und: Alleinsein kann man auch üben, natürlich ohne dem Kind Angst zu machen. Deutliche Absprachen: Wo geht die Mutter hin, wann kommt sie wieder, im Notfall ist sie sofort da. Ich fände es auch grausam dem Kind die Nähe zu verweigern, die es nötig braucht.

> Im Krankenhaus beobachtete ich mal eine Mutter, die sich von ihrem Kind verabschiedetet. Das Kind weinte herzzerreissend, die Mutter ging. Das Kind hatte sich gerade wieder beruhigt, da kam die Mutter nochmal zurück, um zu sehen ob alles ok sei. Der Abschied wurde noch lauter betrauert, bis die Mutter sagte: „Wenn Du jedesmal beim Abschied so weinst, komme ich dich morgen nicht mehr besuchen.“ Genau so eben nicht >

Er kann keine 5 Minuten ohne sie
sein.

Ich seh das vor mir. Mein Sohn hat mit 8 ganz selten mal so Phasen, da geht er mir ein oder zwei Tage lang nicht von der Pelle, nach dem Umzug ins neue Haus rief er mich auch alle 2 Minuten, um sicherzustellen, dass ich da bin und wo ich mich befinde. Ich finde diese 2 Tage dann schon sehr anstrengend, länger würde ich das kaum aushalten.

Grüsse
kernig

Hallo

einfach mal 2 Stunden völlig ignorieren und dem Geschrei nicht nachgeben

Der Kater

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Das gibt Haue! (owt)

Hallo Angel,
kann tatsächlich sein, dass er seine Rolle als mittleres Kind noch nicht gefunden hat.
Das älteste Kind und das jüngste Kind haben es insofern leichter. Er kann noch nicht mal das mittlere Kind sein, weil er sich diese Rolle mit jemandem teilen muss.
Ich würde mir die Konstellationen genau ansehen und zur Not zur Familienberatung gehen.

Noch was - wie viel Zeit verbringt die Mutter mit dem Jungen? Ich meine, wie viele Minuten am Tag ist sie wirklich nur für ihn da - fragt ihn, wie es ihm geht, wie es in der Schule läuft, was er geträumt hat, was er draußen mit Freunden macht? Wie oft setzt sie sich mit ihm zusammen hin und mal ein Bild mit ihm, zeigt ihm, wie man Rühreier macht oder puzzelt etc.? Vielleicht hat er dadurch, dass er dauernd nach seiner Mutter ruft, quantitativ Zuwendung, aber weniger qualitativ?

Gruß, Susanne

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Hallo,

mit 7 geht er doch scon in die Schule, oder? Wie verhält er sich da?
War er im Kindergarten oder in einer anderen Betreuung?
Wo sind die Geschwister, wenn er die Mutter sucht?
Spielt er nie draußen mit anderen Kindern?
Ist er in einem Sportverein?

Gruß
eklastic

Ja er geht normal in die Schule aber den Weg dorthin würde er auch nicht alleine gehen. Dort verhält er sich auch gut, es ist mehr so das er immer jemanden braucht. Man kann nicht sagen ich bin mal 10min im Wäschekeller wenn nicht wenigstens die etwas ältere Schwester da ist. Er geht noch in keinen Sportverein. Mit den jüngeren Geschwistern geht er teilweise schon fast bösartig um und lässt auch mal seine schlechte Laune an ihnen aus.

gruß
angel

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hallo,
er sieht seinen Vater auch ab und zu mal übers Wochenende, er ist also nicht aus der Welt. Was ich vielleicht denke das dieses Problem dadurch verstärt wurde, das der Junge bei ihm immer (wenn er zu Besuch war) ein Babyphon ins Zimmer bekommt damit er dauernd nach jemandem rufen kann.

