Agrippa von Nettesheim verwendet in seiner „Occulta Philosophia“ einige Fremdwörter, deren Ursprung ich nicht identifizieren kann.
So z.B. Albotham oder Alchalh = Fische
Alcharya oder Alhalgalmoad = der zweite Schöpfende
Allatha oder Achala = Skorpionschwanz
Sadabath oder Chadezoad = Glücksbringer ect.
Es könnten vielleicht arabische oder sonstige semitische Worte sein, lateinische möchte man fast ausschließen. Auch Sanskrit könnte in Frage kommen.
Was meint Ihr?
Danke
gruß
Hallo Thorshammer,
Agrippa von Nettesheim verwendet in seiner „Occulta
Philosophia“ einige Fremdwörter, deren Ursprung ich nicht
identifizieren kann.
So z.B. Albotham oder Alchalh = Fische
Alcharya oder Alhalgalmoad = der zweite Schöpfende
Allatha oder Achala = Skorpionschwanz
Sadabath oder Chadezoad = Glücksbringer ect.
Es könnten vielleicht arabische oder sonstige semitische Worte
sein, lateinische möchte man fast ausschließen. Auch Sanskrit
könnte in Frage kommen.
Es ist ein alter Hut, dass Übersetzer bis in die Neuzeit hinein grundsätzlich lautmalerisch arbeiteten. Das gilt für Altfranzösisch, Altenglisch genau wie für Arabisch oder Hebräisch.
Feste Transkriptionsregeln gab es nämlich nicht. Die sind eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und werden auch nur von Sprachwissenschaftlern angewandt.
Die Übersetzung der Dir nicht bekannten Worte lieferst Du ja bereits. Insofern gibt es mehrere Möglichkeiten: Du fragst mal einen Arabisten, ob ihm das eine oder andere Wort bekannt vorkommt und wie es richtig lautet.
Oder sogar den nächst erreichbaren Geistlichen, die nämlich für ihr Studium alle Griechisch und Hebräisch lernen mussten.
Oder Du besorgst Dir ein Wörterbuch Deutsch/Arabisch und liest einfach mal unter „Fisch“ nach (zum Beispiel). Alle Wörterbücher haben Lautschrift zum fremdsprachlichen Wort. Daran kannst Du Ähnlichkeit, bzw. Nicht-Ähnlichkeit zum von Agrippa geschriebenen Wort erkennen.
Oder Du bemühst die vorhandene Sekundärliteratur zu Heinrich Cornelius Agrippa. Wenn Du dazu den Karlsruher Virtuellen Katalog befragst
http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html
(Agrippa von Nettesheim in die Schlagwortzeile eintragen, „alle deutschen Kataloge“ anklicken.)
spuckt er Dir aus, was wissenschaftliche Bibliotheken in ihrem Bestand haben. Du kannst ziemlich sicher sein, dass der eine oder andere Autor den Weg der Ursprungsrecherche der Begriffe bereits gegangen ist.
viele grüße
geli
Mondhäuser (arabisch)
Hi,
ich verstehe die Frage nicht.
… einige[!?] Fremdwörter, deren Ursprung ich nicht
identifizieren kann.
So z.B. Albotham oder Alchalh = Fische
Alcharya oder Alhalgalmoad = der zweite Schöpfende
Allatha oder Achala = Skorpionschwanz
Sadabath oder Chadezoad = Glücksbringer ect.
Kannst du denn all die anderen Namen der arabischen Bezeichnungen für die 28 Mondhäuser („mansions of the moon“ ← arab. manâzil al-qamar) „identifizieren“?
Das ist seltsam, denn wenn du die Texte von H.C. Agrippa studierst (also offenbar die Occulta Philosophia 1533) dann WEISST du doch, daß es die arabischen Bezeichnungen sind.
Natürlich sind die Namen der Häuser, die fast alle mit den Namen der zugeordneten Fixsterne zusammenfallen, durchweg Deformationen der arabischen Bezeichnungen:
Albotham = Bathnealoth ← Al Batn al Hut
Sadabath = Chadezoath = Zaadescod ← Al Sa’d al Su’ud
Allatha = Axala = Achala = Hycula ← Al Shaula Al Shaula
Alhalgalmoad ← Al Fargh al Thani
usw. usw.
Diese Bezeichnungen hat Agrippa von Ibn Arabi (1200) und von Abenragel (Alî ibn abi’r-Rijâl, 1000) übernommen.
Gruß
Metapher
Diese Bezeichnungen hat Agrippa von Ibn Arabi (1200) und von
Abenragel (Alî ibn abi’r-Rijâl, 1000) übernommen.
Ich hatte nur einige Namen herausgepickt.
Vermutlich ist die arabische Herkunft der Astrologie in Gelehrtenkreisen bekannt. Möglicherweise wiederum aus Indien importiert?
Danke für Deine Hinweise.
gruß
rolf
Was hast du immer mit Indien,
HAllo,
Vermutlich ist die arabische Herkunft der Astrologie in
Gelehrtenkreisen bekannt. Möglicherweise wiederum aus Indien
importiert?
FAst die gesamte abendländische Wissenschaft hat einen Umweg über das arabische genommen. Vor allem die Griechischen und byzantinischen Autoren sind ins arabische übersetzt worden und haben so die Jahrtausende überdauert. Allerdings nicht in dem Gebiet, dass wir heute als arabisch bezeichnen würden, sondern durch die Mauren in Spanien (Toledo, Cordoba, etc.)in deren Städten erste Universitäten entstanden, wo also jede Menge gelehrte Leute rumliefen, die Alchemie, Astronomie (von der AstroLOGie nur ein Teil war), MAthematik, Medizin etc. studierten und betrieben.
Damit gingen sie dann zurück in ihre Heimat, nach Frankreich, Deutschland etc., gründeten da Unis und Klöster und nahmen natürlich arabische Bücher mit. Ausserhalb des arabischen Raumes wurden die dann trotz Verbotes (arabisch durfte als heilige Sprache nichtin niedere Sprachen wie Latein übersetzt werden)zurückübersetzt.
Schöne Grüße Susanne