Abendmahl

Hallo Zusammen,

mein Sohn wird nächstes Jahr konfirmiert und in unserer Gemeinde nehmen die Konfirmanten das erste Abendmahl schon vor der Konfirmation zu sich.
Nun, bei diesem Abendmahl sollen ja bekanntlich auch die Eltern anwesend sein.
Bis dahin hatte ich auch kein Problem damit, trotzdem nahm ich am Abendmahl nicht teil.
Grund dafür war der Kelch, aus dem jeder trinkt!
Ich kenne ettliche Kirchengemeinden, bei denen das Abendmahl mit sogenannten „Einmalbechern“ stattfindet, was ich aus hygienischen Gründen sehr befürworte.
Viele Menschen waren erkältet und eine Person hatte gerade einen ziemlichen Herpes (er erzählte das auch noch seinem Begleiter) und trotzdem tranken alle aus einem Becher.

Meine Frage wäre, warum können nicht alle Kirchen beim Abendmahl auf Einmalbecher zurückgreifen? Aus gesundheitlicher und hygienischer Sicht wäre das doch weitaus besser.
Was meint Ihr dazu?

MfG Userine

Hallo,

das Verwenden von zahlreichen Einmalbechern laesst ein bisschen den Symbolcharakter auf der Strecke bleiben.

Ich kenne den Brauch, dass Erkältete oder mit Herpes infizierte nicht am Kelch direkt trinken, sondern die Oblate eintauchen.

Meines Erachtens eine gute Lösung.

Grüße,

Hasta Lavista

na, stellst du dich nicht ein wenig an?

B2

Hallo Userine,

auch ich habe mal für Einmalkelche plädiert. Um für grosse Feiern gerüstet zu sein, müssen in einer Kirchengemeinde mindestens 100 solcher kleinen Becher angeschafft werden, ein Kostenfaktor (da es sich ja um sakrale Gegenstände handelt) war über 2000 DM. Das ist in Anbetracht der kleinen Kirchenkassen doch heutzutage wohl zu viel, zumal muss sich dann noch jemand finden, der hygienisch abwäscht, alle Ränder mit Alkohol abtupft usw.

In meiner jetzigen Gemeinde - und auch in vielen anderen Gemeinden - ist es durchaus üblich, die Oblate in der Hand zu behalten und dann diese beim Reichen des Kelches einzutauchen.

Ansonsten gehört zur Praxis des Reichens des Kelches, dass immer nur an eine Stelle der Mund kommt, dann der Kelch gedreht wird. Wenn alle Stellen benutzt wurden, dreht sich der Pastor oder Helfer zum Altar nimmt einen neuen Kelch oder reinigt zwischendurch mit einem in Reinigungsalkohol getränkten Tuch.

Ich habe noch nie erlebt, dass von ein und derselben Stelle noch einmal jemand getrunken hat.

Die ehrenamtlichen Helfer werden auch immer weniger und ich habe selbst mal zu Weihnachten im Akkord Kelche abgewaschen, abgetrocknet, mit Alkohol desinfiziert und dann Traubensaft eingeschenkt …

(Für die Person, die den Kelch reicht ist es unmöglich, auch das Tablett zu halten und dann mit einem Segenswunsch diesen zu reichen.)

Inzwischen stand der Pastor schon und schaute sich suchend nach dem Tablett um und die Abendmahlsteilnehmer erzählten später, dass sie diese Situation als sehr peinlich empfunden haben.

Du musst mal überlegen, bei grösseren Abendmahlen, sind dann 2 Personen notwendig, nur um die leeren Kelche einzusammeln, herauszutragen, abzuwaschen… Das gibt auch viel Unruhe.

Nach meiner Erfahrung ist es wirklich besser 3 grosse Kelche zu haben und abwechselnd zu desinfizieren.

Liebe Grüsse
Chris

na, stellst du dich nicht ein wenig an?

