In der Sixtinischen Kapelle im Vatikan wird bei der Erschaffung Adams ein Abbild Gottes dargestellt, obwohl dies doch eindeutig im Gegensatz zu den 10 Geboten steht. Wie ist dies zu erklaren ?
Danke im voraus.
Andreas
In der Sixtinischen Kapelle im Vatikan wird bei der Erschaffung Adams ein Abbild Gottes dargestellt, obwohl dies doch eindeutig im Gegensatz zu den 10 Geboten steht. Wie ist dies zu erklaren ?
Danke im voraus.
Andreas
Hallo Andreas,
In der Sixtinischen Kapelle im Vatikan wird bei der
Erschaffung Adams ein Abbild Gottes dargestellt, obwohl dies
doch eindeutig im Gegensatz zu den 10 Geboten steht. Wie ist
dies zu erklaren ?
Vielleicht damit, daß sich die katholische Kirche in weiten Bereichen nicht sonderlich um bibliche Gebote gekümmert hat.
Gruß
Carlos
Hallo Andreas!
Der Inhalt des entsprechenden Gebotes wird von den christl. Religionsgemeinschaften und auch im Laufe der Zeiten unterschiedlich ausgelegt bzw. gehandhabt :
ursprünglich lautete der Text des II. Gebotes (vermutlich):
„Du sollst dir kein Bildnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden oder im Wasser unter der Erde ist: bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich bin der Herr dein Gott, bin ein eifender Gott, der die Missetaten der Väter heimsucht bis ins dritte und viertes Glied …“ (gekürzte Version der Adventisten).
Protestantische Fassung des II.Gebotes:
„Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis von Gott machen um ihn damit zu verehren.“
Katholische Version:
„Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren“.
Heute wird dieses Gebot von den röm. Katholiken so verstanden, daß es keine Bilder fremder Götter zur Anbetung geben dürfe. Obendrein werden von röm. Katholiken nicht die Bilder Gottes oder der Heiligen angebetet, als ob die Bilder Objekte der Verehrung wären; die Bilder dienen der Veranschaulichung und als Hilfe zur Vertiefung ins Gebet.
Aus dieser Warte gesehen, sind Bilder Gottes (wie in der Sixtina) religiös zulässig.
In der orthodoxen Kirche gab es Zeiten, in denen Bilder verboten waren (Bilderverbot in Byzanz des Mittelalters).
Ein rigoroses Bilderverbot Gottes gibt es im Islam, was zur Folge hatte, das die Moscheen mit rafinierten und unübertroffen kunstvollen Ornamenten verziert sind. Man sagt sogar, daß die gewaltigen Leistungen der islam. Wissenschaft in Mittelalter auf dem Gebiet der Geometrie auf die Lust auf Ornamente zurückzuführen sei.
Und abschließend: Wenn die röm. kath. Kirche in ihrer Geschichte nichts schlimmenes angerichtet hätten, als ein Bilderverbot zu brechen … Unsere Kunst- und Kulturgeschichte wäre auch wesentlich anders verlaufen und vermutlich wesentlich ärmer!
Ich hoffe, ausreichend geantwortet zu haben!
Matthias Buschek
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Andreas,
da ohnehin niemand weiß, wie Gott aussieht, denke ich, dass man Abbildungen wie die in der Sixt. Kapelle eher symbolisch sehen sollte. Gott ist zwar als älterer, aber doch kraftvoller und vom Gesichtsausdruck her geistig wacher Mann dargestellt. Mir gefällt das jedenfalls besser als die abstrakten Darstellungen als Rauchsäule oder Lichtschein. Schließlich sind auch sämtliche Abbildungen von Jesus, Maria, sämtlichen in der Bibel erwähnten Personen, Heiligen, Märtyrern usw., also zig tausende Bilder, von Menschen geschaffen worden, die die von ihnen dargestellten Personen nie gesehen haben, zumal völlig unklar und unbewiesen ist, ob diese Personen überhaupt je existierten und nicht nur erfundene Gestalten sind.
Einen guten Rutsch ins neue Jahr/-hundert/-tausend wünscht
Helmut
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]