Hallo Joanne,
dass Du deswegen hier fragst, sehe ich als Hinweis darauf, dass Du Dir irgendeine Art der Unterstützung wünschst. Wenn das so ist, dann nur zu! Wenn es Dir leichter macht, mit den besonderen Schwierigkeiten umzugehen, die Eure Partnerschaft mit sich bringt, warum dann nicht Beratung holen?
Ich glaube nicht, dass es eine allgemein gültige Regel gibt, wann man als Partner sich an Profis wenden sollte. Aber wenn Dir danach ist, seh ich folgende Möglichkeiten:
Wende Dich an eine Beratungsstelle. Da kannst Du einerseits Fragen stellen, schildern, was Dich umtreibt und Anregungen und Ideen für Deinen eigenen Umgang mit der Partnerschaft unter diesen Bedingungen holen und andererseits einfach Informationen anfragen, welche Angebote es für Angehörige bei Euch gibt. Eine Beratungsstelle ist auch dafür da, dass man unkompliziert hingehen kann und näher einkreist, welche Art von Unterstützung man möchte. Du kannst ja einfach mal anrufen.
Eine andere Idee könnte u.U. sein - ich weiß natürlich überhaupt nicht, ob für Euch passend - mit Deinem Freund und seinem Therapeuten abzusprechen, ob Du mal zu ein, zwei Stunden mit dazukommst als eine Partnerstunde, in der Euer Umgang in der Beziehung mit den Schwierigkeiten Deines Freundes Thema wäre. Wie gesagt, keine Ahnung, ob das passen könnte. Es müsste ja vor allen Dingen für Deinen Freund stimmig und gut sein, denn die Therapie ist ja für ihn da.
Liege ich allerdings falsch und Deine Frage entspringt eher einem Gefühl „Müsste ich nicht…“, dann meine ich: entscheide selbst danach, wie Du gut mit Deinem Freund und seinen Schwierigkeiten leben kannst. Ich finde, aus Deinem Posting spricht viel Respekt und eine Art nüchterne, durchdachte Wärme (hmm, ich hoffe, Du kannst Dir was drunter vorstellen) - ohne Dich und die Situation näher zu kennen, hätte ich erstmal das Gefühl: klingt, als ob das ganz gut läuft.
Soweit meine Gedanken dazu, entscheiden wirst Du sowieso selbst.
Viele Grüße,
Jule