Ab 0,9 Volt oder weniger absperren

Hallo Elektro-Experten!

Ich habe gelesen das Standard Silizium Dioden bei kleiner-gleich 0,6 Volt einfach abriegeln. Sprich es geht dann einfach kein Strom mehr durch. (z.B. bei der 1N4001 Diode)

Diese Eigenschaft finde ich prinzipiell cool, nur bräuchte ich so etwas für 0,9 Volt. Gibt es das?!

Habe schon wie wild herum-gegoogelt. Nach dem ICH aber KEIN Experte in Sachen Eletronik bin, halte ich es schon mal für sehr wahrscheinlich, dass ich mit den falschen fachlichen Suchbegriffen suche.

Besten Dank im voraus
Michael

Ich habe gelesen das Standard Silizium Dioden bei
kleiner-gleich 0,6 Volt einfach abriegeln.

Das sieht von außen so aus. In der Tat ist das aber anders, aber wahrscheinlich für deine Anwendung ist der Übergang scheinbar abrupt genug.

Diese Eigenschaft finde ich prinzipiell cool, nur bräuchte ich
so etwas für 0,9 Volt. Gibt es das?!

Z.b. mit einer Kombination aus einer Silizium- und einer Schottky-Diode.

Gruß

Stefan

Hallo!
Schottky-Dioden haben eine Schwellenspannung von ca. 0,3V. Wenn Du davon also 3 Stück in Reihe schaltest, könnte es gehen. Wegen der Exemplarstreuungen sollte man immer alles messen …
Gruß
Analüt

Hallo Michael,

Diese Eigenschaft finde ich prinzipiell cool, nur bräuchte ich
so etwas für 0,9 Volt. Gibt es das?!

Vermutlich bist du total auf dem Holzweg!

Schildere einmal dein eigentliches Problem, welches du lösen willst!

MfG Peter(TOO)

Derzeit mache ich folgendes:

Ich nehme eine aufladbare Batterie (Mignon AA) schliesse diese mit einer Silizium-Diode (die oben genannte) und einem 5 Ohm Widerstand kurz. Dadurch entlädt sich die Batterie schön langsam bis der Akku bei 0,6 Volt angelangt ist. Dann hört die Entladung auf, weil ja die Diode nichts mehr durchlässt (mehr oder weniger - ein bischen sickert noch was durch, habe ich gelesen - ich vernachlässige das einmal).

Also wenn man den Akku jetzt nicht Stunden bzw. Tagelang unbeaufsichtigt liegen lässt, habe ich dann einen Akku der bis auf 0,6 Volt entladen wurde.

Nur möchte ich eben nicht 0,6 Volt sondern 0,9 Volt.

NiMH Akkus sollte man eben besser nur bis maximal 0,85 Volt entladen.

Gibt’s da eine einfach Lösung dafür?!?

Gruss
Michael

Hallo Michael,

Nur möchte ich eben nicht 0,6 Volt sondern 0,9 Volt.

Gibt’s da eine einfach Lösung dafür?!?

Die wurden dir schon genannt:
1: Eine Si-Diode und eine Schottky-Diode in Serie schalten.
2. Drei Schottky-Dioden in Reihe.

Rechnen wir mal ein bisschen.
(1.5V - 0.9V) / 5 Ohm = 120mA

3 BAT42 oder BAT43 (Schottky-Diode) sollten da gut hinkommen.
(kosten bei Conrad 0.34€/Stk., bei Reichelt 0.11€/Stk.)

MfG Peter(TOO)

1 „Gefällt mir“

Ich habe gelesen das Standard Silizium Dioden bei
kleiner-gleich 0,6 Volt einfach abriegeln.

Das sieht von außen so aus. In der Tat ist das aber anders,
aber wahrscheinlich für deine Anwendung ist der Übergang
scheinbar abrupt genug.

Ich habe hier ein bischen bei den verschiedensten Datenblättern nachgelesen - vieles davon verstehe ich natürlich NICHT. Aber du hast recht. Wenn jetzt z.B. 0,58 Volt „daher kommen“ dann „sickern“ trotzdem ein paar Milli-milli-Volt durch. Zumindest habe ich das so verstanden und für meine Anwendung reicht das.

Diese Eigenschaft finde ich prinzipiell cool, nur bräuchte ich
so etwas für 0,9 Volt. Gibt es das?!

Z.b. mit einer Kombination aus einer Silizium- und einer
Schottky-Diode.

