Ab welchem Spritpreis würdet ihr weniger fahren?

Hallo liebe Mitglieder,

ich habe beruflich mit der Ölbranche zu tun, und werde daher auch privat öfter mal auf die Preise angesprochen.

Ich würde gern mal wissen, ab welchem Spritpreis die meisten tatsächlich weniger fahren würden, also bewußt auf Fahrten verzichten. Etwa an einem heißen Tag sagen: Ich fahre nicht zum Baggersee, WEIL die Fahrt zu teuer ist. Oder: Ich hole die Brötchen zu Fuß, WEIL die Fahrt zu teuer ist.

Ich habe dazu schon allerhand Aussagen aus meinem Bekanntenkreis, aber ich würde mich freuen, wenn ich auch hier noch Äußerungen dazu bekäme.

Vielen Dank
Ghad

Hallo Ghad,

ich habe bereits auf die Spritpreise reagiert, ich habe meinen 325i verkauft und mir einen 60PS Corsa zugelegt.

Zusätzlich haben meine Freundin und ich unsere Arbeitszeiten ein wenig aufeinander abgestimmt, so das wir jetzt an 2-3 Tagen die Woche zusammen fahren können.

ab welchen Spritpreisen ich noch weniger fahren würde weiß ich nicht, aber wenn der Preis weiter steigt, dann werde ich vielleicht noch auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, obwohl mein Arbeitsweg dann mehr als doppelt so lang dauert.

Grüße

Chris

Ich mache aus Überzeugung ohnehin nur die absolut notwendigen Fahrten mit dem Auto und fahre nie „aus Spaß“ durch die Gegend. Habe einen „sitzenden“ Beruf und nutze daher jede Gelegenheit, mich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewegen.
Bei den notwendigen Fahrten ist mit der Preis völlig egal, sie sind halt notwendig und ich hab keine Wahl. Genau wie z.B. bei den 10 € Praxisgebühr - wenn ich zum Arzt muß, muß ich die halt zahlen.

Ciao, Wotan

Falsche Frage…
Hi!

ich habe beruflich mit der Ölbranche zu tun, und werde daher
auch privat öfter mal auf die Preise angesprochen.

Ich würde gern mal wissen, ab welchem Spritpreis die meisten
tatsächlich weniger fahren würden, also bewußt auf Fahrten
verzichten.

Dies beleuchtet nur den privaten Bereich.
Zunächst sollte man folgendes fragen:

  • bis zu welchem Benzinpreis lohnt es sich noch, zu seiner Arbeitsstelle zu fahren (merke: auch die öffentlichen Verkhrsmittel hängen vom Energiepreis ab)?
  • ab welchem Benzinpreis kommt die Konjunktur in D zum Erliegen?

Etwa an einem heißen Tag sagen: Ich fahre nicht
zum Baggersee, WEIL die Fahrt zu teuer ist. Oder: Ich hole die
Brötchen zu Fuß, WEIL die Fahrt zu teuer ist.

Diese Grenze dürfte deutlich über dem aktuellen Niveau liegen.
Es gibt mittlerweile sehr sparsame Fahrzeuge und die Autobahnen sind immer noch an jedem Wochenende und zu jeden Ferien verstopft.
Vermutlich würde es ab ca. 4 Euro spannend werden.
Vorher jedoch fürchte ich, werden die Grünen auf den Marktplätzen aufgeknüpft…

Ich habe dazu schon allerhand Aussagen aus meinem
Bekanntenkreis, aber ich würde mich freuen, wenn ich auch hier
noch Äußerungen dazu bekäme.

Bei mir persönlich sind nur die beiden o.g. Fragen interessant, denn meinen Sprit für den Alltags-Diesel bezahlt meine Firma. Es hängt also davon ab, wie lange sie das kann/möchte.
Ich fahre nur noch wenige Strecken sinnlos durch die Gegend, im Sommer fahre ich abends lieber mit dem Rad an den See.
Mit meinem alten Sack (´79er Spider) und dem Motorrad würde ich wohl so ab 5 Euro deutlich weniger fahren.

Grüße,

Mathias

Hallo zurück,

ich für meinen Fall fahre jetzt schon nur noch das nötigste. Für alle Strecken bis 5km habe ich gute Schuhe; für alle Strecken bis 15km habe ich ein Fahrrad; bei allen längeren Strecken (z.B. Weg zur Arbeit) schaue ich ob man eine Fahrgemeinschaft machen kann, ob man mit dem Zug fahren kann oder ob ich es gleich ganz lasse.

