Ab wann Maklercourtage

Hallo!

Ich habe mir vor einigen Tagen eine Wohnung im Internet bei einem Immobilieportal angesehen, welche von einem Makler angeboten wurde. In der Wohnungsbeschreibung stand: Provision 2 Kaltmieten zzgl. Mwst.
Nun habe ich mir mit dem Makler die Wohnung angesehen, wobei der Makler bei der Präsentation der Wohnung keinerlei weitere Angaben zur Provision und der dafür erbrachten Leistung mehr gemacht hat. Jetzt frage ich mich natürlich, ab welcher Leistung ist in diesem Fall eine Zahlung der Provision fällig?

Ich würde mich über Unterstützung von euch freuen.

Gruß TiGo

Hallo!

Jetzt frage ich mich :natürlich, ab welcher
Leistung ist in diesem Fall :eine Zahlung der Provision :fällig?

Sobald der Mietvertrag zustande kommt, hat der Makler seinen Lohn verdient.

Gruß
Wolfgang

Sobald der Mietvertrag zustande kommt, hat der Makler seinen
Lohn verdient.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang!

Bedeutet das also, nach nur 30 min Wohnungsbesichtigung hat er sich ohne jede weitere Leistung 2 MM verdient (in diesem Fall ca. 1500 Eur), ohne überhaupt ein Wort darüber verloren zu haben? Sollten nicht vorher die gesamten Geschäftsbedingungen mit Preis und Leistung bekannt gemacht und/oder so etwas wie ein Vertag mit dem Makler unterschrieben werden? Bei allen anderen Geschäften die ich bisher getätigt habe wie Autokauf, Versicherungen, Handy, usw. ist dieses auf jeden Fall so gewesen.

Gruß TiGo

Hallo Tigo, ist leider so! In der Wohnungsbeschreibung wurde ja darauf hingewiesen und somit auch von Dir bei Besichtigung akzeptiert. Ob die Leistung des Maklers nun im Verhältniss dazu steht sei dahingestellt.

Gruß

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi TiGo,

der Makler bekommt sein Geld dafür, dass Du ihn nach einer Wohnung fragst, er Dir eine zeigt und Du, so Du sie nimmst, ihm dafür zu Dank verpflochten bist, dass Du nicht selbst suchen musstest.

Sollten nicht vorher die gesamten Geschäftsbedingungen (…) bekannt gemacht werden?

Das Maklergeschäft ist dermaßen simpel, dass sich Erörterungen erübrigen. Wenn Du zum Makler gehst, hat der seine Vorarbeiten längst erbracht, nämlich das Aufspüren von vermittelbaren Objekten. Soll er in den Vertrag hineinschreiben, wie er das gemacht hat?

Gruß Ralf

Hallo!

Bedeutet das also, nach nur 30 min Wohnungsbesichtigung hat er
sich ohne jede weitere Leistung 2 MM verdient…

Ja! Du zahlst für eine bestimmte Leistung. Du wolltest eine Wohnung vermittelt haben und wenn Du die Wohnung bekommen hast, ist die Dienstleistung erbracht und der Lohn fällig.

Von nur wenigen Ausnahmen abgesehen, erfolgt die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen ergebnisorientiert. Wie lange der Dienstleister für die Erledigung insgesamt benötigte, ist für Dich als Kunde i. d. R. überhaupt nicht zu sehen. Ist ja auch nicht erforderlich. Du weißt vorher, woraus die Dienstleistung besteht und kennst den Preis. Dann kannst Du vorher entscheiden, ob Du die Dienstleistung in Anspruch nehmen möchtest oder nicht.

