Ab wann hilft eine Therapie?

Hallo,

also ich bin ja mittlerweile in Therapie. (Fehlgeburt, daraus Eheprobleme) Besuche 1 mal die Woche eine Therapeutin, heule dabei viel und versuche Gespräche mit meiner Gebärmutter zu führen.

Aber ich hab das Gefühl es bringt rein gar nichts.
Ich steigere mich in die Idee schwanger zu sein, so rein, dass ich teilweiße 2 Wochen auf meine Periode warten muss.

Gut, zuhause heule ich nicht mehr so viel. Aber das erledige ich ja in der Sitzung.
Ich hab nicht das Gefühl, dass was besser wird. Es hat sich eher verlagert.

Wie lange dauert es denn bis ich was „merken“ sollte?
Ich weiß, kann man jetzt nicht so sagen, aber vielleicht ist es auch die falsche Therapeutin?

Gruß Jenny

Trauer
Hallo Jenny,

zu Deiner Fehlgeburt spreche ich Dir mein Beileid aus - auch und besonders, weil dieser Verlust gesellschaftlich nicht als „Sterben eines Menschen“ gesehen und anerkannt wird.

Dennoch trauerst Du und in Deiner Therapie leistest Du offenbar die Trauerarbeit. M. W. gilt bei Verlust eines geliebten Menschen eine Trauerzeit von bis zu 3 (i. W.: drei) Jahren nicht als krankhaft.

Damit will und kann ich natürlich nicht sagen, ob Deine Therapie oder die Therapeutin „richtig“ sind - das sagt Dir Dein Gefühl: Vertrau´ dem und sprich´ Deine Zweifel bei der Therapeutin offen an.

Hallo Jenny!

Wie lange dauert es denn bis ich was „merken“ sollte?

Das ist schwer zu beantworten. Therapie und auch Trauer brauchen ihre Zeit. Und die Sele sträubt sich dagegen, loszulassen - manchmal auch durch die Hintertür mit Gedanken, wie Du sie jetzt gerade hast. „Ach, das bringt eh nichts …“ Dummerweise gibt es trotzdem auch schlechte Therapien - das auseinanderzuhalten, ist alles andere als trivial.

Ich weiß, kann man jetzt nicht so sagen, aber vielleicht ist
es auch die falsche Therapeutin?

Das solltest Du unbedingt in der Therapie ansprechen, genau da gehört das hin.

Gruß,
Max

Hallo,

Wie lange dauert es denn bis ich was „merken“ sollte?

So lange, wie du brauchst, um dein Kind loslassen zu können. Das ist ein Prozess, der durchaus ein Weilchen dauert. Die Tatsache, dass er mit intensivem Schmerz und Trauer verbunden ist, muss dabei kein schlechtes Zeichen sein.

Ich weiß, kann man jetzt nicht so sagen, aber vielleicht ist es auch die falsche Therapeutin?

Das kann natürlich sein. Möglich ist aber auch, dass du in deinem Inneren nicht willst, dass sie Erfolg hat. Das würde bedeuten, zu akzeptieren, dass dein Kind tot ist und damit wirklich alles an Hoffnung und schönen Gefühlen, die du mit deinem ungeborenen Kind verbindest, loszulassen. Es kann durchaus sein, dass dir das unbewusst als „Verrat“ erscheint.

In dem Augenblick, wo du dir selbst erlaubst, nicht mehr weinen zu müssen, musst du quasi zulassen, dass dein ungeborenes Kind aus deinem Leben verschwindet. Und auch wenn natürlich immer in deiner Erinnerung sein wird, erscheint dieser erste große Schritt des Loslassens möglicherweise als so bedrohlich, dass du in Versuchung gerätst, die Therapie abzubrechen, bevor sie tatsächlich Erfolg hat.

Mein Tipp: Besprich deine Zweifel mit deiner Therapeutin, denn jedes deiner Gefühle, das mit diesem Prozess in Zusammenhang steht, ist wichtig und sollte Bestandteil des therapeutischen Gesprächs werden.

Egal, welchen Therapeuten du auch immer wählen magst: Die Arbeit des Loslassens musst du ganz alleine leisten. Der Therapeut kann dir nur das Geländer liefern, an dem du dich entlang hangeln kannst.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo

Ich würde als Laie einmal empfehlen, sich mit der Ursache von Fehlgeburten zu beschäftigen.
Dann braucht man weniger ein schlechtes Gewissen zu haben (ich meine, falls man die Fehlgeburt nicht selbst verursacht hat) .
Wenn man begreift, das eine Fehlgeburt eine natürliche Ursache haben kann, sollte man es leichter bewältigen können, meine ich.
Die vielen Monate und die zerstörte Vorfreude sind natürlich eine Belastung, aber da kann man einfach nichts dran ändern.