Gruß Karl

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke und noch ein Zusatz
Danke für die bisherigen Antworten.

Noch ein Zusatz, weil Du mich darauf brachtest.
Ich meine tatsächlich den privaten Bereich, das hätte ich dazuschreiben sollen. Das ist der Bereich, in dem man entscheiden kann, ob man fährt oder nicht. Bei beruflichen Fahrten ist das oft nicht so.

Gruß
Ghad

PS:

Vermutlich würde es ab ca. 4 Euro spannend werden.
Vorher jedoch fürchte ich, werden die Grünen auf den
Marktplätzen aufgeknüpft…

Interessante Bemerkung. Bist Du der Meinung, oder glaubst Du, daß viele der Meinung sind, die Grünen seien an den hohen Preisen schuld?

Steueranteil beim Sprit

Interessante Bemerkung. Bist Du der Meinung, oder glaubst Du,
daß viele der Meinung sind, die Grünen seien an den hohen
Preisen schuld?

Hallo,
Steuererhöhungen für den Sprit hat es wohl unter allen Regierungen gegeben. Somit wurde der Haushalt gestopft. Die Grünen waren allerdings so verrückt, eine Steuererhöhung mit dem Wort Ökosteuer zu verknüpfen. Hätten sie nur gesagt, wir brauchen mehr Einnahmen, wäre die kleine Erhöhung wie all die anderen geschluckt worden. Die Leute würden sich sicher auch über die Spritpreise aufregen, aber nicht eine von vielen Steuererhöhung so ausgiebig diskutieren.
Hat jemand einen Link oder eine Zusammenstellung, wie unter den unterschiedlichen Parteien die Steueranteile beim Sprit erhöht wurden?
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

Hallo Ulf,

das ist zwar ein anderes Thema, aber bei meiner kleinen Umfrage im Bekanntenkreis wurde auch fast immer die Steuer vorgebracht.

Wenn auch der Spritpreis größtenteils aus Steuern besteht, ist dies jedoch nicht die wahre Ursache des ständigen Preisanstiegs. Sondern diese liegt im Anstieg des Rohölpreises. Dieser wiederum ergibt sich daraus, daß global gesehen nicht genügend Treibstoff zur Verfügung steht. Somit Knappheit --> Preisanstieg.

Ziemlich unbekannt ist außerhalb der Ölbranche auch (obwohl es nicht vertuscht wird), wie kritisch die Knappheit wirklich ist, mal im Rahmen von einigen Monaten gesehen. Intern wird von einem wesentlich höheren Rohölpreis bis zum Jahresende ausgegangen.

Gruß
Ghad

Hallo,
Steuererhöhungen für den Sprit hat es wohl unter allen
Regierungen gegeben. Somit wurde der Haushalt gestopft. Die
Grünen waren allerdings so verrückt, eine Steuererhöhung mit
dem Wort Ökosteuer zu verknüpfen. Hätten sie nur gesagt, wir
brauchen mehr Einnahmen, wäre die kleine Erhöhung wie all die
anderen geschluckt worden. Die Leute würden sich sicher auch
über die Spritpreise aufregen, aber nicht eine von vielen
Steuererhöhung so ausgiebig diskutieren.
Hat jemand einen Link oder eine Zusammenstellung, wie unter
den unterschiedlichen Parteien die Steueranteile beim Sprit
erhöht wurden?
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

Interessante Bemerkung. Bist Du der Meinung, oder glaubst Du,
daß viele der Meinung sind, die Grünen seien an den hohen
Preisen schuld?