Da bin ich mir nicht wirklich sicher, dass das so funktioniert.
Beispiel:
Denken wir uns einmal der Strom fliesst von links nach rechts mit 0,8 Volt. 0,8V machen sich sozusagen vom Minuspol auf die Reise, kommen bei der Silizium Diode an. Die 0,8V fliessen durch die Diode hindurch, da diese ja erst bei 0,6V abriegelt. Somit machen sich 0,8V weiter auf den Weg zur Schottky-Diode. Auch diese 0,8V fliessen hindurch, da Schottky-Dioden erst bei 0,3V abriegeln. Somit kommen dann, MEINER MEINUNG NACH, 0,8V ungehindert am Pluspol an!

Verhält sich das ungefähr so, oder liege ich da komplett falsch?!?

Gruss
Michael

Hallo,
soll das dazu dienen, den Akku zu testen? Oder geht es um definiertes Entladen vor dem Aufladen?
Gruß
loderunner

Hallo Peter!

Die wurden dir schon genannt:
1: Eine Si-Diode und eine Schottky-Diode in Serie schalten.
2. Drei Schottky-Dioden in Reihe.

Ist das wirklich so? Du schreibst das so mit einer Selbstverständlichkeit, dass ich dir das mal echt glaube und ausprobieren werden. Die Begründung, warum ich zweifle, dass das so funktioniert habe ich weiter unten im Thread angeführt. Vielleicht hast du eine laienhafte Antwort für mich parat, die ich verstehe.

Rechnen wir mal ein bisschen.
(1.5V - 0.9V) / 5 Ohm = 120mA

Aha - jetzt kommt „er“ mit Formeln die ich nicht verstehe :wink:
Bin aber prizipiell ein Fan von praktischen Formeln! Was kann ich mir damit ausrechnen und zu welchem Zweck?

Auf jedenfall mal danke schön - morgen wird schon einkaufen gegangen.
Gruss
Michael

Hallo loderunner!

Oder geht es um definiertes Entladen vor dem Aufladen?

Korrekt - möchte hier aber keine Diskusion über korrektes Entladen und Laden von Akkus anfangen. Da wird dem „wer-weiss-was“-Server nämlich bald der Speicherplatz ausgehen! :wink:

Ich möchte einen Akku auf 0,9 Volt (plus-minus 0,05 Volt) entladen.

Gruss
Michael

Hallo Analüt!

Vielen Dank für deine Antwort.

Schottky-Dioden haben eine Schwellenspannung von ca. 0,3V.
Wenn Du davon also 3 Stück in Reihe schaltest, könnte es
gehen. Wegen der Exemplarstreuungen sollte man immer alles
messen …

Das haben mir hier schon ein paar Leute geschrieben. Ich werde es so machen - verstehen tue ich es allerdings nicht.
Ein paar Antworten weiter unten im Thread habe ich meine Zweifel angeführt. Also wenn du noch Lust hast einen E-Laien aufzuklären, tue dir keinen Zwang an… :wink:

Ansonsten schönes Wochenende noch…
Gruss
Michael

Hallo Michael,

Rechnen wir mal ein bisschen.
(1.5V - 0.9V) / 5 Ohm = 120mA

Aha - jetzt kommt „er“ mit Formeln die ich nicht verstehe :wink:
Bin aber prizipiell ein Fan von praktischen Formeln! Was kann
ich mir damit ausrechnen und zu welchem Zweck?

Das ist das Ohmsche Gesetz. Eigentlich die Elementarste Formel in der E-Technik !!
http://de.wikipedia.org/wiki/Ohmsches_Gesetz

Gut, der Herr Kirchoff ist auch noch dabei :smile:
http://de.wikipedia.org/wiki/Maschenregel#Der_Masche…

Eine Diode verträgt nur eine gewissen maximalen Strom. Wird dieser überschritten, geht das Ding kaputt.

Ich habe zur Sicherheit 1.5V für den Akku angenommen, da könnte ja mal versehentlich eine Kohle-Zink-Zelle, oder so, angeschlossen werden.

Die 0.9V sollen an den 3 Dioden abfallen und die restliche Spannung liegt dann am 5 Ohm Widerstand an.
Dieser Begrenzt dann den Strom auf maximal 120mA.

Die vorgeschlagene BAT42/43 „verkraftet“ 200mA, ist also noch etwas Reserve drin (80mA).

Auf jedenfall mal danke schön - morgen wird schon einkaufen
gegangen.

Vergiss den 5 Ohm Widerstand nicht !!!
Praktisch wirst du 4.7 oder 5.6 Ohm kaufen müssen.