Was die Therapeutin mit Dir macht, oder Du mit der, da kann ich überhaupt nichts zu sagen. Ich würde versuchen, unwürdige Zustände zu vermeiden, weil irgendwie muß man sich irgendwann ausreichend selbst gefallen.

In der Familie gibts Ärger? Das ist doch wieder eine andere Geschichte und auch genauso da sollten die Anderen sachlich Bescheid wissen.
Und eventuell mußt Du Dich da irgendwie verteidigen.

Bei „mit Gebärmutter reden“ weiß ich überhaupt nicht, was das soll oder was das ist. Wer sollte sich denn da melden?
Betrifft das deine Körperhaltung? Wie auch immer, andauernde Schuldgefühle bringen nichts zurück und sind wahrscheinlich auch noch fehl am Platz.

Es kann sein, das Deine Therapeutin lange mir Dir „herumlaboriert“.
Ich meine, es ist oft hilfreich, energische Vorbilder zu haben, die einem auch mal freundlich aber bestimmt sagen, was man tun soll.
Das halte ich besonders dann für sinnvoll, wenn die eigene Perspektive eingeschränkt ist.
Mein Vorschlag ist auch, irgendwie gute Laune zu „tanken“ (Urlaub, Ortswechsel, Essen gehen, Entspannungsbad, was gibts da noch?) und dann zu versuchen, Einfluss auf das eigene Gemütsleben zu nehmen.
Ohne genügend Selbstbestimmung geht es auch hier nicht besonders weit.

Gegen Stress hilft z.B. besonders gut das chinesisch bhuddistische Chi Gong oder wie das heißt.
Einfache Figuren bauen die Standfestigkeit auch der Seele auf.

MfG
Matthias

Hallo,
Das tut mir leid mit der Fehlgeburt. Das ist immer schrecklich und sieht nach Dunkelheit und Ende aus. Es sollte aus uns unbekannten Gründen nicht sein.
Eine Therapie sollte darauf ausgelegt sein den Schmerz und den Trauer anzunehmen und zu durchleben. Also nicht davor auszuweichen. Das tust Du indem Du Weinst und Dialoge führst. Der Therapeut begleitet Dich dabei und „wartet“ geduldig den Moment ab, wo dieser Prozess abgeschlossen ist und Du in der Lage bist nach vorne zu blicken. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es richtig ist nur zu warten. Manchmal steckt man so in dieser Trauer drin und denkt quasi, dass es zu einen Dauerzustand werden soll. Soll es aber nicht. Der nächste Schritt ist nach vorne! Das bedeutet nicht zu vergessen was geschehen ist, sondern Abschied zu nehmen und danach nach rechts und links zu schauen was passiert. Was passiert mit mir und was passiert mit den Menschen um mich herum. Das Rad dreht sich weiter.

Womöglich hast Du Recht damit, dass der Therapeut Dich nicht auf diesen Weg leitet. Du hast das Gefühl stehen geblieben zu sein. Sprech das mal beim nächsten Mal an und unternimm den nächsten Schritt. Was macht der Therapeut? Geht er darauf ein oder bleibt er bei der Trauerbewältigung?
Du darfst einem Therapeuten durchaus direkt auf dieses Gefühl ansprechen.

Viele Grüße

ab sofort
liebe Jenni,

in einer Therapie solltest du von Anfang an das Gefühl haben, an der richtigen Adresse zu sein und Hilfe zu finden.

Das heißt natürlich nicht, dass der Schmerz über die Fehlgeburt sofort vergeht, aber aus deinem Posting entnehme ich, dass du mit der Therapeutin nicht richtig zurfieden bist.

Sprich mit ihr darüber, und wenn sie nicht gut reagiert (deiner Meinung nach!) und wenn sich nicht sehr bald etwas ändert, raus aus der Therapie. Es ist deine Lebenszeit, die da vergeht!

Betonen möchte ich auch, dass nur du selber verantwortlich sein kannst für deine Heilung. Eine Therapie kann helfen,wenn du selber daran glaubst und mitarbeitest - wenn das nicht der Fall ist, weil die Therapie dich nicht überzeugt, beende sie!

