Abbruch, wie weiter?

Hallo,
mein Sohn wird das Wirtschaftsgymnasium abbrechen, eine Chance, das Abi noch zu schaffen besteht nicht.

Im Moment ist alles in der Schwebe, ich brauche Tipps, wie er sich richtig verhält.

Die Geschichte, so kurz wie möglich.
Wegen einer Sehschwäche in der DDR in die Sonderschule eingeschult.
Dann '89 im Saarland erneut eingeschult, mit Mühe auf eine reguläre Schule. :wink:
Nach Abschluß der Hauptschule, zur Gewerbeschule, hat aber wegen den Augen im praktischen Teil nicht geklappt, deshalb Abbruch und BGJ.
Dann Handelsschule, mit 1.4 abgeschlossen, deshalb Mut zum weiter machen. Anschließend Wirtschaftsgymnasium.
Das Wirtschaftsgynasium wird er nach nur zwei Jahren jetzt, in drei Wochen verlassen. Wenn ich alles richtig verstanden habe, wird er ein Fachabitur bekommen.

Daß die Schule jetzt zu Ende ist, wurde erst Ende Februar deutlich.
Danach haben wir uns an das Arbeitsamt gewandt und leider Zeit damit vertrödelt. Erst im April haben wir von da Adressen mit möglichen Lehrstellen bekommen, auf die Bewerbungen nur Absagen. Für eine ‚gute‘ Lehrstelle ist es für dieses Jahr wohl zu spät. Ein weiteres Problem ist, daß mein Sohn keinen Führeschein bekommen kann. (Augen)

Anvisiert ist nun eine Ausbildung ab Herbst 2005. Aber was soll er in der Zwischenzeit machen? Eine Lehrstelle in einem Beruf annehmen, den er nicht ausüben will und nach einem Jahr abbrechen? Oder ein ‚freiwilliges XXX Jahr‘? Welche Variante erhöht spätere Erfolgsaussichten?

Welche Möglichkeiten eröffnet eigentlich das Fachabitur? Reicht das für ein Fachschulstudium und wie sind da die Erfolgsaussichten, wenn das WG schon nicht geklappt hat? Hat er mit diesem Fachabitur einen Zugang zu Ausbildungsberufen in der Wirtschaftsinformatik? Wie heißen die? Wo kann er sich erkundigen?
Das Arbeitsamt/Berufsberatung fällt aus!
Von da kommen nur Empfehlungen für Berufe, die sonst niemand machen will und das mit gutem Grund. Außerdem dauert es jedes mal Monate, bis er da den gewünschten Beratungstermin bekommt. Die Berufsberatung scheint mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in die Arbeitslosigkeit zu führen.

Hat jemand bessere Vorschläge?
Meinem Sohn scheint der Ernst der Lage nicht bewußt zu sein. Er verläßt sich ganz darauf, daß ich ihn richtig berate, nur habe ich selbst keine Ahnung. :wink:

Über hilfreiche Vorschläge und Informationen würde ich mich freuen.

Gruß,
Rainer

Huhu Rainer

Anvisiert ist nun eine Ausbildung ab Herbst 2005. Aber was
soll er in der Zwischenzeit machen? Eine Lehrstelle in einem
Beruf annehmen, den er nicht ausüben will und nach einem Jahr
abbrechen? Oder ein ‚freiwilliges XXX Jahr‘? Welche Variante
erhöht spätere Erfolgsaussichten?

genau das ist der richtige punkt. wär gut, wenn er weiß, was für ne lehrstelle er 2005 haben will. freiwilliges xxx jahr vielleicht nur, wenn es was mit seinem berufswunsch zu tun hat. ansonsten nach praktika umschauen. da ein praktikum bei ihm vermutlich ein paar monate dauern könnte, hat er viell etwas bessere chancen als üblich. oft suchen firmen billige arbeitskräfte. hier solltet ihr aber nicht nach einem bezahlten praktikum fordern, sondern es aus der perspektive sehen, dass er etwas lernt und es ihm im lebenslauf von nutzen ist.

