Guten Abend,
"Am 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation der deutschen
Wehrmacht der 2.Weltkrieg in Europa. Ein „Tag der Befreiung“,
heißt es heute. Für die vom NS-Regime Verfolgten stimmt dies
sogar. Ihnen werden 56 Jahre danach täglich Fernsehberichte,
Gedenkansprachen gewidmet.
Und? Soll das schlecht sein? Daß der Millionen Opfer gedacht wird? Zu denen - ohne Frage - auch viele Deutsche gehörten, die das fraglos nicht gewollt haben.
Die Mehrzahl der Deutschen damals wurde hingegen allenfalls
vom alliierten Bombenterror „befreit“.
Von mehr nicht? Nur vom Bombenterror? Nicht auch von einem Unrechtsregime, das junge Leute wie deinen Onkel und meinen Opa sinnlos in Stalingrad und sonstwo verheizt hat? Am Ende gar seine Kinder in den Kampf schickte? Das Andersdenkende verfolgte und ermordete, aufgrund ihrer Religion, ihrer politischen Gesinnung, sexuellen Orientierung, ihrer Behinderung? Ich denke doch, nur die wenigsten Deutschen haben das, was damals abging, so gewollt - aber dennoch waren sie „allenfalls“ froh, vom Bomebenterror befreit worden zu sein (ohne Bombardements ziviler Ziele von wem auch immer gutheißen zu wollen).
Zudem hatten sie genug
damit zu tun, von den „Befreiern“ nicht von ihrem Leben
„befreit“ zu werden – ersatzweise war auch die „Befreiung“ von
Hab und Gut alltäglich.
Die Tötung von Zivilisten ist niemals zu rechtfertigen, egal von wem und mit welcher Ideologie. Wobei hier wohl insbesondere der Osten deutschlands zu leiden hatte. Die Befreiung von Hab und Gut ist leider in Kriegszeiten wohl „normal“, oder? Abgesehen davon: wie haben die Deutschen sich in besetzten Gebieten zuvor verhalten? Es soll Deutsche gegeben haben, die nicht zuletzt deswegen vor den Russen flüchteten, weil sie wußten was dort passiert war. Nochmal zur Klarstellung: ich will damit nicht die Taten der Alliierten gutheißen.
„Befreit“ wurde nach dem 8.Mai ein
Drittel Deutschlands mittels von den Siegern verordneter
ethnischer Säuberungen von der einheimischen Bevölkerung.
Genau der Teil Deutschlands war es, der nahezu alleine für das Dritte Reich haften mußte. Ohne Frage ist vor allem dort viel Unrecht geschehen.
Für Frauen hatten die „Befreier“ ganz andere Verwendung…
Leider zu oft totgeschwiegen…
Deutsche Kriegsgefangene sollten ihre „Befreiung“ teilweise
erst 10 Jahre später erleben.
Auch das leider ein Faktum - vor allem für jene, die das Pech hatten in die Hände der Russen zu gelangen. Gleichzeitig muss man aber auch hinterfragen, wie viele russische Kriegsgefangene in Deutschland waren, wie sie behandelt wurden, wann sie zurück kehren sollten (ohne anderes gutzuheißen). Mein anderer Opa kehrte 1948 aus Frankreich zurück.
Und nicht wenige Deutsche fanden
sich flugs in den von Kommunisten übernommenen KZs wieder –
unter ihnen auch solche, die bereits unter den Nazis in
Buchenwald und Sachsenhausen eingesperrt waren. Deutsche
wurden zu hunderttausenden als Zwangsarbeiter verschleppt.
Wie oben - die Fahne hatte sich gedreht. Der kleine Mann war wieder der Beschissene.
Ihnen allen, den deutschen Opfern der „Befreier“ und „Soldaten
Christi“, gedenkt heutzutage niemand mehr. Keine Lobby, keine
Fernsehberichte, keine Gedenkansprachen."
Gedenkt niemand mehr? Was ist mit den Soldatenfriedhöfen, sind sie nicht anerkannt? Was ist mit dem Grabmal des unbekannten Soldaten? War Bush nicht sogar in Bitburg? Gab und gibt es keine Entschädigung für Vertriebene, auch wenn diese sicher eher symbolisch war?
Einseitigkeit der einen Seite wird leider durch Einsichtigkeit der anderen Seite nicht besser.
Ich bin froh, nicht unter einem solchen Regime geboren worden zu sein. Auch wenn es mich um ein Riesenerbe gebracht hat, da meine Großeltern flüchten mussten aus Pommern. Die Privilegien, die wir im Westen seitdem hatten, sind ein zu hohes Gut.
Und so simpel es auch klingt: Wer Wind sät, darf sich nie wundern, wenn er Sturm erntet.
MfG Claus