Gruß Bixie

Hi Jenny,

und versuche Gespräche mit meiner Gebärmutter zu
führen.

Das wäre mir viel zu esoterisch - und ich wäre wahrscheinlich schon nach der ersten Stunde weg von dieser Therapeutin.

Die Mystifizierung der Gebärmutter ist ein Konstrukt aus den Anfängen der Frauenbewegung, wo man sich im Kreis zusammensetzte und mittels eines Taschenspiegels die eigene Vagina inspizierte. Ein weiteres Ziel war das gemeinsame Menstruieren. Man kann in sie hereinhexen, was man will, letztlich ist und bleibt sie nur ein weibliches Geschlechtsorgan, das wie jedes andere Organ auch zeitweise nicht optimal arbeitet. Dazu führen viele Komponenten und nur Dein Frauenarzt wird Dir sagen können, was (evtl.!) die Ursache der Fehlgeburt war und wenn Du nicht jeden Abend auf der Piste warst und Pogo getanzt hast, ist eine Schuldfrage völlig hinfällig.

Aber ich hab das Gefühl es bringt rein gar nichts.

Mir würde das auch nix bringen - im Gegenteil (s.o.).

Ich steigere mich in die Idee schwanger zu sein, so rein,
dass ich teilweiße 2 Wochen auf meine Periode warten muss.

Du schreibst ja selbst das Wort „reinsteigern“. Und dieses Wort birgt immer ein Übel in sich, nämlich die Abwesenheit von Vernunft und dem Wunsch, wieder in die Realität zurückzukehren.

Ich hab nicht das Gefühl, dass was besser wird. Es hat sich
eher verlagert.

Du willst den Verlust so schnell wie es geht mit einer erneuten Schwangerschaft kompensieren. Genau das halte ich für falsch. An Deiner Stelle würde ich mir jetzt vornehmen, ersteinmal nicht gleich wieder schwanger zu werden, um das Kopfkino um Verlust und möglichem Ersatz loszuwerden. Setze Dir irgendein Ziel, das mit Mütterlichkeit nichts zu tun hat und auf das Du Dich jetzt konzentrierst.

Wie lange dauert es denn bis ich was „merken“ sollte?

Was Deine jetzige Therapie betrifft hast Du doch bereits „gemerkt“, dass sie Dich nicht weiter bringt.

Ich weiß, kann man jetzt nicht so sagen, aber vielleicht ist
es auch die falsche Therapeutin?

Das wird Dir keiner außer Deinem Gefühl beantworten können und das hat es ja schon getan (s.o.).

Alles Gute Dir
wünscht
Anja

Hallo.

Ich verfolge deine Beiträge schon eine gewisse Zeit. Zunächst hattest du sehr lange das Problem der Fehlgeburt, danach wolltest du zwanghaft erneut schwanger werden, obwohl dein Partner derzeit kein Kind haben möchte. Das Ganze führte dann zu massiven Eheproblemen.

Ich persönlich denke, dass dein Problem wesentlich tiefer liegt und eine reine Reduktion auf die Fehlgeburt nicht angebracht ist.

Mein Eindruck ist, dass du irgend eine Lücke in deinem Leben krampfhaft mit Hilfe eines Kindes schließen möchtest, was dir aber selbst im Erfolgsfall (Schwangerschaft und Kind) nicht gelingen wird können.

Wie zuvor schon gesagt, solltest du dich anstatt auf das Kind auf dich selbst konzentrieren und auf die meines Erachtens wesentlich tiefliegenderen Probleme.

also ich bin ja mittlerweile in Therapie. (Fehlgeburt, daraus
Eheprobleme) Besuche 1 mal die Woche eine Therapeutin, heule
dabei viel und versuche Gespräche mit meiner Gebärmutter zu
führen.

Der Ansatz, mit der Gebärmutter zu sprechen, ist ein eigenwilliger. Er kann zum Ziel führen, aber auch nur dann, wenn man damit etwa anfangen kann. Deine Art der Formulierung könnte darauf hin deuten, dass du mit genau dieser Methode weniger etwas anfangen kannst. Wenn das so ist, besteht unbedingt Handlungsbedarf.

Du musst da mit der Therapeutin ansprechen. Wenn du mit einer Methode von ihr nicht zurecht kommst, dann sag ihr das. Sie sollte alternative Wege anbieten können. Kann sie das nicht, dann wäre das ein Ansatzpunkt, in Frage zu stellen, ob die Therapeutin für dich geeignet ist. Das ist in diesem Fall relativ einfach, weil man das an der Methode festmachen kann.