MfG Peter(TOO)

Beispiel:
Denken wir uns einmal der Strom fliesst von links nach rechts
mit 0,8 Volt. 0,8V machen sich sozusagen vom Minuspol auf die
Reise, kommen bei der Silizium Diode an. Die 0,8V fliessen
durch die Diode hindurch, da diese ja erst bei 0,6V abriegelt.
Somit machen sich 0,8V weiter auf den Weg zur Schottky-Diode.
Auch diese 0,8V fliessen hindurch, da Schottky-Dioden erst bei
0,3V abriegeln. Somit kommen dann, MEINER MEINUNG NACH, 0,8V
ungehindert am Pluspol an!


Hallo Michael,
da liegst Du falsch. Aaaber es ist gar nicht einfach, das zu verdeutlichen…Ich probiere es mal:
Eine Diode ist kein echter Schalter, welcher bei z.B. mehr als 0,6 Volt einfach komplett durchschaltet, sondern es geht 0,6 Volt an der Diode verloren.
In Deinem Schaltungsbeispiel (2 Dioden in Reihe) ist es also so, dass nach der ersten Diode 0,6 Volt WENIGER herauskommen. Also sind hinter der ersten Diode nur noch 0,2 Volt. Die zweite Diode (0,3 V Schwellspannung) sperrt dann noch die 0,2 Volt, da sie erst bei 0,3V anfangen würde, Strom durchzulassen.
Ich hoffe, dass war verständlich!?
Gruß, Edi

1 „Gefällt mir“

Danke Peter - du hast mir sehr geholfen! Und nein - ich werde nicht auf den Widerstand vergessen…
Gruss
Michael
PS: Das Ohmsche Gesetz wird mir in den nächsten Tagen sicher keine Ruhe lassen!

Hallo Edi!

Ich hoffe, dass war verständlich!?

Ja, das war sogar sensationell verständlich - Danke!!
Gruss
Michael

Hallo Michael

Oder geht es um definiertes Entladen vor dem Aufladen?

Korrekt… Ich möchte einen Akku auf 0,9 Volt (plus-minus 0,05 Volt) entladen.

Diese enge Toleranz (+/- 0,05V) bekommst Du mit der einfachen Diodenlösung durch Reihenschaltung verschiedener Diodentypen nicht hin, da die Variationen der „Schleusenspannungen“ (so lautet der korrekte Fachbegriff) der Silizium- und Schottky-Dioden stark temperaturabhängig sind sowie außerdem noch Exemplarstreuungen unterliegen und deshalb außerhalb dieses Bereiches liegen.

So hat die Schopttky-Diode BAT41 bei einer Sperrschichttemperatur von 25°C eine typische Schleusenspannung UF von 0,2V, während diese bei 125°C unter 0,05V liegen kann.

Für eine typische Siliziumdiode 1N4448 liegen diese Werte bei 0,3V (125°C) und 0,7V (25°C)

Gruß merimies

Hallo merimies!

So hat die Schopttky-Diode BAT41 bei einer
Sperrschichttemperatur von 25°C eine typische
Schleusenspannung UF von 0,2V, während
diese bei 125°C unter 0,05V liegen kann.

Für eine typische Siliziumdiode 1N4448 liegen diese Werte bei
0,3V (125°C) und 0,7V (25°C)

Ja, ich habe das schon bei den verschiedensten Datenblätter rausgelesen - die Schleusenspannung ist temperaturabhängig.

Jetzt ist es aber nicht gerade so, dass ich 100°C in meiner Wohnung habe, noch meine Akkus beim Entladen in den Backofen schiebe. :wink:

Die „Arbeitstemperatur“ beträgt also irgendwo zwischen 21° und 28°C - je nachdem ob es gerade Sommer oder Winter ist. Da gebe ich dir aber recht, dass ich damit wahrscheinlich trotzdem nicht exakt auf die 0,9 Volt hinkommen werde.

Danke für deine Antwort!
Gruss
Michael

Hallo,

Jetzt ist es aber nicht gerade so, dass ich 100°C in meiner
Wohnung habe, noch meine Akkus beim Entladen in den Backofen
schiebe. :wink:

Es geht ja auch nicht um die Gehäusetemperatur, sondern um die Temperatur des Halbleiters. Je nach Belastung des Halbleiters kann man da auch im Normalbetrieb durchaus auf 100° kommen. Die Verluste müssen halt irgendwohin. Und das ist in aller Regel auch der Grund für den angegebenen Dauerstrom. Von dem Du ja gar nicht so weit weg bist.
Gruß
loderunner