@ Friedrich Pausch
Wie das System bisher funktioniert ist mir verständlich, nur finde ich es nicht wirklich gerechtfertigt und sollte wirklich mal überdacht werden.
Ich versuche auch, meinen Auftraggebern (beim Immobilienkauf) klar zu machen, dass es
manchmal besser ist, eine längere Suche in Kauf zu nehmen und dafür die Maklerprovision
zu sparen.
Wenn der Käufer Sie dazu beauftragt, ihm eine Wohnung für einen Kauf zu suchen, ist eine Provision auch auf jeden Fall gerechtfertig.
@Nordlicht
Du bist sicherlich nicht der Einzige, mit dem der Makler die Wohnung besichtigt, so dass der
Einsatz des Maklers sicherlich höher war als 30 Minuten.
Das wäre ja genauso, als wenn ein Fremder in meine Stammkneipe kommt, wo das leckere Bier auf jeden Fall eine Empfehlung ist, und sich ein Bier bestellt und dieses trinkt. Nachdem er festgestellt hat, dass ihm dieses nicht schmeckt, wieder geht ohne das Bier zu bezahlen. Der Wirt verschenkt ja nicht das Bier und berechnet mir dieses dann zusätzlich, da es mir ja schmeckt. Soll das wirklich so sein???
Wenn Du der Meinung bist, dass der Makler sein Geld nicht wert ist, und mit dieser
Meinung stehst Du nicht allein, musst Du die Wohnung ja nicht von ihm vermitteln lassen.
Im Netz gibt es zahlreiche Angebote von privat.
Wird wohl leider darauf hinauslaufen, wenn der Makler nicht mit sich handeln lässt. Ich bin ja bereit, den von mir verursachten Aufwand zu bezahlen, doch dieser war bestimmt nicht 2MM hoch.
@ Nita
Die einzige Lösung wäre, wenn der Vermieter - der die Wohnung ja schließlich vermieten will
- den Preis für den Makler bezahlen würde, nach dem Motto: Wer die Musik bestellt bezahlt
sie auch.
Dies wäre eine faire und vernünftige Lösung. Die ihm daraus entstehenden Kosten könnte der Vermieter ja mit seinen ganzen anderen Kosten für die Wohnung kaufmännisch über die Zeit in den Mietpreis mit einrechen. Damit würde sich dann auch keiner mehr benachteiligt fühlen und jeder kommt zu seinem Recht.
Als Mieter kann man nur die Vermeidungstaktik fahren. Ob du aber heutzutage wirklich
gute Wohnungen auf dem freien Markt findest, ist sicher von Gebiet und Stadt zu Stadt
unterschiedlich. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass die Wohnungen die ich
von privat gesehen habe, oft und fast durchweg sehr „gewöhnungsbedürftig“ waren und ich
zahle heute zähneknirschend den Maklerobulus, um dies zu umgehen. D a s ist für mich die
Leistung des Maklers für mich.
Das ist wohl war, wenn dann würde ich dieses auch nur zähneknirschend akzeptieren. Wobei ich aber inzwischen von privat als auch vom Makler schöne und „gewöhnungsbedürftige“ Wohnungen gesehen habe. Bei einer recht schönen und hochwertigen Wohnung (nur etwas klein) übernimmt sogar der Vermieter die Makler-Provision.
@ elmore
Ein Makler unterhält ein Büro, erstellt Listen, schaltet teure Anzeigen in Tageszeitungen.
Früher war das vielleicht so, doch im Zeitalter des Internets werden von den meisten (vor allem den vielen nebenberuflichen Maklern) schnell ein paar Fotos von der Wohnung gemacht und eine Präsentation für das Portal erstellt.
Dabei wird er Objekte haben, die er dutzende Male bewirbt, wo er einen
Besichtigungstermin nach dem anderen macht, doch das Objekt nie vermittelt, ein anderes
Mal macht er einen einzigen Anruf und kassiert dafür seine Provision. Ist halt eine
Mischkalkulation.
Aber warum soll der Mieter die Leistungsfähigkeit des Maklers bezahlen? Wenn er gut wäre, dann würde er es vorher abschätzen können und schlecht vermittelbare Wohnungen nicht annehmen. Ein Gebrauchtwagenhändler kauft auch nicht das letzte Schrottauto an, wo er vorher weiß, dass er es nur sehr schwer wieder verkauft bekommt.
…sei es auch nur um eine Adresse zu erfahren, dann muss ich ihm auch sein Honorar zahlen.
Er muss von seiner Tätigkeit leben und macht das nicht aus Nächstenliebe.
Nur sollte es eine „angemessene“ Entlohnung sein
Sorry an alle, dass der Text so lange geworden ist. Freue mich aber, dass sich doch einige an dieser Diskussion beteiligen.