Hallo Userine,
auch ich habe mal für Einmalkelche plädiert. Um für grosse Feiern gerüstet zu sein, müssen in einer Kirchengemeinde mindestens 100 solcher kleinen Becher angeschafft werden, ein Kostenfaktor (da es sich ja um sakrale Gegenstände handelt) war über 2000 DM. Das ist in Anbetracht der kleinen Kirchenkassen doch heutzutage wohl zu viel, zumal muss sich dann noch jemand finden, der hygienisch abwäscht, alle Ränder mit Alkohol abtupft usw.
In meiner jetzigen Gemeinde - und auch in vielen anderen Gemeinden - ist es durchaus üblich, die Oblate in der Hand zu behalten und dann diese beim Reichen des Kelches einzutauchen.
Ansonsten gehört zur Praxis des Reichens des Kelches, dass immer nur an eine Stelle der Mund kommt, dann der Kelch gedreht wird. Wenn alle Stellen benutzt wurden, dreht sich der Pastor oder Helfer zum Altar nimmt einen neuen Kelch oder reinigt zwischendurch mit einem in Reinigungsalkohol getränkten Tuch.
Ich habe noch nie erlebt, dass von ein und derselben Stelle noch einmal jemand getrunken hat.
Die ehrenamtlichen Helfer werden auch immer weniger und ich habe selbst mal zu Weihnachten im Akkord Kelche abgewaschen, abgetrocknet, mit Alkohol desinfiziert und dann Traubensaft eingeschenkt …
(Für die Person, die den Kelch reicht ist es unmöglich, auch das Tablett zu halten und dann mit einem Segenswunsch diesen zu reichen.)
Inzwischen stand der Pastor schon und schaute sich suchend nach dem Tablett um und die Abendmahlsteilnehmer erzählten später, dass sie diese Situation als sehr peinlich empfunden haben.
Du musst mal überlegen, bei grösseren Abendmahlen, sind dann 2 Personen notwendig, nur um die leeren Kelche einzusammeln, herauszutragen, abzuwaschen… Das gibt auch viel Unruhe.
Nach meiner Erfahrung ist es wirklich besser 3 grosse Kelche zu haben und abwechselnd zu desinfizieren.
Liebe Grüsse
Chris