Preise sind so gut wie nie in Stein gemeißelt. Man kann über den Preis verhandeln. Der Versuch ist allerdings zwecklos, wenn der Mietvertrag schon zustande gekommen ist. Aber vorher kann man über alles reden. Wenn der Makler seit langer Zeit erfolglos Dutzende Inserate schaltete, wird er sich vielleicht gesprächsbereit zeigen, um den Ladenhüter endlich los zu sein.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Sorry, aber das kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen. Dafür dass ein Makler die „Schlüsselgewalt“ für eine Wohnung hat und mir die Tür öffnet, soll ich so viel Geld dem Fenster hinauswerfen? Selbst einen Wohnungsgrundriss konnte der Makler mir nicht geben und bat mich, doch die Wohnung selber zu vermessen. Welche Dienstleistung hat der Makler denn in diesem Fall mir gegenüber erbracht? Im Zeitalter des Internets finde ich sowohl private (ohne Provision!!!) als auch durch Makler getätigte Anzeigen in den Immobilienportalen. Die Suche nach einer geeigneten Wohnung unterscheidet sich also nicht. Wie wird also dieser hohe Preis gerechtfertigt, für welche Dienstleistung soll ich denn da zahlen? Übertrieben gesagt (also bitte nicht falsch verstehen), ist selbst ein Butler zum Türöffnen billiger. Außerdem gehört das Türöffnen in jedem guten Hotel zum Service :wink: . Wenn der Makler mir eine Arbeit wie z. B. das Erstellen des Grundrisses abnehmen oder erleichtern würde, würde dieses eine Dienstleistung darstellen und ich wäre auch gerne bereit dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Aus diesem Grund war meine ursprüngliche Frage, ab welcher Dienstleistungen die Provision fällig wird und welche Leistungen diese beinhaltet, da ich bisher noch keine Leistung erkennen kann und mir auch von ihm noch keine genannt wurde die dieses rechtfertigen würde.

@ Wolfgang:

Du weißt vorher, woraus die Dienstleistung besteht und kennst den Preis.

Leider ist mir die Dienstleistung nicht bekannt, sondern nur der Preis. Es sei denn, diese bezieht sich wirklich nur auf das Öffenen der Tür.

@ Ralf:

der Makler bekommt sein Geld dafür, dass Du ihn nach einer Wohnung fragst, er Dir eine
zeigt und Du, so Du sie nimmst, ihm dafür zu Dank verpflochten bist, dass Du nicht selbst
suchen musstest.

Naja, ich habe die Wohnung genauso im Internet gesucht und gefunden, wie jede andere Wohnung von privat auch. Wenn ich einen Makler beauftragen würde mir Eine zu suchen, dann wäre das ja wieder eine für mich erkennbare Dienstleistung, für die auch eine Entlohnung gerechtfertigt ist.

Welche Vorzüge hat es also für mich eine Wohnung vom Makler zu mieten und nicht von privat?

Gruß TiGo

Makler >
Hi TiGo,

Naja, ich habe die Wohnung genauso im Internet gesucht und gefunden

wieso kommst Du dann auf die Idee, einem Makler Geld geben zu wollen?

Welche Vorzüge hat es also für mich eine Wohnung vom Makler zu mieten und nicht von privat?

Klarstellung: Wenn der Makler auch Vermieter ist, kann er für dieses Objekt kein Makler sein.

Gruß Ralf

Hallo Tigo,

kann zwar Deine Verärgerung vestehen, aber Du musst Dich auch mal in die Kostenstruktur eines Maklerbüros hereinversetzen.
Wenn Du an Deinem Auto AU durchführen lässt ist bezahlst Du nicht nur den Gesellen der die Messung macht, sondern auch die Kosten der Werkstatt, für Anschaffung des Messgerätes, die Beheizung der Werkstatt, den Urlaub und die Krankheit des Personals usw. Alle diese Kosten fliessen in die Kalkulation mit ein.
Ein Makler unterhält ein Büro, erstellt Listen, schaltet teure Anzeigen in Tageszeitungen. Dabei wird er Objekte haben, die er dutzende Male bewirbt, wo er einen Besichtigungstermin nach dem anderen macht, doch das Objekt nie vermittelt, ein anderes Mal macht er einen einzigen Anruf und kassiert dafür seine Provision. Ist halt eine Mischkalkulation.
Ich habe noch nie die Dienste eines Maklers in Anspruch genommen, da ich diese Dienstleistungen selbst erbringen kann. Wenn ich aber auf einen Makler zurückgreife, sei es auch nur um eine Adresse zu erfahren, dann muss ich ihm auch sein Honorar zahlen. Er muss von seiner Tätigkeit leben und macht das nicht aus Nächstenliebe.
Gruß elmore

Bedeutet das also, nach nur 30 min Wohnungsbesichtigung hat er
sich ohne jede weitere Leistung 2 MM verdient (in diesem Fall

Du bist sicherlich nicht der Einzige, mit dem der Makler die Wohnung besichtigt, sodaß der Einsatz des Maklers sicherlich höher war als 30 Minuten. Wenn Du der Meinung bist, dass der Makler sein Geld nicht wert ist, und mit dieser Meinung stehst Du nicht allein, mußt Du die Wohnung ja nicht von ihm vermitteln lassen. Im Netz gibt es zahlreiche Angebote von privat.