Welche Möglichkeiten eröffnet eigentlich das Fachabitur?
Reicht das für ein Fachschulstudium und wie sind da die
Erfolgsaussichten, wenn das WG schon nicht geklappt hat? Hat
er mit diesem Fachabitur einen Zugang zu Ausbildungsberufen in
der Wirtschaftsinformatik? Wie heißen die? Wo kann er sich
erkundigen?

hm, so genau kann ich das auch nicht sagen. aber ich weiß, dass es schulen gibt, wo man dinge wie „assistent für winfo“ lernen kann. ist ne rein schulische ausbildung, dauert zwei jahre. wie anerkannt der abschluss auf dem arbeitsmarkt ist, kann ich aber auch nicht sagen. geht mal ins BIZ vom arbeitsamt und schaut nach oder wartet auf andere antworten, die euch mehr helfen:smile:

Das Arbeitsamt/Berufsberatung fällt aus!
Von da kommen nur Empfehlungen für Berufe, die sonst niemand
machen will und das mit gutem Grund. Außerdem dauert es jedes
mal Monate, bis er da den gewünschten Beratungstermin bekommt.
Die Berufsberatung scheint mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit
in die Arbeitslosigkeit zu führen.

schlimm. und wenn er dann allein was gefunden hat, verbuchen sie es intern als ihren erfolg. die vermittlungsquote steigt.

Hat jemand bessere Vorschläge?
Meinem Sohn scheint der Ernst der Lage nicht bewußt zu sein.
Er verläßt sich ganz darauf, daß ich ihn richtig berate, nur
habe ich selbst keine Ahnung. :wink:

das ist aber nicht schön. er muss echt selber aktiv werden und ich glaub, wenn er zwei jahre auf dem WG war, ist er alt genug - zumindest so 17 oder 18 jahre. tritt ihm mal in den hintern.

saus

Hallo Rainer,

*seufz* das ist ja wirklich ne blöde Geschichte… Denn natürlich ist’s von außen ziemlich schwer zu raten, aber trotzdem klingt mir Dein Bericht sehr danach, als daß der Junge überhaupt keinen Schimmer hat, was er tun will bzw. wegen seiner Augen tun kann.
Allerdings bleibt Euch prinzipiell nur eine Möglichkeit: Ihr (das heißt, er) müßt rausfinden, was er tun will. Das kann die Berufsberatung beim Arbeitsamt sein, aber das können genauso Eignungstests im Internet (die müssten eigentlich im Archiv oder bei den FAQs dabei sein) sein. Oder Ihr marschiert mal ins BIZ (gibt’s heißen die noch so? *grübel* BIZ steht für Berufs-Informations-Zentrum und war „seinerzeit“ an die größeren Arbeitsämter angekoppelt). Dort stehen regaleweise Beschreibungen zu allen möglichen Jobs, zum Teil auch Videos und meistens gibt’s da auch Berater, die einem das System erklären.
Aber als erste Inspiration taugt das gar nicht - da sollte er zumindest schon ne grobe Vorstellung davon haben, was er tun will (Büro, technische Berufe etc.). Für Details - also ob er dann lieber Elektroniker oder technischer Zeichner werden will - ist dann das BIZ ziemlich gut.
Außerdem hab ich kürzlich zu meinem großen Erstaunen gelernt, daß es so Vollzeit Berufsschulen gibt. Frag mich nicht, wie die heißen, das sind Schulen (1 Jahr) wo man sozusagen das lernt, was man in ner „normalen“ Lehre in der Berufsschule lernt, aber mit minimalen Praktika. Vorteil ist, daß er die Zeit nicht „verbummelt“ und was vorzeigbares hat und zudem seine Lehre verkürzen kann. Nachteil ist, daß er das im Rahmen von ner Lehre eigentlich eh lernt und soweit ich weiß, kosten diese Schulen (völlig unsichere Quelle!). Trotzdem würde ich versuchen, noch eine Lehrstelle zu bekommen - aber in seinem Wunschberuf. Ich glaub, ne abgebrochene Lehre macht sich im Lebenslauf ganz und gar nicht gut… Und falls weder Lehrstelle noch Schule klappen und er auch so gar nicht weiß, was er eigentlich tun will, bleibt immer noch die Möglichkeit in verschiedenen Berufen Schnupperpraktika zu machen.
Bund/Zivi fällt ja wahrscheinlich aus für Deinen Sohn, sonst hätt ich noch vorgeschlagen, daß er das jetzt macht :wink:

Liebe Grüße und ich drück Euch sämtliche Daumen!

Petzi

Hallo saus,

genau das ist der richtige punkt. wär gut, wenn er weiß, was
für ne lehrstelle er 2005 haben will.