Der Kleine müsste es doch eigentlich verkraften wenn sie sagt ich geh kurz 10min Wäsche machen oder sonstiges. Sie ist im gleichen Haus und trotzdem flippt er aus und schreit das Haus zusammen. Ihm wird die Nähe ja nicht verweigert, sie beschäftigt sich auch mit ihm. Wie gesagt die anderen Kids haben das ja auch nicht. Bei ihm ist das nur eine Dauer-Einrichtung. Er könnte sich auch mit vielen Dingen beschäftigen nur macht er das nicht wenn er alleine ist, dazu muss jemand da sein.

gruß
angel

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Hallo,

es geht um den kleinen Jungen meiner Sister, er ist grade 7
und der mittlere von 4 Geschwistern.

Hehe, meine Tohter (6) hätte mich jetzt belehrt,
daß „4“ eine gerade Zahl ist und keine Mitte hat :wink:

Ich bekomme immer wieder mit was für Probleme sie mit ihm
hat weil er nicht alleine sein kann. Man muss dazu sagen das
sie auch alleinerziehend ist. Selbst wenn sie nur zu lange auf
dem WC ist oder die Wäsche runter in den Wäschekeller bringt, vermisst er sie
schon und ruft nach ihr. Er kann keine 5 Minuten ohne sie
sein. Die anderen Kids sind da ganz anders die drehen dann
nicht gleich durch, er will am liebsten auch immer ihre ganze
Aufmerksamkeit für sich.
Könnt ihr vielleicht einen Rat geben, was soll man machen?

Möglicherweise hat er einige traumatische Erfahrungen hinter
sich, welche sein nicht-altersgemäßes Handeln verständlich
machen könnten. Meiner Meinung nach ist „Kindererziehung in
erster Linie Angstmanagement“ und „keine Entwicklungsphase
läßt sich ungestraft weglassen“.

Ich würde ihm einfach glauben, ihn nicht alleine lassen,
auf seine angstbezogenen Wünsche eingehen - aber die an an-
derer Stelle genannten „asozialen Tendenzen“ beim Umgang mit
den jüngeren Geschwistern sehr ernst nehmen. Aber vielleicht
ist genau das das Problem. Es fehlt das Leitbild für das
„Erarbeiten eigener Bewährungssituationen“ und für das
„Bewerten ungünstiger Verhaltensmuster“.

Was man tun soll? Keine Ahnung. Wahrscheinlich muß
die Mutti hier zugleich Mutti *und* Vati sein. Geht
das überhaupt? Wahrscheinlich nicht. Wie ist es mit
anderen Bezugspersonen? Der Vater der Mutter zum
Beispiel?

Grüße

CMb

Hallo Mikesch,

einfach mal 2 Stunden völlig ignorieren und dem Geschrei nicht
nachgeben

Hat das denn bei Dir funktioniert? War es ok. für Dich?

:wink:)

Grüße

CMb

Hallo

Der Kleine müsste es doch eigentlich verkraften wenn sie sagt
ich geh kurz 10min Wäsche machen oder sonstiges.

Es reicht ja, wenn er irgendwann in seinem Leben ein sehr einschneidendes (oder auch mehrere nicht ganz so einschneidende) Erlebnis(se) hatte, welche(s) ihn nunmehr daran zweifeln lässt, dass seine Mutter auch ganz bestimmt nicht für immer weggeht und ihn alleine lässt; oder das ihn befürchten lässt, dass etwas ganz Furchtbares passieren kann, auch wenn die Mutter nur ganz kurz weggeht.

Es kann ja auch sein, dass die Trennung vom Vater in einem für ihn sehr ungünstigen Alter erfolgte, oder was auch immer.

Auch meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, den Grund herauszufinden, und bis dahin davon auszugehen, dass sich das Kind höchstwahrscheinlich nicht „nur anstellt“.

Ich hab einmal so ein extremes Klammerkind in diesem Alter erlebt. Da lag es wohl daran, dass die Mutter irgendwann vorher eine 6-wöchige Kur ohne Kinder gemacht hat. Aber sowas in dieser Art wird hier ja wohl kaum zutreffen.