Im Angebot war eine Provisionshöhe angegeben. Der Interessent kann dieses Angebot annehmen oder bleiben lassen.
Wo ist das Problem?

Wie kann man sich über eine Tatsache aufregen, die eigentlich völlig klar vorliegt - das Angebot und die damit verbundenen Kosten - PUNKT!

Eine Provision ist fällig, bei Nachweis einer Mietwohnung. Das ist alles!

Wenn man sich selbst auf die Suche begibt, so kann man ja auch - genauso wie der Makler - selbst Mietobjekte finden.
Das ist natürlich mit Aufwand verbunden. Dafür spart man sich die Vermittlungsprovision.

So ist leider das System.

Ich versuche auch, meinen Auftraggebern (beim Immobilienkauf) klar zu machen, dass es manchmal besser ist, eine längere Suche in Kauf zu nehmen und dafür die Maklerprovision zu sparen.

Mit freundlichen Grüßen
Friedrich Pausch

Hallo TiGo,

alle Argumente die du bringst, sind sicherlich richtig und wahr. Ich selbst habe sogar mal eine Wohnung gemietet - u n d Maklerprovision bezahlt - obwohl ich den Makler ü b e r h a u p t nicht gesehen habe! Lediglich ein Telefonat habe ich mit ihm geführt, er hat mir die relevante Adresse genannt und ich habe dort direkt mit den Vermietern die Besichtigung und den Mietvertrag geregelt! Glaub mir, auch ich habe mich damals sehr geärgert über den doch hohen Preis für diese Wohnung.

Aber: Die Alternativen hast du auch bereits beschrieben. Melde dich auf keine Wohnungsanzeige, die über ein Maklerbüro ausgeschrieben wird. Denn wenn du dies tust, ist bereits alles geschehen. Der Vermieter hat einen Makler beauftragt, die Wohnung auf dem Markt anzubieten. Der zukünftige Mieter - so will es das Maklerwesen - hat den Preis zu zahlen.

Die Dienstleistung, die der Makler dem Vermieter der Wohnung anbietet und leistet (nicht d i r gegenüber) ist hier bereits beschrieben worden und kann von dir im Einzelfall gar nicht in Umfang und Art geprüft werden. Das macht die Sache für den künftigen Mieter natürlich noch unübersichtlicher und er sieht noch weniger ein, wofür er da überhaupt zahlt.

Die einzige Lösung wäre, wenn der Vermieter - der die Wohnung ja schließlich vermieten will - den Preis für den Makler bezahlen würde, nach dem Motto: Wer die Musik bestellt bezahlt sie auch.

Als Mieter kann man nur die Vermeidungstaktik fahren. Ob du aber heutzutage wirklich gute Wohnungen auf dem freien Markt findest, ist sicher von Gebiet und Stadt zu Stadt unterschiedlich. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass die Wohnungen die ich von privat gesehen habe, oft und fast durchweg sehr „gewöhnungsbedürftig“ waren und ich zahle heute zähneknirschend den Maklerobulus, um dies zu umgehen. D a s ist für mich die Leistung des Maklers für mich.

Gruß
Nita (noch recht frisch in der neuen Wohnung (Makler) und sehr glücklich diese gefunden zu haben (Internet))

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@ Friedrich Pausch
Wie das System bisher funktioniert ist mir verständlich, nur finde ich es nicht wirklich gerechtfertigt und sollte wirklich mal überdacht werden.

Ich versuche auch, meinen Auftraggebern (beim Immobilienkauf) klar zu machen, dass es
manchmal besser ist, eine längere Suche in Kauf zu nehmen und dafür die Maklerprovision
zu sparen.

Wenn der Käufer Sie dazu beauftragt, ihm eine Wohnung für einen Kauf zu suchen, ist eine Provision auch auf jeden Fall gerechtfertig.

