Aas

Hallo liebe Zuleser!

Ich lebe mit jemandem zusammen, der glaube ich arbeitsvermeidungssüchtig und leicht depressiv ist.
Er arbeitet sehr an sich und seinem Verhalten (Therapie etc.), aber für mich ist und bleibt es nicht einfach mit anzusehen, wie er sich manchmal hängenlässt. Ich ticke da so anders als er. Ich habe mich darauf eingestellt, das uns dieses Problem in unserer Beziehung noch längere Zeit begleiten wird. Daher jetzt meine Frage: Brauche ich selbst professionelle Hilfe, weil mein Freund ein Problem hat?

Ist das nicht völlig paradox, oder ist das notwendig, um sich selbst zu schützen und besser damit leben zu können?
Wie machen das Angehörige von Depressiven, sie trotzdem weiterhin zu lieben und als Mensch zu schätzen?

Vielen Dank,
Ciao!

Hallo!
Möchtest Du wirklich mit dieser Situation leben?
Grundsätzlich halte ich eine Einstellung, Anderen Hilfestellung zu geben für sehr edel.
Wo beginnt Hilfe bzw. Unterstützung? Wann wird sie einseitig? In welchem Umfang wird sie persönlich belastend?
Deine Einstellung zur Arbeit scheint den Normen gerecht zu werden.
Warum willst du sie behandeln lassen, um dein Partner zu verstehen?
Deine Ansichten sollten deinem Partner als Modell oder Vorbild dienen. Ich sehe deine Aufgabe in der Vermittlung eines gesunden Selbstbildes.
Gruß

Hi Poolnudel,

Möchtest Du wirklich mit dieser Situation leben?

Ja, denn wenn ich mit ihm zusammen leben will, muss ich auch mit der Situation die ihn betrifft leben können. Die wird sich schließlich nicht so schnell ändern. Er wird sich nicht schnell ändern und ich habe mir ihn ja quasi ausgesucht so wie er ist.

Grundsätzlich halte ich eine Einstellung, Anderen
Hilfestellung zu geben für sehr edel.

Ich habe aufgehört zu versuchen ihm zu helfen, dass tun jetzt andere. Ich will nur einen Weg für mich finden, damit es mir mit dieser Situation gut geht.

Deine Ansichten sollten deinem Partner als Modell oder Vorbild
dienen. Ich sehe deine Aufgabe in der Vermittlung eines
gesunden Selbstbildes.

Ist das dann nicht ein sehr unausgewogenes Verhältnis? In etwa Lehrer - Schüler?

Liebe Grüße
Joanne

Hallo Joanne,

dass Du deswegen hier fragst, sehe ich als Hinweis darauf, dass Du Dir irgendeine Art der Unterstützung wünschst. Wenn das so ist, dann nur zu! Wenn es Dir leichter macht, mit den besonderen Schwierigkeiten umzugehen, die Eure Partnerschaft mit sich bringt, warum dann nicht Beratung holen?

Ich glaube nicht, dass es eine allgemein gültige Regel gibt, wann man als Partner sich an Profis wenden sollte. Aber wenn Dir danach ist, seh ich folgende Möglichkeiten:

Wende Dich an eine Beratungsstelle. Da kannst Du einerseits Fragen stellen, schildern, was Dich umtreibt und Anregungen und Ideen für Deinen eigenen Umgang mit der Partnerschaft unter diesen Bedingungen holen und andererseits einfach Informationen anfragen, welche Angebote es für Angehörige bei Euch gibt. Eine Beratungsstelle ist auch dafür da, dass man unkompliziert hingehen kann und näher einkreist, welche Art von Unterstützung man möchte. Du kannst ja einfach mal anrufen.

Eine andere Idee könnte u.U. sein - ich weiß natürlich überhaupt nicht, ob für Euch passend - mit Deinem Freund und seinem Therapeuten abzusprechen, ob Du mal zu ein, zwei Stunden mit dazukommst als eine Partnerstunde, in der Euer Umgang in der Beziehung mit den Schwierigkeiten Deines Freundes Thema wäre. Wie gesagt, keine Ahnung, ob das passen könnte. Es müsste ja vor allen Dingen für Deinen Freund stimmig und gut sein, denn die Therapie ist ja für ihn da.

Liege ich allerdings falsch und Deine Frage entspringt eher einem Gefühl „Müsste ich nicht…“, dann meine ich: entscheide selbst danach, wie Du gut mit Deinem Freund und seinen Schwierigkeiten leben kannst. Ich finde, aus Deinem Posting spricht viel Respekt und eine Art nüchterne, durchdachte Wärme (hmm, ich hoffe, Du kannst Dir was drunter vorstellen) - ohne Dich und die Situation näher zu kennen, hätte ich erstmal das Gefühl: klingt, als ob das ganz gut läuft.

Soweit meine Gedanken dazu, entscheiden wirst Du sowieso selbst.

Viele Grüße,

Jule

Sorry, ich werde jetzt ein bissal hart.
Du arbeitest dich doch auf!!! Er arbeitet nicht, aber arbeitet an sich! Wie lächerlich… SORRY ich weiß warum ich das so schreibe.
Dein Bekannter ist nicht nur leicht depressiv, ist voll depressiv, ich kenne das !!
Ich schreibe nicht mehr, kannst mich gern direkt anschreiben.

LG prosecco

PS: Es ist ein harter Weg füf Angehörige, aber es lohnt sich, da gehören aber zwei Seiten dazu, nicht nur…