Viele Grüße
Simsy

Hi,

erstmal vorweg,es ist verdammt schwer 4 Kinder gleich gerecht zu werden,es ist immer ein Balanceakt,noch schwerer ist es ,wenn man Alleinerziehend ist…

es geht um den kleinen Jungen meiner Sister, er ist grade 7
und der mittlere von 4 Geschwistern.

Das mittlere Kind von 4 Kinder,nun wir haben 3 mittelere Kinder.;o)

Nun in welchen Alter sind die Kinder denn?

Ich bekomme immer wieder
mit was für Probleme sie mit ihm hat weil er nicht alleine
sein kann. Man muss dazu sagen das sie auch alleinerziehend
ist. Selbst wenn sie nur zu lange auf dem WC ist oder die
Wäsche runter in den Wäschekeller bringt, vermisst er sie
schon und ruft nach ihr.

Also ganz ehrlich,ich würde ihn einfach mit nehmen in den Keller,da kann er helfen…;o)

Mit aufs Klo,gut würde mich auch nicht stören…

Sicher es kommt jetzt bestimmt der Aufschrei man iss die Inkonsequent…ich finde das nicht,wenn ein Kind das Bedürfnis hat ständig und überall mit zu wollen,warum sollte ich Kind nicht das geben was es braucht?
Also ich habe bei meinen Kindern festgestellt,um so weniger ich versuche Gegensteuern ,um so eher lösen sich Probleme im Nichts auf.

Natürlich hat jeder seine Aufgaben,die erledigt werden müssen,jeder hat seine Auflage pünktlich zum Essen da zu sein,natürlich hat jeder seine Bettgehzeit,jeder hat seine Hausaufgaben zu erledigen und jeder hat 3 mal täglich seine Zähne zu putzen und sich zu waschen.

Aber warum soll ich meinen Kind verbieten mit mir mit zu kommen?

Er kann keine 5 Minuten ohne sie
sein. Die anderen Kids sind da ganz anders die drehen dann
nicht gleich durch, er will am liebsten auch immer ihre ganze
Aufmerksamkeit für sich.

Warum?

Könnt ihr vielleicht einen Rat geben, was soll man machen?

Nun,ich denke das seine Mutter zur Zeit (mit Recht)ziemlich genervt rüber kommt und Kind damit automatisch verbindet weniger geliebt zu werden…

Warum macht sie sich und ihn solchen Stress? Soll sie ihn halt mitnehmen,wenn der so 6 mal im Keller mitgeholfen hat,hat er sicher bald besseres vor oder er wird der perfekte Wäschespezi.;o)

Nun und wenn er mit auf Klo will…nun ja,ab und an riechst ja da nicht so Delux…wird dann auch im Sande verlaufen.

Außerdem fände ich es gut,wenn er z.B. in einen Fussballverein,Sportverein …kommt,um sich so ein bissel abzunabeln.

LG Biene

Man könnte ihn auch ganz einfach mal fragen
Nochmal hallo!

Mit 7 kann man doch auch schon mit ihm reden. Er muss doch sagen können, warum er so brüllt, sobald er auch nur für wenige Minuten allein ist. Oder wie er sich vorstellt, wie das ablaufen soll in Zukunft.

Wenn das Reden mit der Mutter schwierig ist (bei uns wäre es das), gibt es noch eine andere vertraute Person, die mit ihm darüber sprechen könnte?

Fiel mir grad so ein.

Grüsse
kernig

Hi

es geht um den kleinen Jungen meiner Sister, er ist grade 7
und der mittlere von 4 Geschwistern. Ich bekomme immer wieder
mit was für Probleme sie mit ihm hat weil er nicht alleine
sein kann.