Nicht ganz so einfach ist das in Bezug auf das von dir angesprochene Unwohlsein, auch weil es dir nicht schnell genug geht. Das können berechtigte Zweifel daran sein, dass die Therapie nicht richtig läuft (was noch nicht heißt, dass die Therapeutin nicht die richtige ist) oder es die schon angesprochene innere Abwehr und damit eine natürliche Reaktion im Prozess, der vor dir steht. Auch mein Rat: Sprich das unbedingt bei der Therapeutin an. Es ist völlig normal, dass man im Rahmen einer Therapie in so ein Phase kommt.

Ein guter Therapeut weiß das und geht darauf entsprechend professionell ein (ohne dass er dem Patienten Vorwürfe macht!). Eine gute Therapeut-Patient-Beziehung muss solche Zweifel aushalten können. Du kannst das sogar positiv sehen: Kann die Therapeutin nicht damit umgehen, wenn du deine Zweifel so artikulierst, wie du das hier getan hast, dann hast du wirklich einen Grund daran zu zweifeln, ob sie die Richtige ist.

Auch das kann dir helfen, solltest du noch Zweifel haben, ob es sinnvoll ist, mit ihr zu reden: Entweder, du hast am Ende eine stabilere Beziehung zu deiner Therapeutin oder du weisst, dass sie nicht die Richtige ist. Beides ist besser als mit den Zweifeln zu leben.

Hallo!

Mein Eindruck ist, dass du irgend eine Lücke in deinem Leben
krampfhaft mit Hilfe eines Kindes schließen möchtest

Sie hat aber bereits einen Sohn, vier oder fünf jahre alt. Das widerspricht deiner These ein bißchen. Mein Eindruck war immer, daß die Lücke, die sie schließen möchte, tatsächlich die des zweiten verstorbenen Kindes ist.

Gruß,
Max

Hallo!

und versuche Gespräche mit meiner Gebärmutter zu
führen.

Das wäre mir viel zu esoterisch - und ich wäre wahrscheinlich
schon nach der ersten Stunde weg von dieser Therapeutin.

Die Mystifizierung der Gebärmutter ist ein Konstrukt aus den
Anfängen der Frauenbewegung

Dieses Gespräch von Jenny hat aber nichts mit der Frauenbewegung zu tun. Ähnliche Gespräche werden im therapeutischen Kontext auch mit Krebsgeschwüren, HIV-Viren und verstorbenen Vätern geführt. Und ja, das kann tastsächlich bei vielen sehr hilfreich sein, einen inneren Konflikt durech ein ein äußeres Geschehen darzustellen.

Gruß,
Max

Dieses Gespräch von Jenny hat aber nichts mit der
Frauenbewegung zu tun.

Stimmt.

Ähnliche Gespräche werden im
therapeutischen Kontext auch mit Krebsgeschwüren, HIV-Viren
und verstorbenen Vätern geführt. Und ja, das kann tastsächlich
bei vielen sehr hilfreich sein, einen inneren Konflikt durech
ein ein äußeres Geschehen darzustellen.

Kann. Aber es gibt nicht wenige, die mit so einem Ansatz überhaupt nicht klar kommen. Darauf sollte ein Therapeut vorbereitet sein und falls erforderlich einen anderen Weg einschlagen.

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Hallo.

Das sind alles persönliche Eindrücke. Man weiss nicht, wofür das bereits vorhandene Kind möglicherweise herhalten muss. Wenn noch ein Kind vorhanden ist, finde ich die Situation umso tragischer, weil die Mutter so sehr mit ihrem Wunsch nach einem „neuen“ Kind und mit der Trauer um das Nichgeborene beschäftigt ist, dass das Kind es vermutlich negativ spürt.

Hallo!

Kann. Aber es gibt nicht wenige, die mit so einem Ansatz
überhaupt nicht klar kommen.

Natürlich. Mir ging es nur darum, daß das
a) nichts explizit feministisches ist, und
b) auch nicht völlig absurd. :smile:

Darauf sollte ein Therapeut
vorbereitet sein und falls erforderlich einen anderen Weg
einschlagen.

Ja, man muß immer den passenden Weg finden.

Ansonsten schließe ich mich einfach dem an, was du weiter oben geschrieben hast. :smile:

Gruß,
Max

Hi Max,

Dieses Gespräch von Jenny hat aber nichts mit der
Frauenbewegung zu tun.