Am liebsten Richtung Informatik (programmieren) oder BWL (Industriekaufmann) … Vom berufsleben hat er keine Ahnung, kennt es ja nicht. Er weiß nicht, was ihn wo erwartet. hat keine Ahnung was er will, das muß ich ihm sagen. :wink:

ansonsten nach praktika umschauen. da ein praktikum bei
ihm vermutlich ein paar monate dauern könnte, hat er viell
etwas bessere chancen als üblich. oft suchen firmen billige
arbeitskräfte.

Das werde ich mal versuchen, mein Telefon etwas quälen. :wink:
Besser würde es aussehen, wenn er das selbst macht, aber dann wird es wohl nichts. …

hier solltet ihr aber nicht nach einem
bezahlten praktikum fordern, sondern es aus der perspektive
sehen, dass er etwas lernt und es ihm im lebenslauf von nutzen
ist.

Das ist klar, so sehe ich das auch. Mein Sohn ist nicht an Geld gewöhnt, braucht eigentlich auch keins. :wink: Unterkunft und Verpflegung gibt`s ja bei mir gratis, andere Bedürfnisse hat er nicht.

Das Arbeitsamt/Berufsberatung fällt aus!

schlimm. und wenn er dann allein was gefunden hat, verbuchen
sie es intern als ihren erfolg. die vermittlungsquote steigt.

Ja, so wird das kommen. Aber das ist dann auch egal, mich interessiert in erster Linie der künftige Lebenslauf. Jetzt werden die weichen gestellt, wie seine Brieftasche in einigen Jahren gefüllt sein wird.

das ist aber nicht schön. er muss echt selber aktiv werden und
ich glaub, wenn er zwei jahre auf dem WG war, ist er alt genug

  • zumindest so 17 oder 18 jahre.

Nein, 22 ! :wink:

tritt ihm mal in den hintern.

Danke für die Tipps.

Gruß,
Rainer

Hallo Petzi,

trotzdem klingt mir Dein Bericht sehr danach, als daß der
Junge überhaupt keinen Schimmer hat, was er tun will bzw.
wegen seiner Augen tun kann.

Das siehst Du richtig. Er kann sich unter allem gar nichts vorstellen, deshalb klingt das eine so gut wie das andere.

Allerdings bleibt Euch prinzipiell nur eine Möglichkeit: Ihr
(das heißt, er) müßt rausfinden, was er tun will.

Nur wie. Verscheidene Praktika könnten ein Weg sein?

Das kann die
Berufsberatung beim Arbeitsamt sein, aber das können genauso
Eignungstests im Internet (die müssten eigentlich im Archiv
oder bei den FAQs dabei sein) sein.

Das ist ein Tipp!!! Da werde ich mal genau suchen!

Oder Ihr marschiert mal
ins BIZ (gibt’s heißen die noch so? *grübel* BIZ steht für
Berufs-Informations-Zentrum und war „seinerzeit“ an die
größeren Arbeitsämter angekoppelt). Dort stehen regaleweise
Beschreibungen zu allen möglichen Jobs, zum Teil auch Videos
und meistens gibt’s da auch Berater, die einem das System
erklären.

Ja, das gibt’s noch. Allein, ohne Ahnung ist man da verloren und einen Beratertermin muß ich beantragen. Das dauert Monate und bringt am Ende nichts. Das haben wir schon durch. Wenn wir auf die hören wird er BGB-Angestellter bei 'nem Steuerberater, arbeitet 20 Jahre für wenig Geld, dann setzt sich sein Boss zur Ruhe, er sit zu alt wieder einen Job zu finden, wird Arbeitslos und danach Sozialhilfeempfänger. … Nicht die angestrebte Karriere. ;-(

Für Details - also ob er
dann lieber Elektroniker oder technischer Zeichner werden will

  • ist dann das BIZ ziemlich gut.

Für technische Berufe ist er wegen seiner Augen komplett ungeeignet. Sobald er Werkzeug anfassen muß, bringt er sich damit um. :wink:

Trotzdem würde ich
versuchen, noch eine Lehrstelle zu bekommen - aber in seinem
Wunschberuf.

Das ist klar. Es geht ja um den wahrscheinlichen Fall, daß das nichts wird. Bewerbungen schreiben wir natürlich weiterhin.

Ich glaub, ne abgebrochene Lehre macht sich im
Lebenslauf ganz und gar nicht gut…

Das war meine Befürchtung. Ich wollte wissen, ob die ‚Experten‘ das auch so sehen.

