Unfähigkeit zur Abgrenzung
Hi Michael
in deinem Posting mutet manches erstaunlich an, wenn auch unter dem Thema „Familienkommunikation“ und „Familenkonflikt“ wiederum recht interessant.
Leider läßt deine Darstellung einige wesentliche Fragen offen, so daß es auf den ersten Blick schwierig ist, diese eure Lage zu durchschauen. Was du beschreibst über euren Umgang mit dem „Kranken“ scheint mir ein wenig in ein ähnliches Thema zu fallen, wie es hier schon einmal diskutiert wurde. Aus meiner damaligen Antwort könnte vielleicht für dich/euch etwas Brauchbares zu entnehmen sein (lies aber den Hauptartikel mit):
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Mein alllererster Eindruck aus deinem Posting: Ihr seid mit der ganzen Familie an der Aufrechterhaltung des Zustandes deines Schwagers aktiv beteiligt (es entspricht dem, was man bei Partnern von Suchtkranken Ko-Abhängigkeit nennt).
Im Einzelnen:
Ich habe einen Schwager der seit 15 Jahren an schweren Depressionen leidet.
Wer hat diese Diagnose gestellt? Depression nennt man vieles (Nashorn hat es ja genauer differenziert) und manchen Arten von „Depression“ liegt gescheitertes Machtbedürfnis und unterdrückte Aggression zugrunde. Das zu wissen ist für den Umgang damit nicht ganz unwichtig.
Er hat mehrere Aufenthalte in Tageskliniken und Stationären Kliniken hinter sich mit Therapien.
Natürlich alles erfolglos.
Er feiert z.Z. krank
Ich dachte, er sei seit 15 Jahren krank??
und schläft teilweise bei seiner Mutter weil er nichts mehr geregelt bekommt(37 J.).
… und die Mutter regelt auch schön alles für ihn?
Wir haben uns jetzt als Familie versucht abzugrenzen
d.h. ihr habt euch 15 Jahre lang nicht abzugrenzen vermocht!
indem wir ihm deutlich gemacht haben das er krank ist
nach mehreren Klinikaufenthalten und Therapieversuchen muß ihm das jetzt erst deutlich gemacht werden??
und ärztliche Hilfe braucht, die wir nicht mehr leisten können.
D.h. ihr habt versucht, seit 15 Jahren, ärztliche Hilfe zu leisten? Ihr habt geholfen und geholfen, was das Zeug hält und zusätzlich hatte er ärztliche (resp. therapeutische) Hilfe?
Wobei habt ihr ihm eigentlich geholfen? Vielleicht gerade bei seiner genüßlichen Einsicht, daß er es schafft, daß eine ganze Familie sich 15 Jahre lang bis zur Erschöpfung um ihn kümmert?
Warum sollte er etwas an diesem seinem Erfolg ändern wollen?
Jetzt haben wir natürlich den schwarzen Peter weil wir uns "weigern"zu helfen
Hier wird es spannend: Wer schiebt euch den schwarzen Peter zu? Ich wette, er selbst? Er macht euch Vorwürfe, daß ihr euch nicht kümmert?
Worin besteht denn eigentlich das, was er unter Hilfe versteht??
dabei tragen wir seit Jahren diese „Bürde“ mit stundenlangen Gesprächen, Telefonaten mit Kliniken, Psychologen etc.
Warum tut ihr das denn? Was soll das denn für einen Zweck haben? Wem nützt das? Über was führt ihr denn diese Gespräche? Was wird euch da gesagt?
Das führt in der Familie natürlich zu ständigen Diskusionen über diese
roblematik was auch uns an die Grenzen bringt.
Das führt dazu? Ist das die richtige Beschreibung?
Wer führt dazu? Doch wohl sicher der „Kranke“, oder?
Oder ist gar noch ein anderer beteiligt? Seine Mutter? die zuläßt, daß er bei ihr schläft?
Fest steht, daß ihr es vielmehr ständig zulaßt , daß darüber diskutiert wird!
Kann man sich so Abgrenzen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen?
Kann?? Ihr müßt!!
Im Gegenteil ist es doch gerade die Technik der Schlechtes-Gewissen-Erzeugung, die es solchen „Kranken“ ermöglicht, ganze Familien im Griff zu haben. Ihr werdet von ihm (oder vielleicht noch von anderen kooperativen Kräften) dazu erzogen, nicht auf eigenen Beinen zu stehen, eure Abgrenzung aufzugeben, abhängig gemacht zu werden, eure Souveränität aufzugeben. Wie wollt ihr denn dann in der Lage sein, einem „Kranken“ zu „helfen“, dessen krankheit genau das ist, nicht auf eigenen Beinen stehen zu können.
Ihr helft ihm so natürlich! Nämlich indem ihr es ihm 15 Jahre lang vormacht, wie man die eigene Souveränität an der Garderobe abgibt…
zur Verfügung steht … er genießt den vollen Erfolg seiner „Krankheit“, ohne Chance (nein: ohne Notwendigkeit), sich davon zu erholen.
Hinzu kommt das er viele Leute mit seinen Problemen bombadiert, die :wiederrum uns als Ansprechpartner sehen weil sie nicht mehr mit ihm :klarkommen !
Ein raffinierter Kerl, nicht wahr? Man manipuliert die Umgebung, ihrerseits Druck auf euch auszuüben - offenbar mit vollem Erfolg.
Macht euch seine Fähigkeit, zu „bombardieren“, und damit zu manipulieren, den Eindruck einer „Depression“?
Wir hatten/haben das Gefühl das er sich innerhalb der Therapien völlig :verstellt und den Leuten etwas vorgaukelt,
Vielleicht den Therapeuten, mag sein. Vor allem aber auch euch!
weil er bis heute nicht verstanden hat das es um ihn geht und nicht um :die Leute die vor ihm sitzen und ihm sein „Problem“ nicht lösen können.
Donnerwetter! Damit sagst du etwas wichtiges über euch aus!
Nein, daß es um ihn geht, hat er sehr wohl verstanden! Perfekt sogar! Und verstanden hat er auch, daß es ihm gelungen ist, euch ausschließlich als Leute zu sehen, denen es um ihn geht, und denen es nicht um sie selbst geht!
Was er nicht verstanden hat, ist vielmehr, daß es nicht um ihn geht! Er kann es auch nicht verstehen, weil ihr ihm nicht beibringen könnt (per Vorbild), wie man sich auf eigene Füße stellt.
Soweit meine Eindrücke aus deinen bisherigen Darstellungen.
Grüße
Metapher