Abgrenzung scheint unmöglich

Hallo ihr alle…

an Ostern habe ich es mal wieder gemerkt:

meine Oma, bei der ich mit aufwuchs (mit Mutter und Großmutter zusammen)versucht (unübertrieben) nunterbrochen, mich zu „korrigieren“, sobald ich mal komme. (2x im Jahr)
Plus (natürlich indirektem) Gejammer, dass ich nicht öfter komme.
Und sie will, dass ich bei ihr einziehe.
Sie sei ja sooooo alleine.

Das Verhältnis zur Oma ist so, dass ich sie nie sonderlich mochte, später haben wir uns immer gestritten, ich habe nie angerufen oder zurückgerufen, ich hatte lange den Kontakt abgebrochen und oft (danach) versucht, ihr zu erklären, dass ich NICHT so ticke, wie sie will und dass ich nicht mit ihr kann, dass ich nicht kommen wolle.
Ich sei eben immer noch in einer „frechen“ Phase, findet sie. Ich würde schon noch „vernünftig mit dem Alter“.

Oma ist der Familientreffpunkt. Dort werden alle größeren Feste gefeiert. Ich habe jahrelang gefehlt.
Selbst offenste Briefe meinerseits an Oma etc. haben NULL Änderung gebracht.
Ich soll immer noch einziehen (aber bitte schön mein eigenes Leben mit eigener Persönlichkeit und unmöglicher eigener Meinung an der Garderobe abgeben).
„Allein sein ist schlimm, und wenn mir mal was passiert, ist keiner da…“ damit setzt sie mich unter Druck.

Ihre Kinder sind alle verheiratet und haben eigene Familien. Ich nicht, ich studiere „bloß“, deswegen packt sie mich immer wieder. Briefe ihrerseits(mit impliziten Vorwürfen) öffne ich gar nicht mehr.

Distanzierungen und Erklärungen nützen nichts.
Anschreien nützt nichts.
3 Jahre lang abtauchen nutzte nichts.

Und die Familienfeste mag ich, alle anderen mag ich gern sehen.
Bloß machen mich Omas Vorwürfe und vor allem ihre emotionalen Erpressungen mir gegenüber immer unglücklich.

Sie überhäuft mich mit kleineren Geldgeschenken, es ist ein Kampf, die alle abzulehnen, weil sie dann so jammert, wenn ich mich weigere, was ich mmeistens tue. Dann fühle ich mich hinterher elend und ausgepowert.
Und wenn ich sie einmal annehme, glaubt sie, wieder fordern zu können.

Letztendlich, auch, wenn ich sie nicht leiden kann, tut es mir weh, sie dauernd abzuschmettern.

Aber anders geht es bei ihr überhaupt nicht. Mein sprichwörtlichster kleiner Finger, und dann wird mein Arm gleich abgebissen und der Körper soll folgen.)

Was soll ich bloß tun?

Hallo Kassandra,

da Du Deine Oma nicht ändern kannst (hoffentlich ist Dir das wirklich bewusst?!), musst Du bei Dir was ändern: Halte Dich da weg!

Deine Oma liebt dich über alles, dass zeigt sie indem sie versucht auf deine Entwicklung einzuwirken… .Du fällst mit Deiner Lebensweise aus der familären Standard-Situation und deshalb betrachtet sie Dich als ihr Sorgenkind, welches nicht ohne ihre Hilfe aus dem Nest kommt.
Um sie zu beruhigen müsstest Du erst mal sauer verdientes Geld mit nach hause bringen, was Dir aber schwer fällt, weil Du noch nie mit Mittellosigkeit konfrontiert warst.
Ich würde Ihr zum nächsten Geburtstag eine Baby-Pullerpuppe schenken und ein ernsthaftes Gespräch mit ihr suchen.

MfG George

Hallo,
viel machen kann man da nicht.

Die Oma scheint in ihrem Charakter so gefestigt, dass sie
ihr Verhalten nicht mehr verändern kann (Man kann es wohl auch
Altersstarrsinn nennen) ;-(
Wenn nicht jemand anderes aus der Familie, der entsprechend großen
Respekt hat (auch bei der Oma) ihr aufzeigen kann, wie
irrational sie sich verhält, wird es ihr nicht gelingen sich ihren
Wünschen entsprechend kooperativ zu verhalten.

Da rate ich dir also, lass dir ein dickes Fell wachsen und lass sie
jammern und fordern. Ob du sogar ihre finanziele Unterstützung
annimmst, ohne dich ihren Forderungen zu beugen, müßtest du mit
dir abmachen. Für deine Oma wäre es womöglich sogar ein Anreiz.

Ansonsten mußt ja auch nur zu Gelegenheiten hin, wenn es dir
wegen der restlichen Familie wichtig ist.

Da du noch studierst, ist die Oma wohl auch noch nicht so sehr alt
und ist wohl noch recht vital. Das kann sich auch noch ändern.
Auch im Alter gibt es Umschwünge, wo Leute mit den Jahren
plötzlich zahm werden und alte Drachen ihre Zähne verlieren.

Ich rate dir aber trotzdem, mit der Familie einen guten Umgang
zu pflegen. Es wird die Zeit kommen, wo auch du womöglich ein
deutlich größeres Bedürfnis nach Familienkontakten haben wirst.
Mit Anfang 20 kann man darauf noch gut verzichten, aber
20-30 Jahre später sieht es oft anders aus.
Gruß Uwi

Sorgenkind, welches nicht

ohne ihre Hilfe aus dem Nest kommt.
Um sie zu beruhigen müsstest Du erst mal sauer verdientes Geld
mit nach hause bringen, was Dir aber schwer fällt, weil Du
noch nie mit Mittellosigkeit konfrontiert warst.

Hallo George,

nun ja. Ich bin mit 18 (direkt nach Abitur) weggegangen von zu Hause, habe danach ein FSJ gemacht und finanziere nun mein Studium zu 100% selbst, und du darfst mir glauben, dass das sauer verdient ist.

Das glaube ich Dir, aber ich habe aus der Sicht Deiner Oma berichtet, und wenn Du ehrlich bist reicht dein Geld auch nie richtig,oder!

MfG George

Hallo Kassandra,

Ich kann von Deiner Situation ein Lied singen.
Meine Eltern, vor allem meine Mutter, ist auch der Ansicht, dass ich mein Leben nicht „richtig“ lebe.
Der Mann ist der falsche, sie hätten mich nie soweit wegziehen lassen sollen, keine Enkelkinder, und ich hab mir noch drei Katzen angeschafft!

Ich bin sozusagen das „schwarze“ Schaf der Familie.
Alles anderen haben nun Enkel und sind verheiratet, nur ich bin geschieden, kinderlos.

Dagegen hilft nur abschotten. Klarmachen, dass sie damit ein Problem hat, und nicht Du.
Wir wissen, dass sie uns lieben, aber wir sind glaube erwachsen genug, selbst unser Leben zu leben :wink:
Ob es ihnen nu gefällt oder nicht.

Aber lass mal, mir fällt es auch schwer. Ich habe sonst ein gutes Verhältnis zu meiner Familie, aber das macht mir auch immer schwer zu schaffen, nicht einfach mal die Anerkennung zu bekommen, für das, was man sich geschaffen hat, sondern immer nur die Problemchen auf den Tisch zu bekommen :wink:

LG
Wölkchen

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