Bund/Zivi fällt ja wahrscheinlich aus für Deinen Sohn, sonst
hätt ich noch vorgeschlagen, daß er das jetzt macht :wink:

Ja, er ist ausgemustert. Die Musterung hat zwei Minuten gedauert. :wink:
Mit weniger als 50% Sehfähigkeit wird man da nicht gebraucht. Leider gibt’s dann halt auch keinen Führerschein, was schlecht für die Berufsaussichten ist.

Danke für Deine Hinweise, die werde ich verfolgen.

Gruß,
Rainer

entschuldige dass ich lache aber ich muss einfach:smile: die art wie du schreibst klingt, als würdest du von einem schweigendem haustier sprechen, das sehr zutraulich und überaus lieb ist *ggg*

Hallo Rainer,

Ich bin 21 und hatte vorübergehend auch keiner Ahnung, was ich machen will.
Habe aber schon eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung. Ich kann deinen
Sohn etwas verstehen. Aber nur etwas…

hat keine Ahnung was er will, das muß ich ihm sagen. :wink:

Oh nein, bitte nicht. Er muss sich im klaren darüber werden was er will. Nicht
du. Du kannst ihn bei seinem Weg unterstützen, mehr nicht.

Das werde ich mal versuchen, mein Telefon etwas quälen. :wink:
Besser würde es aussehen, wenn er das selbst macht, aber dann
wird es wohl nichts. …

Doch, das muss er machen! Zum einen sieht das doff aus, wenn du bei einer Firma
anrufst und es wird wohl kaum zum Erfolg führen. Denn wer mit 22 noch kein
Telefonat führen kann, wollen die nicht haben.
Zum anderen wäre das ein Training für deinen Sohn. Lass ihn zuerst bei
„unwichtigen“ Firmen anrufen um zu üben. Ich meine das nicht böse, aber es
hilft ihm. Traue deinem Sohn auch etwas zu. Gib ihm vorher Tipps (z.B. im
Stehen telefonieren - soll angeblich helfen. Gehe mit ihm die Fragen durch.
Macht Notizen. Lass ihn die Sätze am Telefon selber formulieren.
Lass ihn zwischenzeitlich mit dem Telefonat alleine. Nicht danebenstehen, das
macht nervös.
Er ist 22!

Ist er interessiert bei der Berufswahl?
Das kann man auch sein, ohne einen Plan davon zu haben, was man mal machen
will.
Was sind denn seine Fähigkeiten?
Frag ihn nach seinen Stärken. Anregungen kannst du geben, bloß keine Antworten.
Anschließend kannst du immer noch etwas hinzufügen.
Welche Neigungen hat er? Mathe, Fremdsprachen…

Eigentlich würde ich sogar einen Auslandsauffenthalt empfehlen. Das kann
eigentlich nur von Vorteil sein. Aber wenn er zu stark auf dich angewiesen ist,
wird das für ihn besonders schwer - vielleicht unmöglich. Musst du einschätzen.
Es wäre zumindest ein guter Schritt aber radikaler selbständig zu werden.

Ansonsten noch ein Buchtipp, falls ihr an weiteren Tests interesse habt:
Der große Berufswahltest
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-3987-2 Buch anschauen

Wenn ER Interesse hat, es gibt noch zahlreiche Foren im Internet.

Mal etwas anderes - gibt es denn keine Chance die Sehstärke per Laser zu
korrigieren?

Gruß
Tato

Anvisiert ist nun eine Ausbildung ab Herbst 2005. Aber was
soll er in der Zwischenzeit machen? Eine Lehrstelle in einem
Beruf annehmen, den er nicht ausüben will und nach einem Jahr
abbrechen? Oder ein ‚freiwilliges XXX Jahr‘? Welche Variante
erhöht spätere Erfolgsaussichten?

er koennte in dem jahr 2-3 praktika absolvieren.
dann waer die zeit ncith vertan, und er koennte verschiedene sachen ausprobieren. wie ich gehoert habe, gibt es wohl vom arbeitsamt aufuellbetraege fuer die entlohnung von praktika, da weiss ich aber nciht, welche vorraussetzungen gelten.

Hallo tato,

hat keine Ahnung was er will, das muß ich ihm sagen. :wink:

Oh nein, bitte nicht. Er muss sich im klaren darüber werden
was er will. Nicht
du. Du kannst ihn bei seinem Weg unterstützen, mehr nicht.

ich hatte nicht an Vorschriften gedacht, sondern an Beratung. Wenn er’s nicht weiß, kann ich ja versuchen so viel zu erklären wie ich weiß.

