Ab wann spricht man von Schizophrenie

Ich habe da noch eine Frage:

Kurze Vorgeschichte: Ich bin selbst psychsich krank (paranoide Schizophrenie/Psychose) und arbeite in einer WfbM, dort habe ich einen Kollegen, mit der gleichen Diagnose, aber natürlich ist er nicht krank (im Moment kämpft er mit einem Anwalt gegen die Diagnose an).
Ich bin zwar kein Psycholge, aber was mich stutzig macht ist, dass er zwar paranoid zu sein scheint (meint daheim abgehört zu werden, seine Verwandschaft und sämmtliche Psychologen haben sich gegen ihn verschworen und wollen ihm schaden bzw. ihn psychisch „fertig“ machen usw), aber er zeigt nicht die klassischen symptome der Schizophrenie, wie z.B. Stimmen hören, Haluzinationen, Gedankeneingabe/entzug oder ähnliches, er bezieht nur alles auf sich und seine Person.

Daher meine Frage: Was ist „nur“ paranoid und ab wann spricht man von Schizophrenie. (Wikipedia habe ich mir schon durchgelesen, aber nicht wirklich was genaues gefunden)

Gruss und Dank Maldweister

Moin
Es ist schon richtig, dass zur Diagnose Schizophreni mehr gehört als nur in Wahn. Zwar kommt der paranoide Wahn häufig bi der Schizophrenie vor, aber es gibt auch öfters den sogenannten isoliertn Wahn, z.B. eine Paranoia, die erst spät im Leben (manchmal im Alter) beginnt. Die Schizophrenie (mit ihren Denkstörungen und mist akustischen Halluzinationen wie Stimmenhören) hingegen beginnt ja überwiegend schon im Jugendalter.
Gruß,
Branden

Historisch gesehen, wurde Schizophrenie zunächst definiert
als das völlige Auseinanderfallen von Denken , Wollen, fühlen
und Handeln.
Teilweise sysnonym auch als „Totale Verblödung“.

Ab wann man nun von einer Totalen Verblödung bzw. einer
Schizophrenie spricht, darüber hat es in der Folgezeit
erhebliche Diskussionen gegeben;
Es ist dabei aber nie gelungen, den Begriff Schizophrenie genau zu definieren
oder abzugrenzen gegenüber anderen schweren psychischen Erkrankungen.

Ganz im Gegenteil
die Diskussionen haben mehr zur Verwirrung als zur Klärung beigetragen haben.

Dies hat sogar dazu geführt, dass der Begriff „Schizophrenie“
teilweise als Oberbegriff in Frage gestellt wurde, und man nur noch
von speziellen Arten der Schizophrenie spricht wie
z.b. der „Paranoiden Schizophrenie“.

Szasz spricht bei der Schizophrenie auch vom
„Heiligen Symbol der Psychiatrie“.

Letztlich geht es auch darum , Menschen zu entmündigen
(Neudeutsch: Betreuung) und abhängig zu machen von
den teuren Anti-Schizophrenie Tabletten der
Pharmaindustrie.

Wen wundert es:
In der Praxis ist es heute so, bei den Diagnosen gehts zu wie
auf einem Basar;
dazu passt bestens die Geschichte vom Postboten:
http://www.gert-postel.de/

Wie formulierte es die Uni Münster mal in
einem Lehrbuch:
" Eine Psychose ist im allgemeinen leicht zu diagnostizieren,
nur bei der Definition haben wir Schwierigkeiten."

Fragt sich nur, wie man Krankheiten diagnostizieren kann,
die man gar nicht definiert hat.

Es handelt sich vielmehr um Symptome. die sehr
unterschiedlich ausfallen können, subjeketiv
auch sehr unterschiedlich eingeschätzt werden
können.

Auch wurde immer wieder Thesen aufgestellt, dass
die Schizophrenie durch bestimmte Substanzen
im Gehirn ausgelöst wird.

Zunächst war es die Dopamin These, die vornehmlich
von Prof. Haase vertreten wurde.
Mit der Entwicklung des Medikamentes Leponex
wurde dies aber eindeutig widerlegt;
und Sandoz gab diesem Medikament nicht umsonst
den Namen Leponex: Ha(a)se tot.

Nachdem die Dopamin Hypothese fallen gelassen werden
mußte, gabs immer wieder neue Thesen, welche Substanzen
in welchen Gehirnrealen ein Rolle spielen;
ohne dass die Diskussion präzisiert werden konnte.