Aber sei hörend taub und blind mit sehenden Augen

Liebe Wissende,
in einem Aufsatz über den griechischen Gott Hermes bin ich auf dieses Zitat gestoßen: „Aber sei hörend taub und blind mit sehenden Augen.“ Der Altphilologe Deichgräber gibt - natürlich - keine Quelle dafür an. Die aber brauche ich. D
er Zusammenhang des Zitats ist der Rinderdiebstahl des neugeborenen Hermes. Als ein alter Mann ihn beim Diebstahl der Rinder seines Bruders Apollon beobachtet, spricht Hermes nach Deichgräbers Auskunft eben jene rätselhaften Worte. Wer kann das Zitat belegen?
Herzlichen Dank
Köernie.

MT 13,13
Hallo Köernie,

die einzige Quelle, die mir in diesem Zusammenhang einfällt, stammt aus der Bibel, Matthäus 13,13 (hier zitiert 13, 10-14):

„Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist’s gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist’s nicht gegeben. Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. Darum drede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt (Jesaja 6,9-10): «Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen.[…]».“

Viele Grüße
Diana

Hesiod: Homerischer Hymnus an Hermes

Hi Koernie

das Zitat findest du ebendort (siehe Titel) und zwar Vers 90-93.
Eine deutsche Übersetzung habe ich nicht zur Hand, aber eine englische findest du hier:

http://ancienthistory.about.com/library/bl/bl_text_h…

Grüße

Metapher

Homerischer Hymnus an Hermes
Anton Weiher übersetzt: „Siehst du, so sieh nicht und, hörst du, so sei wie ein Tauber und schweige.“ (Anton Weiher (Hrsg.): Homerische Hymnen, IV. Hermes, V. 92, München 1970, S. 67)
Herzlichen Dank an alle Helfer!
Köernie