Das werde ich mal versuchen, mein Telefon etwas quälen. :wink:
Besser würde es aussehen, wenn er das selbst macht, aber dann
wird es wohl nichts. …

Doch, das muss er machen! Zum einen sieht das doff aus, wenn
du bei einer Firma
anrufst und es wird wohl kaum zum Erfolg führen. Denn wer mit
22 noch kein
Telefonat führen kann, wollen die nicht haben.

Das hatte ich auch vermutet.

Zum anderen wäre das ein Training für deinen Sohn. Lass ihn
zuerst bei
„unwichtigen“ Firmen anrufen um zu üben. Ich meine das nicht
böse, aber es
hilft ihm. Traue deinem Sohn auch etwas zu. Gib ihm vorher
Tipps (z.B. im
Stehen telefonieren - soll angeblich helfen.

Danke, gute Tipps, werde ich weiter geben, … nö, kann er ja selbst hier lesen. :wink:

Gehe mit ihm die
Fragen durch.
Macht Notizen. Lass ihn die Sätze am Telefon selber
formulieren.
Lass ihn zwischenzeitlich mit dem Telefonat alleine. Nicht
danebenstehen, das macht nervös.
Er ist 22!

Ist er interessiert bei der Berufswahl?

Eigentlich schon. Aber andererseits vermisse ich ein wenig Eigeninitiative.

Das kann man auch sein, ohne einen Plan davon zu haben, was
man mal machen will.
Was sind denn seine Fähigkeiten?

Mathe, Physik, BWL, VWL. Mit Sprachen steht er auf dem Kriegsfuß.

Eigentlich würde ich sogar einen Auslandsauffenthalt
empfehlen. Das kann
eigentlich nur von Vorteil sein. Aber wenn er zu stark auf
dich angewiesen ist,
wird das für ihn besonders schwer - vielleicht unmöglich.

Das würde meine Kasse nicht aushalten. :wink:

Musst du einschätzen.
Es wäre zumindest ein guter Schritt aber radikaler selbständig
zu werden.

Das sehe ich auch so. Aber ohne Ausbildung wird er keinen Job finden, der gut genug bezahlt ist und ich kann’s nicht finanzieren, so viel hab’ ich nicht. Jobs außerhalb eines Büros fallen ohnehin flach. Da bleibt nicht viel.

Ansonsten noch ein Buchtipp, falls ihr an weiteren Tests
interesse habt:
Der große Berufswahltest
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-3987-2 Buch anschauen

Wenn ER Interesse hat, es gibt noch zahlreiche Foren im
Internet.

Mal etwas anderes - gibt es denn keine Chance die Sehstärke
per Laser zu
korrigieren?

Nein, das Problem ist anders gelagert. Das zu erklären würde hier zu weit führen. Das ist nicht mit ein paar Sätzen erklärt. Nur so viel, mit einer sehr aufwändigen Operation wurde die sehleistung von 20% auf fast 50% verbessert, mehr ist (zur Zeit) nicht möglich.

Danke für die Tipps!

Gruß,
Rainer

Hi,

entschuldige dass ich lache aber ich muss einfach:smile: die art
wie du schreibst klingt, als würdest du von einem schweigendem
haustier sprechen, das sehr zutraulich und überaus lieb ist
*ggg*

nette Umschreibung. :wink: na ja, ‚Haustier‘ trifft’s eher nicht, aber mit den rauchenden, saufenden Jugendlichen, die ich immer so im TV beobachten kann, hat er noch weniger gemeinsam. Wenn er nicht in der Schule ist, sitzt er zu Hause am PC. …

Gruß,
Rainer

Hi,

er koennte in dem jahr 2-3 praktika absolvieren.
dann waer die zeit ncith vertan.

ja, sehe ich auch so. Wie sieht das ein Personalchef?

wie ich gehoert habe, gibt es wohl vom
arbeitsamt aufuellbetraege fuer die entlohnung von praktika.

Klingt interessant, ich werde mich erkundigen.

Danke,

Gruß,
Rainer

Hallo,

Dann Handelsschule, mit 1.4 abgeschlossen, deshalb Mut zum
weiter machen. Anschließend Wirtschaftsgymnasium.
Das Wirtschaftsgynasium wird er nach nur zwei Jahren jetzt, in
drei Wochen verlassen. Wenn ich alles richtig verstanden habe,
wird er ein Fachabitur bekommen.