in der tat !
die grünen sind die heuschreckenplage der neuzeit.
ich sage nur „Dosen Jürgen“
der testet doch permanent wie weit er noch gehen kann um die wirtschaft in diesem unserem lande zum erliegen zu bringen !
wozu soll das gut sein ?
wir zahlen sektsteuer für die kriegsschiffe des Kaisers. heute noch.
am benzin „verdient“ ohne auch nur die geringste eigene leistung, der staat rund 80%. das ist wucher und sollte eigentlich mit dem gesetz gegen unlauteren handel bestraft werden.
steuern sollten, nach meiner meinung, immer ein verfallsdatum haben. aus die maus
für dunkeldeutschland zahlen wir noch 15 jahre nach der wende. und wir werden noch weitere 15 jahre zahlen. ist doch so einfach - keiner regt sich mehr aus. aber diese zahlungen sind gift für die Kreativität der dortigen menschen. Not macht erfinderich ! wussten schon die alten römer. und wir stopfen die voll und machen sie satt.
#da kann nur noch ein gelangweilter furz kommen. aber keine produktivität.
t.
ach ja - benzin ist mobilität - und somit (fast) vom preis abgekoppelt.
das man an hohen preisen (benzin) ersticken kann - das ist eine andere sache. Dosen jürgen wir uns schonsagen wann wir den point of no retourn überschritten haben.
so gehts jeden falls nicht mehr lange weite.
das wissen auch die schwarzen - oder was glaubst du warum dies nicht so eilig haben an die regierung zu kommen ?
t.

Hallo,
Steuererhöhungen für den Sprit hat es wohl unter allen
Regierungen gegeben. Somit wurde der Haushalt gestopft. Die
Grünen waren allerdings so verrückt, eine Steuererhöhung mit
dem Wort Ökosteuer zu verknüpfen. Hätten sie nur gesagt, wir
brauchen mehr Einnahmen, wäre die kleine Erhöhung wie all die
anderen geschluckt worden. Die Leute würden sich sicher auch
über die Spritpreise aufregen, aber nicht eine von vielen
Steuererhöhung so ausgiebig diskutieren.
Hat jemand einen Link oder eine Zusammenstellung, wie unter
den unterschiedlichen Parteien die Steueranteile beim Sprit
erhöht wurden?
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

Hallo Ulf,

Hallo Ghad,
darunter kann ich mir leider nichts vorstellen - deine vika ist leer.
aber dein posting ist leider falsch und entbehrt jeder grundlage.
der staat verdient an den prteiserhöhungen der ölmultis durch diue mehrwertsteuer sofort mit. plus benzin und Ökosteuer.
der ölpreis etwa 20% des preises an der tanke, teilen sich erölexportierende länder (erzeuger) die tankschiffart (pipelines) die radffinerien, die mineralölgesellschaften. die tanklaster, und last but not least die tankstellen pächter. sie alle leben von nur 20% des Abgabepreise. und vielleicht gar nicht mal so schlecht.
aber den größten batzen - ohne jedwede arbeit - den kassiert der staat.
immer hin rund -,80 Cent von jedem €.
das ist die crux.
der erzeugerpreis ist dagegen pillepalle.
t.

das ist zwar ein anderes Thema, aber bei meiner kleinen
Umfrage im Bekanntenkreis wurde auch fast immer die Steuer
vorgebracht.

Wenn auch der Spritpreis größtenteils aus Steuern besteht, ist
dies jedoch nicht die wahre Ursache des ständigen
Preisanstiegs. Sondern diese liegt im Anstieg des
Rohölpreises. Dieser wiederum ergibt sich daraus, daß global
gesehen nicht genügend Treibstoff zur Verfügung steht. Somit
Knappheit --> Preisanstieg.

Ziemlich unbekannt ist außerhalb der Ölbranche auch (obwohl es
nicht vertuscht wird), wie kritisch die Knappheit wirklich
ist, mal im Rahmen von einigen Monaten gesehen. Intern wird
von einem wesentlich höheren Rohölpreis bis zum Jahresende
ausgegangen.

Gruß
Ghad

Hallo,
Steuererhöhungen für den Sprit hat es wohl unter allen
Regierungen gegeben. Somit wurde der Haushalt gestopft. Die
Grünen waren allerdings so verrückt, eine Steuererhöhung mit
dem Wort Ökosteuer zu verknüpfen. Hätten sie nur gesagt, wir
brauchen mehr Einnahmen, wäre die kleine Erhöhung wie all die
anderen geschluckt worden. Die Leute würden sich sicher auch
über die Spritpreise aufregen, aber nicht eine von vielen
Steuererhöhung so ausgiebig diskutieren.
Hat jemand einen Link oder eine Zusammenstellung, wie unter
den unterschiedlichen Parteien die Steueranteile beim Sprit
erhöht wurden?
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

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Dosen-Jürgen oder Dosen-Töpfer?

ich sage nur „Dosen Jürgen“

Hallo Tamansari,
welche Halbwertszeiten bis zur Löschung haben bei Dir Nachrichten? Die rechtliche Grundlage zum Dosenpfand hat ein CDU-Umweltminister geschaffen.
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

(Etwas o.T., aber ich konnte ja schlecht in einem anderen Brett reagieren.)

