Hallo liebe Psychologieinteressierte!
Bin gerade etwas am rätseln und möchte mal bei Euch im Brett einfach so eine (nicht soooooo dringende) Frage in den Raum stellen.
…nur so interessehalber, um zu sehen, was Ihr dazu meint.
Und zwar:
Was ist John Nash, wie er in dem Film „A beautiful mind“ dargestellt wird bzw. was war er im wirklichen Leben?
Eher schizophren oder eher manisch depressiv??? Oder doch was anderes?
Und warum?
Könnt Ihr mich aufklären?
-)
Mit rätselnden Grüßen
T.
Hallo,
bei John Nash wurde 1959 paranoide Schizophrenie diagnostiziert.
Gruß
Phoebe
bei John Nash wurde 1959 paranoide Schizophrenie
diagnostiziert.
F20.0 Paranoide Schizophrenie
Die paranoide Schizophrenie ist durch beständige, häufig paranoide Wahnvorstellungen gekennzeichnet, meist begleitet von akustischen Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen. Störungen der Stimmung, des Antriebs und der Sprache, katatone Symptome fehlen entweder oder sind wenig auffallend.
Tja die „offiziell“ bekannt gewordene Diagnose lautete Paraonoide Schizophrenie. Es hat ca 30 Jahre gedauert, bis Nash wieder wirklich am wissenschaftlichen Leben teilnehmen konnte. Seine Homepage ist allerdings recht dürftig, bzw. ich kann nicht beurteilen wie weit er wirklich „rehabilitiert“ ist.
Beim Anschauen des Films hatte ich überlegt, ob eben die Kombination von Hochbegabung und Schizophrenie bzw. möglicherweise auch Hyperaktivität und Psychose eine Rolle spielen könnten. In den 70er Jahren hatte man überlegt, ob bei einem Teil der Psychosepatienten eher eine andere biologische Veranlagung wie bei ADHS-Patienten vorliegen könnte (bzw. ein „episodic dyscontrol syndrome“). Damals hat man Patienten probeweise mit Amphetaminen behandelt. 1/3 der akuten Psychosen bei Schizophrenie und Manie zeigten hierunter eine Besserung. Diese Patienten hat man nicht mit Neuroleptika sondern eher mit einem Antidepressivum (Imipramin) behandelt. Es ist nur eine Idee, aber da Nash ja einen sehr dramatischen Verlauf aufwies, bzw. nie wirklich psychosefrei war… Entweder halt eine sehr ungünstige chronische Verlaufsform, oder eben „nochwas anderes“.
Er soll ja jetzt wieder an alter Wirkungsstätte arbeiten bzw. auch Vorträge geben. Wie weit er „der alte“ ist, kann wohl keiner wirklich beurteilen…
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Darstellung der Schizophrenie in A beautiful mind
Hallo,
die anderen haben bereits darauf hingewiesen, daß bei Nash eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie diagnostiziert wurde. Ich möchte noch etwas ergänzen, das mir in dem Zusammenhang wichtig ist:
Bei Schizophrenie stehen gewöhnlich akustische Halluzinationen im Vordergrund. Im Film „A beautiful mind“ werden aber vorwiegend szenische Halluzinationen dargestellt. Ich weiß nicht, inwieweit solche Halluzinationen bei Nash auftraten, kann mir aber vorstellen, daß die Darstellung szenischer Halluzinationen v.a. dem Medium Film zuzuschreiben ist. Falls meine Vermutung richtig ist, finde ich es zwar auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite aber auch sehr schade, weil - wieder einmal - eine psychische Störung nicht richtig beschrieben worden wäre. Szenische Halluzinationen sind nicht für Schizophrenie , sondern für organische psychische Störungen wie das Alkoholdelir typisch.
Grüße,
Oliver Walter