Mit dem Fachabitur kann er beispielsweise an einer Fachhochschule studieren - z.B. Wirtschaftsinformatik. Dann wird er Dipl. Ing (FH).
(wenn er denn die sogenannte fachgebundene Hochschulreife wirklich erhält!) Das sog. „allgemeine“ Abitur nennt sich dann die Allgemeine Hochschulreife und berechtigt zum Universitätsstudium.

Was nicht unbedingt eine Wertigkeit des Studiums ausmacht - nur beim Staat zählt ein Unistudium bei der Beforderung mehr…

Dann ist natürlich zu überlegen: Was hat Dein Sohn eigentlich an den Augen - ist da evtl. durch eine Lasik-OP womöglich was zu verbessern? Kostet zwar Geld, aber könnte einfach grudnsätzlich seine Lebensqualität deutlich verbessern - ohne Führerschein ist man heutzutage schon ziemlich verratzt.

Für viele FH-Studiengänge ist eh ein Vorpraktikum erforderlich - das könnte er ja schonmal ableisten.

Grüße

Wendy

Hallo Wendy,

Mit dem Fachabitur kann er beispielsweise an einer
Fachhochschule studieren - z.B. Wirtschaftsinformatik. Dann
wird er Dipl. Ing (FH).

Danke, das war eine meiner Kernfragen! :wink:

(wenn er denn die sogenannte fachgebundene Hochschulreife
wirklich erhält!)

Ja, das ist ziemlich sicher. ich habe das zeugnis natürlich noch nicht sehen können, aber die letzte Info lautete so.

Das sog. „allgemeine“ Abitur nennt sich dann
die Allgemeine Hochschulreife und berechtigt zum
Universitätsstudium.

Ist klar.

Was nicht unbedingt eine Wertigkeit des Studiums ausmacht -
nur beim Staat zählt ein Unistudium bei der Beforderung
mehr…

Ahhh, auch das wußte ich nicht.

Dann ist natürlich zu überlegen: Was hat Dein Sohn eigentlich
an den Augen - ist da evtl. durch eine Lasik-OP womöglich was
zu verbessern?

Leider nein. ;-(

Kostet zwar Geld,

Das wär kein Thema, ich bin immer noch Kreditwürdig. :wink: Dafür wär’ mir Geld nicht zu schade.

aber könnte einfach
grudnsätzlich seine Lebensqualität deutlich verbessern - ohne
Führerschein ist man heutzutage schon ziemlich verratzt.

Seh ich auch so. Das Problem ist leider völlig anders gelagert. Eine Augenoperation hat die Sehfähigkeit von 20% auf fast 50% verbessert, mehr ist z.Z. nicht möglich.
Leider hat das Problem auch noch andere Auswirkungen, die jeden Technischen Beruf unmöglich machen.

Für viele FH-Studiengänge ist eh ein Vorpraktikum erforderlich

  • das könnte er ja schonmal ableisten.

Danke! Und schon wieder etwas, das ich nicht wußte!
Dann werden wir uns doch gleich mal an der entsprechenden FH erkundigen.
Das klingt aber aufmunternd!
Dann waren die zwei Jahre und das viele Geld für die Nachhilfe in ‚Englisch‘ und ‚Französich‘ eventuell doch sinnvoll!

Danke noch mal, ich schreibe auf jeden Fall, wie es weiter gehen wird!

Gruß,
Rainer

Hallo Wendy,

Für viele FH-Studiengänge ist eh ein Vorpraktikum erforderlich

  • das könnte er ja schonmal ableisten.

gerade habe ich mir den von meinem Sohn gewünschten Studiengang genauer angesehen. ( http://www.htw.uni-sb.de ‚Praktische Informatik‘)
Zu meinem Érstaunen muß der Studienantrag bis zum 15.07.2004 eingehen, klappt also noch. Da habe ich auch die Info gefunden, daß ab 2003/2004 kein Vorpraktikum mehr verlangt wird. …
Warum das mein Sohn noch nicht weiß, daß seinem Studium gar nichts im Wege steht, weiß ich nicht. Warum der Berufsberater vom Arbeitsamt nicht darauf hingewiesen hat weiß ich erst recht nicht.
Wie ich das jetzt sehe, kann er ab Herbst Studieren, es gibt damit gar kein Jahr zu überbrücken und auch keinen Grund, eine Lehre anzufangen, die ihm nicht liegt. Warum ihm das nicht klar war, verstehe ich nicht.