Hat jemand einen Link oder eine Zusammenstellung, wie unter
den unterschiedlichen Parteien die Steueranteile beim Sprit
erhöht wurden?

Hab ich auch mal nach geguckt, hier
http://www.mwv.de/Steuersaetzeentwicklung.html
ist schon mal was, ist aber nicht sehr übersichtlich.
Wenn ich das richtig lese, hat sich der Steueranteil zwischen 1982 und 1998 unter unserem Helmut von 22 % auf 50 % erhöht, zwischen 1998 und heute weiter auf 65 %.
Vielleicht hat ja noch jemand eine bessere Statistik.

Ciao, Wotan

So isses! *
Hallo Tamansari,

vollste Zustimmung!

Grüße von
Tinchen

Hallo Ghad,
darunter kann ich mir leider nichts vorstellen -
deine vika ist leer.
aber dein posting ist leider falsch und entbehrt jeder
grundlage.
der staat verdient an den prteiserhöhungen der ölmultis durch
diue mehrwertsteuer sofort mit. plus benzin und Ökosteuer.
der ölpreis etwa 20% des preises an der tanke, teilen sich
erölexportierende länder (erzeuger) die tankschiffart
(pipelines) die radffinerien, die mineralölgesellschaften. die
tanklaster, und last but not least die tankstellen pächter.
sie alle leben von nur 20% des Abgabepreise. und vielleicht
gar nicht mal so schlecht.
aber den größten batzen - ohne jedwede arbeit - den kassiert
der staat.
immer hin rund -,80 Cent von jedem €.
das ist die crux.
der erzeugerpreis ist dagegen pillepalle.
t.

ich sage nur „Dosen Jürgen“

Hallo Tamansari,
welche Halbwertszeiten bis zur Löschung haben bei Dir
Nachrichten? Die rechtliche Grundlage zum Dosenpfand hat ein
CDU-Umweltminister geschaffen.

ja stimmt - hast ja recht.
aber, wenn einer küchenmesser herstellt, dann ist das OK
und hilft der menschheit.
wenn einer damit seine eheprobleme löst ist das nicht mehr OK.
und dosenjürgen ist nun mal der verursacher.
basta - würde der kanzler jetzt sagen.
t.

Mit freundlichen Grüßen
Ulf

(Etwas o.T., aber ich konnte ja schlecht in einem anderen
Brett reagieren.)

Hallo,

ich habe bereits auf die Preise reagiert und habe seit fast 2 Wochen nicht mehr getankt. Da ich mich momentan auch zu Fuß und per Rad fortbewegen kann steht mein Auto mit leerem Tank auf dem Hof. Und das wird so bleiben bis die Preise fallen oder ich aus einer Notwendigkeit heraus tanken muß weil ich irgendwohin fahren MUSS.

Ansonsten gibt es Billigflieger und selbst Bahntickets sind inzwischen bei geschickt ausgenutzten Sonderangeboten eine Alternative - obwohl ich die Bahn eigentlich ums VBerrecken nicht mag. Aber als Geringverdiener, der immer sehen muß wie er über die Runden kommt, kann ich mir die Treibstoffkosten schon jetzt im Grunde nicht mehr leisten.

Da der aktuell hochgetriebene Spritpreis angeblich nicht nur an den Steuersätzen und dem hohen Bedarf an Treibstoff, sondern auch an Spekulanten liegen soll, werde ich jetzt garantiert an keiner Tankstelle vorstellig.

Ich denke daß die Leute letztlich jeden Spritpreis bezahlen werden weil sie gar keine Wahl haben. Vermeidbare Ausfahrten werden die allermeisten Bürger schon jetzt eingestellt haben, unvermeidbare Touren kann man letztlich nicht unterlassen, egal wie teuer das dann ist.

Ich denke aber daß es nicht mehr lange so weitergehen kann weil so langsam aber sicher ein Punkt erreicht ist, den die Bevölkerung nicht mehr mitmacht. Ich weiß nicht, was passiert, ob es Tumulte gibt, Demos? Aber jedenfalls denke ich daß das Maß voll ist. Die Leute sind es jetzt bald leid.