Aber es war die Frauenbewegung, genauer: eine Strömung der Frauenbewegung (nicht die politische, die mir wesentlich angenehmer ist), die begann die Gebärmutter in den Fokus des Gefühls des „Frauseins“ zu rücken. Deshalb ist es ja auch heute noch eine Katastrophe für viele Frauen, wenn dieses „Häuschen“ irgendwann aus medizinischen Gründen entfernt werden muss. Frau fühlt sich dann nicht mehr als Frau, genau aus dem Grunde, warum auch Männer eine Sterilisation entrüstet ablehnen, weil sie meinen, mit der Zeugungsunfähigkeit ein Stück Männlichkeit zu verlieren.

Ähnliche Gespräche werden im
therapeutischen Kontext auch mit Krebsgeschwüren,

Ja, und das empfinde ich als einen grausamen Irrweg auf der Suche nach „Ursachen“ von Krankheiten, deren Entstehung man heute noch nicht verhindern und in den meisten Fällen auch nicht heilen kann. Diese Art von Schuldzuweisung (auf die es letztlich hinausführt), belastet den Betroffenen in einer Weise, die ich, was den Krankheitsverlauf betrifft, nur für kontraproduktiv halte.

HIV-Viren

Auch passend: Das alte Modell von Homophoben, die wiederum dem Kranken die Schuld in die Schuhe schieben.

und verstorbenen Vätern geführt.

Das ist natürlich besonders gemein - passt aber gar nicht in die Aufzählung.

Und ja, das kann tastsächlich
bei vielen sehr hilfreich sein, einen inneren Konflikt durech
ein ein äußeres Geschehen darzustellen.

Seit wann ist Trauer ein „innerer Konflikt“? Das wäre mir ganz neu und ich wäre Dir dankbar, wenn Du mir das erklären könntest.

Gruß,
Anja

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Hallo!

Aber es war die Frauenbewegung

Ich bin mir dennoch sicher, daß die Motivation der Therapeutin nichts mit der Frauenbewegung zu tun hat.

Ja, und das empfinde ich als einen grausamen Irrweg auf der
Suche nach „Ursachen“ von Krankheiten

Es geht dabei aber nicht um die Suche nach den „Ursachen“ von Krankheiten, sondern um die Auseinandersetzung mit der Krankheit und ihren Folgen - visualisiert durch ein äußeres „Gespräch“. Alles, was sonst nur innerlich arbeitet, wird in einem äußeren Gespräch dargestellt - so, als wäre der Tumor, der Virus etc. eine zweite Person, mit der man gerade einen Streit hat.

Diese Art von Schuldzuweisung (auf die es
letztlich hinausführt)

Ich glaube, daß dürfte so ungefähr das letzte sein, auf das es hinausläuft. „Schuld“ oder „Schuldzuweisungen“ haben in einer Psychotherapie nichts verloren.

Auch passend: Das alte Modell von Homophoben, die wiederum
dem Kranken die Schuld in die Schuhe schieben.

Sag mal: Was dichtest Du dir eigentlich gerade an kruden Vorstellungen zusammern und projezierst sie auf eine therapeutsche Methode??? Weder wird hier irgendeinem Kranken die Schuld in die Schuhe geschoben, noch hat das irgendwas mit Homophobie zu tun!

Das ist natürlich besonders gemein - passt aber gar nicht in
die Aufzählung.

Doch, das passt sehr gut in die Aufzählung. Auch hier geht es um einen inneren Konflikt (nämlich mit dem zwar verstorbenen, im Kopf aber immer noch existenten Vater), der äußerlich sichtbar ausgetragen wird.

Das sind auch durchaus anerkannte therapeutische Methoden, die Du allerdings völlig falsch zu verstehen scheinst, wenn Du denkst, daß es da primär um Schuldzuweisungen, vor allem um Schuldzuweisungen an die Person des Klienten geht. Also, wenn das dabei rauskäme, hätte der Therapeut die Methode auch nicht verstanden.

Gruß,
Max

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Hallo Jenny,

du hast sehr wenig über Art und Inhalt der Therapie geschrieben, daher klingt ein „Gespräche mit meiner Gebärmutter führen“ zuerst ein wenig befremdlich.

Das Leben ist nicht nur Kopfkino und Gespräche führen, vielleicht wäre ein ergänzender "bewegungs"therapeutischer Ansatz hilfreich. Frag einmal deine Therapeutin, sofern sie dies nicht schon angedacht hat.

Franz