Hallo
im Großen und Ganzen kann ich mich allem, was Igel schon geschrieben hat, direkt anschließen…und finde es grundsätzlich super, dass du dir überhaupt solche Gedanken um deinen Bruder machst.
Ich war selber mal das „jüngere“ Geschwisterkind und teilweise auch vermutlich etwas pubertäts-schwierig; mit meiner Schwester lief es ähnlich wie du es zwischen euch beschreibst.
Sehr gerne (und auch vertrauensvoll) unterhalten habe ich mich allerdings mit ihrer gleichaltrigen besten Freundin… weil die einfach ein klasse Zuhörer war. Ihre Fragen waren nicht neugierig oder besorgt ,sie kamen auch nicht „beratend“ oder anleitend rüber… sondern man hat einfach gemerkt, dass sie echtes Interesse an mir, meiner Lebenssituation und an meinen Gedankengängen hatte …auch und gerade dann, wenn ich anders dachte oder entschied, als sie es vielleicht getan hätte. Sie war einfach sehr aufmerksam und hat mir höchstens mal Fragen gestellt, wenn sie etwas nicht richtig verstanden hatte - hat mich aber nie ausgefragt oder bewertet. Sie hat durch reines Zuhören und klärendes Nachfragen einfach Vertrauen in mein eigenes Urteilsvermögen gezeigt… und wenn ich was Falsches oder Dummes entschied und dann die Folgen zu tragen hatte, hat sie mir jedes Mal gesagt: „Du hast es so gut du konntest vorher abgewogen und dann eine Entscheidung getroffen. Nächstes Mal entscheidest du vielleicht anders. Wichtig ist nur, dass du vorher drüber nachgedacht hast“. Im Laufe der Zeit hat man dann gelernt, vorher wesentlich BESSER über mögliche Folgen nachzudenken… 
Mit meiner Schwester habe ich die ersten wirklich guten Gespräche erst viele Jahre nach meiner Pubertät geführt…als der Altersunterschied unter uns als Erwachsenen nicht mehr ins Gewicht fiel.
Wirklich miteinander zu reden ist nicht einfach , und gerade als der „Ältere“ neigt man sehr schnell dazu (wenn auch gutgemeint, z.B.aus Sorge oder Liebe oder eigenen unnötig schweren Erfahrungen), zum Gehörten sofort eine Bewertung abzugeben,oder Ratschläge, Handlungsanweisungen oder auch „Voraussagen“, was dieses und jenes unweigerlich bedeuten wird usw. (Das tun auch Eltern ja sehr gerne…)
Je mehr man jemanden mag, desto mehr hat man oft das Gefühl, helfen oder etwas „raten“ zu müssen.Das braucht und möchte das Gegenüber in dem Moment aber vielleicht gar nicht. Zuhören können ohne Bewertung usw. ist eine Kunst, die man oft erst lernen muss… aber man kann es lernen.
Vielleicht wäre es derzeit hilfreich,wenn du deinem Bruder einfach mal (sinngemäß) ganz ruhig sagen würdest (ohne eine Reaktion zu erwarten), dass er dir wichtig ist und du ihn sehr magst, und dass du dir deshalb halt manchmal auch Sorgen machst, weil du dir für ihn wünschst,dass es ihm gut gehen soll… dass du ein Teil seines Lebens sein möchtest und er auch ein wichtiger Teil deines Lebens ist… dass du ihn aber nicht bedrängen willst o.s. - ihm aber anbieten möchtest, sich jeder Zeit an dich wenden zu können, wenn er möchte. (Natürlich mit weniger „steifen“ Formulierungen unter euch jungen Leuten…aber du weisst, was ich meine…)
Und wenn du dich wirklich auf ihn einlassen kannst und willst und wirklich Interesse an ihm hast, werden sich bestimmt auch Gesprächsthemen von ganz alleine ergeben… über seine Interessen. Wenn er viel am PC macht, wäre es doch vielleicht auch ein „Zugangs-Weg“ zu ihm, wenn du ihn mal zu seiner Meinung oder um Rat oder Hilfe fragst (z.B.was ein bestimmtes Programm o.s. angeht). Da würde er sich vielleicht auch etwas mehr ernstgenommen fühlen. Und bei Gelegenheiten, wo er sich selbst auf sicherem Boden fühlt und sich auskennt, entstehen dann manchmal „nebenbei“ die interessantesten Unterhaltungen über ganz andere Themen…
Was das Wegnehmen von irgendwas angeht: Das ist nicht deine Sache und wäre höchstens (wenn überhaupt) eine Erziehungssache eurer Eltern… und er braucht in dir nicht noch einen zusätzlichen Erzieher.
Aber da du ihn sehr zu mögen scheinst, bin ich sicher, dass Ihr auch einen Weg miteinander finden werdet. 
LG