Gruß,

MecFleih

Warum noch warten???
hallo Ghad,

die Spritpreise stören mich relativ wenig, weil es einfach unvermeidbar ist, das sich verknappende und umweltschädliche Güter auf die Dauer teuer werden.
Ich fahre ein Auto, das keinen Deut größer ist als benötigt. Es ist für mich nur ein Gebrauchsgegenstand, der mich zuverlässig von A nach B bringen muß - und mehr nicht.
Ich fahre nur die Strecken, die notwendig sind - das kann auch mal die Fahrt für einen längeren Aufenthalt am Baggersee oder eine längere Wanderung im Grünen sein: auch Erholung ist manchmal notwendig).
Für kürzere Strecken nutze ich die Füße und das Fahrrad und in die Innenstadt bei schlechtem Wetter den Bus.
Ich bevorzuge eine möglichst spritsparende Fahrweise und rege mich nicht über die Spritpreise auf.

Warum soll ich mit diesem Verhalten erst anfangen, wenn der Sprit noch teurer wird???

Grüße
Gordie

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Vielen Dank für die bisherigen Antworten zum Hauptthema. Die meisten von Euch sehen das erstaunlicherweise gelassener als mein Bekanntenkreis.

Da hier wie auch sonst hauptsächlich die Spritsteuer genannt wird, will ich mal versuchen darzustellen, warum hier der Falsche angeschuldigt wird.

Der Hintergrund meines Interesses am Zusammenhang zwischen Spritsteuer und Fahrverzicht liegt, wie schon angedeutet, an meiner beruflichen Verbindung zur Ölbranche. Für mich wäre es interessant zu wissen, ab welchem Preis, oder überhaupt, die Nachfrage nach Öl sinken würde. Dazu gibt es natürlich auf hochoffizielle Umfragen, aber warum soll ich nicht auch mal ein paar Leute fragen.

In der Ölbranche geht es nicht um Spritsteuer oder Spekulanten, sondern ganz einfach darum, wie der Markt mit genügend Öl versorgt werden kann.

Die Zahlen des 2. Qu. 2005 lauten ungefähr: Förderung 84 Mill. Barrel pro Tag, Verbrauch 84 Mill. Barrel pro Tag. Das klingt noch ganz ok.

Seit 2004 steigt jedoch der Ölverbrauch jährlich um satte 2,5 Mill. Barrel pro Tag. Daraus ergibt sich eine wahrscheinliche Nachfrage von 86,5 Mill B/Tag für Mitte 2006.

Die OPEC hat mehrfach erklärt, daß ihre kürzlich Steigerung von 0,5 Mill B/T die absolut letzte mögliche war. Mehr ist nicht rauszuholen.
Die Fördermengen der Nordsee nehmen sogar ab (England - 17 % in einem Jahr). Die Fördermengen von Rußland bleiben bestenfalls gleich. Der chinesische Häuptling war gerade in Venezuela und hat sich das dortige Öl vertraglich gesichert.

Möglicherweise fehlen also in einem Jahr 2-3 Mill. Barrel/Tag.
(Der IWF rechnet für 2030 mit einer Nachfrage von 140 Mill. Barrel/Tag. Was dann tatsächlich geliefert werden kann, wenn die Fördermenge pro Jahr auch nur um 2 % zurückgeht, sagt uns Excel in wenigen Sekunden, nämlich 52 Mill. Barrel/Tag. Was das bedeutet, mag sich jeder selbst ausmalen)

Bleiben wir aber bei den kurzfristigen Fehlmengen. Fachleute verschiedener Richtung (etwa Deutsche Bank oder Lee Raymond, Chef von ExxonMobil) erwarten daher einen Anstieg des Barrelpreises auf 100 bis 150 Dollar in nächster Zeit, egal ob im Herbst oder in 2 Jahren (heute übrigens 60 $, vor einem Jahr 35 $, ein Preis von dem heute keiner mehr zu träumen wagt. Das nur mal so als Hinweis, wie schnell diese Entwicklung jetzt schon läuft)

Diese Entwicklung bringt den Finanzminister natürlich zunehmend in eine Zwickmühle. Und er wird sich beugen und tatsächlich die Spritsteuer senken oder abschaffen müssen - und damit die hier geäußerten Wünsche erfüllen.