B2

Hallo Beobachter2,

nein, das hat mit anstellen nichts zu tun. Ich kann Dir leider einige Krankheiten nennen, die Du Dir auf solchem Wege zuziehen kannst und da genügt es leider nicht, dass man die Stelle des Vorgängers nicht berührt. Die Erreger befinden sich dann nämlich auch im Traubensaft und der wird bekanntlich nicht nach jedem trinken gewechselt.
Solltest Du mit anstellen allerdings die Krankheiten meinen, dann hast Du recht. Da stelle ich mich wirklich an und nicht zu Unrecht.

MfG Userine

ach so. hast ja recht. habe verstanden.

lieben gruß

b2

Hallo ihr,

leider hat sich in manchen Gemeinden das Abendmahl mit Einzelkelchen durchgesetzt: In der Tat geht der Symbolcharakter (…wir sind, …die wir aus einem Kelche trinken, …Schwestern und Brüder…) hier völlig verloren. Von Einmalbechern ganz zu schweigen - die betrachte ich (im Gottesdienst wie bei MacDonalds) als Geschmacklosigkeit.

Im Übrigen ist es niemandem verwehrt, nur das Brot bzw. die Hostie zu nehmen, den Kelch aber an sich „vorüber gehen zu lassen“, wenn er oder sie bemerkt, dass andere „verschnupft“ sind. Die Form der „Intinctio“ (Eintauchen der Hostie), wie sie in manchen Gemeinden üblich ist und auch in der altkatholischen Kirche praktiziert wird, ist da schon besser, aber halt auch nur ein Notbehelf…

Gruß

Theo aus WT

Hallo,

ich weiß nicht, ich finde das mit dem einen Kelch beim Abendmahl schon in Ordnung. Schließlich ist ja das Abendmahl doch ein rein symbolischer Akt und wenn man da jetzt anfängt, dass jeder für sich trinkt, nun ja, da fehlt mir dann irgendwas.
Ich gebe zu, dass man sich bestimmt irgendwie Anstecken kann, wenn man mit den Kranken trinkt, aber trotzdem.
Man könnte sagen, wenn Dir das nicht passt und Du das Risiko nicht eingehen willst, dann trink halt nicht.
Wäre aber auch nicht die Lösung, weil das ja bedeuten würde, jeden vom Abendmahl auszuschließen, der auf seine Gesudheit wert legt. Und es ist schon schön, wenn jeder teilnehmen kann, an der gesamten Zeremonie.
Es ist schon eine schwierige Sache.
Ich persönlich vertraue an dieser Stelle auf Gott. Es käme mir wohl zu absurd vor, dass der Gott. der das Abenmahl ja iniziert hat, mir jetzt ausgerechnet auf diesem Wege eine Krankheit beschert.
Das mag vielleicht ein Gedanke sein, der einem die Furcht vor der Krankheit mindert, aber was bleibt ist natürlich ein gewisses Gefühl von Ekel, was Du wahrscheinlich empfindest.
Was Du dagegen machen kannst, weiß ich beim besten Willen nicht. Vielleicht kannst Du Dich auf die Essenz dieses Rithuals konzentrieren, aber ob das Dir hilft, wer weiß.

Ich kann Dir wohl kaum bei Deinem Problem helfen, aber vor einer Krankheit würde ich mich beim Abendmahl nicht fürchten, denn gerade hier erfahre ich die Gnade Gottes am Stärksten und ich will nicht daran glauben, dass es mich genau dann erwischt. Das ist natürlich nur ein Argument, wenn Du Christ bist, aber davon bin ich ausgegangen.

Gruß,
Zwergenbrot

Hallo,

ich finde auch, dass das Gemeinschaftserleben (man steht im Kreis) durch einen Kelch besser.

Ich möchte aber hier darauf hinweisen, dass wohl gerade in Amerika Kirchen gibt, wo dass Abendmahl in Plastebechern (+Hostie eingeschweisst ?) gibt und alle an ihrem Platz essen.

Tschuess Marco.