Hallo Ihr,
die Tage schaute ich mal ausnahmsweise bei „Frauen und Feminismus“ rein. Dort wurde ein - wie ich finde - hilfreicher - Link empfohlen: http://members.aol.com/BigFriDa/Warumich.html. U.a. sind dort Krankenhäuser bzw. Kliniken mit ihren Schwerpunkten aufgeführt, z.B. auch sexueller Mißbrauch, Eßstörungen, psychosomatische Erkrankungen usw. Übrigens: ich erfuhr die Tage von meiner Krankenkasse, daß es ein Buch mit allen Kliniken, Krankenhäusern nebst dazu Beschreibungen gibt. Das wird zwar nicht verkauft oder gar verschenkt, doch man kann es sich ausleihen.
Ich meine zwar oft, bestimmte Seiten muß jeder kennen, stelle jedoch fest, mich immer wieder zu täuschen. Eine umfangreiche Seite zu dem Thema findet Ihr von einer selbst Betroffenen: http://www.gegenwehr.de
Essen:
Bei Heißhungerattacken verbinde ich Essen mehr mit einem Schlingen. Essen ist nicht nur ein notwendiges Übel, es ist auch eine schöne, sinnliche Erfahrung, die man genießen darf und kann. Hilfreich könnte auch ein bewußtes und auch gutes Durchkauen der Nahrung sein. Der Magen braucht eine Weile bis er weiß, daß Nachschub kommt. Je besser das Essen im Mund vorbereitet wird, z.B. insgesamt und besonders vor dem Essen viel trinken, desto weniger haben die Verdauungsorgane zu tun, umso weniger ermüdend wirkt sich die Verdauung aus.
Am häufigsten steht am Ende der vielen Diäten: ein Jojo-Effekt. Ich war sehr erstaunt als Frauen in einer Sendung davon sprachen, teils 30 - 70 kg mit sehr fragwürdigen Diäten abgenommen zu haben, z.B. nur Kuchen oder Fressen bis 12 Uhr. Am besten, leider auch am teuersten, fand ich die Sushi-Diät noch.
Ich persönlich bin gar nicht so davon überzeugt, daß man nur mit Gemüse, Obst und viel Bewegung abnimmt. Abnehmen beginnt im Kopf. In erster Linie geht es meines Erachtens schon auch darum, daß es einem schmeckt und daß man (wieder) lernt nur soviel zu essen wie man auch tatsächlich benötigt. In Berichten werden gerne dicke Menschen gezeigt, die sich eine Currywurst mit Pommes reinziehen oder Schweinebraten mit Knödel essen. Es gibt genug Leute die das auch tun und keine Gewichtsprobleme haben. An einer meiner bevorzugten Bushaltestellen ist ein McDonald’s nebenan und somit sitzen dort öfter Menschen ihr Junkfood verspeisend. Mit Übergewicht oder wenigstens besonderem Übergewicht fiel mir da noch nie jemand auf.
Übergewicht als Schutzmantel, z.B. um sich abzugrenzen, da Angst vor Übergriffen jedweder Art. Übergewicht als Schutzmantel, z.B. um sich als Frau „unattraktiv“ zu machen und um somit potentielle Mißbraucher auf Abstand zu halten. Übergewicht als Liebesersatz. Übergewicht als Protest weil man z.B. den von den Eltern oder der Gesellschaft auferlegten Normen nicht entspricht. Es gibt sicherlich mehrere Wege zu helfen oder geheilt zu werden. Ob man nun erst das Gewicht in ein Gleichgewicht bringt, sprich in ein Wohlfühlgewicht oder ob man an den Ursachen zu arbeiten beginnt, die als Symptom bzw. neuerliches Problem Übergewicht hervorbringen können, ist möglicherweise auch eine Frage der Sichtweise.
Weshalb kommt Euer Heißhunger abends? Habt Ihr dazu eine Idee oder wißt Ihr es sogar? Liegt es möglicherweise daran, daß der Mißbrauch auch abends stattgefunden hatte? Liegt es an Einsamkeitsgefühlen in der Nacht? Liegt es an der mit der Nacht einhergehenden Dunkelheit, in der man sich schutzloser fühlt?
Liegt es an der Angst vor dem Schlafen, weil man hier seine Kontrolle aufgeben muß?
Wenn diagnostiziert wurde, daß die dissoziative Störung so gut wie weg ist, wie ist Dein eigenes Empfinden hierzu? Wie geht es Dir jetzt? Kann es sein, daß die Diagnose die Angst ausgelöst hat, es könnte doch noch was da sein und aus Selbstschutzgründen Du nun über den Körper mauerst? Kann es sein, daß Du Angst vor der Zukunft hast, z.B. Dich nach „Heilung“ (soweit dies wirklich überhaupt möglich ist) Dich wieder auf Menschen und gerade auf einen Sexualpartner vertrauensvoll einzulassen?
Was bedeutet die Diagnose? Ist somit auch die Therapie am Ende? Hast Du möglicherweise Angst, dem Neuen im Leben eventuell nicht gewachsen sein zu können und suchst nun die Therapie zu verlängern?
Sicherlich muß nichts davon stimmen. Ich kann mir gut vorstellen, daß Du bzw. Ihr unter oben genannter Adresse bei Menschen mit ebensolchen Erfahrungen mehr Hilfe und Unterstütung bekommen könnt.
Ich wünsche Euch viel Hunger, Hunger auf’s Leben, kostet es aus.
Alles Gute,
Romana
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