Hi,
das ist alles interessant zu lesen und da mag Vieles richtig sein, aber trotzdem:
Ich sehe ein daß ein steigender Bedarf bei ausgeschöpfter Förderkapazität längerfristig gesehen nicht adäquat befriedigt werden kann und somit einen Preisanstieg zur Folge hat.
Diese Entwicklung kommt aber ja nicht „von heute auf morgen“, insofern wundert es mich wenn der Benzinpreis so schnell und rapide steigt wie das in den letzten Wochen und Monaten der Fall war.
Ich unterstelle der Ölindustrie hier durchaus daß die Preise sehr wohl zum eigenen Nutzen in immer höheren Margen vorgegeben werden und sich die Konzerne bereichern. Gerade auch daß der massive Preisanstieg vor Ferienbeginn stattfindet ist wieder mal ein alljährlich gleiches Ritual.
Die Förderung eines Barrel kostet heute nicht mehr als vor 1 Jahr, die Kosten dürften sich kaum verändert haben. Auch der Verbrauch wird nicht so stark zugenommen haben wie andererseits der Preis gestiegen ist. Da machen also durchaus ein paar Leute richtigen Reibach - über das eh schon immer vorhandene Maß noch hinaus, weil sie Treibstoff, der zu gleichen Kosten produziert wird, nun aber teurer verkaufen.
Des weiteren ist der Treibstoffpreis hier vor allem wegen der Mineralölsteuer so sehr hoch. Fast 70% der Preises kassiert nämlich der Finanzminister. Wenn der Literpreis für z. B. Super innerhalb eines guten halben Jahres um 10 Cent steigt sind das zugleich Mehreinnahmen von 7 Cent für den Finanzminister - der sowieso absolut überschuldet ist und daher keinerlei Interesse haben wird etwas gegen die Preistreiberei zu unternehmen.
Er wird erst dann als „Gutmensch“ und Retter in der Not aufwarten wenn die Leute anfangen ob der Preise auf die Barrikaden zu gehen - obwohl er selber der Verursacher der deutschen Preise ist. Wieso ist Treibstoff sonst in allen Nachbarstaaten preiswerter als bei uns?
Daß die Reserven an fossilen Brennstoffen endlich sind wußten wir immer, daß sie weit weniger lang reichen als viele zur Kenntnis genommen haben mag erst langsam ins Bewußtsein dringen.
Auch hier hat der „kleine Mann“ aber keine Handhabe, hier ist wiederum die Industrie gefordert alternative Lösungen zu präsentieren, und von der Politik müßten Gelder in Forschung und Lehre investiert werden. Stattdessen erleben wir aber eher genau das Gegenteil.
Insofern halte ich es auch für falsch wenn Politiker und Industrielle bzw. die Ölindustrie jammern daß die Lage so schlecht wäre und es an Treibstoff zu günstigen Preisen mangelt. Da wird der Bock zum Gärtner gemacht weil einige sich daran eine goldene Nase verdienen.
Gruß,
MecFleih