Dies wird zwei Effekte haben. Erstens wird dann wieder mehr verbraucht und die Schere zwischen Nachfrage und Angebot klafft noch schneller auseinander. In nicht allzulanger Zeit wird der steuerfreie Sprit sogar noch teurer sein als der zuvor versteuerte. Und zweitens kann der Staat nicht einfach so auf die gigantischen Einnahmen aus der Spritsteuer verzichten. Er muß andere Steuern erhöhen und Ausgaben einschränken. Was dann kommt, dagegen ist Hartz 4 ein Zuckerschlecken gewesen.

Soviel mal zu den Hintergründen. Diese werden zwar nicht geheimgehalten, aber aus mir unerfindlichen Gründen sind sie den meisten trotzdem nicht bekannt.

Und im Hinblick auf die immer wieder als Sündenbock angegebene Spritsteuer bleibt nur zu sagen, die Wünsche werden erfüllt, sie wird abgeschafft. Kein Finanzminister egal welcher Partei bleibt auf seinem Sessel, wenn der Liter 5 Euro kostet, wovon 4 Euro Steuern sind. Andererseites ist die Steuer absolut sinnvoll, da sie die Nachfrage bremst und unsere Schonfrist verlängert, bevor die wirklich kritische Phase beginnt.

Gruß und gute Fahrt :wink:
Ghad

Nicht weniger fahren, sondern anderer Kraftstoff.
Hi,
als der Dieselpreis das letzte mal ueber 90 Cent ging, bin ich auf Salatoel umgestiegen.

Gruss,

Tatsachen…
Hallo!
Es ist ja offensichtlich eine unumstrittene Tatsache,
das die Vorräte an Erdöl endlich sind. Das wusste man schon vor 30 Jahren.
Dass man derzeit am Scheitelpunkt der Fördermenge steht, dürfte auch bekannt sein.
Dass man in China einen Autoboom auslöst, ist auch bekannt.
In der derzeitigen Gesellschaftsordung wird das Öl über den Preis verteilt.
Ich sehe dazu keine Alternative. Die Steuern sollen ja steuern, und tun das ja auch richtig, in Richtung sparsame Auto´s.

In der Planwirtschaft, (DDR) hat der Benzin immer gleich 1,50 M gekostet. Das war relativ viel, wenn der normale Arbeiter so 600 M verdient hat.
In Zeiten der Ölkriese, hat sich das so ausgewirkt, dass der Benzin auch noch 1,50 M gekostet hat, aber es manchmal keinen gab.
Da hat man sich dann an der Tanke stundenlang angestellt, oder hat es gelassen, und ist mit dem Bus gefahren.
Man hatte aber keine Möglichkeit, wenn man wirklich dringend Sprit gebraucht hat, welchen zu bekommen. Clevere Leute haben sich da Zuhause ein Tanklager angelegt.
Soweit sollte es aber nicht wieder kommen,
da sollte man das ganze den Marktkräften überlassen und Alternativen suchen, ist jetzt höchste Zeit dazu.

Zu den Mineralölsteuern:
Hab ich kein Problem damit, wenn der Staat Geld braucht, holt er es sich schon irgendwoher.
Das Auto ist nicht lebenswichtig, daher trifft es keinen Armen.
Das einzige, was mich stört, ist,
dass manche Leute extreme Arbeitswege haben.
Das ist meiner Sicht nach eine Fehlentwicklung,
aber wenn die Transportkosten von Waren sich durch die Kraftstoffkosten erhöhen, dürfte sich eine sogenannte Regionalisierung einstellen.

Grüße, Steffen!

Sehr gute Information
Danke Ghad für deine sehr gute Information.

Ich persönlich werde meinen Verbrauch nicht nennenswert senken, wenn der Sprit 5 €/l kostet. Dazu muss ich sagen, dass ich aus prinzipiellen Gründen schon heute benzinsparend fahre (im Jahresschnitt ca. 5,1 L Super auf 100km).
Bei weiteren Steigerungen würde ich nach Einsparpotentialen suchen.

Die gegenwärtige hohe Steuer stellt einen Puffer da, den der Staat verwenden kann, um die weiteren Preisteigerungen abzumildern.
Aber wie du schon erläutert hast, werden die Steigerungen unvermindert weitergehen.
Irgendwann wird sich der Spritpreis vielleicht sogar im Verhalten der Bundesbürger niederschlagen.

Gruß
Carlos