Dank Deiner Hilfe kann ich ihm das heute erzählen und den Studienantrag morgen absenden. :wink:

Ich vermute, daß Du den künftigen Lebenslauf meines Sohnes mit Deinem Beitrag heftig verändert hast!

Den Thread hier werde ich sichern und Dir 'ne Mail schreiben, ob er einen Studienplatz bekommen hat. OK?

Gruß,
Rainer

… der sich mal wieder so richtig freut, daß es w-w-w gibt!!! ;->>> …

Hallo Rainer,

also ich muss da noch mal etwas ergänzen…
Es gibt mehrere Wege zum Studium:

  • Abitur: man kann alles überall studieren
  • Fachhochschulreife: man kann alles an Fachhochschulen studieren
  • fachgebundene Hochschulreife / Fachabi: man kann auf der Uni und an der FH
    nur bestimmte(!) Fächer studieren

http://www.net-lexikon.de/Fachhochschule.html
http://www.net-lexikon.de/Fachabitur.html

Deshalb vorher informieren, ob er wirklich Informatik mit Fachabi - Wirtschaft!

Mal noch nebenbei einige Tipps:

  • genau nachsehen, was für Voraussetzungen erforderlich sind
  • sich bei mehreren FH/Unis bewerben
  • sich nach den Bewerbungsunterlagen erkundigen, häufig werden Beglaubigungen
    verlangt
  • den Notendurchschnitt der letzten Jahre in Erfahrung bringen (Homepage)
  • Bafög-Anträge holen, erforderliche Unterlagen sammeln, um diese dann sofort
    mit der Immatrikulationsbescheinigung abzuschicken

Gruß
Tato

Hi Novalee,

Was mir jetzt allerdings aufgefallen ist, ist daß dein Sohn auf eine :Wirtschaftsschule gegangen ist und den Abschluß gerade so geschafft :hat.
Warum meinst du (oder er) denn, daß es mit Wirtschaftsinformatik :besser läuft?

Die Probleme gab es mit Fremdsprachen, speziell Französisch. damit hat er in der Informatik nichts mehr zu tun. WI hat er jetzt auch schon, da ist’s ne Eins! :wink:

Das ist zwar auch sehr technisch, aber Wirtschaft spielt da ja auch :eine große Rolle.

Ja, in BWL und VWL hat er Zweien, sieht also nicht so schlecht aus.

Was die Sehbehinderung angeht, so kann ich dir aus eigener Erfahrung :sagen, daß das Arbeitsamt da Müll ist.
Mich wollten die mit 16 auf eine Sehbehindertenschule verfrachten und :haben mir dann sogar noch dreisterweise ne Ausbildung zur :Korbflechterin angeboten…

*g* Ja, wenn man die läßt, wie sie wollen, sieht es trübe aus.

Das dein Sohn keinen Führerschein hat, ist auch nicht die Welt. Man :kann auch ohne klarkommen.

Nur sehen das u.U. die Personalchefs anders. ;-(

Nein aber im Ernst. Man muß natürlich immer aufpassen, wo die :Arbeitsstellen liegen, aber wenn man nicht gerade in einem 10.000 :Seelenkaff wohnt,

;-( 7000 …

dürfte das mit Öffis nicht das Problem sein.

Wie wäre es eigentlich mit einer Ausbildung als Informatikkaufmann?

Wird gerade angedacht! :wink:

Da gibt es in Marburg/Lahn, wo es eine private Sehbehindertenschule :gibt, auch eine Ausbildungsstädte für Sehbehinderte.

Zu weit weg. Die Unterbringung wäre für mich nicht finanzierbar.

Wäre das nicht auch eine Möglichkeit neben dem Studium?

Ja, eventuell sogar bevorzugt. Besser 'ne Nummer kleiner, dafür gut abschließen. Wir reden gerade darüber, während ich hier tippe. :wink:

Vielleicht konnte ich dir einige Anregungen geben.