@Nordlicht

Du bist sicherlich nicht der Einzige, mit dem der Makler die Wohnung besichtigt, so dass der
Einsatz des Maklers sicherlich höher war als 30 Minuten.

Das wäre ja genauso, als wenn ein Fremder in meine Stammkneipe kommt, wo das leckere Bier auf jeden Fall eine Empfehlung ist, und sich ein Bier bestellt und dieses trinkt. Nachdem er festgestellt hat, dass ihm dieses nicht schmeckt, wieder geht ohne das Bier zu bezahlen. Der Wirt verschenkt ja nicht das Bier und berechnet mir dieses dann zusätzlich, da es mir ja schmeckt. Soll das wirklich so sein???

Wenn Du der Meinung bist, dass der Makler sein Geld nicht wert ist, und mit dieser
Meinung stehst Du nicht allein, musst Du die Wohnung ja nicht von ihm vermitteln lassen.
Im Netz gibt es zahlreiche Angebote von privat.

Wird wohl leider darauf hinauslaufen, wenn der Makler nicht mit sich handeln lässt. Ich bin ja bereit, den von mir verursachten Aufwand zu bezahlen, doch dieser war bestimmt nicht 2MM hoch.

@ Nita

Die einzige Lösung wäre, wenn der Vermieter - der die Wohnung ja schließlich vermieten will

  • den Preis für den Makler bezahlen würde, nach dem Motto: Wer die Musik bestellt bezahlt
    sie auch.

Dies wäre eine faire und vernünftige Lösung. Die ihm daraus entstehenden Kosten könnte der Vermieter ja mit seinen ganzen anderen Kosten für die Wohnung kaufmännisch über die Zeit in den Mietpreis mit einrechen. Damit würde sich dann auch keiner mehr benachteiligt fühlen und jeder kommt zu seinem Recht.

Als Mieter kann man nur die Vermeidungstaktik fahren. Ob du aber heutzutage wirklich
gute Wohnungen auf dem freien Markt findest, ist sicher von Gebiet und Stadt zu Stadt
unterschiedlich. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass die Wohnungen die ich
von privat gesehen habe, oft und fast durchweg sehr „gewöhnungsbedürftig“ waren und ich
zahle heute zähneknirschend den Maklerobulus, um dies zu umgehen. D a s ist für mich die
Leistung des Maklers für mich.

Das ist wohl war, wenn dann würde ich dieses auch nur zähneknirschend akzeptieren. Wobei ich aber inzwischen von privat als auch vom Makler schöne und „gewöhnungsbedürftige“ Wohnungen gesehen habe. Bei einer recht schönen und hochwertigen Wohnung (nur etwas klein) übernimmt sogar der Vermieter die Makler-Provision.

@ elmore

Ein Makler unterhält ein Büro, erstellt Listen, schaltet teure Anzeigen in Tageszeitungen.

Früher war das vielleicht so, doch im Zeitalter des Internets werden von den meisten (vor allem den vielen nebenberuflichen Maklern) schnell ein paar Fotos von der Wohnung gemacht und eine Präsentation für das Portal erstellt.

Dabei wird er Objekte haben, die er dutzende Male bewirbt, wo er einen
Besichtigungstermin nach dem anderen macht, doch das Objekt nie vermittelt, ein anderes
Mal macht er einen einzigen Anruf und kassiert dafür seine Provision. Ist halt eine
Mischkalkulation.

Aber warum soll der Mieter die Leistungsfähigkeit des Maklers bezahlen? Wenn er gut wäre, dann würde er es vorher abschätzen können und schlecht vermittelbare Wohnungen nicht annehmen. Ein Gebrauchtwagenhändler kauft auch nicht das letzte Schrottauto an, wo er vorher weiß, dass er es nur sehr schwer wieder verkauft bekommt.

…sei es auch nur um eine Adresse zu erfahren, dann muss ich ihm auch sein Honorar zahlen.
Er muss von seiner Tätigkeit leben und macht das nicht aus Nächstenliebe.

Nur sollte es eine „angemessene“ Entlohnung sein

Sorry an alle, dass der Text so lange geworden ist. Freue mich aber, dass sich doch einige an dieser Diskussion beteiligen.