A 312 (317L), 1.4438,Chloridbeständig?Verarbeitung

Guten Tag,
kann mir jemand verlässlich sagen ob Dieser Stahl,
X2CrNiMo18-15-4, beständig gegen Chloride ist. Ob eine Schädigung aufgrund falscher Betriebsweise,bis 420°C, Falscher Ausserbetrinahme, Stillegung über ca.1 Jahr. eine Lochkorrosion im Bereich der WEZ hervorrufen kann.
Vorrausgesetzt er wurde bei der Herstellung richtig verarbeitet.
Gruß Christian

Hallo,

kann mir jemand verlässlich sagen …

Verlässliche Aussagen im Sinne von „darauf kannst du dich verlassen“ wirst du NIEMALS per Ferndiagnose bekommen

… beständig gegen Chloride ist. Ob eine
Schädigung aufgrund falscher Betriebsweise,bis 420°C, Falscher
Ausserbetrinahme, Stillegung über ca.1 Jahr. eine
Lochkorrosion im Bereich der WEZ hervorrufen kann.

Sehr wahrscheinlich! 420°C ist nicht gerade wenig und Chloride sind gift für Stahl. Wie stark die Schädigung am Material allerdings Auswirkungen auf die Materialeigenschaften hat muss man vermutlich messen.

hab selbst keine Ahnung, aber Google zeigte mir für WS-Nr. 1.4438 (s.Wikipedia):

„hohe Korosionsbeständigkeit, Verwendung in der chem. Industrie“ (Fa. Mari Press)

Ich habe auch ein paper gefunden, welches sich mit dem Thema beschäftigt: „Einsatz von ausgewählten nichtrostenden Stählen, Nickelbasislegierungen und Refraktärmetallen in der Chemieindustrie“

Offensichtlich ist der Mo-Anteil wichtig. Der liegt bei diesem Stahl zw. 2,5-3%.

Wenn es sich um ein sicherheitsrelevantes Teil handelt, dann auf jeden Fall beim Hersteller anfragen. Verarbeitung kann auch Einfluss haben. Falls dieser von einer weiteren Verwendung abrät, dann auch nicht weiter verwenden!

Gruß,
Kevin

Hallo Hans,

um eine verlässliche Aussage Deiner Anfrage geben zu können solltest Du noch mehr Infos zum Problem zur Verfügung stellen. Hast Du schon einen Schaden oder bist Du noch in der Planung. Grundsätzlich besteht die Gefahr der Lochkorrosion bei nichtrostenden Stählen. Je höher die Legierungsbestandteile und insbesondere der Mo-Gehalt umso geringer fällt die Lochkorrosionsempfindlichkeit aus. Dabei sind aber auch noch Effekte durch eventuelle Spalte (Spaltkorrosion) zu beachten, die wieder korrosionsverschärfend wirken. Zur Wärmeeinflusszone ist folgendes zu sagen. Durch die sich in der WEZ ausscheidenden CrC kommt es zu einer Reduzierung des Cr-Gehaltes und einer Steigerung der Korrosionsempfindlichkeit. Bei einem C-Gehalt von 0,02% ist das aber vernachlässigbar.
Zu den hohen Temperaturen, die bei Deiner Anwendung vorliegen kann auch noch ein Problem mit Spannungsrisskorrosion (bei zusätzlichen mechanischen Spannungen bzw. Eigenspannungen) kommen.

Wenn Du mir mehr Infos gibst, kann ich Dir sicherlich weiterhelfen.

Gruß
Geliang