Ja, Danke!
Gruß, Rainer

Hi Novalee,

bei meinem Sohn sieht es geringfügig anders aus.
Er hat keine anerkannte Behinderung. Er hat auch nie eine entsprechende Schule besucht, wenn ich mal von wenigen Wochen in der DDR an einer ‚Schonderschule‘ absehe. das war ebenfalls keine Schule für Sehbehinderte, eher ein Abstellgleis für alle, die an ‚normalen‘ Schule stören könnten. ‚Osten‘ halt.

Die Sehbehinderung spielt im Büroalltag auch keine Rolle. …

OK, nun eben doch Details, für die, die es verstehen. :wink:

Mein großer leidet an einer besonderen Form von Albinismus, die Pigmentstörung ist auf die Augen beschränkt. als Folge davon tritt ein verstärktes Augenzittern (Nystakmus) auf, das es unmöglich macht, einen Punkt zu fixieren. Außerdem ist das mit einer stark reduzierten Anzahl an Rezeptoren verbunden. Die geringere anzahl an ‚Empfängern‘ versucht das Gehirn durch Augenbewegungen auszugleichen. Leider ist das kontraproduktiv. Dazu kommt, daß das Gehirn ‚falsch verdrahtet‘ ist. :wink: Normaler Weise ist das rechte Auge mit der linken Gehirnhälfte verbunden und umgekehrt. Bei dieser Form des Albinismus ist das nicht so. Weitere Folgen sind Fehlstellungen der Augen. Meist Schielen, bei meinem Sohn standen beide Augen immer links, das ist operiert. (Dank an Fr. Prof. Kässmann) Das Augenzittern wurde dadurch weitgehend reduziert.
Dazu kommen dann noch stark eigeschränkte feinmotorische Fähigkeiten, der Grund, weshalb handwerkliche Tätigkeiten unmöglich für ihn sind.

Im Büroalltag, am Monitor oder beim Lesen gibt es aber keine Einschränkungen. Weil die ‚Behinderung‘ nicht anerkannt ist und die Büroarbeit davon nicht beeinträchtigt wird, gibt es keinen Grund, einen AG darüber zu informieren. Er wird es nie erfahren.
Deshalb sind negative Reaktionen ausgeschlossen.

Gruß, Rainer

Hi Tato,

  • fachgebundene Hochschulreife / Fachabi: man kann auf der Uni
    und an der FH
    nur bestimmte(!) Fächer studieren

Deshalb vorher informieren, ob er wirklich Informatik mit
Fachabi - Wirtschaft!

Wir werden uns schlau machen. Die FH heißt HTW, Hochschule für Technik und Wirtschaft. Die Studiengänge sind stark an die Wirtschaftswissenschaften angelehnt. ‚WI‘ wäre eine Möglichkeit.

Mal noch nebenbei einige Tipps:

  • genau nachsehen, was für Voraussetzungen erforderlich sind

Klar. Abgabetermin in zwei Wochen. …Da ist bewerben und Abwarten der richtige Weg, denke ich. Wenn die Voraussetzungen nicht erfllt sind sagen die uns das.

  • sich bei mehreren FH/Unis bewerben

Fällt aus. Das Studium muß in meiner Umgebung möglich sein, sonst ist es nicht finanzierbar. Einerseits habe ich so viel Geld nicht, andererseits ist mein Einkommen nach meiner Berechnung so hoch, daß er zu wenig BAFöG bekommen würde.

  • sich nach den Bewerbungsunterlagen erkundigen, häufig werden
    Beglaubigungen verlangt

Ja, das haben wir schon bemerkt, die Ausmusterungsbescheinigung beispielsweise.

  • den Notendurchschnitt der letzten Jahre in Erfahrung bringen
    (Homepage)

Das verstehe ich nicht. Meinst Du die Abschlüsse an der FH?
Ich weiß, daß da die Durchfallquote bei knapp 40% liegt. :wink: Ich kenne einen der Profs, der hat mal für ‚uns‘ gearbeitet, u.a. deshalb bin ich über de HTW recht gut informiert. Ich habe da auch schon Lehrgänge besucht. (SQL) Ich arbeite ja in dem Fach, das mein Sohn gern studieren würde. Er hätte gern meinen Job, aber den brauche ich ja noch. :wink:

  • Bafög-Anträge holen, erforderliche Unterlagen sammeln, um
    diese dann sofort
    mit der Immatrikulationsbescheinigung abzuschicken

Da habe ich mir die Gesetze angesehen. Ich denke, er würde nichts bekommen. :wink: Ein ganz klein wenig verdient ein Admin auch im Saarland. :wink:

cu Rainer