Hallo,
ich bin zur Zeit gerade bei meiner ersten Seminararbeit im Rahmen eines Studiums. Nun habe ich das Problem, dass uns ein „einfaches“ Buch vorliegt nachdem wir arbeiten sollen. Ab wann muss man zitieren und bis wo kann man „frei“ schreiben ? (Kommilitonen meinten : Faustregel „5 Worte aus Originaltext“ aber das klingt für mich nach „Nonsens“).
ich bin zur Zeit gerade bei meiner ersten Seminararbeit im
Rahmen eines Studiums. Nun habe ich das Problem, dass uns ein
„einfaches“ Buch vorliegt nachdem wir arbeiten sollen. Ab wann
muss man zitieren und bis wo kann man „frei“ schreiben ?
(Kommilitonen meinten : Faustregel „5 Worte aus Originaltext“
aber das klingt für mich nach „Nonsens“).
Gibts da sowas wie Richtlinien ?
Richtlinien im Sinn wie Deine Kommilitonen das meinen, wären natürlich unsinnig.
Sinn einer Seminararbeit ist:
Du hast das Buch gelesen und daraus Schlüsse gezogen, bzw. den Inhalt verstanden.
Beides, die Schlüsse und den Inhalt stellst Du in der Seminararbeit dar
„Zitat“ bedeutet in diesem Fall:
Der Autor schreibt auf Seite X, Zeile Y „…“
das wird auch so in Gänsefüsschen in Deinen Text eingebaut.
Danach kannst Du fortfahren:
Daraus schließe ich …
damit meint der Autor …
du musst alles kenntlich machen, was nicht auf deinem Mist gewachsen ist, sprich, was Du nicht selber gedacht hast. Dabei ist es egal, ob du etwas von der Quelle wörtlich übernimmst oder sinngemäß. Wenn die Idee nicht von Dir ist, musst du sie kennzeichnen (Umgekehrt: wenn du etwas nicht als zitat markierst, ob wörtlich oder niht wörtlich, dann behauptest du, die idee wäre von Dir. und wenn sie das nicht ist, ist es ein Plagiat, geistiger Diebstahl).
Wörtliche Zitate werden in Anführungszeichen gesetzt, sinngermäße Zitate nicht. Wie die formellen vorschriften im weiteren lauten, hast Du hoffentlich vom Dozenten / Professor etc gesagt bekommen.
Das mit „ab 5 Worten“ ist also unsinn. Wenn du in deiner Arbeit irgendwo sagst „und deswegen kann man nicht [so einfach Äpfel mit Birnen vergleichen]“, und der Autor sagt irgendwo „und deswegen kann man nicht so einfach [irgendeinen französischen text in einer Englischschulaufgabe anbieten]“, dann musst du das nicht kenntlich machen, warum denn, das ist ja keine sinntragende Idee. Wenn der Autor aber sagt „Äpfel und Birnen sind grundsätzlich verschiedene Früchte“ und du schreibst „Äpfel und Birnen unterscheiden sich so sehr, dass sich ein Vergleich fast verbietet“ dann ist das ein sinngemäßes Zitat und muss kenntlich gemacht werden. Ein wörtlichesw zitat derselben Stelle brauch ich jetzt nicht vormachen, hab eh schon wieder zu viel tExt produziert
Zitate sind nur dazu da, wirklich WICHTIGE Kernaussagen des Autors unverändert wiederzugeben. Wenn du Text sinngemäß wiedergibst (achte hierbei aber darauf, dass du wirklich eine andere Wortwahl nutzt), setzt du ans Ende des Abschnitts eine Fußnote, in der du die Abkürzung „vgl.“ (vergleiche) oder „cf.“ (conferre - die lat. Entsprechung zu vgl.) vor den Namen des Autors und der Fundstelle setzt. Du kannst in einem Abschnitt auch mehrere Autoren hinzuziehen, dann setzt du einfach auch mehrere Fußnotenverweise ans Ende des Abschnitts/Absatzes.
Noch einmal: Zitate sind wirklich nur dazu da, eine Kernaussage, auf deren Originallaut du keinesfalls verzichten möchtest, anzugeben.
Vergleiche jedoch sind immer erwünscht.
Gruß
Sarah
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