Was mich jetzt mal interessieren würde: Sieht Deine Schwester das auch als Problem?
Das kommt aus Deinen Postings nicht so ganz raus.
Ich frage deshalb, weil ich 2 Mütter mit jeweils 3 Kindern kenne.
Die Kinder der einen sind ungefähr so wie Du den 7jährigen - keine 5 Minuten alleine bleiben wollen - schilderst, die Kinder der anderen sind das andere extrem - je länger alleine umso besser.

Aber keine der beiden Mütter sieht das als Problem, obwohl sich „Außenstehende“ immer wieder darüber wundern.

Gruß
Edith

hi,
stimmt es gab ein Erlebnis das wohl der Auslöser dafür war. Die Mutter hat gesundheitliche Probleme und musste deswegen auch schon mehrfach ins Krankenhaus und auf Kur. Frage mich nur warum er der einzige ist der dann so abdreht, ich mein die Älteste (11) hat das am meisten mitbekommen. Für sie war das auch nicht gerade einfach und sein Bruder ebenso. Trotz allem muss es einen Ausweg finden und überall kann sie ihn ja auch nicht mitnehmen. Sie geht z.B. auch 1mal die Woche putzen und er müsste dann nur 10-15min warten bis seine Schwester kommt damit sie pünktlich losfahren kann aber sowas ist nicht möglich. Die Nachbarn finden es auch nicht lustig wenn er dann lärmt…

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Hallo

stimmt es gab ein Erlebnis das wohl der Auslöser dafür war.
Die Mutter hat gesundheitliche Probleme und musste deswegen
auch schon mehrfach ins Krankenhaus und auf Kur.

Ach so, dann sind es wohl ganz einfach Verlustängste, oder besser gesagt: Panik.

Frage mich
nur warum er der einzige ist der dann so abdreht, …

Das sollte man vielleicht so sehen, dass man froh darüber ist, dass es nur einen betrifft … stell dir vor, alle hätten jetzt das Problem …

Na ja, meistens ist es ja so, dass sich die Geschwister irgendwie gegenseitig trösten, und vielleicht war er genau derjenige, der immer die anderen getröstet hat … oder er wurde eben nicht getröstet, weil er für zu groß dafür befunden wurde … oder die anderen hatten irgend jemand anderen (Freund, Freundin, Lehrerin, Erzieherin, was weiß ich). Oder vielleicht ist er mal völlig alleine gelassen worden, die anderen nicht.

Gegen Angst kann man willentlich nichts machen. Er muss sich wohl immer und immer versichern, dass ihm nichts passiert. Es wird erst dann besser werden, wenn er wieder Vertrauen fassen kann. Erzwingen kann man da nichts. Vielleicht hilft eine Trauma-Therapie (ich hab aber keine Ahnung, ob man die auch bei Kindern macht.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Semjon…

Hallo Mikesch,

einfach mal 2 Stunden völlig ignorieren und dem Geschrei nicht
nachgeben

Hat das denn bei Dir funktioniert? War es ok. für Dich?

hat es, mich wollte man in den Kindergarten verfrachten, dort war ich nur einen Tag, dann hatte ich wieder meinen Abenteuerspielplatz – einen Bauernhof :wink:

:wink:)

Grüße

CMb

LG
Mikesch

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hallo,
ja für sie ist es ein großes Problem aber sie weiß auch nicht mehr weiter.

Was mich jetzt mal interessieren würde: Sieht Deine Schwester
das auch als Problem?

es geht um den kleinen Jungen meiner Sister, er ist grade 7
und der mittlere von 4 Geschwistern. Ich bekomme immer wieder

einfach mal 2 Stunden völlig ignorieren und dem Geschrei nicht
nachgeben

Der Kater

Ein Kind einfach zu ignorieren, wenn es auf seine eigene, unbedarfte, hilflose Art (also seinem Alter gemäß) um Hilfe bittet - finde ich nicht nur oberflächlich, sondern unsinnig.
Gruß, Susanne

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